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		<title><![CDATA[claws & fangs - Gatlinburg]]></title>
		<link>https://claws.stories-untold.de/</link>
		<description><![CDATA[claws & fangs - https://claws.stories-untold.de]]></description>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2026 22:51:19 +0000</pubDate>
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		<item>
			<title><![CDATA[Tiny bag, major impact]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=557</link>
			<pubDate>Sun, 29 Mar 2026 09:06:18 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=98">Benedict Hall</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Ben rieb sich mit einem genervten Seufzen die schweren Augenlider, bis kleine Funken in seinem Blick lagen und ein wenig seines Ärgers verflogen war. Er wollte nicht sauer sein, kein Stück. Wirklich nicht. Aber der Anblick der Butterbrotdose mit dem liebevoll angerichteten Sandwich und seinen Lieblingskeksen war einfach … zu viel. Er war ein alter Mann. Der Sheriff. Er war das Sprachrohr der Stadt beim Rudel und vom Rudel bei den städtischen Bewohnern! <br />
Kein sechs Jahre alter Bengel, den man die Schultüte packte und in die große weite Welt hinausschickte und nachmittags die aufgeregten Geschichten seiner Abenteuer anhörte. Doch genau das vermittelte ihm die Zuneigung der Mütter, ganz egal, dass sein erwachsenes Gehirn ihre Beweggründe verstand und die Liebe, die sie damit ausdrückten. Das Kümmern, um ihn und seine Eltern, das überbrücken der Lücke seit Megs Weggang. Er schnaufte und verwünschte seine Schwester erneut. Sie hatte ihr Leben auf den Kopf gestellt und seins gleich mit. Ließ ihn die Scherben aufheben und ignorierte, wie sehr er selbst dabei aus der Bahn geworfen wurde. <br />
<br />
Nein, absolut nicht. Das ging so nicht weiter. Er konnte selbst für sich sorgen. Hatte jahrelang sein eigenes Essen gekocht und sich versorgt, ohne dabei vom Fleisch zu fallen! Mit einem Ächzen, was mehr seinen Gedankengängen als einer fehlenden Fitness geschuldet war, erhob er sich und verließ das Büro. Die Deputys waren, fleißig wie immer, an ihren Schreibtischen und tippten Berichte oder lasen heimlich irgendwelche Newsletter, ihm war das heute egal. Sein Blick schweifte über die Schreibtische und blieben an einer Frauenhandtasche hängen, die dort eindeutig nicht hingehörte. Seine fragend hochgezogene Augenbraue reichte als Signal und man teilte ihm die Umstände mit. Es war ein Fund, anscheinend war die Tasche verloren gegangen und man hatte zwar alles Geld entwendet, aber mehrere Notizblöcke und Unterlagen drin gelassen. Daher war die Besitzerin nicht nur schnell identifiziert, sondern auch informiert wurden und wohl auch schon auf den Weg in die Wache, um ihren Besitz abzuholen. Hervorragend. Er mochte Sachen, die sich von selbst erledigten am allerliebsten.<br />
<br />
Erst beim Namen wurde er hellhörig. Kaya Whitfiel gehörte zu Rain Fire, wie er, und war somit eine Rudelgefährtin und die waren nicht unbedingt dafür bekannt, ihre Habseligkeiten in der Stadt liegen oder sich ausrauben zu lassen. Seine Mittagspause mental noch ein paar Minuten nach hinten schiebend, beschloß Ben, auf sie zu warten und kurz mit ihr zu sprechen. Vielleicht hatte es mehr auf sich, als sie angenommen hatten und Taqa würde ihm die Ohren langziehen, wenn er sich nicht um sein Rudel kümmerte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ben rieb sich mit einem genervten Seufzen die schweren Augenlider, bis kleine Funken in seinem Blick lagen und ein wenig seines Ärgers verflogen war. Er wollte nicht sauer sein, kein Stück. Wirklich nicht. Aber der Anblick der Butterbrotdose mit dem liebevoll angerichteten Sandwich und seinen Lieblingskeksen war einfach … zu viel. Er war ein alter Mann. Der Sheriff. Er war das Sprachrohr der Stadt beim Rudel und vom Rudel bei den städtischen Bewohnern! <br />
