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		<title><![CDATA[claws & fangs - restliches Revier]]></title>
		<link>https://claws.stories-untold.de/</link>
		<description><![CDATA[claws & fangs - https://claws.stories-untold.de]]></description>
		<pubDate>Fri, 31 Jul 2026 22:14:20 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[i'm on top of the world]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=582</link>
			<pubDate>Fri, 26 Jun 2026 22:45:35 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=113">Kunao Degaiza</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=582</guid>
			<description><![CDATA[Kunaos Blick war konzentriert auf sein Gegenüber gerichtet. Der große, breitschultrige Mann mit den dunklen Augen schien ein perfektes Ebenbild des Wächters zu sein. Die Brauen zusammengezogen und den Blick auf seine Kieferpartie gelenkt, kopierte er jede noch so winzige Bewegung des anderen bis ins kleinste Detail. Ohne Verzögerung. Selbst die Tropfen, die von den noch nassen Haaren perlten und sich in einer kleinen Pfütze auf dem Boden sammelten, fielen im gleichen Takt.<br />
<br />
Kurz senkte Kunao den Blick auf die weiße Emaille, die inzwischen über und über von kurzen, schwarzen Bartstoppeln gesprenkelt war. Dann betrachtete er ein letztes Mal seinen kritischen Beobachter. Der Mann im Spiegel sah gut aus. Jetzt noch mehr, da der Bart frisch gestutzt war. <br />
<br />
Kunao drehte den Wasserhahn auf und ließ die Stoppel in den Abfluss laufen, ehe er sich ein Handtuch um die Hüften band und ins Wohnzimmer ging. Der Raum wirkte in seinem jetzigen Zustand alles andere als einladend. Überall standen Kartons und Kisten. Einige, die er seit seiner Ankunft im Rudel noch nicht ausgepackt hatte und andere, die er bereits wieder eingepackt hatte. In einer Ecke standen einige Möbel, bei denen er sich noch nicht entschieden hatte, ob er sie mitnehmen, oder zurücklassen würde.<br />
<br />
<i>Fue un placer breve</i>, konnte er sich in Gedanken sagen hören. Es war ein kurzes Vergnügen. Nun blickte er doch ein wenig reumütig auf sein Zuhause der letzten Wochen zurück. Dieser Ort hätte viel Potential gehabt.<br />
<br />
Aber – und nun sich endlich ein schmales Grinsen auf seinen Lippen – nicht so viel Potential, wie sein neues Zuhause! Als Wächter stand es ihm nicht nur zu, sondern es wurde von ihm erwartet, eine Hütte in der fünften Ebene zu beziehen. In der letzten Woche hatte er einige besichtigt und schließlich den perfekten Kandidaten gefunden. Tief im Wald gelegen, umringt von Laubbäumen und üppig grünen Pflanzen, die ihn an den wilden Dschungel erinnerten, war die ebenerdige Hütte von außen so gut wie nicht einsehbar. Bodentiefe Fenster und große Schiebetüren gaben einem das Gefühl, sich nicht in einem Gebäude, sondern direkt in der Natur zu befinden. Und mit nur einem Schritt von der Veranda war man das auch. <br />
<br />
Das Beste und zugleich der entscheidende Punkt, der seine Wahl besiegelt hatte, war aber ein kleiner Bachlauf, der sich direkt an der Hütte entlang schlängelte und ein wahres Geschenk für ihn offenhielt: Nur ein paar Gehminuten flussaufwärts sammelte sich das Wasser in einem Tümpel – nicht groß aber ausreichend für ein paar Schwimmzüge – der von einem niedrigen, natürlichen Wasserfall gespeist wurde. Sein eigener Schwimmteich!<br />
<br />
Ein wenig musste er sich noch gedulden. Die Hütte wurde gerade noch renoviert und nach seinen Vorstellungen umgebaut. Er bekam eine neue Küche – dunkles Holz und Anthrazit – im Schlafzimmer würde endlich das herbeigefieberte Wasserbett stehen und das Bad wurde mit Natursteinen gefliest und mit einer Wasserfalldusche ausgestattet, die es wie eine kleine Dschungelhöhle aussehen lassen würde. Nach hinten hinaus wurden Dach und Veranda erweitert, sodass er im Sommer ein paar Trainingsgeräte draußen aufstellen konnte.<br />
<br />
Wächter zu sein war eine Verpflichtung, die mit sehr viel Arbeit einherging, wie er in den letzten Tagen mehr als eindrücklich am eigenen Leib gespürt hatte. Aber die Rolle kam offenbar auch mit gewissen Vorzügen. <br />
<br />
Doch nicht nur er selbst sollte im Rang aufsteigen – sondern auch die Soldaten, die er trainierte. Bisher hatte er sich immer auf die Ausbildung der Soldaten im unteren in mittleren Rang konzentriert. In Zukunft würde er Coen auch im Training der hochrangigen Soldaten unterstützen. Zunächst als Co-Trainier. Später sollte er ein bis zwei Einheiten in der Woche alleine übernehmen. Es war eine ehrenvolle Aufgabe, die jedoch auch viel Verantwortungsbewusstsein erforderte. Darum hatte Kunao sich am frühen Morgen besonders angestrengt und bereitwillig einige blaue Flecken kassiert, als er gehorsam den Uke gegeben hatte. <br />
<br />
Für den Rest des Tages aber hatte er frei. Und das war die Gelegenheit gewesen, endlich die lange verabredete Klettertour mit Eli zu bestreiten. Passende Klamotten hatte er sich bereits herausgelegt. Jetzt musste er nur noch herausfinden, in welchem Karton er sein Talkumpuder verstaut hatte.<br />
<br />
Etwa eine Stunde später – das Puder hatte er dann doch recht schnell gefunden – traf er schließlich am Chimney Tops Trail ein. Ausreichend Wasser, zwei Proteinshakes und natürlich der Beutel mit dem Talkum waren in seinem Rucksack verstaut. Der Trail führte über einen kurzen Wanderpfad direkt zum Fuß des Chimney Tops – einem der Lieblingsorte der Mutter, die das Klettern liebte. Kunao war darauf vorbereitet, sich neben ihr lächerlich zu machen. Doch solange er oben ankam und ihr dabei nicht zu einem Klotz am Bein wurde, war er mit allem zufrieden. <br />
<br />
