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		<title><![CDATA[claws & fangs - Alle Foren]]></title>
		<link>https://claws.stories-untold.de/</link>
		<description><![CDATA[claws & fangs - https://claws.stories-untold.de]]></description>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 16:40:38 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[spill the tea, pour the rum]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=594</link>
			<pubDate>Fri, 09 Oct 2026 17:12:10 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=30">Ryan Vasquez</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=594</guid>
			<description><![CDATA[Ein Gestaltwandlerrudel zu führen, bedeutete, Verantwortung zu tragen. Entscheidungen zu treffen, die vielleicht niemand anderes treffen wollte. Dort Stärke zu beweisen, wo andere ins Wanken gerieten. All diese Fähigkeiten waren wichtig – und gleichzeitig wertlos, wenn ein Alpha nicht bemerkte, was in seinem Rudel vor sich ging. Wenn jemand unter dem Radar verschwand. Wenn Probleme übersehen wurden. Wenn die Gesundheit des Rudels als rein physisches Konstrukt verstanden wurde.<br />
<br />
Mirah hatte es geschafft, ihre Augen und Ohren beinahe überall zu haben. Später war Roan würdig in ihre Fußstapfen getreten. Je länger Ryan inzwischen versuchte, diese Rolle auszufüllen, die seine Vorgänger vorgelebt hatten, desto bewusster wurde ihm, dass sie all das niemals allein hatten schaffen können. Bei fast zweihundert Rudelmitgliedern, von denen ein Teil in der ganzen Welt verstreut war, war es schlicht unmöglich, alles selbst im Blick zu behalten. Er musste darauf vertrauen, dass andere Dinge bemerkten, die ihm entgingen.<br />
<br />
Ganz gleich, wie es von außen wirken musste, kein Alpha – zumindest kein guter – führte sein Rudel allein. Ryan hatte weder die Absicht, es zu versuchen, noch war er so vermessen, sich das zuzutrauen. Er brauchte seinen Kreis von Offizieren und engen Vertrauten. Personen, deren Urteil er schätzte und denen er auch – oder ganz besonders dann – zuhörte, wenn ihre Meinung nicht mit seiner eigenen übereinstimmte. <br />
<br />
Carla war eine von ihnen.<br />
<br />
Nicht nur, weil den aufmerksamen Augen der Heilerin kaum ein Detail entging und sie Dinge bemerkte, für die manch anderer schlichtweg blind war. Ryan schätzte ihren Blick auf das Rudel, ihre Erfahrung und nicht zuletzt ihre Bereitschaft, ihm den Kopf zurecht zu rücken, wann immer er sich auf dem Holzweg befand. Gerade bei manchen Rudelmitgliedern war es wichtig, sich nicht nur auf die eigene Einschätzung zu verlassen. Was Ryan in ihnen sah, war schließlich nicht alles, war es über sie zu wissen gab. Zu einigen von ihnen wollte er sich heute Carlas Meinung einholen und das bevor anstehende Entscheidungen zur Dringlichkeit wurden.<br />
<br />
Das bedeutete aber nicht, dass er den Abend zu einer weiteren Besprechung machen wollte. Nicht jede Begegnung musste auf eine Aufgabe reduziert werden. Erst recht nicht, wenn sich dabei Gelegenheit ergab, Zeit mit der Heilerin des Rudels zu bringen. Pflicht und Vergnügen konnten man manchen glücklichen Tagen nah beinander liegen. Carla war nicht bloß eine geschätzte Stimme im Rudel, sondern jemand, deren Gesellschaft er gern suchte. <br />
<br />
Deshalb hatte Ryan die Verabredung bewusst außerhalb ihrer Arbeitsstätte angesetzt. Stattdessen hatte er dafür gesorgt, dass die Krankenstation durchgängig besetzt war und Carla nur in dringenden Notfällen kontaktiert wurde. Dass er sich dafür praktisch selbst eingeladen hatte, nahm er mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes hin, der immerhin wusste, wie man sich für eine solche Dreistigkeit erkenntlich zeigte. Unter seinem Arm klemmten eine Flasche <span class="glossed">Ron Zacapo Centenario</span><span class="gloss" title="Edler Rum mit Noten von Vanille, Honig, dunklen Früchten und Schokolade"><i class="fa-regular fa-asterisk"></i></span> und eine Schachtel Zartbitterpralinen. Beinahe hätte man denken können, er sei auf dem Weg zu einem Date. Zum Glück wusste Carla es besser, als solche Fehlschlüsse zu ziehen. – Im Gegensatz zu <!-- start: charactertagger_tag_link_plain -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=37" class="tag" title="Roman Alexejew" data-uid="37">manch anderen Rudelmitgliedern</a>
<!-- end: charactertagger_tag_link_plain -->, die schon weniger für mehr gehalten hatten.<br />
<br />
Noch bevor Ryan an die Tür klopfte, schlugen ihm die süßen Noten von Heidelbeeren, Vanille und Zimt in die Nase. Ein Duft, die selbst gestandene Soldaten ihren Rang vergessen und in eine Zeit zurückversetzen lassen konnte, in der sie die Welt aus unschuldigen Kinderaugen sahen. Ryan musste lächeln. Vielleicht lag es an der vertrauten Witterung, vielleicht an der Vorfreude auf einen Abend, an dem nicht jede Minute der Lösung eines Problems gewidmet werden musste. Auch, wenn sie über wichtige Dinge sprechen wurde, bedeutete das nicht, dass sie den ganzen Abend damit ausfüllen mussten.<br />
<br />
Als die Tür sich vor ihm aufschob, wich das Lächeln einem breiten, jungenhaften Grinsen. Noch bevor sich ihm der Blick auf Carlas Gesicht vollständig preisgab, hielt er ihr Rum und Schokolade entgegen. <br />
<br />
<b>„Bestechung“</b>, behauptete er unverkennbar ironisch, nur um ihr zu versichern, dass genau das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nicht</span> seine Intention hinter den Mitbringseln war.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ein Gestaltwandlerrudel zu führen, bedeutete, Verantwortung zu tragen. Entscheidungen zu treffen, die vielleicht niemand anderes treffen wollte. Dort Stärke zu beweisen, wo andere ins Wanken gerieten. All diese Fähigkeiten waren wichtig – und gleichzeitig wertlos, wenn ein Alpha nicht bemerkte, was in seinem Rudel vor sich ging. Wenn jemand unter dem Radar verschwand. Wenn Probleme übersehen wurden. Wenn die Gesundheit des Rudels als rein physisches Konstrukt verstanden wurde.<br />
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Mirah hatte es geschafft, ihre Augen und Ohren beinahe überall zu haben. Später war Roan würdig in ihre Fußstapfen getreten. Je länger Ryan inzwischen versuchte, diese Rolle auszufüllen, die seine Vorgänger vorgelebt hatten, desto bewusster wurde ihm, dass sie all das niemals allein hatten schaffen können. Bei fast zweihundert Rudelmitgliedern, von denen ein Teil in der ganzen Welt verstreut war, war es schlicht unmöglich, alles selbst im Blick zu behalten. Er musste darauf vertrauen, dass andere Dinge bemerkten, die ihm entgingen.<br />
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Ganz gleich, wie es von außen wirken musste, kein Alpha – zumindest kein guter – führte sein Rudel allein. Ryan hatte weder die Absicht, es zu versuchen, noch war er so vermessen, sich das zuzutrauen. Er brauchte seinen Kreis von Offizieren und engen Vertrauten. Personen, deren Urteil er schätzte und denen er auch – oder ganz besonders dann – zuhörte, wenn ihre Meinung nicht mit seiner eigenen übereinstimmte. <br />
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Carla war eine von ihnen.<br />
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Nicht nur, weil den aufmerksamen Augen der Heilerin kaum ein Detail entging und sie Dinge bemerkte, für die manch anderer schlichtweg blind war. Ryan schätzte ihren Blick auf das Rudel, ihre Erfahrung und nicht zuletzt ihre Bereitschaft, ihm den Kopf zurecht zu rücken, wann immer er sich auf dem Holzweg befand. Gerade bei manchen Rudelmitgliedern war es wichtig, sich nicht nur auf die eigene Einschätzung zu verlassen. Was Ryan in ihnen sah, war schließlich nicht alles, war es über sie zu wissen gab. Zu einigen von ihnen wollte er sich heute Carlas Meinung einholen und das bevor anstehende Entscheidungen zur Dringlichkeit wurden.<br />
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Das bedeutete aber nicht, dass er den Abend zu einer weiteren Besprechung machen wollte. Nicht jede Begegnung musste auf eine Aufgabe reduziert werden. Erst recht nicht, wenn sich dabei Gelegenheit ergab, Zeit mit der Heilerin des Rudels zu bringen. Pflicht und Vergnügen konnten man manchen glücklichen Tagen nah beinander liegen. Carla war nicht bloß eine geschätzte Stimme im Rudel, sondern jemand, deren Gesellschaft er gern suchte. <br />
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Deshalb hatte Ryan die Verabredung bewusst außerhalb ihrer Arbeitsstätte angesetzt. Stattdessen hatte er dafür gesorgt, dass die Krankenstation durchgängig besetzt war und Carla nur in dringenden Notfällen kontaktiert wurde. Dass er sich dafür praktisch selbst eingeladen hatte, nahm er mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes hin, der immerhin wusste, wie man sich für eine solche Dreistigkeit erkenntlich zeigte. Unter seinem Arm klemmten eine Flasche <span class="glossed">Ron Zacapo Centenario</span><span class="gloss" title="Edler Rum mit Noten von Vanille, Honig, dunklen Früchten und Schokolade"><i class="fa-regular fa-asterisk"></i></span> und eine Schachtel Zartbitterpralinen. Beinahe hätte man denken können, er sei auf dem Weg zu einem Date. Zum Glück wusste Carla es besser, als solche Fehlschlüsse zu ziehen. – Im Gegensatz zu <!-- start: charactertagger_tag_link_plain -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=37" class="tag" title="Roman Alexejew" data-uid="37">manch anderen Rudelmitgliedern</a>
<!-- end: charactertagger_tag_link_plain -->, die schon weniger für mehr gehalten hatten.<br />
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Noch bevor Ryan an die Tür klopfte, schlugen ihm die süßen Noten von Heidelbeeren, Vanille und Zimt in die Nase. Ein Duft, die selbst gestandene Soldaten ihren Rang vergessen und in eine Zeit zurückversetzen lassen konnte, in der sie die Welt aus unschuldigen Kinderaugen sahen. Ryan musste lächeln. Vielleicht lag es an der vertrauten Witterung, vielleicht an der Vorfreude auf einen Abend, an dem nicht jede Minute der Lösung eines Problems gewidmet werden musste. Auch, wenn sie über wichtige Dinge sprechen wurde, bedeutete das nicht, dass sie den ganzen Abend damit ausfüllen mussten.<br />
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Als die Tür sich vor ihm aufschob, wich das Lächeln einem breiten, jungenhaften Grinsen. Noch bevor sich ihm der Blick auf Carlas Gesicht vollständig preisgab, hielt er ihr Rum und Schokolade entgegen. <br />
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<b>„Bestechung“</b>, behauptete er unverkennbar ironisch, nur um ihr zu versichern, dass genau das <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nicht</span> seine Intention hinter den Mitbringseln war.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[True Legends]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=593</link>
			<pubDate>Tue, 22 Sep 2026 11:20:47 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=0">PJ Halliwell</a>]]></dc:creator>
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<div id="tldb">
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  <div class="tldb-kopf">
    <img src="https://true-legends.net/images/goldenhour/header-mini.jpg" alt=""><br />
    <div class="tldb-kopf-text">
      <div class="tldb-name">True Legends</div>
      <div class="tldb-claim">Elf Welten &nbsp;&middot;&nbsp; Ein Dach &nbsp;&middot;&nbsp; Kein Crossover</div>
    </div>
  </div>
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  <div class="tldb-zahlen">
    <div class="tldb-zahl"><b>11</b><span>Mini-Boards</span></div>
    <div class="tldb-zahl"><b>FSK 18</b><span>L3 &middot; S3 &middot; V3</span></div>
    <div class="tldb-zahl"><b>&mdash;</b><span>keine Mindestlänge</span></div>
    <div class="tldb-zahl"><b>‖</b><span>Szenentrennung</span></div>
  </div>
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  <div class="tldb-block tldb-blau">
    <p>Warum findet ihr hier nicht nur einen einzelnen RPG-Bereich? Weil wir euch nicht auf eine einzige Welt beschränken möchten. Jeder kennt das Problem: ein Lieblingsfandom, ein bestimmtes Pairing oder eine Storyidee, für die sich kein passendes Zuhause findet. Vielleicht hat das bisherige Forum geschlossen, vielleicht sollen Charaktere an einem neuen Ort weiterleben. Genau dafür gibt es uns.</p>
    <p>Unter einem gemeinsamen Dach vereinen wir elf eigenständige Mini-Boards, jedes mit eigener Welt, eigener Story und eigenem Team. Von bekannten Serien und Filmen über Bücher bis zu komplett eigenen Universen — Schwerpunkt Fantasy, Mystery und übernatürliche Welten, aber ebenso Platz für andere Genres.</p>
      <p>Jedes Mini-Board entscheidet selbst über seinen Playansatz, sodass jede Welt ihren eigenen Charakter behält. Gemeinsam ist allen Bereichen, dass wir nach dem Prinzip der Szenentrennung spielen und bewusst auf eine Mindestpostlänge verzichten. Verstorbene Charaktere dürfen zurückkehren, Canon- und erfundene Charaktere sind gleichermaßen willkommen, und ihr könnt bekannte Geschichten neu erzählen oder ganz eigene Wege einschlagen.</p>
      <p>Da unser Forum ein FSK-18-Rating besitzt, ist eine Registrierung ausschließlich für Personen ab 18 Jahren möglich. Und auch wenn mehrere Welten unter einem Dach vereint sind, gilt: Wir sind kein Crossover-Forum. Jedes Mini-Board erzählt seine eigene Geschichte und bleibt eine eigenständige Welt.</p>
  </div>
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  <div class="tldb-block" style="padding-left:0;padding-right:0;padding-bottom:0;">
    <div class="tldb-h" style="margin-left:26px;margin-right:26px;">Unsere elf Mini-Boards</div>
    <div class="tldb-hinweis">Klick auf einen Bereich für seine Vorstellung</div>
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        <div class="tldb-mb-name">Lucifer Rising</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Supernatural &nbsp;&middot;&nbsp; nach Staffel 5 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Sam Winchester</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Im Himmel tobt ein Bürgerkrieg, es gibt zwei Fronten: einmal Freier Wille ohne Anführer, einmal der Himmel muss von einem Erzengel regiert werden. Beide Gruppierungen bekämpfen einander, und während die einen versuchen Michael zu befreien, wollen die anderen das verhindern. Auch in der Hölle gibt es Zwist — Crowley hat sich zum neuen König erklärt und nicht alle Dämonen sind glücklich darüber. Es gibt bereits Pläne, Luzifer zu befreien, damit er seine loyalsten Diener zurückholen kann. Auf der Erde tauchen vermehrt Monster auf und die Jäger haben alle Hände voll zu tun. Nicht alle Wesen sind böse, und dennoch gibt es überall schwarze Schafe. Gehörst du zu denen, die zurückschlagen und kämpfen? Oder bist du Teil einer der Pläne von Himmel oder Hölle?</div>