Kein sechs Jahre alter Bengel, den man die Schultüte packte und in die große weite Welt hinausschickte und nachmittags die aufgeregten Geschichten seiner Abenteuer anhörte. Doch genau das vermittelte ihm die Zuneigung der Mütter, ganz egal, dass sein erwachsenes Gehirn ihre Beweggründe verstand und die Liebe, die sie damit ausdrückten. Das Kümmern, um ihn und seine Eltern, das überbrücken der Lücke seit Megs Weggang. Er schnaufte und verwünschte seine Schwester erneut. Sie hatte ihr Leben auf den Kopf gestellt und seins gleich mit. Ließ ihn die Scherben aufheben und ignorierte, wie sehr er selbst dabei aus der Bahn geworfen wurde. <br />
<br />
Nein, absolut nicht. Das ging so nicht weiter. Er konnte selbst für sich sorgen. Hatte jahrelang sein eigenes Essen gekocht und sich versorgt, ohne dabei vom Fleisch zu fallen! Mit einem Ächzen, was mehr seinen Gedankengängen als einer fehlenden Fitness geschuldet war, erhob er sich und verließ das Büro. Die Deputys waren, fleißig wie immer, an ihren Schreibtischen und tippten Berichte oder lasen heimlich irgendwelche Newsletter, ihm war das heute egal. Sein Blick schweifte über die Schreibtische und blieben an einer Frauenhandtasche hängen, die dort eindeutig nicht hingehörte. Seine fragend hochgezogene Augenbraue reichte als Signal und man teilte ihm die Umstände mit. Es war ein Fund, anscheinend war die Tasche verloren gegangen und man hatte zwar alles Geld entwendet, aber mehrere Notizblöcke und Unterlagen drin gelassen. Daher war die Besitzerin nicht nur schnell identifiziert, sondern auch informiert wurden und wohl auch schon auf den Weg in die Wache, um ihren Besitz abzuholen. Hervorragend. Er mochte Sachen, die sich von selbst erledigten am allerliebsten.<br />
<br />
Erst beim Namen wurde er hellhörig. Kaya Whitfiel gehörte zu Rain Fire, wie er, und war somit eine Rudelgefährtin und die waren nicht unbedingt dafür bekannt, ihre Habseligkeiten in der Stadt liegen oder sich ausrauben zu lassen. Seine Mittagspause mental noch ein paar Minuten nach hinten schiebend, beschloß Ben, auf sie zu warten und kurz mit ihr zu sprechen. Vielleicht hatte es mehr auf sich, als sie angenommen hatten und Taqa würde ihm die Ohren langziehen, wenn er sich nicht um sein Rudel kümmerte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Change can only succeed if the old order is allowed to end with dignity.]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=542</link>
			<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 16:44:20 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=125">Jeel Stillwater</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<div id="estcath"><div id="estcath-contain">
<div class="estcath-secondary">» Change can only succeed if the old order is allowed to end with dignity.</div>
<div id="estcath-main"><div class="estcath-title">forgiveness</div>
<div class="estcath-facts">Jeel & Yva <span>/</span> Gatlinburg <span>/</span> 09.08.2123 <span>/</span> abends <span>/</span> <a href="https://m.media-amazon.com/images/I/71BIKL4peKL._AC_UY350_.jpg" target="_blank"> Outfit</a><br />
</div></div></div></div>
<br />
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<br />
Mit geschickten Fingern verschnürte er den kleinen Lederbeutel und schob ihn in die Hosentasche. Der Duft von Tabak hielt sich noch einen Moment lang in seiner Nase, ehe er vom Geruch der Stadt überlagert wurde. Die Tür hinter ihm schloss sich langsam, als er von den holografischen Werbetafeln in die Gegenwart zurück gerissen wurde. Im Laden hinter ihm war die Zeit irgendwie stehengeblieben. Der Händler bot Tabakwaren feil, die man sonst nur über das Internet beziehen konnte. Aber Jeel wollte sie nicht online kaufen. Jeel wollte den Tabak riechen, seine Konsistenz fühlen, wollte das Kraut sehen, ehe er es kaufte. Denn für Jeel war Tabak kein Suchtmittel, das er inhalierte, um seine Lungen zu schwärzen. Es war heilig. Ein Bestandteil alter Riten und Zeremonien, ja sogar ihrer Gebete. <br />
<br />