Er hatte zuletzt nicht viel Zeit für persönliche Annehmlichkeiten gehabt. Und für eine Unterhaltung mit Eli hatte es seit Taqas Vereidigung kaum Gelegenheiten gegeben. Umso mehr freute er sich nun auf den bevorstehenden Nachmittag. Sein Kater schnurrte bereits bei dem Gedanken – und plante vermutlich schon jetzt, sich bei der ersten Gelegenheit innerlich auf den Rücken zu schmeißen. Aber solange er das nicht während des Aufstiegs machte, konnte der Wächter damit leben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Kunaos Blick war konzentriert auf sein Gegenüber gerichtet. Der große, breitschultrige Mann mit den dunklen Augen schien ein perfektes Ebenbild des Wächters zu sein. Die Brauen zusammengezogen und den Blick auf seine Kieferpartie gelenkt, kopierte er jede noch so winzige Bewegung des anderen bis ins kleinste Detail. Ohne Verzögerung. Selbst die Tropfen, die von den noch nassen Haaren perlten und sich in einer kleinen Pfütze auf dem Boden sammelten, fielen im gleichen Takt.<br />
<br />
Kurz senkte Kunao den Blick auf die weiße Emaille, die inzwischen über und über von kurzen, schwarzen Bartstoppeln gesprenkelt war. Dann betrachtete er ein letztes Mal seinen kritischen Beobachter. Der Mann im Spiegel sah gut aus. Jetzt noch mehr, da der Bart frisch gestutzt war. <br />
<br />
Kunao drehte den Wasserhahn auf und ließ die Stoppel in den Abfluss laufen, ehe er sich ein Handtuch um die Hüften band und ins Wohnzimmer ging. Der Raum wirkte in seinem jetzigen Zustand alles andere als einladend. Überall standen Kartons und Kisten. Einige, die er seit seiner Ankunft im Rudel noch nicht ausgepackt hatte und andere, die er bereits wieder eingepackt hatte. In einer Ecke standen einige Möbel, bei denen er sich noch nicht entschieden hatte, ob er sie mitnehmen, oder zurücklassen würde.<br />
<br />
<i>Fue un placer breve</i>, konnte er sich in Gedanken sagen hören. Es war ein kurzes Vergnügen. Nun blickte er doch ein wenig reumütig auf sein Zuhause der letzten Wochen zurück. Dieser Ort hätte viel Potential gehabt.<br />
<br />
Aber – und nun sich endlich ein schmales Grinsen auf seinen Lippen – nicht so viel Potential, wie sein neues Zuhause! Als Wächter stand es ihm nicht nur zu, sondern es wurde von ihm erwartet, eine Hütte in der fünften Ebene zu beziehen. In der letzten Woche hatte er einige besichtigt und schließlich den perfekten Kandidaten gefunden. Tief im Wald gelegen, umringt von Laubbäumen und üppig grünen Pflanzen, die ihn an den wilden Dschungel erinnerten, war die ebenerdige Hütte von außen so gut wie nicht einsehbar. Bodentiefe Fenster und große Schiebetüren gaben einem das Gefühl, sich nicht in einem Gebäude, sondern direkt in der Natur zu befinden. Und mit nur einem Schritt von der Veranda war man das auch. <br />
<br />
Das Beste und zugleich der entscheidende Punkt, der seine Wahl besiegelt hatte, war aber ein kleiner Bachlauf, der sich direkt an der Hütte entlang schlängelte und ein wahres Geschenk für ihn offenhielt: Nur ein paar Gehminuten flussaufwärts sammelte sich das Wasser in einem Tümpel – nicht groß aber ausreichend für ein paar Schwimmzüge – der von einem niedrigen, natürlichen Wasserfall gespeist wurde. Sein eigener Schwimmteich!<br />
<br />
Ein wenig musste er sich noch gedulden. Die Hütte wurde gerade noch renoviert und nach seinen Vorstellungen umgebaut. Er bekam eine neue Küche – dunkles Holz und Anthrazit – im Schlafzimmer würde endlich das herbeigefieberte Wasserbett stehen und das Bad wurde mit Natursteinen gefliest und mit einer Wasserfalldusche ausgestattet, die es wie eine kleine Dschungelhöhle aussehen lassen würde. Nach hinten hinaus wurden Dach und Veranda erweitert, sodass er im Sommer ein paar Trainingsgeräte draußen aufstellen konnte.<br />
<br />
Wächter zu sein war eine Verpflichtung, die mit sehr viel Arbeit einherging, wie er in den letzten Tagen mehr als eindrücklich am eigenen Leib gespürt hatte. Aber die Rolle kam offenbar auch mit gewissen Vorzügen. <br />
<br />
Doch nicht nur er selbst sollte im Rang aufsteigen – sondern auch die Soldaten, die er trainierte. Bisher hatte er sich immer auf die Ausbildung der Soldaten im unteren in mittleren Rang konzentriert. In Zukunft würde er Coen auch im Training der hochrangigen Soldaten unterstützen. Zunächst als Co-Trainier. Später sollte er ein bis zwei Einheiten in der Woche alleine übernehmen. Es war eine ehrenvolle Aufgabe, die jedoch auch viel Verantwortungsbewusstsein erforderte. Darum hatte Kunao sich am frühen Morgen besonders angestrengt und bereitwillig einige blaue Flecken kassiert, als er gehorsam den Uke gegeben hatte. <br />
<br />
Für den Rest des Tages aber hatte er frei. Und das war die Gelegenheit gewesen, endlich die lange verabredete Klettertour mit Eli zu bestreiten. Passende Klamotten hatte er sich bereits herausgelegt. Jetzt musste er nur noch herausfinden, in welchem Karton er sein Talkumpuder verstaut hatte.<br />
<br />
Etwa eine Stunde später – das Puder hatte er dann doch recht schnell gefunden – traf er schließlich am Chimney Tops Trail ein. Ausreichend Wasser, zwei Proteinshakes und natürlich der Beutel mit dem Talkum waren in seinem Rucksack verstaut. Der Trail führte über einen kurzen Wanderpfad direkt zum Fuß des Chimney Tops – einem der Lieblingsorte der Mutter, die das Klettern liebte. Kunao war darauf vorbereitet, sich neben ihr lächerlich zu machen. Doch solange er oben ankam und ihr dabei nicht zu einem Klotz am Bein wurde, war er mit allem zufrieden. <br />
<br />
Er hatte zuletzt nicht viel Zeit für persönliche Annehmlichkeiten gehabt. Und für eine Unterhaltung mit Eli hatte es seit Taqas Vereidigung kaum Gelegenheiten gegeben. Umso mehr freute er sich nun auf den bevorstehenden Nachmittag. Sein Kater schnurrte bereits bei dem Gedanken – und plante vermutlich schon jetzt, sich bei der ersten Gelegenheit innerlich auf den Rücken zu schmeißen. Aber solange er das nicht während des Aufstiegs machte, konnte der Wächter damit leben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[if it doesn't challenge us, it doesn't change us]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=579</link>