    </details><br />
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        <div class="tldb-mb-name">Charmed &ndash; a new Era has come</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Charmed &nbsp;&middot;&nbsp; nach Staffel 8 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: PJ Halliwell</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Seit dem finalen Kampf gegen die Triade sind 20 Jahre vergangen und es blieb relativ ruhig. Doch niemand ahnt auch nur im Geringsten, dass sich indessen etwas Düsteres in der Unterwelt zusammenbraut. Vermehrt spüren die Hexen die Anwesenheit von Dämonen in der Nähe — doch noch ignorieren sie es, lieben sie ihr normales Leben doch so sehr. Im Nebel des Vergessens tummeln sich einige Dämonen, erwarten scheinbar etwas Großes. Eine neue Macht? Etwas Altes? Wie gefährlich ist es, und vor allem: wieso gerade jetzt? Erst als eine unbekannte Hexe verschwindet, wurde man hellhörig, und langsam wird jedem bewusst, was das bedeutet.</div>
    </details><br />
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        <div class="tldb-mb-name">On Infernal Ground</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Shadowhunters &nbsp;&middot;&nbsp; nach Staffel 3 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Clarissa Fairchild</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Die Dämonin Lilith ist nach wie vor auf freiem Fuß und verfolgt ihre eigenen Pläne. Ihr ehemaliger Geliebter Samael, aber auch Luzifer spielen dabei eine Rolle. Zurückgebracht von den Toten beschließt der Engel Ithuriel, verstorbene Schattenjäger und Unterweltler zurückzuholen — denn er ahnt, dass Übles bevorsteht. Auch bei den Schattenjägern gibt es Unruhen: Eine neue Gruppierung namens Kohorte ist entstanden und hat es auf Unterweltler abgesehen, nämlich ihnen die Existenz in der Welt zur Hölle zu machen. Zwischen Himmel und Hölle, zwischen Gut und Böse — wofür entscheidest du dich?</div>
    </details><br />
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        <div class="tldb-mb-name">Magic and its Secrets</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Fate &ndash; The Winx Saga &nbsp;&middot;&nbsp; nach Staffel 2 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Aisha</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Rosalind ist Direktorin in Alfea und verfolgt mit ihren Anhängern und der Queen Luna wohl ihre eigenen Pläne. Bloom muss herausfinden, woher sie wirklich kommt und wer ihre Eltern sind. Sind die Bluthexen wirklich ausgelöscht? Anscheinend nicht. Was möchtest du sein? Eine Fee, ein Spezialist oder eine der gefürchteten Bluthexen? Vielleicht aber auch nur ein Mensch? Ganz gleich, wofür du dich entscheidest — wir freuen uns auf dich.</div>
    </details><br />
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        <div class="tldb-mb-name">Mystic Falls World</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Vampire Diaries &nbsp;&middot;&nbsp; ab Staffel 1 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Mary Byron</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Elena Gilbert versucht, sich mit dem tragischen Verlust ihrer Eltern auseinanderzusetzen, während ihr Bruder Jeremy sich in den Abgrund von Alkohol und Drogen stürzt. Inmitten dieser Herausforderungen kehrt der geheimnisvolle Stefan Salvatore nach Mystic Falls zurück — ein jahrhundertealter Vampir, der von Elena fasziniert ist und eine dunkle Vergangenheit verbirgt. Doch auch Stefans impulsiver Bruder Damon taucht auf und bringt Unheil mit sich. Die beiden sind nicht die einzigen Neuankömmlinge: Die Ankunft der mächtigen Mikaelsons, der ersten Urvampirfamilie, wirft Fragen auf. Welche Pläne haben sie mit Mystic Falls? Die Kleinstadt wird zum Schauplatz einer epischen Schlacht zwischen Gut und Böse, während das Übernatürliche einen festen Platz im Leben der Bewohner einnimmt.</div>
    </details><br />
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        <div class="tldb-mb-name">Die letzten Nächte Nimmerlands</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Disney &nbsp;&middot;&nbsp; eigene Story &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Peter Pan</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Ein missglückter Zauber von Red, der Tochter der Roten Königin, hat alle Disney-Welten ins magische Nimmerland gezogen. Nun treffen Charaktere aus verschiedensten Geschichten aufeinander — Königinnen, Helden, Schurken und Träumer. Orte wie der Hundert-Morgen-Wald und Mufasas Savanne existieren nun Seite an Seite. Während einige nach Ordnung suchen, nutzen andere das Chaos für sich. Alte Allianzen brechen, neue entstehen — und über allem steht die Frage: Wird Red ihre Tat rückgängig machen, oder hat sie genau das erschaffen, was sie wollte? Willkommen in Nimmerland, wo alles möglich ist.</div>
    </details><br />
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        <div class="tldb-mb-name">Howl of the Wolf</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Under the Northern Sky &nbsp;&middot;&nbsp; vor Buch 1 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Pryce Rubenson</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Jahrhundertelang herrschte brüchiger Frieden zwischen den Menschen aus Süddal und den Anakim aus dem Schwarzen Königreich — ein ewiges Lauern auf einen Fehler der anderen Partei. Nun aber wurde dieser Frieden gebrochen: Unter der Flagge des Königs marschieren die Menschen im Schwarzen Königreich ein. Die Anakim sind gewarnt worden und haben ihre Legionen eingezogen. Jedoch haben sie den Menschen unterschätzt, und in dessen Folge fällt ihr Schwarzer Lord Kynortas Rokkvison im Kampf. Nun muss sein Sohn Roper Kynortasson inmitten dieser Krise den Steinernen Thron besteigen und die Menschen zurückdrängen. Doch auch der Hauptmann der Heiligen Wache erhebt Anspruch auf den Thron. Ein doppelseitiger Kampf beginnt, und bald ist nicht mehr klar, wo der größere Feind lauert: auf dem Schlachtfeld oder in den eigenen Reihen?</div>
    </details><br />
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      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">Götterdämmerung</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Griechische Mythologie &nbsp;&middot;&nbsp; Fantasy &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Aphrodite</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Die sterbliche Welt ist in Aufruhr: Naturkatastrophen, Missstände, sich zuspitzendes Leid. Verschwörungstheoretiker sprechen von bösen Omen. In Wahrheit tobt ein Krieg, der den Sterblichen verborgen ist: Zeus' Herrschaft gleicht einem Trümmerfeld, der Glaube an die olympischen Götter ist längst verblasst, und mit ihm schwindet die Macht der Unsterblichen. Der Göttervater sah nur eine Lösung — das Gleichgewicht muss wiederhergestellt werden, die Menschheit muss bluten. Doch mit diesem Entschluss entbrannte ein Krieg, der den Olymp erschüttert, und darin eine geheime Prophezeiung unbekannten Ausmaßes. Wo wird dein Platz sein? Bei Poseidon, der die Schwächen seines Bruders erkennt? Bei Hades in der Unterwelt, wo einst Neutralität herrschte? Oder bei Zeus, da Herrschen sein Geburtsrecht ist?</div>
    </details><br />
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    <details class="tldb-mb"><br />
      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">The 13 Zodiacs</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Magical Girl &amp; Superhelden &nbsp;&middot;&nbsp; eigene Welt &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Fiona Jelmini</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Ein Magical-Girl- und Superhelden-RPG, inspiriert von Miraculous Ladybug, jedoch mit eigener Story und eigener Welt. Hauptspielort ist Venedig. Die Charaktere sind Schülerinnen und Schüler oder Angestellte an der Scuola del Leone di Venezia, die zu Teilen auch ein Internat ist.</div>
    </details><br />
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<details class="tldb-mb"><br />
      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">Welcome to Racoon City</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Resident Evil &nbsp;&middot;&nbsp; vor Resident Evil 9 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Sam Winchester</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Racoon City ist eine Stadt voller Leben und Geheimnisse. Auch ihre Umgebung birgt immer noch Gefahren und manche Orte sollten lieber nie betreten werden. Dennoch gibt es Menschen die sich in eben jene Gegenden vor wagen um die Hauptstadt Racoon City vor diversen Angriffen der immer noch existierenden "Biowaffen" zu schützen. Viele Menschen ahnen nichts von dem was unter ihnen lauert, ahnen nicht was sich abspielt und doch leben sie ein ganz normales Leben in der Stadt. Die verschiedenen Behörden, Sicherheitseinheiten und die oberen Stellen arbeiten jedoch teilweise zusammen um die Bedrohung durch die "Biowaffen" und Wissenschaftler die mit ihnen experimentieren auf zu spüren oder dem ganzen ein Ende zu setzen. Außerhalb der Stadt ist es gefährlicher als Innerhalb da man hier noch keine Lösung zur Eingrenzung jeglicher Biowaffen oder anderer Wesen gefunden hat. </div>
    </details><br />
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    <details class="tldb-mb"><br />
      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">A Home for everyone</div>
        <div class="tldb-mb-meta">storyloser Bereich &nbsp;&middot;&nbsp; alle Genres &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Paige Angelis</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Weil einfach einfach „einfach" ist. Du suchst ein passendes Zuhause? Dann bist du herzlich willkommen. Ihr habt Charaktere, die eine Heimat finden möchten — oder euer Board wurde geschlossen und ihr seid nun heimatlos? Nicht verzagen: Hier habt ihr einen neuen Platz, den ihr sogar mitgestalten könnt. Was darf man posten? Eure gemeinsam ausgedachten Storys, Szenen, die ihr geliebt habt und die es längst nicht mehr gibt, oder Paarungen, die anderswo vergeben sind. Ob Reallife oder Harry-Potter-Versum — von A bis Z sind alle Genres erlaubt. Ein Erotikboard ist dieser Bereich allerdings ausdrücklich nicht; auch hier gelten die Regeln des True Legends.</div>
    </details><br />
  </div>
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  <div class="tldb-block tldb-blau">
    <div class="tldb-h">Ein eigenes Mini-Board?</div>
    <p>Du hast eine RPG-Idee, die du schon immer verwirklichen wolltest? Ein Fandom, das kaum noch gespielt wird — oder sogar eine komplett selbst erschaffene Welt? Bei uns kannst du dein eigenes Mini-Board gründen und gemeinsam mit anderen zum Leben erwecken. Bereits <b>ab zwei aktiven Spielern</b> ist das möglich.</p>
      <p>Ein Mini-Board ist ein eigenständiger RPG-Bereich innerhalb des True Legends. Es besitzt seine eigene Story, seine eigene Welt und wird von seiner Gründerin oder ihrem Gründer betreut — diese Person übernimmt die Bereichsleitung und gestaltet das Board gemeinsam mit den Spielern. Trotz der Eigenständigkeit gehören alle Mini-Boards zur gemeinsamen Community, deshalb gelten grundsätzlich die Regeln des Hauptforums. Besondere Regelungen für euer Board könnt ihr mit dem Team absprechen, solange sie dem Grundgedanken des Forums nicht widersprechen.</p>
      <p>Damit ein Mini-Board dauerhaft auf der Startseite vertreten ist, braucht es mindestens zwei aktive User — dabei zählen User, nicht Charaktere. Geschlossen wird ein Board nur, wenn keine aktive Bereichsleitung oder keine aktiven Spieler mehr da sind, oder wenn die Bereichsleitung mit ihrem Projekt ausziehen möchte. In dem Fall würden wir uns freuen, das Board weiterhin als Sisterboard verbunden zu wissen.</p>
      <p>Ihr seid unsicher, ob sich genügend Mitspieler finden? Stellt eure Idee einfach in unserem Bereich für Boardideen vor und fragt nach dem Interesse — oder wendet euch jederzeit an ein Teammitglied. Vielleicht entsteht schon bald das nächste Mini-Board.</p>
  </div>
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  <div class="tldb-block">
    <div class="tldb-h">Fakten zum Board</div>
    <ul class="tldb-fakten">
      <li>Elf eigenständige Mini-Boards unter einem Dach — jedes aufgebaut wie ein kleines eigenes Forum, mit eigenen Bereichen, Storylines und Bereichsleitung.</li>
      <li>Kein Crossover — jedes Mini-Board erzählt seine eigene, unabhängige Geschichte.</li>
      <li>Rating L3 | S3 | V3, FSK 18.</li>
      <li>Szenentrennung, keine Mindestpostlänge.</li>
      <li>Canon- und erfundene Charaktere gleichermaßen willkommen; alle Rassen und Wesen des jeweiligen Boards spielbar.</li>
      <li>Verstorbene Charaktere dürfen mit nachvollziehbarer Begründung zurückkehren.</li>
      <li>Fandomwissen ist nicht zwingend nötig — ausgenommen bei Canoncharakteren.</li>
      <li>Kompakte Steckbriefe, bequem über das User-CP verwaltet.</li>
      <li>Eigene Playansätze und Inplay-Zeiten je Mini-Board, passend zum Fandom oder zur eigenen Story.</li>
      <li>Individuell angepasste Plugins, damit sich jedes Mini-Board wie ein eigenständiges RPG anfühlt.</li>
      <li>Mini-Boards lassen sich ein- und ausklappen — jeder gestaltet sich seine Startseite selbst.</li>
      <li>Gäste sehen automatisch das Board geöffnet, in dem zuletzt gepostet wurde.</li>
      <li>Umfangreiche Hintergrundinfos zu jedem Mini-Board im Forumswiki.</li>
      <li>Neue Mini-Boards ab zwei interessierten Spielern.</li>
    </ul>
  </div>
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  <div class="tldb-links">
    <div class="tldb-discord">Eigener Discord-Server<a href="https://discord.gg/4kVaRrefHf" target="_blank">beitreten</a></div>
    <a href="https://true-legends.net/index.php" target="_blank">Forum</a><br />
    <a href="https://true-legends.net/showthread.php?tid=1660" target="_blank">Gesuche</a><br />
    <a href="https://true-legends.net/forumdisplay.php?fid=6" target="_blank">Regeln</a><br />
    <a href="https://true-legends.net/listen.php" target="_blank">Listen</a><br />
    <a href="https://true-legends.net/forumdisplay.php?fid=140" target="_blank">FAQ-Ecke</a><br />
    <a href="https://true-legends.net/showthread.php?tid=1661" target="_blank">Storylines</a><br />
  </div>