Er hatte sich bei Ben telefonisch gemeldet und ihm mitgeteilt, dass er sich in der Stadt aufhielt. So viel Aufhebens wäre nicht nötig gewesen, aber nach dem Eklat mit Ravyn und Kit und einer nachhaltigen Standpauke durch seine Grandma per Videokonferenz hielt er es für angemessen, sich doppelt abzusichern. 'Du weißt, wie es ist, jemanden zu verlieren. Du kennst ihren Schmerz', hatte Lucil gesagt. 'Und alle Völker trauern gleich. Sie fürchten gleich und sie lieben gleich.' Sie hatte schon immer die richtigen Worte gefunden, um ihn daran zu erinnern, dass sein Patriotismus zu oft die Grenzen sprengte. Sich daran zu erinnern, dass RainFires Herz noch blutete, half, die Konsequenzen zu tragen, die jener Abend mit sich gebracht hatte. Überwacht zu werden war eine Sache. Das Misstrauen auszuräumen eine andere. Sein Großvater gab sich alle Mühe, das Bündnis zu RainFire zu forcieren, indem er ihnen zusicherte, sie mit dem eigenen IT-Unternehmen zu unterstützen. Den Rest musste Jeel jetzt selbst hinkriegen. Deswegen der Anruf bei Ben. <br />
<br />
Dass er etwas für ihre Alpha empfand, half dabei sehr. Er zögerte. Weil er wusste, dass das nicht sein Rudel war. Weil ein Teil von ihm nach Montana gehörte. Nach Lame Deer. Und auch, weil er nicht sicher war, ob er hier ein Zuhause finden würde. Hier in den Smoky Mountains. Er hasste es, ihr das Herz zu brechen, wenn er wieder ging. Also hielt er sich zurück und brach stattdessen sein eigenes Herz. <br />
<br />
Noch immer sah man einen Teil der Schrammen und Kratzer, die er von ihrer Jagd davongetragen hatte. Aber seit jenem Tag hatte er aus dem Gefühl, eine perfekte Erinnerung geschaffen zu haben, nicht mehr herausgefunden. Es steckte ihm noch immer in den Knochen, dieses Adrenalin, die Leidenschaft, die Euphorie. So als hätte er den ersten Tag eines neuen Lebens begonnen. Dazwischen jedoch lauerten gemein und hinterhältig die Zweifel des Verrats. Verrat an Nate, dessen Tod er viel schneller überwand, als er sich selbst zugestehen wollte. Er hatte sich nicht gut zu fühlen. Er hatte zu leiden! Und ihm zu Ehren hatte er sogar an seinem Hass gegen Weiße festzuhalten. Doch das fiel schwer, wenn man allein stand. Also nahm er sich vor, Nate eine kleine Zeremonie zu widmen, die er allein im Wald für ihn abhalten würde, um ihn um Vergebung zu bitten für all die gebrochenen Eide, die zwischen gestern und heute lagen. Dafür brauchte er diesen Tabak. <br />
<br />
Mit den Augen suchte er den Ort ab – die Werbetafeln, die für das Warrior FC warben nahm er nur beiläufig wahr – und dachte darüber nach, sich noch irgendwo was zu essen zu holen, ehe er zurück zu seinem Auto ging. Als ein lauter Pfiff von den Wänden hallte und sich einfach jeder nach dem Ursprung umsah. Das war menschlich und ganz gleich wie ignorant man durch die Straßen lief, wenn jemand pfiff, dann ruckten die Köpfe unweigerlich herum. Das Echo dieses schrillen Tons hallte noch nach, da hatte er Yva bereits zwischen den Leuten ausgemacht. <br />
<br />
Ein Seufzen entfuhr ihm. Das konnte nichts Gutes bedeuten. Sie war Soldatin. Und nach seinem holprigen Start und der ständigen Überwachung durch die Soldaten des Rudels, lag die Vermutung mehr als nahe, dass er sich wieder daneben benommen hatte, wenn sie ihm Yva auf den Hals hetzten. Kurz ging er noch einmal seine bisherigen Schritte durch und versuchte den Moment zu finden, in dem er erneut ein Fettnäpfchen erwischt hatte. Doch da hatte sie die Distanz zu ihm auch schon überwunden. Unschuldig öffnete er seine Arme. <jin>“Was ist es dieses Mal?“</jin>, fragte er sie und erwartete bereits, von ihr in den Senkel gestellt zu werden. <jin>“Ich hab mich an all eure Vorgaben gehalten!“</jin> Es war weniger ein Beteuern als ein genannter Fakt. Er wollte sich nicht erneut verteidigen. Nicht für etwas, das nur er fühlen konnte und niemand sonst.]]></description>
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Mit geschickten Fingern verschnürte er den kleinen Lederbeutel und schob ihn in die Hosentasche. Der Duft von Tabak hielt sich noch einen Moment lang in seiner Nase, ehe er vom Geruch der Stadt überlagert wurde. Die Tür hinter ihm schloss sich langsam, als er von den holografischen Werbetafeln in die Gegenwart zurück gerissen wurde. Im Laden hinter ihm war die Zeit irgendwie stehengeblieben. Der Händler bot Tabakwaren feil, die man sonst nur über das Internet beziehen konnte. Aber Jeel wollte sie nicht online kaufen. Jeel wollte den Tabak riechen, seine Konsistenz fühlen, wollte das Kraut sehen, ehe er es kaufte. Denn für Jeel war Tabak kein Suchtmittel, das er inhalierte, um seine Lungen zu schwärzen. Es war heilig. Ein Bestandteil alter Riten und Zeremonien, ja sogar ihrer Gebete. <br />