			<pubDate>Fri, 12 Jun 2026 20:03:46 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=113">Kunao Degaiza</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=579</guid>
			<description><![CDATA[Nach etlichen ereignisreichen Wochen hätte man meinen können, mit Taqas Ernennung würde endlich wieder etwas Ruhe bei RainFire einkehren. Für Kunao jedoch war eher das Gegenteil der Fall. Vor drei Tagen war er in den Rang eines Wächters erhoben worden. Seitdem hatte sich sein Alltag komplett auf den Kopf gestellt. Statt ruhigen Patrouillen wartete ein Sturm an Einarbeitung, Besprechungen und Aufgaben auf ihn. Praktisch über Nacht war er in Fragestellungen involviert worden, von deren Existenz er bis dahin nicht einmal gewusst hatte. Die Wächter waren nicht nur für den Schutz des Rudels hauptverantwortlich, sie schienen auch in nahezu jedem Bereich des Gemeinschaftslebens ihre Finger mit im Spiel zu haben – nicht immer federführend, aber überwachend und prüfend. Trainingspläne, Einteilung von Wachschichten, Bestellungen, Organisation und nicht zuletzt die Anliegen, mit denen die Soldaten im oberen Rang auf sie zukamen. Es war viel mehr, als Kunao sich hätte vorstellen können. <br />
<br />
Seine erste Trainingseinheit mit den anderen Wächtern war eine weitere Feuerprobe gewesen. Und eine willkommene Abwechslung. Offenbar wirkte Kunao nicht wie jemand, der einen sanften Übergang benötigte. Stattdessen stieß man ihn einfach ins kalte Wasser. <br />
<br />
Wie gut, dass er das Schwimmen liebte! <br />
<br />
Er wollte hart rangenommen, wollte gefordert werden. Sein Kater verlangte danach. Nur so konnte er beweisen, dass er aus genau dem harten Holz geschnitzt war, dass für diese Position vonnöten war. Und dass er dieser Rolle nicht nur gerecht wurde – er war für sie geboren worden! Jeder Tag wartete mit einer neuen Herausforderung auf ihn – und er liebte jede einzelne von ihnen!<br />
<br />
Nun ja. Fast jede. <br />
<br />
Einen Wermutstropfen gab es. <br />
<br />
Einen rechteckigen, schwarzen Wermutstropfen mit Touchscreen. <br />
<br />
Als Wächter musste er sich nun zwangsweise mit der Software auseinandersetzen, die für sämtliche Verwaltungsaufgaben genutzt wurde. Sollte er in den kommenden Tagen keine sichtbaren Fortschritte machen, drohte ihm ein IT-Grundlagen-Kurs. Was ungefähr damit gleichzusetzen war, dass man einen Grundschüler in eine Vorlesung über Quantenphysik steckte. Mit Abschlussprüfung! <br />
<br />
Wenn er nach einem langen Tag nach Hause kam, grinste ihn dieses verdammte Tablet auf seinem Wohnzimmertisch teuflisch an. Er musste sich regelrecht zwingen, es anzuschalten, das Programm zu öffnen und zu versuchen, bei der schieren Masse an Schaltflächen und Menüs nicht in Panik zu geraten. Zum Glück war jemand so gnädig gewesen, ihm eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu hinterlegen. Nur so war es ihm gestern gelungen, eine Tabelle zu erstellen, die sogar eine Formel enthielt, die Zahlen wurden automatisch berechnete, ohne dass er sie selbst eintippen musste. Es war Zauberei! Selbstverständlich war er mächtig stolz gewesen. So sehr, dass er einen Screenshot davon gemacht hatte – das heißt, er hatte den Bildschirm mit seinem Smartphone abfotografiert – um <!-- start: charactertagger_tag_link_plain -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=119" class="tag" title="Katerine Gauthier" data-uid="119">Kit</a>
<!-- end: charactertagger_tag_link_plain --> an seinem Erfolg teilhaben zu lassen. <br />
<br />
Dennoch war er mehr als froh, sich an diesem Nachmittag nicht erneut in die technische Hölle begeben zu müssen. Stattdessen wartete eine Aufgabe auf ihn, die gleichzeitig vertraut, aber auch völliges Neuland für ihn war. <br />
<br />
Bisher hatte er dem abgesteckten Gebiet im Norden des Territoriums nur wenig Beachtung geschenkt. Dabei war die Konstellation, in der die Wildpferde unter dem Schutz der Raubkatzen lebten, für ihn völlig ungewöhnlich. Und gerade deshalb so interessant. WildBreeze und RainFire einte ein Bündnis. Die Herde lebte auf dem Grund und Boden des Rudels – und doch waren sie kein Teil davon. Aber auch nicht vollkommen losgelöst. Es war ein Pakt der Freundschaft, den die ehemaligen Alphas beider Gemeinschaften vor einigen Jahren geschlossen hatten und der nun von ihren Nachfolgern fortgeführt wurde.  <br />
<br />
Kunao betrachtete die kleine Ansammlung von Hütten, die deutlicher enger beieinander standen als die Behausungen der Katzen. Pferde bevorzugten offenbar räumliche Nähe. Nachvollziehbar, wenn man bedachte, dass auch ihre tierischen Hälften in engem Herdenverband lebten. <br />
<br />
Ebenso wenig verwunderlich war es, dass seine Anwesenheit nicht lange unbemerkt blieb. Die Pferdewandler wussten, dass sie vor den Raubkatzen nichts zu befürchten hatten. Dennoch ließ sich der Fluchtinstinkt ihrer Tiere wohl nie vollständig abschalten. Kunao spürte die wachsamen Augen einiger dominanterer Herdenmitglieder auf sich, ebenso wie die scheuen Seitenblicke, die ihm von anderen Ecken aus zugeworfen wurden. <br />
<br />