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</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<link href="https://fonts.googleapis.com/css2?family=Cormorant+Unicase:wght@600&family=Alegreya+SC:wght@400;700&family=EB+Garamond:ital,wght@0,400;0,600;1,400&display=swap" rel="stylesheet">
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<div id="tldb">
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  <div class="tldb-kopf">
    <img src="https://true-legends.net/images/goldenhour/header-mini.jpg" alt=""><br />
    <div class="tldb-kopf-text">
      <div class="tldb-name">True Legends</div>
      <div class="tldb-claim">Elf Welten &nbsp;&middot;&nbsp; Ein Dach &nbsp;&middot;&nbsp; Kein Crossover</div>
    </div>
  </div>
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  <div class="tldb-zahlen">
    <div class="tldb-zahl"><b>11</b><span>Mini-Boards</span></div>
    <div class="tldb-zahl"><b>FSK 18</b><span>L3 &middot; S3 &middot; V3</span></div>
    <div class="tldb-zahl"><b>&mdash;</b><span>keine Mindestlänge</span></div>
    <div class="tldb-zahl"><b>‖</b><span>Szenentrennung</span></div>
  </div>
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  <div class="tldb-block tldb-blau">
    <p>Warum findet ihr hier nicht nur einen einzelnen RPG-Bereich? Weil wir euch nicht auf eine einzige Welt beschränken möchten. Jeder kennt das Problem: ein Lieblingsfandom, ein bestimmtes Pairing oder eine Storyidee, für die sich kein passendes Zuhause findet. Vielleicht hat das bisherige Forum geschlossen, vielleicht sollen Charaktere an einem neuen Ort weiterleben. Genau dafür gibt es uns.</p>
    <p>Unter einem gemeinsamen Dach vereinen wir elf eigenständige Mini-Boards, jedes mit eigener Welt, eigener Story und eigenem Team. Von bekannten Serien und Filmen über Bücher bis zu komplett eigenen Universen — Schwerpunkt Fantasy, Mystery und übernatürliche Welten, aber ebenso Platz für andere Genres.</p>
      <p>Jedes Mini-Board entscheidet selbst über seinen Playansatz, sodass jede Welt ihren eigenen Charakter behält. Gemeinsam ist allen Bereichen, dass wir nach dem Prinzip der Szenentrennung spielen und bewusst auf eine Mindestpostlänge verzichten. Verstorbene Charaktere dürfen zurückkehren, Canon- und erfundene Charaktere sind gleichermaßen willkommen, und ihr könnt bekannte Geschichten neu erzählen oder ganz eigene Wege einschlagen.</p>
      <p>Da unser Forum ein FSK-18-Rating besitzt, ist eine Registrierung ausschließlich für Personen ab 18 Jahren möglich. Und auch wenn mehrere Welten unter einem Dach vereint sind, gilt: Wir sind kein Crossover-Forum. Jedes Mini-Board erzählt seine eigene Geschichte und bleibt eine eigenständige Welt.</p>
  </div>
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  <div class="tldb-block" style="padding-left:0;padding-right:0;padding-bottom:0;">
    <div class="tldb-h" style="margin-left:26px;margin-right:26px;">Unsere elf Mini-Boards</div>
    <div class="tldb-hinweis">Klick auf einen Bereich für seine Vorstellung</div>
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    <details class="tldb-mb"><br />
      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">Lucifer Rising</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Supernatural &nbsp;&middot;&nbsp; nach Staffel 5 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Sam Winchester</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Im Himmel tobt ein Bürgerkrieg, es gibt zwei Fronten: einmal Freier Wille ohne Anführer, einmal der Himmel muss von einem Erzengel regiert werden. Beide Gruppierungen bekämpfen einander, und während die einen versuchen Michael zu befreien, wollen die anderen das verhindern. Auch in der Hölle gibt es Zwist — Crowley hat sich zum neuen König erklärt und nicht alle Dämonen sind glücklich darüber. Es gibt bereits Pläne, Luzifer zu befreien, damit er seine loyalsten Diener zurückholen kann. Auf der Erde tauchen vermehrt Monster auf und die Jäger haben alle Hände voll zu tun. Nicht alle Wesen sind böse, und dennoch gibt es überall schwarze Schafe. Gehörst du zu denen, die zurückschlagen und kämpfen? Oder bist du Teil einer der Pläne von Himmel oder Hölle?</div>
    </details><br />
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      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">Charmed &ndash; a new Era has come</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Charmed &nbsp;&middot;&nbsp; nach Staffel 8 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: PJ Halliwell</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Seit dem finalen Kampf gegen die Triade sind 20 Jahre vergangen und es blieb relativ ruhig. Doch niemand ahnt auch nur im Geringsten, dass sich indessen etwas Düsteres in der Unterwelt zusammenbraut. Vermehrt spüren die Hexen die Anwesenheit von Dämonen in der Nähe — doch noch ignorieren sie es, lieben sie ihr normales Leben doch so sehr. Im Nebel des Vergessens tummeln sich einige Dämonen, erwarten scheinbar etwas Großes. Eine neue Macht? Etwas Altes? Wie gefährlich ist es, und vor allem: wieso gerade jetzt? Erst als eine unbekannte Hexe verschwindet, wurde man hellhörig, und langsam wird jedem bewusst, was das bedeutet.</div>
    </details><br />
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      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">On Infernal Ground</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Shadowhunters &nbsp;&middot;&nbsp; nach Staffel 3 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Clarissa Fairchild</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Die Dämonin Lilith ist nach wie vor auf freiem Fuß und verfolgt ihre eigenen Pläne. Ihr ehemaliger Geliebter Samael, aber auch Luzifer spielen dabei eine Rolle. Zurückgebracht von den Toten beschließt der Engel Ithuriel, verstorbene Schattenjäger und Unterweltler zurückzuholen — denn er ahnt, dass Übles bevorsteht. Auch bei den Schattenjägern gibt es Unruhen: Eine neue Gruppierung namens Kohorte ist entstanden und hat es auf Unterweltler abgesehen, nämlich ihnen die Existenz in der Welt zur Hölle zu machen. Zwischen Himmel und Hölle, zwischen Gut und Böse — wofür entscheidest du dich?</div>
    </details><br />
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      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">Magic and its Secrets</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Fate &ndash; The Winx Saga &nbsp;&middot;&nbsp; nach Staffel 2 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Aisha</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Rosalind ist Direktorin in Alfea und verfolgt mit ihren Anhängern und der Queen Luna wohl ihre eigenen Pläne. Bloom muss herausfinden, woher sie wirklich kommt und wer ihre Eltern sind. Sind die Bluthexen wirklich ausgelöscht? Anscheinend nicht. Was möchtest du sein? Eine Fee, ein Spezialist oder eine der gefürchteten Bluthexen? Vielleicht aber auch nur ein Mensch? Ganz gleich, wofür du dich entscheidest — wir freuen uns auf dich.</div>
    </details><br />
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      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">Mystic Falls World</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Vampire Diaries &nbsp;&middot;&nbsp; ab Staffel 1 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Mary Byron</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Elena Gilbert versucht, sich mit dem tragischen Verlust ihrer Eltern auseinanderzusetzen, während ihr Bruder Jeremy sich in den Abgrund von Alkohol und Drogen stürzt. Inmitten dieser Herausforderungen kehrt der geheimnisvolle Stefan Salvatore nach Mystic Falls zurück — ein jahrhundertealter Vampir, der von Elena fasziniert ist und eine dunkle Vergangenheit verbirgt. Doch auch Stefans impulsiver Bruder Damon taucht auf und bringt Unheil mit sich. Die beiden sind nicht die einzigen Neuankömmlinge: Die Ankunft der mächtigen Mikaelsons, der ersten Urvampirfamilie, wirft Fragen auf. Welche Pläne haben sie mit Mystic Falls? Die Kleinstadt wird zum Schauplatz einer epischen Schlacht zwischen Gut und Böse, während das Übernatürliche einen festen Platz im Leben der Bewohner einnimmt.</div>
    </details><br />
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    <details class="tldb-mb"><br />
      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">Die letzten Nächte Nimmerlands</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Disney &nbsp;&middot;&nbsp; eigene Story &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Peter Pan</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Ein missglückter Zauber von Red, der Tochter der Roten Königin, hat alle Disney-Welten ins magische Nimmerland gezogen. Nun treffen Charaktere aus verschiedensten Geschichten aufeinander — Königinnen, Helden, Schurken und Träumer. Orte wie der Hundert-Morgen-Wald und Mufasas Savanne existieren nun Seite an Seite. Während einige nach Ordnung suchen, nutzen andere das Chaos für sich. Alte Allianzen brechen, neue entstehen — und über allem steht die Frage: Wird Red ihre Tat rückgängig machen, oder hat sie genau das erschaffen, was sie wollte? Willkommen in Nimmerland, wo alles möglich ist.</div>
    </details><br />
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      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">Howl of the Wolf</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Under the Northern Sky &nbsp;&middot;&nbsp; vor Buch 1 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Pryce Rubenson</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Jahrhundertelang herrschte brüchiger Frieden zwischen den Menschen aus Süddal und den Anakim aus dem Schwarzen Königreich — ein ewiges Lauern auf einen Fehler der anderen Partei. Nun aber wurde dieser Frieden gebrochen: Unter der Flagge des Königs marschieren die Menschen im Schwarzen Königreich ein. Die Anakim sind gewarnt worden und haben ihre Legionen eingezogen. Jedoch haben sie den Menschen unterschätzt, und in dessen Folge fällt ihr Schwarzer Lord Kynortas Rokkvison im Kampf. Nun muss sein Sohn Roper Kynortasson inmitten dieser Krise den Steinernen Thron besteigen und die Menschen zurückdrängen. Doch auch der Hauptmann der Heiligen Wache erhebt Anspruch auf den Thron. Ein doppelseitiger Kampf beginnt, und bald ist nicht mehr klar, wo der größere Feind lauert: auf dem Schlachtfeld oder in den eigenen Reihen?</div>
    </details><br />
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        <div class="tldb-mb-name">Götterdämmerung</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Griechische Mythologie &nbsp;&middot;&nbsp; Fantasy &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Aphrodite</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Die sterbliche Welt ist in Aufruhr: Naturkatastrophen, Missstände, sich zuspitzendes Leid. Verschwörungstheoretiker sprechen von bösen Omen. In Wahrheit tobt ein Krieg, der den Sterblichen verborgen ist: Zeus' Herrschaft gleicht einem Trümmerfeld, der Glaube an die olympischen Götter ist längst verblasst, und mit ihm schwindet die Macht der Unsterblichen. Der Göttervater sah nur eine Lösung — das Gleichgewicht muss wiederhergestellt werden, die Menschheit muss bluten. Doch mit diesem Entschluss entbrannte ein Krieg, der den Olymp erschüttert, und darin eine geheime Prophezeiung unbekannten Ausmaßes. Wo wird dein Platz sein? Bei Poseidon, der die Schwächen seines Bruders erkennt? Bei Hades in der Unterwelt, wo einst Neutralität herrschte? Oder bei Zeus, da Herrschen sein Geburtsrecht ist?</div>
    </details><br />
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        <div class="tldb-mb-name">The 13 Zodiacs</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Magical Girl &amp; Superhelden &nbsp;&middot;&nbsp; eigene Welt &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Fiona Jelmini</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Ein Magical-Girl- und Superhelden-RPG, inspiriert von Miraculous Ladybug, jedoch mit eigener Story und eigener Welt. Hauptspielort ist Venedig. Die Charaktere sind Schülerinnen und Schüler oder Angestellte an der Scuola del Leone di Venezia, die zu Teilen auch ein Internat ist.</div>
    </details><br />
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<details class="tldb-mb"><br />
      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">Welcome to Racoon City</div>
        <div class="tldb-mb-meta">Resident Evil &nbsp;&middot;&nbsp; vor Resident Evil 9 &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Sam Winchester</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Racoon City ist eine Stadt voller Leben und Geheimnisse. Auch ihre Umgebung birgt immer noch Gefahren und manche Orte sollten lieber nie betreten werden. Dennoch gibt es Menschen die sich in eben jene Gegenden vor wagen um die Hauptstadt Racoon City vor diversen Angriffen der immer noch existierenden "Biowaffen" zu schützen. Viele Menschen ahnen nichts von dem was unter ihnen lauert, ahnen nicht was sich abspielt und doch leben sie ein ganz normales Leben in der Stadt. Die verschiedenen Behörden, Sicherheitseinheiten und die oberen Stellen arbeiten jedoch teilweise zusammen um die Bedrohung durch die "Biowaffen" und Wissenschaftler die mit ihnen experimentieren auf zu spüren oder dem ganzen ein Ende zu setzen. Außerhalb der Stadt ist es gefährlicher als Innerhalb da man hier noch keine Lösung zur Eingrenzung jeglicher Biowaffen oder anderer Wesen gefunden hat. </div>
    </details><br />
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    <details class="tldb-mb"><br />
      <summary><br />
        <div class="tldb-mb-name">A Home for everyone</div>
        <div class="tldb-mb-meta">storyloser Bereich &nbsp;&middot;&nbsp; alle Genres &nbsp;&middot;&nbsp; Admin: Paige Angelis</div>
      </summary><br />
      <div class="tldb-mb-txt">Weil einfach einfach „einfach" ist. Du suchst ein passendes Zuhause? Dann bist du herzlich willkommen. Ihr habt Charaktere, die eine Heimat finden möchten — oder euer Board wurde geschlossen und ihr seid nun heimatlos? Nicht verzagen: Hier habt ihr einen neuen Platz, den ihr sogar mitgestalten könnt. Was darf man posten? Eure gemeinsam ausgedachten Storys, Szenen, die ihr geliebt habt und die es längst nicht mehr gibt, oder Paarungen, die anderswo vergeben sind. Ob Reallife oder Harry-Potter-Versum — von A bis Z sind alle Genres erlaubt. Ein Erotikboard ist dieser Bereich allerdings ausdrücklich nicht; auch hier gelten die Regeln des True Legends.</div>
    </details><br />
  </div>
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  <div class="tldb-block tldb-blau">
