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		<title><![CDATA[claws & fangs - Vergangenes und Zukünftiges]]></title>
		<link>https://claws.stories-untold.de/</link>
		<description><![CDATA[claws & fangs - https://claws.stories-untold.de]]></description>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2026 05:59:04 +0000</pubDate>
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			<title><![CDATA[the trouble is, you think you have all the time in the world]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=526</link>
			<pubDate>Sun, 07 Dec 2025 17:22:45 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=128">Romeo Steen</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[Es regnete. Irgendwann, nachdem Romeo Manuel im 'Safe Haven', einem Zentrum für Straßenkinder, abgesetzt hatte, war der Himmel aufgebrochen und ergoss sich nun in einem heftigen Platzregen auf die Erde. Es war April, es war kalt und der graue Himmel verdunkelte den Nachmittag früher als ihm lieb war. Die Automatik schaltete das Licht ein, die Scheibenwischer rasten über die Frontscheibe, als die dicken, mit speziell verstärktem Profil ausgestatteten Reifen haltlos durch eine Wasserlache rauschten, die sich binnen Minuten am Straßenrand angesammelt hatte. Eigentlich hatte er Freude an solchen Dingen. Mit Volldampf durch die Pfütze, sodass das Wasser bis über den Gehweg klatschte. Er sah ihre Silhouette viel zu spät, weil seine Scheibenwischer den Regen nicht schnell genug wegwischen konnten. Die Welt war nur in Farbklecksen zu erkennen. Als die Wasserfontäne über sie hereinbrach, war es zu spät, um abzubremsen. Sein Kopf ruckte noch in ihre Richtung, dann rutschten seine Augen in den Rückspiegel. Sie war pitschnass.<br />
<br />
Er stieß ein Seufzen aus und hielt den Wagen an. Als er ausstieg, fegte ihm der aufgekommene Sturm den Regen gnadenlos ins Gesicht. Er schloss die mit Kunstfell gefütterte Lederjacke, zog den Kopf zwischen seine Schultern und ging auf sie zu. Sie konnte ihren Regenschirm gerade noch so festhalten. Beherzt griff er nach dem widerspenstigen Ding, das sich selbstständig machen wollte.<br />
 <jin>„Es tut mir wahnsinnig leid, ich hab dich nicht gesehen!“</jin>, sagte er, sah ihr in die Augen und war …<br />
<br />
 … schockverliebt. Überwältigt. Ergriffen. Vom Blitz getroffen. Intensiv berührt. Und vollkommen entrückt. Sie war seine Gefährtin!<br />
<br />
Er hatte so viele Geschichten gehört. Über die eine Liebe, die man Bestimmung nannte. In einer Welt, in der sich der Glaube an einen Gott oder an ein schicksalhaftes Universum in Technologie und Wissenschaft verlor, war dieses eine Wort 'Bestimmung' geradezu magisch. Sein Vater hatte es ihm erzählt. Und seine Mom war nie müde geworden, dabei zu lächeln. Er war mit dieser Geschichte aufgewachsen. Mit einer Legende, die für seine Eltern wahr geworden war und die er deshalb nie hinterfragte. Selbst wenn er nicht ernsthaft auf die Suche nach seiner Gefährtin gegangen war und im späteren Alter vergessen hatte, dass es passieren konnte, hatte er nie aufgehört, daran zu glauben. Und nun stand sie vor ihm. Gleich hier. Inmitten eines kalten Aprilregens. Inmitten eines Sturms, der mystischer nicht hätte sein können. Fast vergaß er, dass er auch reden konnte. Der Regenschirm zerrte an seiner Hand. Er hielt ihn eisern fest, aber die Streben waren schon geknickt und der Stoff rutschte aus den Fassungen. Von dem Ding würde kaum noch etwas übrig bleiben, wenn er nicht endlich seine Stimme wiederfand.<br />
<br />
Hastig sah er sich um. <jin>“Hier können wir nicht bleiben!“</jin>, äußerte er seine Gedanken und suchte nach einem Café oder einem Diner. Aber hier war nichts. Nur Bürohäuser und Industriehallen. <jin>“Steig ein, ich bring’ dich, wohin du willst!“</jin>, forderte er sie auf und öffnete die Beifahrertür, die ihm der Wind buchstäblich entgegenschleuderte. Er wusste, dass er viel von ihr verlangte. Zu einem fremden Mann in den Wagen zu steigen, war echt ein alter Hut. Aber wenn sie nicht bis auf die Unterhose nass werden wollte, was sie vielleicht sogar schon war – Romeos Gedanken flogen mit dem Wind – hatte sie kaum eine Wahl. Besonders, da der kommende Bus das Dilemma nicht besser machen würde. Denn der würde die Pfütze noch einmal zielsicher treffen und dann war es vorbei. Dann war nass nicht nur nass, sondern auch schmutzig. Bis in die Haarspitze hinein. <jin>“Ich werde anständig bleiben, ich versprech’s!“</jin>, lächelte er sein charmantestes Lächeln und legte Zuversicht in seine Augen, die auf den Beifahrersitz deuteten. Wärme stieg aus dem Innern des Wagens. Der Motor lief noch und die Heizung brummte auf voller Stärke. <jin>“Ich will nur nicht für deinen Tod verantwortlich sein!