Sein Jaguar lag ruhig aber aufmerksam unter seiner Haut. Der Kater weigerte sich, seine Präsenz vollständig zu verbergen, doch er hielt sich so weit im Hintergrund, dass er keine unmittelbare Bedrohung für einen friedfertigen Pflanzenfresser darstellte. Man hatte ihm gesagt, dass er Artemis Miles höchstwahrscheinlich in der Siedlung antreffen würde. Das machte es einfacher. Hier würde er sich nicht die Mühe machen müssen, nach ihr zu suchen oder sich durchzufragen. Stattdessen wartete er einfach ab. Früher oder später würde zu ihr durchdringen, dass ein RainFire-Wächter in ihrer Mitte aufgetaucht war. Spätestens dann würde die Alpha der Pferde sich von selbst zeigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Nach etlichen ereignisreichen Wochen hätte man meinen können, mit Taqas Ernennung würde endlich wieder etwas Ruhe bei RainFire einkehren. Für Kunao jedoch war eher das Gegenteil der Fall. Vor drei Tagen war er in den Rang eines Wächters erhoben worden. Seitdem hatte sich sein Alltag komplett auf den Kopf gestellt. Statt ruhigen Patrouillen wartete ein Sturm an Einarbeitung, Besprechungen und Aufgaben auf ihn. Praktisch über Nacht war er in Fragestellungen involviert worden, von deren Existenz er bis dahin nicht einmal gewusst hatte. Die Wächter waren nicht nur für den Schutz des Rudels hauptverantwortlich, sie schienen auch in nahezu jedem Bereich des Gemeinschaftslebens ihre Finger mit im Spiel zu haben – nicht immer federführend, aber überwachend und prüfend. Trainingspläne, Einteilung von Wachschichten, Bestellungen, Organisation und nicht zuletzt die Anliegen, mit denen die Soldaten im oberen Rang auf sie zukamen. Es war viel mehr, als Kunao sich hätte vorstellen können. <br />
<br />
Seine erste Trainingseinheit mit den anderen Wächtern war eine weitere Feuerprobe gewesen. Und eine willkommene Abwechslung. Offenbar wirkte Kunao nicht wie jemand, der einen sanften Übergang benötigte. Stattdessen stieß man ihn einfach ins kalte Wasser. <br />
<br />
Wie gut, dass er das Schwimmen liebte! <br />
<br />
Er wollte hart rangenommen, wollte gefordert werden. Sein Kater verlangte danach. Nur so konnte er beweisen, dass er aus genau dem harten Holz geschnitzt war, dass für diese Position vonnöten war. Und dass er dieser Rolle nicht nur gerecht wurde – er war für sie geboren worden! Jeder Tag wartete mit einer neuen Herausforderung auf ihn – und er liebte jede einzelne von ihnen!<br />
<br />
Nun ja. Fast jede. <br />
<br />
Einen Wermutstropfen gab es. <br />
<br />
Einen rechteckigen, schwarzen Wermutstropfen mit Touchscreen. <br />
<br />
Als Wächter musste er sich nun zwangsweise mit der Software auseinandersetzen, die für sämtliche Verwaltungsaufgaben genutzt wurde. Sollte er in den kommenden Tagen keine sichtbaren Fortschritte machen, drohte ihm ein IT-Grundlagen-Kurs. Was ungefähr damit gleichzusetzen war, dass man einen Grundschüler in eine Vorlesung über Quantenphysik steckte. Mit Abschlussprüfung! <br />
<br />
Wenn er nach einem langen Tag nach Hause kam, grinste ihn dieses verdammte Tablet auf seinem Wohnzimmertisch teuflisch an. Er musste sich regelrecht zwingen, es anzuschalten, das Programm zu öffnen und zu versuchen, bei der schieren Masse an Schaltflächen und Menüs nicht in Panik zu geraten. Zum Glück war jemand so gnädig gewesen, ihm eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu hinterlegen. Nur so war es ihm gestern gelungen, eine Tabelle zu erstellen, die sogar eine Formel enthielt, die Zahlen wurden automatisch berechnete, ohne dass er sie selbst eintippen musste. Es war Zauberei! Selbstverständlich war er mächtig stolz gewesen. So sehr, dass er einen Screenshot davon gemacht hatte – das heißt, er hatte den Bildschirm mit seinem Smartphone abfotografiert – um <!-- start: charactertagger_tag_link_plain -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=119" class="tag" title="Katerine Gauthier" data-uid="119">Kit</a>
<!-- end: charactertagger_tag_link_plain --> an seinem Erfolg teilhaben zu lassen. <br />
<br />
Dennoch war er mehr als froh, sich an diesem Nachmittag nicht erneut in die technische Hölle begeben zu müssen. Stattdessen wartete eine Aufgabe auf ihn, die gleichzeitig vertraut, aber auch völliges Neuland für ihn war. <br />
<br />
Bisher hatte er dem abgesteckten Gebiet im Norden des Territoriums nur wenig Beachtung geschenkt. Dabei war die Konstellation, in der die Wildpferde unter dem Schutz der Raubkatzen lebten, für ihn völlig ungewöhnlich. Und gerade deshalb so interessant. WildBreeze und RainFire einte ein Bündnis. Die Herde lebte auf dem Grund und Boden des Rudels – und doch waren sie kein Teil davon. Aber auch nicht vollkommen losgelöst. Es war ein Pakt der Freundschaft, den die ehemaligen Alphas beider Gemeinschaften vor einigen Jahren geschlossen hatten und der nun von ihren Nachfolgern fortgeführt wurde.  <br />
<br />
Kunao betrachtete die kleine Ansammlung von Hütten, die deutlicher enger beieinander standen als die Behausungen der Katzen. Pferde bevorzugten offenbar räumliche Nähe. Nachvollziehbar, wenn man bedachte, dass auch ihre tierischen Hälften in engem Herdenverband lebten. <br />
<br />
Ebenso wenig verwunderlich war es, dass seine Anwesenheit nicht lange unbemerkt blieb. Die Pferdewandler wussten, dass sie vor den Raubkatzen nichts zu befürchten hatten. Dennoch ließ sich der Fluchtinstinkt ihrer Tiere wohl nie vollständig abschalten. Kunao spürte die wachsamen Augen einiger dominanterer Herdenmitglieder auf sich, ebenso wie die scheuen Seitenblicke, die ihm von anderen Ecken aus zugeworfen wurden. <br />
<br />
Sein Jaguar lag ruhig aber aufmerksam unter seiner Haut. Der Kater weigerte sich, seine Präsenz vollständig zu verbergen, doch er hielt sich so weit im Hintergrund, dass er keine unmittelbare Bedrohung für einen friedfertigen Pflanzenfresser darstellte. Man hatte ihm gesagt, dass er Artemis Miles höchstwahrscheinlich in der Siedlung antreffen würde. Das machte es einfacher. Hier würde er sich nicht die Mühe machen müssen, nach ihr zu suchen oder sich durchzufragen. Stattdessen wartete er einfach ab. Früher oder später würde zu ihr durchdringen, dass ein RainFire-Wächter in ihrer Mitte aufgetaucht war. Spätestens dann würde die Alpha der Pferde sich von selbst zeigen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[sometimes words aren't enough and that's why we have middle fingers]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=571</link>