    <div class="tldb-h">Ein eigenes Mini-Board?</div>
    <p>Du hast eine RPG-Idee, die du schon immer verwirklichen wolltest? Ein Fandom, das kaum noch gespielt wird — oder sogar eine komplett selbst erschaffene Welt? Bei uns kannst du dein eigenes Mini-Board gründen und gemeinsam mit anderen zum Leben erwecken. Bereits <b>ab zwei aktiven Spielern</b> ist das möglich.</p>
      <p>Ein Mini-Board ist ein eigenständiger RPG-Bereich innerhalb des True Legends. Es besitzt seine eigene Story, seine eigene Welt und wird von seiner Gründerin oder ihrem Gründer betreut — diese Person übernimmt die Bereichsleitung und gestaltet das Board gemeinsam mit den Spielern. Trotz der Eigenständigkeit gehören alle Mini-Boards zur gemeinsamen Community, deshalb gelten grundsätzlich die Regeln des Hauptforums. Besondere Regelungen für euer Board könnt ihr mit dem Team absprechen, solange sie dem Grundgedanken des Forums nicht widersprechen.</p>
      <p>Damit ein Mini-Board dauerhaft auf der Startseite vertreten ist, braucht es mindestens zwei aktive User — dabei zählen User, nicht Charaktere. Geschlossen wird ein Board nur, wenn keine aktive Bereichsleitung oder keine aktiven Spieler mehr da sind, oder wenn die Bereichsleitung mit ihrem Projekt ausziehen möchte. In dem Fall würden wir uns freuen, das Board weiterhin als Sisterboard verbunden zu wissen.</p>
      <p>Ihr seid unsicher, ob sich genügend Mitspieler finden? Stellt eure Idee einfach in unserem Bereich für Boardideen vor und fragt nach dem Interesse — oder wendet euch jederzeit an ein Teammitglied. Vielleicht entsteht schon bald das nächste Mini-Board.</p>
  </div>
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  <div class="tldb-block">
    <div class="tldb-h">Fakten zum Board</div>
    <ul class="tldb-fakten">
      <li>Elf eigenständige Mini-Boards unter einem Dach — jedes aufgebaut wie ein kleines eigenes Forum, mit eigenen Bereichen, Storylines und Bereichsleitung.</li>
      <li>Kein Crossover — jedes Mini-Board erzählt seine eigene, unabhängige Geschichte.</li>
      <li>Rating L3 | S3 | V3, FSK 18.</li>
      <li>Szenentrennung, keine Mindestpostlänge.</li>
      <li>Canon- und erfundene Charaktere gleichermaßen willkommen; alle Rassen und Wesen des jeweiligen Boards spielbar.</li>
      <li>Verstorbene Charaktere dürfen mit nachvollziehbarer Begründung zurückkehren.</li>
      <li>Fandomwissen ist nicht zwingend nötig — ausgenommen bei Canoncharakteren.</li>
      <li>Kompakte Steckbriefe, bequem über das User-CP verwaltet.</li>
      <li>Eigene Playansätze und Inplay-Zeiten je Mini-Board, passend zum Fandom oder zur eigenen Story.</li>
      <li>Individuell angepasste Plugins, damit sich jedes Mini-Board wie ein eigenständiges RPG anfühlt.</li>
      <li>Mini-Boards lassen sich ein- und ausklappen — jeder gestaltet sich seine Startseite selbst.</li>
      <li>Gäste sehen automatisch das Board geöffnet, in dem zuletzt gepostet wurde.</li>
      <li>Umfangreiche Hintergrundinfos zu jedem Mini-Board im Forumswiki.</li>
      <li>Neue Mini-Boards ab zwei interessierten Spielern.</li>
    </ul>
  </div>
<br />
 <br />
  <div class="tldb-links">
    <div class="tldb-discord">Eigener Discord-Server<a href="https://discord.gg/4kVaRrefHf" target="_blank">beitreten</a></div>
    <a href="https://true-legends.net/index.php" target="_blank">Forum</a><br />
    <a href="https://true-legends.net/showthread.php?tid=1660" target="_blank">Gesuche</a><br />
    <a href="https://true-legends.net/forumdisplay.php?fid=6" target="_blank">Regeln</a><br />
    <a href="https://true-legends.net/listen.php" target="_blank">Listen</a><br />
    <a href="https://true-legends.net/forumdisplay.php?fid=140" target="_blank">FAQ-Ecke</a><br />
    <a href="https://true-legends.net/showthread.php?tid=1661" target="_blank">Storylines</a><br />
  </div>
<br />
</div>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[come sit on my tongue and tell me how your day was]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=592</link>
			<pubDate>Tue, 01 Sep 2026 17:07:32 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=107">Coinneach Donnachaidh</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=592</guid>
			<description><![CDATA[Er hätte sich in einen schicken Anzug schmeißen und den großen Verführer spielen können. Hemd, dunkle Hose, vielleicht sogar die verdammte Krawatte, von der Chloe heute Mittag kaum die Augen hatte lassen können.<br />
<br />
Doch weder er noch Chloe schienen tatsächlich Wert daraufzulegen.<br />
<br />
Spätestens im Timberline, vielleicht sogar schon vorher im Auto, war mehr als deutlich gewesen, dass sie körperlich außerordentlich kompatibel und gleichermaßen ausgehungert waren. Das Spielchen zwischen ihnen hatte sich im Inneren des Ladens nur weiter fortgeführt. Blicke, die einen Herzschlag zu lange dauerten. Bemerkungen, die gerade noch harmlos genug gewesen waren, um sie in der Öffentlichkeit fallen zu lassen. Kleine Provokationen, die der jeweils andere unmöglich unbeantwortet lassen konnte.<br />
<br />
Ein verdammt unterhaltsames Spiel.<br />
<br />
Und eines, bei dem Coinneach mittlerweile aufgehört hatte, so zu tun, als würde es ihm lediglich um den Sieg gehen.<br />
Dafür interessierte ihn Chloe viel zu sehr.<br />
<br />
Nicht nur dafür, wie schnell ihre Pupillen sich weiteten, wenn er etwas sagte, das ihre Gedanken in eine bestimmte Richtung lenkte. Nicht nur für das leichte Rot auf ihren Wangen oder die Art, wie sie sich auf die Lippe biss, wenn sie glaubte, irgendeine Reaktion vor ihm verbergen zu können. Er mochte ihr Lachen. Ihre direkte Art. Ihre Neugier. Dieses scheinbar vollkommen widersprüchliche Gemisch aus Vorsicht und einer Risikobereitschaft, die jeden vernünftigen Menschen regelmäßig dazu bringen musste, sich zu fragen, ob Chloe OConnor überhaupt einen Selbsterhaltungstrieb besaß.<br />
<br />
Und fuck, er mochte es, wenn sie ihn herausforderte.<br />
<br />
Was vermutlich erklärte, weshalb er bereits auf dem Weg zu ihr war, obwohl seit ihrer letzten Nachricht kaum mehr als eine halbe Stunde vergangen war.<br />
<br />
Der gleiche Laden, in dem sie heute Mittag gesessen hatten, dessen Emblem auf den Containern und Servietten eingeprägt war, die auf dem Beifahrersitz seines Wagens lagen und einen aromatischen Duft verströmten. Coinneach hatte Chloe versprochen, dass er den Lieferjungen spielen würde und dieses Mal hatte er auch an einen ausreichend verlockenden Nachtisch gedacht. Cookie und Kuchen würden ihren Gaumen verwöhnen, während er sich ein ganz anderes Dessert für sich vorstellte.<br />
<br />
Rory hatte ihn natürlich angesehen.<br />
Nicht gefragt.<br />
Nur angesehen.<br />
<br />
Dieser eine verdammte Blick über den Tresen, nachdem Coinneach zusätzlich zu ihrer Bestellung sowohl Kuchen als auch einen Skillet Cookie verlangt hatte, hatte vollkommen ausgereicht. Rory kannte ihn lange genug, um zu wissen, dass er normalerweise nicht spontan Essen für zwei Personen abholte und schon gar nicht mehrere Desserts kaufte.<br />
<br />
Coinneach hatte den Blick ignoriert.<br />
Zumindest hatte er es versucht.<br />
<br />
Die Nachrichten, die in der letzten Stunde zwischen ihnen hin und hergewechselt waren, hatten ihr Übriges zu seiner ohnehin schon vorhandenen und ausgeprägten Ungeduld beigetragen. Chloe hatte versucht, ihn zu reizen und herauszufordern und auch wenn er überaus gespannt war, wie lange sie in der Realität durchhalten würde, so war er doch auch mehr als gewillt, diesen Sieg schnellstmöglich für sich einzustreichen.<br />
<br />
<i>Dann solltest du dich besser beeilen. Ich könnte dir sonst noch beweisen, dass du dich irrst.</i><br />
<br />
Sein Daumen trommelte einmal gegen das Lenkrad.<br />
<br />
Eine Drohung.<br />
Oder ein Versprechen.<br />
Bei Chloe war die Grenze vermutlich fließend.<br />
<br />
Ein Grinsen zog an seinem Mundwinkel, während die letzten Ausläufer des abendlichen Verkehrs ihn durch Bryson City führten. Der Himmel über den bewaldeten Bergen hatte längst begonnen, dunkler zu werden, doch noch lag ein schmaler Streifen warmen Lichts zwischen den Gipfeln. Straßenlaternen sprangen nach und nach an. Vor einigen Geschäften standen Menschen zusammen, jemand führte einen Hund über den Gehweg und aus einem geöffneten Fenster drang Musik auf die Straße.<br />
<br />
Ein vollkommen gewöhnlicher Sommerabend.<br />
Nur Coinneachs Körper hatte offensichtlich beschlossen, daraus eine verdammte Extremsituation zu machen.<br />
Er war angespannt.<br />
<br />
Nicht unangenehm. Nicht so, wie nach dem Termin im Krankenhaus, als Wut und Gewaltbereitschaft unter seiner Haut gekrochen waren und nach einem Ventil verlangt hatten. Diese Anspannung war anders. Erwartungsvoll. Wach. Eine elektrische Unruhe, die seine Gedanken immer wieder vorauswandern ließ.<br />
<br />
Zu Chloe.<br />
Zu ihrem Haus.<br />
Zu dem Moment, in dem sie die Tür öffnen würde.<br />
<br />
Er hatte keine Ahnung, was sie tragen würde.<br />
Er hoffte inständig auf wenig.<br />
<br />
Gekleidet war er selbst in eine lockersitzende, graue Sweatpants und einen im gleichen Ton gehaltenen Pullover mit abgeschnittenen Ärmeln, damit er beim Sport nicht behindert wurde. Auf dem Kopf saß eine Cap, die er der Bequemlichkeit halber trug.<br />
Wozu sich das Haar stylen und Zeit verschwenden, wenn er darauf hoffte, dass Chloes Finger seine Frisur binnen Sekunden ruinieren würden?<br />
<br />
Genau.<br />
Machte gar keinen Sinn.<br />
<br />
Eigentlich hätte er nach dem Training sehr ausgiebig duschen und sich umziehen und stylen können. Die Möglichkeit hatte bestanden. Rein zeitlich zumindest, wenn man die dreiviertel Stunde, die er Chloe genannt hatte, großzügig interpretierte.<br />
<br />
Aber Chloe hatte gesagt, er solle sich beeilen.<br />
Und Coinneach war ein Mann, der Anweisungen durchaus ernst nahm.<br />
<br />
Manchmal.<br />
Wenn sie ihm gefielen.<br />
<br />
Außerdem würde es ihn nicht stören, wenn sie merkte, womit er die letzte Stunde verbracht hatte. Sein Haar war unter der Cap noch leicht feucht, die Muskeln angenehm erschöpft und unter seiner Kleidung haftete der saubere Geruch einer schnellen Dusche, für die gerade genug Zeit geblieben war, bevor er sich auf den Weg ins Timberline gemacht hatte.<br />
<br />
Er bog in Chloes Straße ein.<br />
Und musste bremsen.<br />
<br />
<ina>"Das ist jetzt nicht dein verdammter Ernst."</ina> Vor ihm schob sich ein Wagen mit einer Geschwindigkeit voran, bei der man problemlos hätte aussteigen, daneben herlaufen und unterwegs noch Blumen pflücken können.<br />
<br />
Coinneach atmete einmal tief durch.<br />
Dann noch einmal.<br />
Er konnte Menschen heilen.<br />
Er hatte Jahre seines Lebens damit verbracht, Geduld zu lernen.<br />
<br />
Er hatte die letzten Ausläufe Silentiums überstanden.<br />
Er konnte zwei Blocks hinter einem Greis herfahren.<br />
Bestimmt.<br />
<br />
Als er schließlich vorfuhr, hatte er sich trotzdem bereits um zwei Minuten verspätet und gab die Schuld vollständig dem schleichenden Greis, dem er zwei Blocks hinterherfahren musste und der bei jeder Kreuzung wohl überlegt hatte, ob nicht jetzt der beste Zeitpunkt dafür sein könnte, den Löffel abzugeben.<br />
<br />
Vielleicht war er ein wenig makaber unterwegs heute, doch es hatte einen verdammt guten Grund.<br />
<br />
Er war frustriert.<br />
Er hatte Hunger.<br />
Und dieser hatte nichts im Geringsten mit dem köstlichen Duft zu tun, der den Containern entstieg.<br />
<br />
Dieser Hunger konnte nicht von perfekt gegrilltem Fleisch und weichem Brot mit krosser Kruste gestillt werden, sondern verlangte nach einer rothaarigen Menschenfrau, die ihn allein mit ihren Blicken an den Rand der Verzweiflung treiben konnte.<br />
<br />
Eine rothaarige Menschenfrau, die behauptet hatte, sie könne ihm beweisen, dass er sich irrte.<br />
<br />
Sein Blick glitt zum Haus.<br />
Im Inneren brannte Licht.<br />
<br />
Für einen kurzen Moment blieb Coinneach trotzdem hinter dem Lenkrad sitzen.<br />
<br />
Nicht aus Unsicherheit.<br />
Eher weil ihm plötzlich bewusst wurde, wie vollkommen selbstverständlich sich dieser Abend entwickelt hatte.<br />
<br />
Eine zufällige Begegnung im Wald.<br />
Ein spontanes Mittagessen entstanden aus einem Zusammentreffen im Krankenhaus.<br />
<br />
Chloe hatte ihm geschrieben.<br />
Sie hatte ihn zu sich eingeladen.<br />
Und er war gekommen.<br />
<br />
Vielleicht war es bedeutungslos. Vielleicht war es nur eine weitere Nacht zwischen zwei Erwachsenen, die sehr genau wussten, was sie voneinander wollten.<br />
<br />
Nur dass Coinneach inzwischen wusste, dass er Chloe auch dann mochte, wenn sie vollständig angezogen war.<br />
Unpraktisch.<br />
<br />
Seine Finger schlossen sich um den Türgriff.<br />
Problem für später.<br />
<br />
Jetzt hatte er andere Prioritäten.<br />
<br />
Ohne abzuschließen – wer schloss in Bryson City auch schon sein Auto ab, wo doch überall Bären ihre Augen offen hielten? – stieg er aus und umrundete den Wagen. Die warme Abendluft legte sich auf seine nackten Arme, während er die beiden Tüten vom Beifahrersitz nahm.<br />
<br />
Papier raschelte.<br />
Der Duft von geröstetem Brot, Fleisch, Knoblauch und warmem Cookie stieg ihm erneut in die Nase.<br />
Sein Magen reagierte.<br />
<br />
Zumindest einer seiner Hungerzustände würde also definitiv versorgt werden.<br />
<br />
Der andere…<br />
Coinneach sah zur beleuchteten Tür.<br />
Ein langsames Grinsen zog über sein Gesicht.<br />
Darum würde er sich selbst kümmern.<br />
<br />
Mit langen Schritten ging er den kurzen Weg zum Eingang hinauf. Seine Ungeduld wuchs mit jedem einzelnen davon, bis er vor der Tür stand und für einen Moment nur das gedämpfte Leben dahinter wahrnahm.<br />
<br />
Sie war dort.<br />
Keine zehn Meter entfernt.<br />
<br />
Nach all den Nachrichten, Provokationen und Bildern, die Chloe ihm erfolgreich in den Kopf gesetzt hatte, trennte sie jetzt nur noch eine verdammte Tür.<br />
<br />
Er hob die Hand.<br />
<br />
Klopfte einmal.<br />
Zweimal.<br />
Dreimal.<br />
<br />
Dann ließ er die Hand wieder sinken, verlagerte die beiden Tüten in eine Hand und wartete darauf, dass Chloe ihm öffnete.<br />
<br />
Sein Blick lag fest auf der Tür.<br />
Und das Grinsen verschwand nicht.<br />
<br />
Sie hatte behauptet, sie könnte ihm beweisen, dass er sich irrte.<br />
Na dann.<br />
Das wollte er sehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Er hätte sich in einen schicken Anzug schmeißen und den großen Verführer spielen können. Hemd, dunkle Hose, vielleicht sogar die verdammte Krawatte, von der Chloe heute Mittag kaum die Augen hatte lassen können.<br />