“</jin> Den sie sich holen würde, wenn sie den Bus abwarteten und nicht schnell ins Warme kamen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Es regnete. Irgendwann, nachdem Romeo Manuel im 'Safe Haven', einem Zentrum für Straßenkinder, abgesetzt hatte, war der Himmel aufgebrochen und ergoss sich nun in einem heftigen Platzregen auf die Erde. Es war April, es war kalt und der graue Himmel verdunkelte den Nachmittag früher als ihm lieb war. Die Automatik schaltete das Licht ein, die Scheibenwischer rasten über die Frontscheibe, als die dicken, mit speziell verstärktem Profil ausgestatteten Reifen haltlos durch eine Wasserlache rauschten, die sich binnen Minuten am Straßenrand angesammelt hatte. Eigentlich hatte er Freude an solchen Dingen. Mit Volldampf durch die Pfütze, sodass das Wasser bis über den Gehweg klatschte. Er sah ihre Silhouette viel zu spät, weil seine Scheibenwischer den Regen nicht schnell genug wegwischen konnten. Die Welt war nur in Farbklecksen zu erkennen. Als die Wasserfontäne über sie hereinbrach, war es zu spät, um abzubremsen. Sein Kopf ruckte noch in ihre Richtung, dann rutschten seine Augen in den Rückspiegel. Sie war pitschnass.<br />
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Er stieß ein Seufzen aus und hielt den Wagen an. Als er ausstieg, fegte ihm der aufgekommene Sturm den Regen gnadenlos ins Gesicht. Er schloss die mit Kunstfell gefütterte Lederjacke, zog den Kopf zwischen seine Schultern und ging auf sie zu. Sie konnte ihren Regenschirm gerade noch so festhalten. Beherzt griff er nach dem widerspenstigen Ding, das sich selbstständig machen wollte.<br />
 <jin>„Es tut mir wahnsinnig leid, ich hab dich nicht gesehen!“</jin>, sagte er, sah ihr in die Augen und war …<br />
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 … schockverliebt. Überwältigt. Ergriffen. Vom Blitz getroffen. Intensiv berührt. Und vollkommen entrückt. Sie war seine Gefährtin!<br />
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Er hatte so viele Geschichten gehört. Über die eine Liebe, die man Bestimmung nannte. In einer Welt, in der sich der Glaube an einen Gott oder an ein schicksalhaftes Universum in Technologie und Wissenschaft verlor, war dieses eine Wort 'Bestimmung' geradezu magisch. Sein Vater hatte es ihm erzählt. Und seine Mom war nie müde geworden, dabei zu lächeln. Er war mit dieser Geschichte aufgewachsen. Mit einer Legende, die für seine Eltern wahr geworden war und die er deshalb nie hinterfragte. Selbst wenn er nicht ernsthaft auf die Suche nach seiner Gefährtin gegangen war und im späteren Alter vergessen hatte, dass es passieren konnte, hatte er nie aufgehört, daran zu glauben. Und nun stand sie vor ihm. Gleich hier. Inmitten eines kalten Aprilregens. Inmitten eines Sturms, der mystischer nicht hätte sein können. Fast vergaß er, dass er auch reden konnte. Der Regenschirm zerrte an seiner Hand. Er hielt ihn eisern fest, aber die Streben waren schon geknickt und der Stoff rutschte aus den Fassungen. Von dem Ding würde kaum noch etwas übrig bleiben, wenn er nicht endlich seine Stimme wiederfand.<br />
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Hastig sah er sich um. <jin>“Hier können wir nicht bleiben!“</jin>, äußerte er seine Gedanken und suchte nach einem Café oder einem Diner. Aber hier war nichts. Nur Bürohäuser und Industriehallen. <jin>“Steig ein, ich bring’ dich, wohin du willst!“</jin>, forderte er sie auf und öffnete die Beifahrertür, die ihm der Wind buchstäblich entgegenschleuderte. Er wusste, dass er viel von ihr verlangte. Zu einem fremden Mann in den Wagen zu steigen, war echt ein alter Hut. Aber wenn sie nicht bis auf die Unterhose nass werden wollte, was sie vielleicht sogar schon war – Romeos Gedanken flogen mit dem Wind – hatte sie kaum eine Wahl. Besonders, da der kommende Bus das Dilemma nicht besser machen würde. Denn der würde die Pfütze noch einmal zielsicher treffen und dann war es vorbei. Dann war nass nicht nur nass, sondern auch schmutzig. Bis in die Haarspitze hinein. <jin>“Ich werde anständig bleiben, ich versprech’s!“</jin>, lächelte er sein charmantestes Lächeln und legte Zuversicht in seine Augen, die auf den Beifahrersitz deuteten. Wärme stieg aus dem Innern des Wagens. Der Motor lief noch und die Heizung brummte auf voller Stärke. <jin>“Ich will nur nicht für deinen Tod verantwortlich sein!“</jin> Den sie sich holen würde, wenn sie den Bus abwarteten und nicht schnell ins Warme kamen.]]></content:encoded>
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