			<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 08:03:08 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=119">Katerine Gauthier</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=571</guid>
			<description><![CDATA[Ihre nackten Füße gruben sich in den Waldboden, der hier und dort weich von Moos und Laub war, und anderenorts mit scharfkantigen fiesen Kieselsteinchen und Stöckchen gespickt. Kit registrierte es zwar, doch sie war so sehr daran gewöhnt barfuß in der Natur zu laufen, dass es ihr kaum etwas ausmachte. <br />
<br />
Das Tempo war schnell genug, dass sie sich ohnehin nicht sonderlich damit befassen konnte, zumal Ravyn wesentlich spannender war und ihre Reaktionen hier wesentlich mehr Aufschluss boten. Wie zum Beispiel, als sie sich erstaunt nach einem Mentor erkundigte. Ihre Antwort war schwammig und nicht wirklich greifbar, doch sie verglich immerhin Remi und seine Beziehung zu Lou und Taqa damit. <br />
<br />
Ja, das war wohl so ziemlich das, was sie gemeint hatte, auch wenn es bei Remi, Lou und Taqa wohl ein wenig anders geartet war. Sie waren immerhin allesamt Alphas gewesen. Genauso, wie es bei Heilern der Fall war. Da war es vollkommen selbstverständlich, dass sie von älteren und erfahreneren Mitgliedern an die Hand genommen wurden. <br />
<br />
Bei den Soldaten hingegen war das nicht gang und gäbe. Zumindest nicht bei RainFire, wie ihr schien. <br />
<br />
<ina> “Nicht jedes Rudel hat das, aber während meiner Reisen habe ich immer wieder kleine Rudel erlebt, die bestimmte Mentoren festsetzen, damit sich vor allem die dominanten Mitglieder an erfahrene Gefährten wenden können.”</ina>, erklärte sie nur knapp. Und nach allem, was sie dem Buschfunk entnommen hatte, war Ravyn vielleicht diejenige, die es am dringendsten nötig hatte jemanden an ihrer Seite zu haben, der ihr Unterstützung bot, doch es gab noch den ein oder anderen, der es zumindest ebenfalls nötig hatte. <br />
<br />
Wenn Kuni endlich aufhörte den Müttern schöne Augen zu machen, würde sie ihn mal auf ein paar junge Erwachsene ansetzen. <br />
<br />
<ina> “Ungeduld ist der Katze Tod, Kitten.”</ina>, murmelte Kit noch, ehe sie ihr Tempo ebenfalls anzog, Ravyn jedoch nicht überholte, sondern an ihrer Seite lief, um sie noch in Richtung ihres Baumhauses zu lotsen. Eigentlich hätte sie eine Hütte bevorzugt, da so weit draußen jedoch nur wenige zur Verfügung standen und man erst eine neue hätte errichten müssen, hatte die Jägerin einfach umgesattelt und sich mit einem Baumhaus zufriedengegeben. Ihre Katze konnte gut klettern und machte sich nichts aus Höhen. Und jetzt war es nun mal so. Sie würde ihr zu Hause nicht mehr eintauschen. <br />
<br />
Etwa zwanzig Minuten später, Kit hatte ihr Tempo immer wieder mal angezogen oder gedrosselt - und die Soldatin hatte immer mitgehalten - erreichten sie das Baumhaus, das in luftiger Höhe, in den Kronen eines stattlichen Baums mit riesigem Stamm angebracht war. Es hätte sechs Männer mit Kunis Statur gebraucht, um den Stamm vollständig zu umfassen. <br />
Die Krallenspuren am Stamm, einige älter und längst verwittert, andere neuer, machten deutlich, dass an diesem Baum oftmals Personen hoch und runterkletterten. Die Strickleiter - für all jene, die sich nicht so meisterlich aufs Klettern verstanden - war eingezogen, da Kit ohnehin nicht zu Hause war. <br />
<br />
<ina> “Komm mit hoch. Ich muss mich kurz umziehen. Und wir können was trinken, ehe wir weiterziehen.”</ina>, lud sie ihre Begleitung ein und sprang bereits den Baum hoch, kletterte geschickt und behände hoch, ehe sie sich oben über die Brüstung schwang. Und das ganz ohne ihre hübschen Kleider schmutzig oder kaputtzumachen. Ihre Maman wäre stolz auf sie. Auch wenn sie es bestimmt nicht begrüßt hätte, dass sich ihre kleine Prinzessin wie eine Barbarin verhielt. <br />
<br />
In ihrem Baumhaus angekommen, presste sie ihre Hand auf das versteckte Panel, das alle Sicherheitssysteme entriegelte und trat ein. Überall standen noch Kisten herum. das Deckenlicht funktionierte noch nicht, sodass nur das Umgebungslicht des Baumhauses das Innere beleuchtete. Kit lebte überwiegend noch aus Kisten, Koffern und Kleiderstapeln. Davon zog sie sich jetzt auch eine Hautenge Jeans, die sie jedoch nicht in ihrer Bewegungsfreiheit einschränkte und ein Tanktop mit einer Kunstlederjacke. Beides war wesentlich funktionaler, für eine Patrouille an der Reviergrenze als die schicken Klamotten, die sie zu Taqas Vereidigung getragen hatte. Und als Schuhwerk wählte sie solide Stiefel, die bequem aber robust waren. <br />
<br />
Ihre Umziehaktion hatte keine fünf Minuten gedauert, als sie auch schon am Kühlschrank stand und sich und Ravyn eine Trinkflasche mit Wasser rausholte. <br />
<br />
<ina> “Na los, trink was. Dann machen wir uns los.”</ina>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ihre nackten Füße gruben sich in den Waldboden, der hier und dort weich von Moos und Laub war, und anderenorts mit scharfkantigen fiesen Kieselsteinchen und Stöckchen gespickt. Kit registrierte es zwar, doch sie war so sehr daran gewöhnt barfuß in der Natur zu laufen, dass es ihr kaum etwas ausmachte. <br />
<br />
Das Tempo war schnell genug, dass sie sich ohnehin nicht sonderlich damit befassen konnte, zumal Ravyn wesentlich spannender war und ihre Reaktionen hier wesentlich mehr Aufschluss boten. Wie zum Beispiel, als sie sich erstaunt nach einem Mentor erkundigte. Ihre Antwort war schwammig und nicht wirklich greifbar, doch sie verglich immerhin Remi und seine Beziehung zu Lou und Taqa damit. <br />