<br />
Doch weder er noch Chloe schienen tatsächlich Wert daraufzulegen.<br />
<br />
Spätestens im Timberline, vielleicht sogar schon vorher im Auto, war mehr als deutlich gewesen, dass sie körperlich außerordentlich kompatibel und gleichermaßen ausgehungert waren. Das Spielchen zwischen ihnen hatte sich im Inneren des Ladens nur weiter fortgeführt. Blicke, die einen Herzschlag zu lange dauerten. Bemerkungen, die gerade noch harmlos genug gewesen waren, um sie in der Öffentlichkeit fallen zu lassen. Kleine Provokationen, die der jeweils andere unmöglich unbeantwortet lassen konnte.<br />
<br />
Ein verdammt unterhaltsames Spiel.<br />
<br />
Und eines, bei dem Coinneach mittlerweile aufgehört hatte, so zu tun, als würde es ihm lediglich um den Sieg gehen.<br />
Dafür interessierte ihn Chloe viel zu sehr.<br />
<br />
Nicht nur dafür, wie schnell ihre Pupillen sich weiteten, wenn er etwas sagte, das ihre Gedanken in eine bestimmte Richtung lenkte. Nicht nur für das leichte Rot auf ihren Wangen oder die Art, wie sie sich auf die Lippe biss, wenn sie glaubte, irgendeine Reaktion vor ihm verbergen zu können. Er mochte ihr Lachen. Ihre direkte Art. Ihre Neugier. Dieses scheinbar vollkommen widersprüchliche Gemisch aus Vorsicht und einer Risikobereitschaft, die jeden vernünftigen Menschen regelmäßig dazu bringen musste, sich zu fragen, ob Chloe OConnor überhaupt einen Selbsterhaltungstrieb besaß.<br />
<br />
Und fuck, er mochte es, wenn sie ihn herausforderte.<br />
<br />
Was vermutlich erklärte, weshalb er bereits auf dem Weg zu ihr war, obwohl seit ihrer letzten Nachricht kaum mehr als eine halbe Stunde vergangen war.<br />
<br />
Der gleiche Laden, in dem sie heute Mittag gesessen hatten, dessen Emblem auf den Containern und Servietten eingeprägt war, die auf dem Beifahrersitz seines Wagens lagen und einen aromatischen Duft verströmten. Coinneach hatte Chloe versprochen, dass er den Lieferjungen spielen würde und dieses Mal hatte er auch an einen ausreichend verlockenden Nachtisch gedacht. Cookie und Kuchen würden ihren Gaumen verwöhnen, während er sich ein ganz anderes Dessert für sich vorstellte.<br />
<br />
Rory hatte ihn natürlich angesehen.<br />
Nicht gefragt.<br />
Nur angesehen.<br />
<br />
Dieser eine verdammte Blick über den Tresen, nachdem Coinneach zusätzlich zu ihrer Bestellung sowohl Kuchen als auch einen Skillet Cookie verlangt hatte, hatte vollkommen ausgereicht. Rory kannte ihn lange genug, um zu wissen, dass er normalerweise nicht spontan Essen für zwei Personen abholte und schon gar nicht mehrere Desserts kaufte.<br />
<br />
Coinneach hatte den Blick ignoriert.<br />
Zumindest hatte er es versucht.<br />
<br />
Die Nachrichten, die in der letzten Stunde zwischen ihnen hin und hergewechselt waren, hatten ihr Übriges zu seiner ohnehin schon vorhandenen und ausgeprägten Ungeduld beigetragen. Chloe hatte versucht, ihn zu reizen und herauszufordern und auch wenn er überaus gespannt war, wie lange sie in der Realität durchhalten würde, so war er doch auch mehr als gewillt, diesen Sieg schnellstmöglich für sich einzustreichen.<br />
<br />
<i>Dann solltest du dich besser beeilen. Ich könnte dir sonst noch beweisen, dass du dich irrst.</i><br />
<br />
Sein Daumen trommelte einmal gegen das Lenkrad.<br />
<br />
Eine Drohung.<br />
Oder ein Versprechen.<br />
Bei Chloe war die Grenze vermutlich fließend.<br />
<br />
Ein Grinsen zog an seinem Mundwinkel, während die letzten Ausläufer des abendlichen Verkehrs ihn durch Bryson City führten. Der Himmel über den bewaldeten Bergen hatte längst begonnen, dunkler zu werden, doch noch lag ein schmaler Streifen warmen Lichts zwischen den Gipfeln. Straßenlaternen sprangen nach und nach an. Vor einigen Geschäften standen Menschen zusammen, jemand führte einen Hund über den Gehweg und aus einem geöffneten Fenster drang Musik auf die Straße.<br />
<br />
Ein vollkommen gewöhnlicher Sommerabend.<br />
Nur Coinneachs Körper hatte offensichtlich beschlossen, daraus eine verdammte Extremsituation zu machen.<br />
Er war angespannt.<br />
<br />
Nicht unangenehm. Nicht so, wie nach dem Termin im Krankenhaus, als Wut und Gewaltbereitschaft unter seiner Haut gekrochen waren und nach einem Ventil verlangt hatten. Diese Anspannung war anders. Erwartungsvoll. Wach. Eine elektrische Unruhe, die seine Gedanken immer wieder vorauswandern ließ.<br />
<br />
Zu Chloe.<br />
Zu ihrem Haus.<br />
Zu dem Moment, in dem sie die Tür öffnen würde.<br />
<br />
Er hatte keine Ahnung, was sie tragen würde.<br />
Er hoffte inständig auf wenig.<br />
<br />
Gekleidet war er selbst in eine lockersitzende, graue Sweatpants und einen im gleichen Ton gehaltenen Pullover mit abgeschnittenen Ärmeln, damit er beim Sport nicht behindert wurde. Auf dem Kopf saß eine Cap, die er der Bequemlichkeit halber trug.<br />
Wozu sich das Haar stylen und Zeit verschwenden, wenn er darauf hoffte, dass Chloes Finger seine Frisur binnen Sekunden ruinieren würden?<br />
<br />
Genau.<br />
Machte gar keinen Sinn.<br />
<br />
Eigentlich hätte er nach dem Training sehr ausgiebig duschen und sich umziehen und stylen können. Die Möglichkeit hatte bestanden. Rein zeitlich zumindest, wenn man die dreiviertel Stunde, die er Chloe genannt hatte, großzügig interpretierte.<br />
<br />
Aber Chloe hatte gesagt, er solle sich beeilen.<br />
Und Coinneach war ein Mann, der Anweisungen durchaus ernst nahm.<br />
<br />
Manchmal.<br />
Wenn sie ihm gefielen.<br />
<br />
Außerdem würde es ihn nicht stören, wenn sie merkte, womit er die letzte Stunde verbracht hatte. Sein Haar war unter der Cap noch leicht feucht, die Muskeln angenehm erschöpft und unter seiner Kleidung haftete der saubere Geruch einer schnellen Dusche, für die gerade genug Zeit geblieben war, bevor er sich auf den Weg ins Timberline gemacht hatte.<br />
<br />
Er bog in Chloes Straße ein.<br />
Und musste bremsen.<br />
<br />
<ina>"Das ist jetzt nicht dein verdammter Ernst."</ina> Vor ihm schob sich ein Wagen mit einer Geschwindigkeit voran, bei der man problemlos hätte aussteigen, daneben herlaufen und unterwegs noch Blumen pflücken können.<br />
<br />
Coinneach atmete einmal tief durch.<br />
Dann noch einmal.<br />
Er konnte Menschen heilen.<br />
Er hatte Jahre seines Lebens damit verbracht, Geduld zu lernen.<br />
<br />
Er hatte die letzten Ausläufe Silentiums überstanden.<br />
Er konnte zwei Blocks hinter einem Greis herfahren.<br />
Bestimmt.<br />
<br />
Als er schließlich vorfuhr, hatte er sich trotzdem bereits um zwei Minuten verspätet und gab die Schuld vollständig dem schleichenden Greis, dem er zwei Blocks hinterherfahren musste und der bei jeder Kreuzung wohl überlegt hatte, ob nicht jetzt der beste Zeitpunkt dafür sein könnte, den Löffel abzugeben.<br />
<br />
Vielleicht war er ein wenig makaber unterwegs heute, doch es hatte einen verdammt guten Grund.<br />
<br />
Er war frustriert.<br />
Er hatte Hunger.<br />
Und dieser hatte nichts im Geringsten mit dem köstlichen Duft zu tun, der den Containern entstieg.<br />
<br />
Dieser Hunger konnte nicht von perfekt gegrilltem Fleisch und weichem Brot mit krosser Kruste gestillt werden, sondern verlangte nach einer rothaarigen Menschenfrau, die ihn allein mit ihren Blicken an den Rand der Verzweiflung treiben konnte.<br />
<br />
Eine rothaarige Menschenfrau, die behauptet hatte, sie könne ihm beweisen, dass er sich irrte.<br />
<br />
Sein Blick glitt zum Haus.<br />
Im Inneren brannte Licht.<br />
<br />
Für einen kurzen Moment blieb Coinneach trotzdem hinter dem Lenkrad sitzen.<br />
<br />
Nicht aus Unsicherheit.<br />
Eher weil ihm plötzlich bewusst wurde, wie vollkommen selbstverständlich sich dieser Abend entwickelt hatte.<br />
<br />
Eine zufällige Begegnung im Wald.<br />
Ein spontanes Mittagessen entstanden aus einem Zusammentreffen im Krankenhaus.<br />
<br />
Chloe hatte ihm geschrieben.<br />
Sie hatte ihn zu sich eingeladen.<br />
Und er war gekommen.<br />
<br />
Vielleicht war es bedeutungslos. Vielleicht war es nur eine weitere Nacht zwischen zwei Erwachsenen, die sehr genau wussten, was sie voneinander wollten.<br />
<br />
Nur dass Coinneach inzwischen wusste, dass er Chloe auch dann mochte, wenn sie vollständig angezogen war.<br />
Unpraktisch.<br />
<br />
Seine Finger schlossen sich um den Türgriff.<br />
Problem für später.<br />
<br />
Jetzt hatte er andere Prioritäten.<br />
<br />
Ohne abzuschließen – wer schloss in Bryson City auch schon sein Auto ab, wo doch überall Bären ihre Augen offen hielten? – stieg er aus und umrundete den Wagen. Die warme Abendluft legte sich auf seine nackten Arme, während er die beiden Tüten vom Beifahrersitz nahm.<br />
<br />
Papier raschelte.<br />
Der Duft von geröstetem Brot, Fleisch, Knoblauch und warmem Cookie stieg ihm erneut in die Nase.<br />
Sein Magen reagierte.<br />
<br />
Zumindest einer seiner Hungerzustände würde also definitiv versorgt werden.<br />
<br />
Der andere…<br />
Coinneach sah zur beleuchteten Tür.<br />
Ein langsames Grinsen zog über sein Gesicht.<br />
Darum würde er sich selbst kümmern.<br />
<br />
Mit langen Schritten ging er den kurzen Weg zum Eingang hinauf. Seine Ungeduld wuchs mit jedem einzelnen davon, bis er vor der Tür stand und für einen Moment nur das gedämpfte Leben dahinter wahrnahm.<br />
<br />
Sie war dort.<br />
Keine zehn Meter entfernt.<br />
<br />
Nach all den Nachrichten, Provokationen und Bildern, die Chloe ihm erfolgreich in den Kopf gesetzt hatte, trennte sie jetzt nur noch eine verdammte Tür.<br />
<br />
Er hob die Hand.<br />
<br />
Klopfte einmal.<br />
Zweimal.<br />
Dreimal.<br />
<br />
Dann ließ er die Hand wieder sinken, verlagerte die beiden Tüten in eine Hand und wartete darauf, dass Chloe ihm öffnete.<br />
<br />
Sein Blick lag fest auf der Tür.<br />
Und das Grinsen verschwand nicht.<br />
<br />
Sie hatte behauptet, sie könnte ihm beweisen, dass er sich irrte.<br />
Na dann.<br />
Das wollte er sehen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Let's talk about ... everything!]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=590</link>
			<pubDate>Mon, 31 Aug 2026 12:03:33 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=71">Mirabella Gomez</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=590</guid>
			<description><![CDATA[Wann immer es ging und sie eine Freie Zeit hatte, versuchte Mira auch ihre Freundschaften zu pflegen. Und eine war ihr ganz besonders ans Herz gewachsen, weshalb sie sich heute dazu entschloss, ein hübsches, <a href="https://jp.pinterest.com/pin/309129961949448208/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Bordeauxrotes mit Mustern überzogenes Kleidchen</a> anzuziehen, eine Jeansweste darüber. Ihre Füße fanden in <a href="https://jp.pinterest.com/pin/431008626808083493/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">schwarze Highheels</a> Platz, die vorne Geschlossen, an den Seiten aber offen waren.  Sie war nicht die einzige Bärin in dieser Höhle, die perfekt auf hohen Absätzen laufen konnte, egal welcher Untergrund gerade die Wette annahm.<br />
Heute Morgen hatte sie bereits mit Jake gefrühstückt, auch wenn es nur ein schnelles kurzes Essen war, denn der Handwerker hatte noch einige Dinge zu erledigen. Bald würde er ein Tag weg sein. Vielleicht auch zwei. Bis dahin aber hatte sich Mira in den Kopf gesetzt, in mindestens einmal am Tag zu sehen. Nun aber war ihre Hauptaufmerksamkeit auf eine andere gerichtet, eine Freundin die außerhalb der Höhle zu Gast bei ihnen war. Familie hier hatte aber doch einen weiten Weg herhatte. So weit, dass man sie außerhalb ihres Revieres geparkt hatte.<br />
<br />
Also steuerte Mira den Fuhrpark an und Schlussendlich mit dem Wagen der Bären, ihrer Handtasche auf dem Beifahrersitz, den Pager dort ebenso verstaut wie ihre kleine Notfalltasche, ohne würde Mira die Höhle nicht verlassen. Auf geht’s zu Sarah, unterwegs würde sie noch vier Muffins auftreiben, damit sie auch neben dem Gequatsche etwas zum Schnabulieren hatten. Eine kleine Aufregung machte sich in ihr Breit, denn Sarah und Mira hatten jetzt schon ein bisschen länger nichts mehr voneinander gehört, zumindest nicht von Angesicht zu Angesicht. Vielleicht war auch Evan da, den kleinen hatte Mira das letzte Mal auch nicht zu Gesicht gesehen, würde sie aber sehr gerne. Kinder waren schon was Schönes und Sarah konnte stolz auf ihren Sohn sein. Der Wagen fuhr beinahe Automaitisch in die Stadt, Fahrten die häufiger geschahen. Mira hätte vermutlich auch mit einem der Soldaten mit fahren können, aber sie wollte gerade erst einmal ein wenig allein die Zeit im Auto nutzen, um die Gedanken zu sortieren und sich ganz auf Sarah zu freuen.<br />
<br />
Die ersten Häuser tauchten auf und die Straßen wurden mehr. Kurz hielt sie noch an dem hübschen kleinen Kaffee an, in dem sie sich das letzte mal getroffen hatten, ehe sie mit zwei Muffins und zwei Stücken Torte bewaffnet, weiter zum Gästehaus fuhr. Die Bären hatten hier überall direkt bezugsfertige Gästehäuser. Perfekt und nicht allzu weit ab vom Schuss für Besucher. Bald schon tat sich das Haus von Sarah auf und direkt davor war wie für sie geschaffen eine Parklücke. Mit einem breiten Lächeln auf den Lippen steig sie aus, die Tüte mit den Muffins und der Torte in der einen, ihre Tasche so halb geschultert in der anderen Hand und stöckelte zur Tür, ehe sie die Klingel betätigte und ruhig davor wartete. Walderdbeeren, Ton und ein wenig Weihrauch kamen von der Tür her zu ihr, unverkennbar der Geruch der Menschenfrau. Ihr Gästehaus befand sich am Rand der Stadt, näher zu den Bären als zu den Menschen der Stadt. Dennoch gut zu erreichen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wann immer es ging und sie eine Freie Zeit hatte, versuchte Mira auch ihre Freundschaften zu pflegen. Und eine war ihr ganz besonders ans Herz gewachsen, weshalb sie sich heute dazu entschloss, ein hübsches, <a href="https://jp.pinterest.com/pin/309129961949448208/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">Bordeauxrotes mit Mustern überzogenes Kleidchen</a> anzuziehen, eine Jeansweste darüber. Ihre Füße fanden in <a href="https://jp.pinterest.com/pin/431008626808083493/" target="_blank" rel="noopener" class="mycode_url">schwarze Highheels</a> Platz, die vorne Geschlossen, an den Seiten aber offen waren.  Sie war nicht die einzige Bärin in dieser Höhle, die perfekt auf hohen Absätzen laufen konnte, egal welcher Untergrund gerade die Wette annahm.<br />