<br />
Er hatte sich bei Ben telefonisch gemeldet und ihm mitgeteilt, dass er sich in der Stadt aufhielt. So viel Aufhebens wäre nicht nötig gewesen, aber nach dem Eklat mit Ravyn und Kit und einer nachhaltigen Standpauke durch seine Grandma per Videokonferenz hielt er es für angemessen, sich doppelt abzusichern. 'Du weißt, wie es ist, jemanden zu verlieren. Du kennst ihren Schmerz', hatte Lucil gesagt. 'Und alle Völker trauern gleich. Sie fürchten gleich und sie lieben gleich.' Sie hatte schon immer die richtigen Worte gefunden, um ihn daran zu erinnern, dass sein Patriotismus zu oft die Grenzen sprengte. Sich daran zu erinnern, dass RainFires Herz noch blutete, half, die Konsequenzen zu tragen, die jener Abend mit sich gebracht hatte. Überwacht zu werden war eine Sache. Das Misstrauen auszuräumen eine andere. Sein Großvater gab sich alle Mühe, das Bündnis zu RainFire zu forcieren, indem er ihnen zusicherte, sie mit dem eigenen IT-Unternehmen zu unterstützen. Den Rest musste Jeel jetzt selbst hinkriegen. Deswegen der Anruf bei Ben. <br />
<br />
Dass er etwas für ihre Alpha empfand, half dabei sehr. Er zögerte. Weil er wusste, dass das nicht sein Rudel war. Weil ein Teil von ihm nach Montana gehörte. Nach Lame Deer. Und auch, weil er nicht sicher war, ob er hier ein Zuhause finden würde. Hier in den Smoky Mountains. Er hasste es, ihr das Herz zu brechen, wenn er wieder ging. Also hielt er sich zurück und brach stattdessen sein eigenes Herz. <br />
<br />
Noch immer sah man einen Teil der Schrammen und Kratzer, die er von ihrer Jagd davongetragen hatte. Aber seit jenem Tag hatte er aus dem Gefühl, eine perfekte Erinnerung geschaffen zu haben, nicht mehr herausgefunden. Es steckte ihm noch immer in den Knochen, dieses Adrenalin, die Leidenschaft, die Euphorie. So als hätte er den ersten Tag eines neuen Lebens begonnen. Dazwischen jedoch lauerten gemein und hinterhältig die Zweifel des Verrats. Verrat an Nate, dessen Tod er viel schneller überwand, als er sich selbst zugestehen wollte. Er hatte sich nicht gut zu fühlen. Er hatte zu leiden! Und ihm zu Ehren hatte er sogar an seinem Hass gegen Weiße festzuhalten. Doch das fiel schwer, wenn man allein stand. Also nahm er sich vor, Nate eine kleine Zeremonie zu widmen, die er allein im Wald für ihn abhalten würde, um ihn um Vergebung zu bitten für all die gebrochenen Eide, die zwischen gestern und heute lagen. Dafür brauchte er diesen Tabak. <br />
<br />
Mit den Augen suchte er den Ort ab – die Werbetafeln, die für das Warrior FC warben nahm er nur beiläufig wahr – und dachte darüber nach, sich noch irgendwo was zu essen zu holen, ehe er zurück zu seinem Auto ging. Als ein lauter Pfiff von den Wänden hallte und sich einfach jeder nach dem Ursprung umsah. Das war menschlich und ganz gleich wie ignorant man durch die Straßen lief, wenn jemand pfiff, dann ruckten die Köpfe unweigerlich herum. Das Echo dieses schrillen Tons hallte noch nach, da hatte er Yva bereits zwischen den Leuten ausgemacht. <br />
<br />
Ein Seufzen entfuhr ihm. Das konnte nichts Gutes bedeuten. Sie war Soldatin. Und nach seinem holprigen Start und der ständigen Überwachung durch die Soldaten des Rudels, lag die Vermutung mehr als nahe, dass er sich wieder daneben benommen hatte, wenn sie ihm Yva auf den Hals hetzten. Kurz ging er noch einmal seine bisherigen Schritte durch und versuchte den Moment zu finden, in dem er erneut ein Fettnäpfchen erwischt hatte. Doch da hatte sie die Distanz zu ihm auch schon überwunden. Unschuldig öffnete er seine Arme. <jin>“Was ist es dieses Mal?“</jin>, fragte er sie und erwartete bereits, von ihr in den Senkel gestellt zu werden. <jin>“Ich hab mich an all eure Vorgaben gehalten!“</jin> Es war weniger ein Beteuern als ein genannter Fakt. Er wollte sich nicht erneut verteidigen. Nicht für etwas, das nur er fühlen konnte und niemand sonst.]]></content:encoded>
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