<br />
Ja, das war wohl so ziemlich das, was sie gemeint hatte, auch wenn es bei Remi, Lou und Taqa wohl ein wenig anders geartet war. Sie waren immerhin allesamt Alphas gewesen. Genauso, wie es bei Heilern der Fall war. Da war es vollkommen selbstverständlich, dass sie von älteren und erfahreneren Mitgliedern an die Hand genommen wurden. <br />
<br />
Bei den Soldaten hingegen war das nicht gang und gäbe. Zumindest nicht bei RainFire, wie ihr schien. <br />
<br />
<ina> “Nicht jedes Rudel hat das, aber während meiner Reisen habe ich immer wieder kleine Rudel erlebt, die bestimmte Mentoren festsetzen, damit sich vor allem die dominanten Mitglieder an erfahrene Gefährten wenden können.”</ina>, erklärte sie nur knapp. Und nach allem, was sie dem Buschfunk entnommen hatte, war Ravyn vielleicht diejenige, die es am dringendsten nötig hatte jemanden an ihrer Seite zu haben, der ihr Unterstützung bot, doch es gab noch den ein oder anderen, der es zumindest ebenfalls nötig hatte. <br />
<br />
Wenn Kuni endlich aufhörte den Müttern schöne Augen zu machen, würde sie ihn mal auf ein paar junge Erwachsene ansetzen. <br />
<br />
<ina> “Ungeduld ist der Katze Tod, Kitten.”</ina>, murmelte Kit noch, ehe sie ihr Tempo ebenfalls anzog, Ravyn jedoch nicht überholte, sondern an ihrer Seite lief, um sie noch in Richtung ihres Baumhauses zu lotsen. Eigentlich hätte sie eine Hütte bevorzugt, da so weit draußen jedoch nur wenige zur Verfügung standen und man erst eine neue hätte errichten müssen, hatte die Jägerin einfach umgesattelt und sich mit einem Baumhaus zufriedengegeben. Ihre Katze konnte gut klettern und machte sich nichts aus Höhen. Und jetzt war es nun mal so. Sie würde ihr zu Hause nicht mehr eintauschen. <br />
<br />
Etwa zwanzig Minuten später, Kit hatte ihr Tempo immer wieder mal angezogen oder gedrosselt - und die Soldatin hatte immer mitgehalten - erreichten sie das Baumhaus, das in luftiger Höhe, in den Kronen eines stattlichen Baums mit riesigem Stamm angebracht war. Es hätte sechs Männer mit Kunis Statur gebraucht, um den Stamm vollständig zu umfassen. <br />
Die Krallenspuren am Stamm, einige älter und längst verwittert, andere neuer, machten deutlich, dass an diesem Baum oftmals Personen hoch und runterkletterten. Die Strickleiter - für all jene, die sich nicht so meisterlich aufs Klettern verstanden - war eingezogen, da Kit ohnehin nicht zu Hause war. <br />
<br />
<ina> “Komm mit hoch. Ich muss mich kurz umziehen. Und wir können was trinken, ehe wir weiterziehen.”</ina>, lud sie ihre Begleitung ein und sprang bereits den Baum hoch, kletterte geschickt und behände hoch, ehe sie sich oben über die Brüstung schwang. Und das ganz ohne ihre hübschen Kleider schmutzig oder kaputtzumachen. Ihre Maman wäre stolz auf sie. Auch wenn sie es bestimmt nicht begrüßt hätte, dass sich ihre kleine Prinzessin wie eine Barbarin verhielt. <br />
<br />
In ihrem Baumhaus angekommen, presste sie ihre Hand auf das versteckte Panel, das alle Sicherheitssysteme entriegelte und trat ein. Überall standen noch Kisten herum. das Deckenlicht funktionierte noch nicht, sodass nur das Umgebungslicht des Baumhauses das Innere beleuchtete. Kit lebte überwiegend noch aus Kisten, Koffern und Kleiderstapeln. Davon zog sie sich jetzt auch eine Hautenge Jeans, die sie jedoch nicht in ihrer Bewegungsfreiheit einschränkte und ein Tanktop mit einer Kunstlederjacke. Beides war wesentlich funktionaler, für eine Patrouille an der Reviergrenze als die schicken Klamotten, die sie zu Taqas Vereidigung getragen hatte. Und als Schuhwerk wählte sie solide Stiefel, die bequem aber robust waren. <br />
<br />
Ihre Umziehaktion hatte keine fünf Minuten gedauert, als sie auch schon am Kühlschrank stand und sich und Ravyn eine Trinkflasche mit Wasser rausholte. <br />
<br />
<ina> “Na los, trink was. Dann machen wir uns los.”</ina>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[When you stray from the path]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=543</link>
			<pubDate>Thu, 08 Jan 2026 21:50:53 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=122">Prija Yadav</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=543</guid>
			<description><![CDATA[<span style="font-size: large;" class="mycode_size"><div style="text-align: right;" class="mycode_align"><span style="font-family: Comic Sans MS;" class="mycode_font">apratyaashit madad kee zaroorat hai</span></div></span><br />
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<img src="https://i.pinimg.com/1200x/34/97/3e/34973e9f2e93fce37edd4361a4978fd0.jpg" width=250 height=300 align=left hspace=20>Tausende Gerüche prasselten auf sie nieder und durchfluteten ihre Sinne. Langsam setzte sie die Pfote auf den weichen Untergrund, spürte die kühle, lockere Erde, wie kleine Steine unter ihren ledrigen Ballen das Gleichgewicht suchten. Sachte umschmeichelte der Wind die zarten und empfindlichen Vibrissen um ihre Schnauze herum, konnte fühlen, wie er vibrierte, an und abschwoll und zu Geräuschen durch die Blätter wurden. Blätter, die aneinander rieben, auf Äste schlugen, flüsternd die Gräser umspielte. Immer wieder blendete die Sonne durch die Baumwipfel, doch ihre Augen waren perfekt angepasst für das dichte Blattgrün und die üppige Vegetation. An einigen Stellen fühlte es sich tropisch an, beinahe wie in ihrer Heimat. Es fehlten helle kreischende Warnlaute in den Baumwipfeln, welche die Katze mit einem genervten Schwanzzucken hinter sich lassen würde. Statt den Affenwarnlauten gab es helles Vogelgezwitscher, als sie bemerkt wurde. Ihr Fell war die perfekte Tarnung, eine Jägerin auf der Lauer. Leises atmen, lautloses bewegen. Herzschlag, der in Ruhe schlug und kein Hecheln, da die Temperaturen zwar warm, aber nicht heiß waren. Nicht unerträglich.<br />