Heute Morgen hatte sie bereits mit Jake gefrühstückt, auch wenn es nur ein schnelles kurzes Essen war, denn der Handwerker hatte noch einige Dinge zu erledigen. Bald würde er ein Tag weg sein. Vielleicht auch zwei. Bis dahin aber hatte sich Mira in den Kopf gesetzt, in mindestens einmal am Tag zu sehen. Nun aber war ihre Hauptaufmerksamkeit auf eine andere gerichtet, eine Freundin die außerhalb der Höhle zu Gast bei ihnen war. Familie hier hatte aber doch einen weiten Weg herhatte. So weit, dass man sie außerhalb ihres Revieres geparkt hatte.<br />
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Also steuerte Mira den Fuhrpark an und Schlussendlich mit dem Wagen der Bären, ihrer Handtasche auf dem Beifahrersitz, den Pager dort ebenso verstaut wie ihre kleine Notfalltasche, ohne würde Mira die Höhle nicht verlassen. Auf geht’s zu Sarah, unterwegs würde sie noch vier Muffins auftreiben, damit sie auch neben dem Gequatsche etwas zum Schnabulieren hatten. Eine kleine Aufregung machte sich in ihr Breit, denn Sarah und Mira hatten jetzt schon ein bisschen länger nichts mehr voneinander gehört, zumindest nicht von Angesicht zu Angesicht. Vielleicht war auch Evan da, den kleinen hatte Mira das letzte Mal auch nicht zu Gesicht gesehen, würde sie aber sehr gerne. Kinder waren schon was Schönes und Sarah konnte stolz auf ihren Sohn sein. Der Wagen fuhr beinahe Automaitisch in die Stadt, Fahrten die häufiger geschahen. Mira hätte vermutlich auch mit einem der Soldaten mit fahren können, aber sie wollte gerade erst einmal ein wenig allein die Zeit im Auto nutzen, um die Gedanken zu sortieren und sich ganz auf Sarah zu freuen.<br />
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Die ersten Häuser tauchten auf und die Straßen wurden mehr. Kurz hielt sie noch an dem hübschen kleinen Kaffee an, in dem sie sich das letzte mal getroffen hatten, ehe sie mit zwei Muffins und zwei Stücken Torte bewaffnet, weiter zum Gästehaus fuhr. Die Bären hatten hier überall direkt bezugsfertige Gästehäuser. Perfekt und nicht allzu weit ab vom Schuss für Besucher. Bald schon tat sich das Haus von Sarah auf und direkt davor war wie für sie geschaffen eine Parklücke. Mit einem breiten Lächeln auf den Lippen steig sie aus, die Tüte mit den Muffins und der Torte in der einen, ihre Tasche so halb geschultert in der anderen Hand und stöckelte zur Tür, ehe sie die Klingel betätigte und ruhig davor wartete. Walderdbeeren, Ton und ein wenig Weihrauch kamen von der Tür her zu ihr, unverkennbar der Geruch der Menschenfrau. Ihr Gästehaus befand sich am Rand der Stadt, näher zu den Bären als zu den Menschen der Stadt. Dennoch gut zu erreichen.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[the only way out is trough. push forward!]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=589</link>
			<pubDate>Mon, 31 Aug 2026 12:02:36 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=82">Adas Kovacs</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=589</guid>
			<description><![CDATA[Die Hitze hatte sich längst zwischen den Häusern festgesetzt und schien mit jeder weiteren Minute schwerer zu werden, als würde die Sonne nicht nur von dem wolkenlosen Himmel auf sie herabbrennen, sondern gleichzeitig aus den sandfarbenen Mauern zurückstrahlen, die den schmalen Straßenzug zu beiden Seiten begrenzten und kaum genug Schatten warfen, um einen Unterschied zu machen. Selbst dort, wo keine direkte Sonne auf seine Kleidung fiel, hatte sich der Camouflage-Stoff unangenehm erwärmt, während sich unter der taktischen Weste Feuchtigkeit sammelte und der Schweiß langsam zwischen seinen Schulterblättern hinablief, ohne irgendwohin entweichen zu können.<br />
<br />
Adas ignorierte das stetig zunehmende Unbehagen ebenso, wie er das Gewicht der Ausrüstung ignorierte, das seit Stunden auf seinen Schultern lag und sich bei jedem Schritt bemerkbar machte, sobald sich Magazine, Wasser, medizinische Versorgung und der übrige Inhalt seiner Weste gegeneinander verschoben. Nichts davon war ungewöhnlich genug, um Aufmerksamkeit zu verdienen, denn Hitze war Hitze und Gewicht blieb Gewicht, solange sein Körper noch ausreichend Reserven besaß, um beides zu kompensieren, weshalb er seine Konzentration lieber auf die Straße vor ihnen richtete und darauf achtete, seine Schritte so zu setzen, dass der feine Sand unter seinen Sohlen möglichst wenig verriet.<br />
<br />
Vollständig verhindern ließ sich das leise Knirschen trotzdem nicht.<br />
<br />
Der Staub lag überall, hatte sich in den Fugen des unebenen Bodens gesammelt und überzog die Fassaden mit einer stumpfen Schicht, die sämtliche Farben verschluckte, bis nur noch verschiedene Abstufungen von Beige, Braun und einem ausgewaschenen Gelb übrigblieben. Hin und wieder löste ein Windstoß den feinen Sand vom Boden und trieb ihn durch die schmalen Gassen, wo er sich in kleinen Wirbeln verfing, gegen geschlossene Fensterläden schlug und erst wieder zu Boden sank, wenn die Luft zwischen den eng stehenden Gebäuden zur Ruhe kam.<br />
<br />
Adas nahm einen tiefen Atemzug und hörte das gedämpfte Geräusch, mit dem die Atemluft durch den Filter seiner Maske gezogen wurde, ehe sie seine Lungen erreichte. Der Widerstand war gering, aber nach mehreren Stunden deutlich genug, dass jeder Atemzug eine Spur bewusster erfolgen musste, während das Material dicht an seinem Gesicht anlag und unangenehm gegen den Nasenrücken drückte. Dafür schmeckte er den Staub nicht, der andernfalls längst auf seiner Zunge gelegen und bei jedem Schlucken in seinem Hals gekratzt hätte, und angesichts der feinen Partikel, die selbst in den kleinsten Ritzen der Häuser hingen, war ihm dieser Tausch durchaus willkommen.<br />
<br />
Seit mehr als einer halben Stunde war sein eigener Atem außerdem eines der wenigen Geräusche, auf deren Beständigkeit er sich verlassen konnte.<br />
<br />
Der Kommunikationskanal war zuerst von einem leichten Rauschen durchzogen worden, das noch niemanden beunruhigt hatte, weil die dichte Bebauung und die bekannten Störsysteme in diesem Gebiet seit Beginn des Einsatzes immer wieder für kleinere Aussetzer gesorgt hatten. Danach waren einzelne Worte verloren gegangen, Stimmen hatten sich verzerrt und schließlich war die Verbindung vollständig zusammengebrochen, ohne dass einer der alternativen Kanäle übernommen hatte. Auch der Versuch, über das sekundäre System Kontakt zum Rest der Einheit aufzunehmen, war gescheitert, sodass irgendwann nur noch die gleichmäßige Stille in seinem Ohr zurückgeblieben war, die ihnen inzwischen unmissverständlich mitteilte, dass sie auf sich allein gestellt waren.<br />
<br />
Zumindest vorläufig.<br />
<br />
Adas ging nicht davon aus, dass der Rest ihrer Einheit untätig darauf wartete, ob sie irgendwann wieder auftauchten, doch solange er nicht wusste, wo sich die anderen befanden und welche Teile ihres Kommunikationssystems kompromittiert worden waren, änderte dieses Wissen wenig an ihrer gegenwärtigen Situation. Ihr ursprünglicher Rückweg war nicht länger sicher, der vereinbarte Sammelpunkt hatte sich durch eine Straßensperre erledigt, die laut der Aufklärung überhaupt nicht existieren sollte, und der kürzeste alternative Weg führte sie durch einen Teil des Viertels, über den ihre Informationen bestenfalls lückenhaft waren. Die Umgebung mittels seiner medialen Kräfte zu scannen fiel ebenfalls aus, weil sie keine Ahnung hatten, ob in der Nähe starke Telepathen anwesend waren. <br />
<br />
Damit blieben zwei Möglichkeiten, von denen Adas keine besonders gefiel.<br />
<br />
Sie konnten versuchen, das Gebiet weiträumig zu umgehen und dabei erheblich länger ohne Verbindung zur Einheit durch feindlich kontrolliertes Gelände ziehen, oder sie konnten eine direktere Route wählen, deren Verlauf sie zwar kannten, über deren aktuelle Sicherheitslage jedoch niemand eine verlässliche Aussage treffen konnte.<br />
<br />
Beides war beschissen, weshalb es keinen Sinn ergab, Zeit damit zu verschwenden, sich darüber zu ärgern.<br />
<br />
Einige Meter vor der nächsten Kreuzung verlangsamte Adas seine Schritte, bis er schließlich stehen blieb und die geschlossene Faust auf Schulterhöhe hob, während sein Blick über die Häuserfront vor ihnen wanderte. Er musste sich nicht umdrehen, um zu überprüfen, ob Rhett das Signal gesehen hatte, denn wenn ein Mann mit der militärischen Vergangenheit, die man dem Falkenwandler zugeschrieben hatte, ein derart grundlegendes Handzeichen übersah, würden sie ohnehin sehr bald ein wesentlich größeres Problem haben.<br />
<br />
Mehr wusste Adas über dessen Vergangenheit bislang allerdings kaum.<br />
<br />
Irgendwo in Europa hatte Rhett bereits einer militärisch organisierten Einheit angehört, wobei weder deren genaue Struktur noch die Art ihrer Einsätze Informationen waren, mit denen Adas sich näher beschäftigt hatte. Es war nicht seine Aufgabe gewesen, den Falkenwandler aufzunehmen, seine Vergangenheit zu überprüfen oder darüber zu entscheiden, welchen Platz dieser zukünftig innerhalb der CrescentProwler einnehmen würde, und entsprechend wenig interessierte ihn der Teil der Angelegenheit, der außerhalb seines eigenen Zuständigkeitsbereichs lag.<br />
<br />
Wesentlich relevanter war für ihn, was davon übrigblieb, sobald sie draußen waren.<br />
<br />
Eine Ausbildung konnte ausgezeichnet sein und trotzdem einen beschissenen Soldaten hervorbringen, ebenso wie jahrelange Erfahrung wenig darüber aussagte, ob jemand auch dann noch zuverlässig funktionierte, wenn die vorbereiteten Pläne nicht länger griffen. Adas hatte während seiner eigenen Laufbahn genügend Einsätze erlebt, bei denen innerhalb weniger Minuten aus einer sorgfältig geplanten Operation eine Aneinanderreihung improvisierter Entscheidungen geworden war, und dabei gelernt, dass er sich lieber neben jemanden stellte, der seine Grenzen kannte und aufmerksam blieb, als neben einen Mann, der seine eigenen Fähigkeiten maßlos überschätzte.<br />
<br />
Gerade deshalb hatte er bisher kaum versucht, Rhett in ein Gespräch zu verwickeln.<br />
Es gab Situationen, in denen Menschen sehr viel über sich erzählten, ohne ein einziges Wort zu benutzen.<br />
<br />
Adas schob diesen Gedanken beiseite und näherte sich der Hausecke, wobei er seinen Körper dicht an der sonnenwarmen Wand hielt und die Waffe so führte, dass weder der Lauf noch ein anderer Teil seiner Ausrüstung vorzeitig über die Deckung hinausragte. Der Stein war rau genug, dass er selbst durch den Stoff seines Ärmels hindurch jede Unebenheit spürte, als sein Oberarm die Fassade streifte, doch seine Aufmerksamkeit lag längst auf dem Abschnitt der Straße, den er nach und nach einsehen konnte.<br />
<br />
Auf den ersten Blick war dort nichts.<br />
<br />
Ein alter Lieferwagen stand schräg auf der gegenüberliegenden Straßenseite und nahm einen Teil des ohnehin schmalen Fahrwegs ein, während dahinter mehrere Geschäfte lagen, deren Rollläden geschlossen waren. Über einem der Eingänge hing eine verblichene Markise, deren Stoff sich bei jedem Windstoß hob und anschließend mit einem leisen Schlagen gegen die darunterliegende Metallkonstruktion zurückfiel. Zwei Etagen darüber standen einige Fenster offen, andere waren mit hölzernen Läden verschlossen, und auf einem der Balkone hing Wäsche, die sich kaum merklich in der heißen Luft bewegte.<br />
<br />
In einiger Entfernung bellte ein Hund.<br />
<br />
Das Geräusch wurde zwischen den Häusern zurückgeworfen und machte es beinahe unmöglich, seine Entfernung zuverlässig einzuschätzen, doch wenige Sekunden später antwortete ein zweites Tier aus einer anderen Richtung, woraufhin irgendwo eine männliche Stimme laut wurde und beide Hunde kurz darauf verstummten. Übrig blieb das tiefe Brummen eines Generators, das Adas bereits seit einigen Straßen begleitete, vermischt mit dem entfernten Geräusch eines Motors und dem regelmäßigen Schlagen der Markise.<br />
<br />
Eine vollkommen gewöhnliche Straße.<br />
Gerade deshalb betrachtete Adas sie länger.<br />
<br />
Sein Blick wanderte nicht nur über Türen und Fenster, sondern ebenso über die Dächer, die schmalen Durchgänge zwischen den Gebäuden und die Schatten unter dem abgestellten Fahrzeug. Er suchte nicht nach etwas Bestimmtem, weil genau darin die Gefahr lag, wenn man bereits entschieden hatte, was man zu finden erwartete, sondern ließ seine Aufmerksamkeit über jedes Detail gleiten und wartete darauf, dass etwas nicht in das Gesamtbild passte.<br />
<br />
Erst nach einigen Augenblicken hob er eine Hand, deutete mit zwei Fingern auf seine Augen und anschließend auf die gegenüberliegende Dachlinie, womit er Rhett wortlos einen Teil der Straße überließ, ohne dessen Reaktion abzuwarten oder seine eigene Aufmerksamkeit von dem Bereich vor ihnen abzuwenden.<br />
<br />
Wenn der Falkenwandler Erfahrung besaß, würde er wissen, was damit gemeint war.<br />
Wenn seine Erfahrung anders organisiert war als die der CrescentProwler, würde Adas das ebenfalls erfahren.<br />
Beides waren brauchbare Informationen.<br />
<br />
Ein erneuter Windstoß fuhr zwischen den Gebäuden hindurch und hob den Staub in einer so dichten Wolke vom Boden, dass der untere Teil des Lieferwagens für einige Sekunden dahinter verschwand. Irgendetwas Leichtes wurde über die Straße geweht und verfing sich unter dem Fahrzeug, während die Markise erneut gegen ihre Halterung schlug und ein loses Stück Papier über den Asphalt taumelte.<br />
<br />
Adas wartete.<br />
Der Staub senkte sich langsam wieder.<br />
<br />
Der Lieferwagen kam vollständig zum Vorschein, dahinter die geschlossenen Geschäfte und darüber die Fenster, die sich gegenüber dem vorherigen Anblick nicht verändert hatten. Noch immer war niemand zu sehen, niemand bewegte sich auf der Straße und selbst die Hunde waren ruhig geblieben, sodass sich die Umgebung wieder in jene eigentümliche Mischung aus alltäglichen Geräuschen und beinahe vollständiger Menschenleere fügte, die ihn bereits seit einigen Minuten begleitete.<br />
<br />
Trotzdem ging Adas nicht weiter.<br />
Es dauerte einen Moment, bis er verstand, was ihn störte.<br />
<br />
Die Markise bewegte sich weiterhin im Wind, doch das regelmäßige metallische Schlagen, das ihre Bewegung begleitet hatte, war verschwunden.<br />
<br />
Sein Blick blieb an ihr hängen, während er versuchte, die Veränderung einzuordnen. Es konnte vollkommen bedeutungslos sein, weil sich ein loser Haken verschoben oder der Winkel des Windes verändert hatte, doch er hatte lange genug in Situationen wie dieser gearbeitet, um einen Unterschied zwischen Vorsicht und Paranoia nicht daran festzumachen, ob sich ein Verdacht später bestätigte.<br />
<br />
Vorsicht kostete einige Sekunden.<br />
Unachtsamkeit konnte erheblich teurer werden.<br />
Also blieb er stehen, während der Schweiß unter seiner Kleidung langsam über seine Wirbelsäule lief und sich seine Finger ruhig um den Griff der Waffe legten.<br />
<br />
Dann bewegte sich etwas hinter einem der Fenster.<br />
<br />
Es war keine deutlich erkennbare Gestalt und nicht einmal genug, um sicher behaupten zu können, dass dort tatsächlich ein Mensch gestanden hatte, sondern lediglich eine Veränderung des dunklen Rechtecks, das eben noch vollkommen gleichmäßig gewesen war. Für den Bruchteil eines Augenblicks wurde der Schatten unterbrochen, anschließend sah das Fenster wieder genauso aus wie zuvor.<br />
<br />
Adas hob die geschlossene Faust erneut.<br />
<br />
Dieses Mal hielt er sie einige Sekunden sichtbar und deutete anschließend auf das betreffende Gebäude, bevor er zwei Finger nach unten bewegte und damit deutlich machte, dass sie ihre Position vorerst halten würden.<br />
<br />
Er hätte versuchen können, die Straße trotzdem zu überqueren, doch dafür gab es keinen Grund. Ihr Ziel bestand nicht darin, möglichst schnell zurückzukehren, sondern überhaupt zurückzukehren, und solange sie nicht wussten, ob sie entdeckt worden waren, war Zeit die einzige Ressource, von der sie noch ausreichend besaßen.<br />
<br />
Zumindest hoffte er das.<br />
<br />
Hinter ihnen lag weiterhin der Weg, den sie gekommen waren, während sich knapp zwanzig Meter zurück eine schmale Seitengasse zwischen zwei Gebäuden hindurchzog, die auf den vorhandenen Karten als Verbindung zur parallel verlaufenden Straße eingezeichnet war. Sie würde ihren Rückweg verlängern, allerdings nur um wenige Minuten, und bot erheblich mehr Deckung als die offene Straße vor ihnen.<br />
<br />
Unter normalen Umständen hätte Adas nicht lange darüber nachgedacht.<br />
Doch normale Umstände hätten bedeutet, dass er wusste, wo sich der Rest seiner Einheit befand.<br />
<br />
Er wandte den Kopf gerade weit genug, um Rhett in sein Sichtfeld zu bekommen, und deutete zunächst auf die Straße vor ihnen, anschließend zurück in Richtung der schmalen Seitengasse. Eine knappe Bewegung seiner Hand machte deutlich, dass er die offene Route verwarf.<br />
<br />
Danach wartete er.<br />
<br />
Nicht auf Zustimmung, denn eine Abstimmung über jede taktische Entscheidung war ebenso unsinnig wie ein Mann, der glaubte, seine Position gäbe ihm automatisch in jeder Situation recht. Er wartete darauf zu sehen, ob Rhett etwas entdeckt hatte, das ihm selbst entgangen war, ob der Falkenwandler einen Einwand gegen den Rückzug besaß oder ob dessen Aufmerksamkeit längst auf einer vollkommen anderen Gefahr lag.<br />
<br />
Es war ein kurzer Augenblick, in dem nichts geschah und dennoch ausreichend Raum bestand, um eine falsche Entscheidung zu treffen.<br />
<br />
Dann bellte der Hund wieder.<br />
Dieses Mal klang er deutlich näher.<br />
<br />
Fast gleichzeitig sprang irgendwo auf der anderen Straßenseite ein Motor an, dessen tiefes Aufheulen zwischen den Häusern widerhallte und für einige Sekunden jedes leisere Geräusch verschluckte. Adas' Blick glitt automatisch zurück zur Kreuzung, während seine Hand die Waffe etwas höher nahm und sein Körper sich näher an die Hauswand schob.<br />
<br />
Der Motor blieb nicht im Leerlauf.<br />
Er wurde lauter.<br />
Kam näher.<br />
<br />
Adas sah noch immer kein Fahrzeug, doch die Richtung ließ sich inzwischen eindeutig bestimmen, und wenn der Fahrer die Straße benutzte, die vor ihnen verlief, würde er innerhalb weniger Augenblicke die Kreuzung erreichen.<br />
<br />
Ein ziviles Fahrzeug wäre bedeutungslos gewesen.<br />
Ein ziviles Fahrzeug mit einem Fahrer, der sich später daran erinnerte, zwei bewaffnete Fremde gesehen zu haben, war es nicht.<br />
<br />
Er deutete Rhett mit einer kurzen Bewegung an, sich zurückzuziehen, und setzte sich anschließend selbst rückwärts in Bewegung, ohne der Kreuzung vollständig den Rücken zuzuwenden. Seine Schritte blieben kontrolliert und langsam genug, dass das Knirschen des Sandes unter seinen Stiefeln nicht über das Motorengeräusch hinausgetragen wurde, während er jeden Meter nutzte, um den Abstand zur offenen Straße zu vergrößern.<br />
<br />
Der Wagen erreichte die Kreuzung nicht.<br />
Das Motorengeräusch brach so abrupt ab, dass die zurückkehrende Stille beinahe körperlich spürbar wurde.<br />
Adas blieb stehen.<br />
<br />
Es gab genügend harmlose Erklärungen dafür, warum jemand einen Motor startete, einige Meter fuhr und ihn anschließend wieder ausschaltete, doch keine davon gefiel ihm in Verbindung mit der Bewegung hinter dem Fenster.<br />
<br />
Er hob die Waffe endgültig in eine Position, aus der er sie ohne weitere Verzögerung einsetzen konnte, und lauschte.<br />
<br />
Zunächst hörte er nur seinen eigenen Atem, der weiterhin gleichmäßig durch die Filtereinheit strömte, dann das entfernte Brummen des Generators und schließlich etwas, das wesentlich näher war.<br />
<br />
Eine Tür.<br />
Nicht laut zugeschlagen, sondern vorsichtig geschlossen.<br />
Adas richtete seinen Blick auf den Zugang zur Straße.<br />
<br />
Sie mussten weg.<br />
<br />
Nicht schnell und schon gar nicht blind, aber sie mussten ihre gegenwärtige Position verlassen, bevor aus einem möglichen Verdacht eine Gewissheit wurde. Die Seitengasse war weiterhin ihre beste Option, sofern dort nicht bereits jemand auf sie wartete, und für eine gründliche Überprüfung fehlte ihnen inzwischen die Zeit.<br />
<br />
Er deutete zurück.<br />
Zwei Finger.<br />
Dann auf Rhett.<br />
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Die Bedeutung war einfach genug: Der Falkenwandler sollte die Gasse überprüfen.<br />
<br />
Adas würde die Straße halten.<br />
<br />
Für einen kurzen Moment traf sein Blick den des anderen Mannes, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder nach vorn richtete und wartete, während die Waffe ruhig in seinen Händen lag und sein Körper trotz der Hitze vollkommen still geworden war.<br />
<br />
Genau in diesem Augenblick löste sich die Welt um ihn herum auf.<br />
<br />
Die sandfarbenen Fassaden verschwanden nicht in einem langsamen Flimmern und die Geräusche der Straße wurden auch nicht allmählich leiser, sondern brachen so vollständig ab, dass der Übergang beinahe brutaler wirkte als jeder Schuss. Wo eben noch die mexikanische Sonne auf staubige Hauswände gebrannt hatte, standen plötzlich glatte dunkle Wände, unter seinen Stiefeln lag kein Sand mehr und selbst die Hitze schien innerhalb weniger Sekunden zurückzuweichen, obwohl sein Körper noch immer darauf reagierte.<br />
<br />
Adas ließ die Waffe sinken.<br />
<br />
Er nahm die Brille erst ab, nachdem die Statusanzeige am Rand seines Sichtfeldes das Ende der Sequenz bestätigt hatte, und blinzelte gegen die nüchterne Beleuchtung des Trainingsraumes, während die Sensoren des eng anliegenden Anzugs noch immer auf seiner Haut saßen und die Kühlung erst langsam gegen die künstlich erzeugte Wärme anarbeitete.<br />
<br />
Der Schweiß auf seinem Rücken war ebenso real wie die Erschöpfung seiner Muskeln.<br />
<br />
Nur Mexiko war es nicht gewesen.<br />
<br />
Die Waffe in seinen Händen besaß das Gewicht, die Balance und das Verhalten ihres realen Gegenstücks, würde jedoch niemals ein Projektil abfeuern, während der Anzug unter seiner Kleidung nicht nur Bewegungen und Vitalparameter erfasste, sondern über zahllose Kontaktpunkte auch dafür sorgen konnte, dass ein Treffer nicht lediglich als rote Markierung auf irgendeiner späteren Auswertung erschien. Farlow hatte in den vergangenen Jahren erheblichen Aufwand darin investiert, dem menschlichen Nervensystem überzeugend mitzuteilen, dass etwas verletzt worden war, selbst wenn die Haut darunter vollkommen intakt blieb, und inzwischen konnte das System den dumpfen Schmerz eines Schlages ebenso simulieren wie den brennenden Einschlag eines Projektils, ohne dafür tatsächlich Gewebe zu zerstören.<br />
<br />
Adas hatte beides bereits ausprobiert und auf eine Wiederholung keinen besonderen Wert gelegt.<br />
<br />
Er schob die Schutzbrille vollständig nach oben und sah zu Rhett hinüber, während irgendwo außerhalb des Trainingsbereichs bereits die ersten Daten ihrer Sequenz ausgewertet wurden.<br />
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Es war nicht seine Aufgabe zu entscheiden, ob der Falkenwandler künftig mit den operativen Einheiten der CrescentProwler hinausgeschickt wurde, und Adas hatte auch nicht vor, sich eine Autorität anzumaßen, die ihm nicht zustand.<br />
<br />
Aber irgendwann würde jemand ihn fragen, ob er Rhett bei einem echten Einsatz neben sich haben wollte.<br />
Bis dahin hatten sie noch einige Simulationen vor sich.<br />
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<ina>"Willst du eine Pause, oder gleich die nächste? Diesmal vielleicht was mit Feindkontakt?"</ina>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Hitze hatte sich längst zwischen den Häusern festgesetzt und schien mit jeder weiteren Minute schwerer zu werden, als würde die Sonne nicht nur von dem wolkenlosen Himmel auf sie herabbrennen, sondern gleichzeitig aus den sandfarbenen Mauern zurückstrahlen, die den schmalen Straßenzug zu beiden Seiten begrenzten und kaum genug Schatten warfen, um einen Unterschied zu machen. Selbst dort, wo keine direkte Sonne auf seine Kleidung fiel, hatte sich der Camouflage-Stoff unangenehm erwärmt, während sich unter der taktischen Weste Feuchtigkeit sammelte und der Schweiß langsam zwischen seinen Schulterblättern hinablief, ohne irgendwohin entweichen zu können.<br />
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Adas ignorierte das stetig zunehmende Unbehagen ebenso, wie er das Gewicht der Ausrüstung ignorierte, das seit Stunden auf seinen Schultern lag und sich bei jedem Schritt bemerkbar machte, sobald sich Magazine, Wasser, medizinische Versorgung und der übrige Inhalt seiner Weste gegeneinander verschoben. Nichts davon war ungewöhnlich genug, um Aufmerksamkeit zu verdienen, denn Hitze war Hitze und Gewicht blieb Gewicht, solange sein Körper noch ausreichend Reserven besaß, um beides zu kompensieren, weshalb er seine Konzentration lieber auf die Straße vor ihnen richtete und darauf achtete, seine Schritte so zu setzen, dass der feine Sand unter seinen Sohlen möglichst wenig verriet.<br />
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Vollständig verhindern ließ sich das leise Knirschen trotzdem nicht.<br />
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Der Staub lag überall, hatte sich in den Fugen des unebenen Bodens gesammelt und überzog die Fassaden mit einer stumpfen Schicht, die sämtliche Farben verschluckte, bis nur noch verschiedene Abstufungen von Beige, Braun und einem ausgewaschenen Gelb übrigblieben. Hin und wieder löste ein Windstoß den feinen Sand vom Boden und trieb ihn durch die schmalen Gassen, wo er sich in kleinen Wirbeln verfing, gegen geschlossene Fensterläden schlug und erst wieder zu Boden sank, wenn die Luft zwischen den eng stehenden Gebäuden zur Ruhe kam.<br />
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Adas nahm einen tiefen Atemzug und hörte das gedämpfte Geräusch, mit dem die Atemluft durch den Filter seiner Maske gezogen wurde, ehe sie seine Lungen erreichte. Der Widerstand war gering, aber nach mehreren Stunden deutlich genug, dass jeder Atemzug eine Spur bewusster erfolgen musste, während das Material dicht an seinem Gesicht anlag und unangenehm gegen den Nasenrücken drückte. Dafür schmeckte er den Staub nicht, der andernfalls längst auf seiner Zunge gelegen und bei jedem Schlucken in seinem Hals gekratzt hätte, und angesichts der feinen Partikel, die selbst in den kleinsten Ritzen der Häuser hingen, war ihm dieser Tausch durchaus willkommen.<br />
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Seit mehr als einer halben Stunde war sein eigener Atem außerdem eines der wenigen Geräusche, auf deren Beständigkeit er sich verlassen konnte.<br />
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Der Kommunikationskanal war zuerst von einem leichten Rauschen durchzogen worden, das noch niemanden beunruhigt hatte, weil die dichte Bebauung und die bekannten Störsysteme in diesem Gebiet seit Beginn des Einsatzes immer wieder für kleinere Aussetzer gesorgt hatten. Danach waren einzelne Worte verloren gegangen, Stimmen hatten sich verzerrt und schließlich war die Verbindung vollständig zusammengebrochen, ohne dass einer der alternativen Kanäle übernommen hatte. Auch der Versuch, über das sekundäre System Kontakt zum Rest der Einheit aufzunehmen, war gescheitert, sodass irgendwann nur noch die gleichmäßige Stille in seinem Ohr zurückgeblieben war, die ihnen inzwischen unmissverständlich mitteilte, dass sie auf sich allein gestellt waren.<br />
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Zumindest vorläufig.<br />
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Adas ging nicht davon aus, dass der Rest ihrer Einheit untätig darauf wartete, ob sie irgendwann wieder auftauchten, doch solange er nicht wusste, wo sich die anderen befanden und welche Teile ihres Kommunikationssystems kompromittiert worden waren, änderte dieses Wissen wenig an ihrer gegenwärtigen Situation. Ihr ursprünglicher Rückweg war nicht länger sicher, der vereinbarte Sammelpunkt hatte sich durch eine Straßensperre erledigt, die laut der Aufklärung überhaupt nicht existieren sollte, und der kürzeste alternative Weg führte sie durch einen Teil des Viertels, über den ihre Informationen bestenfalls lückenhaft waren. Die Umgebung mittels seiner medialen Kräfte zu scannen fiel ebenfalls aus, weil sie keine Ahnung hatten, ob in der Nähe starke Telepathen anwesend waren. <br />
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Damit blieben zwei Möglichkeiten, von denen Adas keine besonders gefiel.<br />
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Sie konnten versuchen, das Gebiet weiträumig zu umgehen und dabei erheblich länger ohne Verbindung zur Einheit durch feindlich kontrolliertes Gelände ziehen, oder sie konnten eine direktere Route wählen, deren Verlauf sie zwar kannten, über deren aktuelle Sicherheitslage jedoch niemand eine verlässliche Aussage treffen konnte.<br />
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Beides war beschissen, weshalb es keinen Sinn ergab, Zeit damit zu verschwenden, sich darüber zu ärgern.<br />