<br />
Gestern hatte Taqa ihr ein bisschen die Baumhäuser gezeigt. Ihr Reich, sozusagen. Die Großküche und der Aufenthaltsraum. Den Weg von Yasmin zu dieser war recht einfach. Sie hatte ihr ebenso die Besonderheiten der Gegend erklärt, der Zonen, die man das Revier aufteilte. Die weiße Zone durfte von ihr noch nicht betreten werden. Das war ebene eins. Das Zentrum, der Kern. Prija und auch die Katze wussten warum. Kinder!<br />
In der zweiten Ebene befand sich die Großküche, ihr Arbeitsbereich. In der dritten Ebene ihre Schlafunterkunft. Bei ihrer Tante. Die Pupillen ihrer Katze weiteten sich, als sie daran dachte, ihrer Tante und ihrem Mann eine Last zu sein, aber sie hatte ihrer Alpha bereits den Wunsch geäußert, eine eigene Wohnung zu beziehen. Bis dahin, lebte sie so gut es geht bei ihr. Für die Frau war es nicht das große Problem, doch für ihr Tier schien es auf Dauer zu zerreibend sein. Prija liebte ihre Familie. Yasmin zählte mit darunter, aber die Zeit war ein Biest und es würde sicherlich auf engem Raum auch unter ihnen zu Zerwürfnissen kommen. Doch noch war es nicht so weit und da sie nun erst einmal ihrer Katze die Gelegenheit gab, durch das Revier zu streifen, die Gerüche aufzunehmen, die Spuren der Mitglieder des Rudels aufzunehmen, sich zurechtzufinden, würde sie erst mal für eine Zeit gesättigt sein. Taqa hatte ihr auch gesagt, wo sie Klamotten finden würde, weshalb sie heute dem Drängen ihrer Katze gefolgt war und nun mit gemächlichen Schritten durch das Unterholz schlenderte.<br />
Es waren wohl überall Patrouillieren unterwegs, sollte etwas sein, wäre Hilfe immer greifbar.<br />
<br />
Ihre Nase empfing etwas, was nicht hier hergehörte. Schweigend blieb die Raubkatze stehen. Instinkte gegen den menschlichen Verstand. Doch die Nase zuckte. Ihre Ohren drehten sich, ein leichtes Zucken im Fell, der lange Schwanz rollte sich kurz ein. Etwas stank. Nichts Natürliches und doch gähnte die Frau in dem Tier und strich ihr beruhigt mit den Fingern an der innen Haut entlang. Eine Straße. Es roch nach Teer, nach heißem Gummi, nach beißenden Abgasen.<br />
Bloß eine Straße. Eine... Moment! Nun wurden die Augen der Katze dunkler, als die Frau hindurchblickte und den Verstand des Menschen in dem Tier erklang. Es dürfte hier keine Straße geben. Sie hatten doch zu den Wasserfällen gewollt. Wenn das hier die Straße war, dann mussten sie entweder zu hoch gegangen sein, oder zu weit... oder. <i>Mist!</i><br />
Ein leises Knurren entkam dem Tier und ihre Krallen borten sich einmal in die Erde. Ein Ruck und die Katze ging weiter. Weiter und weiter. Bis sich der Boden senkte und sie tatsächlich auf eine Straße blickte. <br />
<i>Dhat teree ki!</i><br />
Fluchte Prija und die Katze zeigte ihre imposanten Dolche, während ein Fauchen erklang.<br />
Was machte sie jetzt? Als Katze konnte sie keinen anhalten, sollte jemand vorbeikommen. Als Mensch, schon. Das Problem, sie wusste nicht ob hier in der Nähe Kleidung lagerte. Wenn ja, konnte ihre Nase aufgrund des Straßensmogs nichts mehr riechen.<br />
Zurück gehen? An der Straße entlang?<br />
Zurück war die beste Option, doch was, wenn sie sich auch hier verlief? Verloren in den unendlichen Weiten der Smoky Mountains.<br />
<i>Perfekt Mädchen!</i><br />
<br />
<img src="https://i.pinimg.com/736x/db/a0/bd/dba0bdce170be934813d8a61395ecac9.jpg" width=250 height=300 align=right hspace=20>Keckernd trabte die Katze an der Straße entlang bis zum nächsten Busch. In einem stoben Funkenregen wandelte sich die Inderin. Zwischen Schmerz und Ekstase hin- und hergerissen, aus Licht und Finsternis wie ein Spiegel, der zerschellt und sich wieder neu zusammen setze.<br />
<b>„Na toll!“</b>, murmelte sie, grimmig drein blickend.<br />
Nun stand sie, mit blanken Füßen, splitterfasernackt, an einem Straßenrand.<br />
Wer auch immer hier herkam, sie hoffte inständig, dass er vom Rudel war. Prija mochte sich nicht ausmalen, wie peinlich es werden könnte, wenn man sie für eine Irre hielt, die aus irgendeiner Anstalt entwischt wäre. Dass sie an der Greenbrier Straße war, wurde ihr nicht klar. Hier war sie vor zwei Tagen mit Josi entlang ins Revier gekommen, doch sie hatte sich die Umgebung nicht genau angesehen, sodass sie einfach drauflos lief und hoffte, wieder Richtung Baumhäuser zu kommen. Irgendetwas zu erkennen oder zu riechen, was Erinnerungen weckte, dass sie richtig war.<br />
Kam da ein Auto? Ihre Augen bargen Hoffnung, als sie sich herumdrehte und angespannt in die ferne sah. Ein Auto? Wirklich?<br />
Vielleicht sollte sie ein Stück auf die Straße gehen, anstatt so hinterm Busch versteckt zu sein, dass man sie auch sah. Aber ob man sie SO sehen sollte? Eine Katze war imposanter, allerdings könnte man sie für irgendeine Katze halten und nicht ihre Verwirrtheit über die Umgebung erachten. <i>Hmm schwierig.</i>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<span style="font-size: large;" class="mycode_size"><div style="text-align: right;" class="mycode_align"><span style="font-family: Comic Sans MS;" class="mycode_font">apratyaashit madad kee zaroorat hai</span></div></span><br />
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<img src="https://i.pinimg.com/1200x/34/97/3e/34973e9f2e93fce37edd4361a4978fd0.jpg" width=250 height=300 align=left hspace=20>Tausende Gerüche prasselten auf sie nieder und durchfluteten ihre Sinne. Langsam setzte sie die Pfote auf den weichen Untergrund, spürte die kühle, lockere Erde, wie kleine Steine unter ihren ledrigen Ballen das Gleichgewicht suchten. Sachte umschmeichelte der Wind die zarten und empfindlichen Vibrissen um ihre Schnauze herum, konnte fühlen, wie er vibrierte, an und abschwoll und zu Geräuschen durch die Blätter wurden. Blätter, die aneinander rieben, auf Äste schlugen, flüsternd die Gräser umspielte. Immer wieder blendete die Sonne durch die Baumwipfel, doch ihre Augen waren perfekt angepasst für das dichte Blattgrün und die üppige Vegetation. An einigen Stellen fühlte es sich tropisch an, beinahe wie in ihrer Heimat. Es fehlten helle kreischende Warnlaute in den Baumwipfeln, welche die Katze mit einem genervten Schwanzzucken hinter sich lassen würde. Statt den Affenwarnlauten gab es helles Vogelgezwitscher, als sie bemerkt wurde. Ihr Fell war die perfekte Tarnung, eine Jägerin auf der Lauer. Leises atmen, lautloses bewegen. Herzschlag, der in Ruhe schlug und kein Hecheln, da die Temperaturen zwar warm, aber nicht heiß waren. Nicht unerträglich.<br />
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Gestern hatte Taqa ihr ein bisschen die Baumhäuser gezeigt. Ihr Reich, sozusagen. Die Großküche und der Aufenthaltsraum. Den Weg von Yasmin zu dieser war recht einfach. Sie hatte ihr ebenso die Besonderheiten der Gegend erklärt, der Zonen, die man das Revier aufteilte. Die weiße Zone durfte von ihr noch nicht betreten werden. Das war ebene eins. Das Zentrum, der Kern. Prija und auch die Katze wussten warum. Kinder!<br />
In der zweiten Ebene befand sich die Großküche, ihr Arbeitsbereich. In der dritten Ebene ihre Schlafunterkunft. Bei ihrer Tante. Die Pupillen ihrer Katze weiteten sich, als sie daran dachte, ihrer Tante und ihrem Mann eine Last zu sein, aber sie hatte ihrer Alpha bereits den Wunsch geäußert, eine eigene Wohnung zu beziehen. Bis dahin, lebte sie so gut es geht bei ihr. Für die Frau war es nicht das große Problem, doch für ihr Tier schien es auf Dauer zu zerreibend sein. Prija liebte ihre Familie. Yasmin zählte mit darunter, aber die Zeit war ein Biest und es würde sicherlich auf engem Raum auch unter ihnen zu Zerwürfnissen kommen. Doch noch war es nicht so weit und da sie nun erst einmal ihrer Katze die Gelegenheit gab, durch das Revier zu streifen, die Gerüche aufzunehmen, die Spuren der Mitglieder des Rudels aufzunehmen, sich zurechtzufinden, würde sie erst mal für eine Zeit gesättigt sein. Taqa hatte ihr auch gesagt, wo sie Klamotten finden würde, weshalb sie heute dem Drängen ihrer Katze gefolgt war und nun mit gemächlichen Schritten durch das Unterholz schlenderte.<br />
Es waren wohl überall Patrouillieren unterwegs, sollte etwas sein, wäre Hilfe immer greifbar.<br />
<br />
Ihre Nase empfing etwas, was nicht hier hergehörte. Schweigend blieb die Raubkatze stehen. Instinkte gegen den menschlichen Verstand. Doch die Nase zuckte. Ihre Ohren drehten sich, ein leichtes Zucken im Fell, der lange Schwanz rollte sich kurz ein. Etwas stank. Nichts Natürliches und doch gähnte die Frau in dem Tier und strich ihr beruhigt mit den Fingern an der innen Haut entlang. Eine Straße. Es roch nach Teer, nach heißem Gummi, nach beißenden Abgasen.<br />
Bloß eine Straße. Eine... Moment! Nun wurden die Augen der Katze dunkler, als die Frau hindurchblickte und den Verstand des Menschen in dem Tier erklang. Es dürfte hier keine Straße geben. Sie hatten doch zu den Wasserfällen gewollt. Wenn das hier die Straße war, dann mussten sie entweder zu hoch gegangen sein, oder zu weit... oder. <i>Mist!</i><br />
Ein leises Knurren entkam dem Tier und ihre Krallen borten sich einmal in die Erde. Ein Ruck und die Katze ging weiter. Weiter und weiter. Bis sich der Boden senkte und sie tatsächlich auf eine Straße blickte. <br />
<i>Dhat teree ki!</i><br />
Fluchte Prija und die Katze zeigte ihre imposanten Dolche, während ein Fauchen erklang.<br />
Was machte sie jetzt? Als Katze konnte sie keinen anhalten, sollte jemand vorbeikommen. Als Mensch, schon. Das Problem, sie wusste nicht ob hier in der Nähe Kleidung lagerte. Wenn ja, konnte ihre Nase aufgrund des Straßensmogs nichts mehr riechen.<br />
Zurück gehen? An der Straße entlang?<br />
Zurück war die beste Option, doch was, wenn sie sich auch hier verlief? Verloren in den unendlichen Weiten der Smoky Mountains.<br />
<i>Perfekt Mädchen!</i><br />
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<img src="https://i.pinimg.com/736x/db/a0/bd/dba0bdce170be934813d8a61395ecac9.jpg" width=250 height=300 align=right hspace=20>Keckernd trabte die Katze an der Straße entlang bis zum nächsten Busch. In einem stoben Funkenregen wandelte sich die Inderin. Zwischen Schmerz und Ekstase hin- und hergerissen, aus Licht und Finsternis wie ein Spiegel, der zerschellt und sich wieder neu zusammen setze.<br />
<b>„Na toll!“</b>, murmelte sie, grimmig drein blickend.<br />
Nun stand sie, mit blanken Füßen, splitterfasernackt, an einem Straßenrand.<br />
Wer auch immer hier herkam, sie hoffte inständig, dass er vom Rudel war. Prija mochte sich nicht ausmalen, wie peinlich es werden könnte, wenn man sie für eine Irre hielt, die aus irgendeiner Anstalt entwischt wäre. Dass sie an der Greenbrier Straße war, wurde ihr nicht klar. Hier war sie vor zwei Tagen mit Josi entlang ins Revier gekommen, doch sie hatte sich die Umgebung nicht genau angesehen, sodass sie einfach drauflos lief und hoffte, wieder Richtung Baumhäuser zu kommen. Irgendetwas zu erkennen oder zu riechen, was Erinnerungen weckte, dass sie richtig war.<br />
Kam da ein Auto? Ihre Augen bargen Hoffnung, als sie sich herumdrehte und angespannt in die ferne sah. Ein Auto? Wirklich?<br />
Vielleicht sollte sie ein Stück auf die Straße gehen, anstatt so hinterm Busch versteckt zu sein, dass man sie auch sah. Aber ob man sie SO sehen sollte? Eine Katze war imposanter, allerdings könnte man sie für irgendeine Katze halten und nicht ihre Verwirrtheit über die Umgebung erachten. <i>Hmm schwierig.</i>]]></content:encoded>
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