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Einige Meter vor der nächsten Kreuzung verlangsamte Adas seine Schritte, bis er schließlich stehen blieb und die geschlossene Faust auf Schulterhöhe hob, während sein Blick über die Häuserfront vor ihnen wanderte. Er musste sich nicht umdrehen, um zu überprüfen, ob Rhett das Signal gesehen hatte, denn wenn ein Mann mit der militärischen Vergangenheit, die man dem Falkenwandler zugeschrieben hatte, ein derart grundlegendes Handzeichen übersah, würden sie ohnehin sehr bald ein wesentlich größeres Problem haben.<br />
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Mehr wusste Adas über dessen Vergangenheit bislang allerdings kaum.<br />
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Irgendwo in Europa hatte Rhett bereits einer militärisch organisierten Einheit angehört, wobei weder deren genaue Struktur noch die Art ihrer Einsätze Informationen waren, mit denen Adas sich näher beschäftigt hatte. Es war nicht seine Aufgabe gewesen, den Falkenwandler aufzunehmen, seine Vergangenheit zu überprüfen oder darüber zu entscheiden, welchen Platz dieser zukünftig innerhalb der CrescentProwler einnehmen würde, und entsprechend wenig interessierte ihn der Teil der Angelegenheit, der außerhalb seines eigenen Zuständigkeitsbereichs lag.<br />
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Wesentlich relevanter war für ihn, was davon übrigblieb, sobald sie draußen waren.<br />
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Eine Ausbildung konnte ausgezeichnet sein und trotzdem einen beschissenen Soldaten hervorbringen, ebenso wie jahrelange Erfahrung wenig darüber aussagte, ob jemand auch dann noch zuverlässig funktionierte, wenn die vorbereiteten Pläne nicht länger griffen. Adas hatte während seiner eigenen Laufbahn genügend Einsätze erlebt, bei denen innerhalb weniger Minuten aus einer sorgfältig geplanten Operation eine Aneinanderreihung improvisierter Entscheidungen geworden war, und dabei gelernt, dass er sich lieber neben jemanden stellte, der seine Grenzen kannte und aufmerksam blieb, als neben einen Mann, der seine eigenen Fähigkeiten maßlos überschätzte.<br />
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Gerade deshalb hatte er bisher kaum versucht, Rhett in ein Gespräch zu verwickeln.<br />
Es gab Situationen, in denen Menschen sehr viel über sich erzählten, ohne ein einziges Wort zu benutzen.<br />
<br />
Adas schob diesen Gedanken beiseite und näherte sich der Hausecke, wobei er seinen Körper dicht an der sonnenwarmen Wand hielt und die Waffe so führte, dass weder der Lauf noch ein anderer Teil seiner Ausrüstung vorzeitig über die Deckung hinausragte. Der Stein war rau genug, dass er selbst durch den Stoff seines Ärmels hindurch jede Unebenheit spürte, als sein Oberarm die Fassade streifte, doch seine Aufmerksamkeit lag längst auf dem Abschnitt der Straße, den er nach und nach einsehen konnte.<br />
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Auf den ersten Blick war dort nichts.<br />
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Ein alter Lieferwagen stand schräg auf der gegenüberliegenden Straßenseite und nahm einen Teil des ohnehin schmalen Fahrwegs ein, während dahinter mehrere Geschäfte lagen, deren Rollläden geschlossen waren. Über einem der Eingänge hing eine verblichene Markise, deren Stoff sich bei jedem Windstoß hob und anschließend mit einem leisen Schlagen gegen die darunterliegende Metallkonstruktion zurückfiel. Zwei Etagen darüber standen einige Fenster offen, andere waren mit hölzernen Läden verschlossen, und auf einem der Balkone hing Wäsche, die sich kaum merklich in der heißen Luft bewegte.<br />
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In einiger Entfernung bellte ein Hund.<br />
<br />
Das Geräusch wurde zwischen den Häusern zurückgeworfen und machte es beinahe unmöglich, seine Entfernung zuverlässig einzuschätzen, doch wenige Sekunden später antwortete ein zweites Tier aus einer anderen Richtung, woraufhin irgendwo eine männliche Stimme laut wurde und beide Hunde kurz darauf verstummten. Übrig blieb das tiefe Brummen eines Generators, das Adas bereits seit einigen Straßen begleitete, vermischt mit dem entfernten Geräusch eines Motors und dem regelmäßigen Schlagen der Markise.<br />
<br />
Eine vollkommen gewöhnliche Straße.<br />
Gerade deshalb betrachtete Adas sie länger.<br />
<br />
Sein Blick wanderte nicht nur über Türen und Fenster, sondern ebenso über die Dächer, die schmalen Durchgänge zwischen den Gebäuden und die Schatten unter dem abgestellten Fahrzeug. Er suchte nicht nach etwas Bestimmtem, weil genau darin die Gefahr lag, wenn man bereits entschieden hatte, was man zu finden erwartete, sondern ließ seine Aufmerksamkeit über jedes Detail gleiten und wartete darauf, dass etwas nicht in das Gesamtbild passte.<br />
<br />
Erst nach einigen Augenblicken hob er eine Hand, deutete mit zwei Fingern auf seine Augen und anschließend auf die gegenüberliegende Dachlinie, womit er Rhett wortlos einen Teil der Straße überließ, ohne dessen Reaktion abzuwarten oder seine eigene Aufmerksamkeit von dem Bereich vor ihnen abzuwenden.<br />
<br />
Wenn der Falkenwandler Erfahrung besaß, würde er wissen, was damit gemeint war.<br />
Wenn seine Erfahrung anders organisiert war als die der CrescentProwler, würde Adas das ebenfalls erfahren.<br />
Beides waren brauchbare Informationen.<br />
<br />
Ein erneuter Windstoß fuhr zwischen den Gebäuden hindurch und hob den Staub in einer so dichten Wolke vom Boden, dass der untere Teil des Lieferwagens für einige Sekunden dahinter verschwand. Irgendetwas Leichtes wurde über die Straße geweht und verfing sich unter dem Fahrzeug, während die Markise erneut gegen ihre Halterung schlug und ein loses Stück Papier über den Asphalt taumelte.<br />
<br />
Adas wartete.<br />
Der Staub senkte sich langsam wieder.<br />
<br />
Der Lieferwagen kam vollständig zum Vorschein, dahinter die geschlossenen Geschäfte und darüber die Fenster, die sich gegenüber dem vorherigen Anblick nicht verändert hatten. Noch immer war niemand zu sehen, niemand bewegte sich auf der Straße und selbst die Hunde waren ruhig geblieben, sodass sich die Umgebung wieder in jene eigentümliche Mischung aus alltäglichen Geräuschen und beinahe vollständiger Menschenleere fügte, die ihn bereits seit einigen Minuten begleitete.<br />
<br />
Trotzdem ging Adas nicht weiter.<br />
Es dauerte einen Moment, bis er verstand, was ihn störte.<br />
<br />
Die Markise bewegte sich weiterhin im Wind, doch das regelmäßige metallische Schlagen, das ihre Bewegung begleitet hatte, war verschwunden.<br />
<br />
Sein Blick blieb an ihr hängen, während er versuchte, die Veränderung einzuordnen. Es konnte vollkommen bedeutungslos sein, weil sich ein loser Haken verschoben oder der Winkel des Windes verändert hatte, doch er hatte lange genug in Situationen wie dieser gearbeitet, um einen Unterschied zwischen Vorsicht und Paranoia nicht daran festzumachen, ob sich ein Verdacht später bestätigte.<br />
<br />
Vorsicht kostete einige Sekunden.<br />
Unachtsamkeit konnte erheblich teurer werden.<br />
Also blieb er stehen, während der Schweiß unter seiner Kleidung langsam über seine Wirbelsäule lief und sich seine Finger ruhig um den Griff der Waffe legten.<br />
<br />
Dann bewegte sich etwas hinter einem der Fenster.<br />
<br />
Es war keine deutlich erkennbare Gestalt und nicht einmal genug, um sicher behaupten zu können, dass dort tatsächlich ein Mensch gestanden hatte, sondern lediglich eine Veränderung des dunklen Rechtecks, das eben noch vollkommen gleichmäßig gewesen war. Für den Bruchteil eines Augenblicks wurde der Schatten unterbrochen, anschließend sah das Fenster wieder genauso aus wie zuvor.<br />
<br />
Adas hob die geschlossene Faust erneut.<br />
<br />
Dieses Mal hielt er sie einige Sekunden sichtbar und deutete anschließend auf das betreffende Gebäude, bevor er zwei Finger nach unten bewegte und damit deutlich machte, dass sie ihre Position vorerst halten würden.<br />
<br />
Er hätte versuchen können, die Straße trotzdem zu überqueren, doch dafür gab es keinen Grund. Ihr Ziel bestand nicht darin, möglichst schnell zurückzukehren, sondern überhaupt zurückzukehren, und solange sie nicht wussten, ob sie entdeckt worden waren, war Zeit die einzige Ressource, von der sie noch ausreichend besaßen.<br />
<br />
Zumindest hoffte er das.<br />
<br />
Hinter ihnen lag weiterhin der Weg, den sie gekommen waren, während sich knapp zwanzig Meter zurück eine schmale Seitengasse zwischen zwei Gebäuden hindurchzog, die auf den vorhandenen Karten als Verbindung zur parallel verlaufenden Straße eingezeichnet war. Sie würde ihren Rückweg verlängern, allerdings nur um wenige Minuten, und bot erheblich mehr Deckung als die offene Straße vor ihnen.<br />
<br />
Unter normalen Umständen hätte Adas nicht lange darüber nachgedacht.<br />
Doch normale Umstände hätten bedeutet, dass er wusste, wo sich der Rest seiner Einheit befand.<br />
<br />
Er wandte den Kopf gerade weit genug, um Rhett in sein Sichtfeld zu bekommen, und deutete zunächst auf die Straße vor ihnen, anschließend zurück in Richtung der schmalen Seitengasse. Eine knappe Bewegung seiner Hand machte deutlich, dass er die offene Route verwarf.<br />
<br />
Danach wartete er.<br />
<br />
Nicht auf Zustimmung, denn eine Abstimmung über jede taktische Entscheidung war ebenso unsinnig wie ein Mann, der glaubte, seine Position gäbe ihm automatisch in jeder Situation recht. Er wartete darauf zu sehen, ob Rhett etwas entdeckt hatte, das ihm selbst entgangen war, ob der Falkenwandler einen Einwand gegen den Rückzug besaß oder ob dessen Aufmerksamkeit längst auf einer vollkommen anderen Gefahr lag.<br />
<br />
Es war ein kurzer Augenblick, in dem nichts geschah und dennoch ausreichend Raum bestand, um eine falsche Entscheidung zu treffen.<br />
<br />
Dann bellte der Hund wieder.<br />
Dieses Mal klang er deutlich näher.<br />
<br />
Fast gleichzeitig sprang irgendwo auf der anderen Straßenseite ein Motor an, dessen tiefes Aufheulen zwischen den Häusern widerhallte und für einige Sekunden jedes leisere Geräusch verschluckte. Adas' Blick glitt automatisch zurück zur Kreuzung, während seine Hand die Waffe etwas höher nahm und sein Körper sich näher an die Hauswand schob.<br />
<br />
Der Motor blieb nicht im Leerlauf.<br />
Er wurde lauter.<br />
Kam näher.<br />
<br />
Adas sah noch immer kein Fahrzeug, doch die Richtung ließ sich inzwischen eindeutig bestimmen, und wenn der Fahrer die Straße benutzte, die vor ihnen verlief, würde er innerhalb weniger Augenblicke die Kreuzung erreichen.<br />
<br />
Ein ziviles Fahrzeug wäre bedeutungslos gewesen.<br />
Ein ziviles Fahrzeug mit einem Fahrer, der sich später daran erinnerte, zwei bewaffnete Fremde gesehen zu haben, war es nicht.<br />
<br />
Er deutete Rhett mit einer kurzen Bewegung an, sich zurückzuziehen, und setzte sich anschließend selbst rückwärts in Bewegung, ohne der Kreuzung vollständig den Rücken zuzuwenden. Seine Schritte blieben kontrolliert und langsam genug, dass das Knirschen des Sandes unter seinen Stiefeln nicht über das Motorengeräusch hinausgetragen wurde, während er jeden Meter nutzte, um den Abstand zur offenen Straße zu vergrößern.<br />
<br />
Der Wagen erreichte die Kreuzung nicht.<br />
Das Motorengeräusch brach so abrupt ab, dass die zurückkehrende Stille beinahe körperlich spürbar wurde.<br />
Adas blieb stehen.<br />
<br />
Es gab genügend harmlose Erklärungen dafür, warum jemand einen Motor startete, einige Meter fuhr und ihn anschließend wieder ausschaltete, doch keine davon gefiel ihm in Verbindung mit der Bewegung hinter dem Fenster.<br />
<br />
Er hob die Waffe endgültig in eine Position, aus der er sie ohne weitere Verzögerung einsetzen konnte, und lauschte.<br />
<br />
Zunächst hörte er nur seinen eigenen Atem, der weiterhin gleichmäßig durch die Filtereinheit strömte, dann das entfernte Brummen des Generators und schließlich etwas, das wesentlich näher war.<br />
<br />
Eine Tür.<br />
Nicht laut zugeschlagen, sondern vorsichtig geschlossen.<br />
Adas richtete seinen Blick auf den Zugang zur Straße.<br />
<br />
Sie mussten weg.<br />
<br />
Nicht schnell und schon gar nicht blind, aber sie mussten ihre gegenwärtige Position verlassen, bevor aus einem möglichen Verdacht eine Gewissheit wurde. Die Seitengasse war weiterhin ihre beste Option, sofern dort nicht bereits jemand auf sie wartete, und für eine gründliche Überprüfung fehlte ihnen inzwischen die Zeit.<br />
<br />
Er deutete zurück.<br />
Zwei Finger.<br />
Dann auf Rhett.<br />
<br />
Die Bedeutung war einfach genug: Der Falkenwandler sollte die Gasse überprüfen.<br />
<br />
Adas würde die Straße halten.<br />
<br />
Für einen kurzen Moment traf sein Blick den des anderen Mannes, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder nach vorn richtete und wartete, während die Waffe ruhig in seinen Händen lag und sein Körper trotz der Hitze vollkommen still geworden war.<br />
<br />
Genau in diesem Augenblick löste sich die Welt um ihn herum auf.<br />
<br />
Die sandfarbenen Fassaden verschwanden nicht in einem langsamen Flimmern und die Geräusche der Straße wurden auch nicht allmählich leiser, sondern brachen so vollständig ab, dass der Übergang beinahe brutaler wirkte als jeder Schuss. Wo eben noch die mexikanische Sonne auf staubige Hauswände gebrannt hatte, standen plötzlich glatte dunkle Wände, unter seinen Stiefeln lag kein Sand mehr und selbst die Hitze schien innerhalb weniger Sekunden zurückzuweichen, obwohl sein Körper noch immer darauf reagierte.<br />
<br />
Adas ließ die Waffe sinken.<br />
<br />
Er nahm die Brille erst ab, nachdem die Statusanzeige am Rand seines Sichtfeldes das Ende der Sequenz bestätigt hatte, und blinzelte gegen die nüchterne Beleuchtung des Trainingsraumes, während die Sensoren des eng anliegenden Anzugs noch immer auf seiner Haut saßen und die Kühlung erst langsam gegen die künstlich erzeugte Wärme anarbeitete.<br />
<br />
Der Schweiß auf seinem Rücken war ebenso real wie die Erschöpfung seiner Muskeln.<br />
<br />
Nur Mexiko war es nicht gewesen.<br />
<br />
Die Waffe in seinen Händen besaß das Gewicht, die Balance und das Verhalten ihres realen Gegenstücks, würde jedoch niemals ein Projektil abfeuern, während der Anzug unter seiner Kleidung nicht nur Bewegungen und Vitalparameter erfasste, sondern über zahllose Kontaktpunkte auch dafür sorgen konnte, dass ein Treffer nicht lediglich als rote Markierung auf irgendeiner späteren Auswertung erschien. Farlow hatte in den vergangenen Jahren erheblichen Aufwand darin investiert, dem menschlichen Nervensystem überzeugend mitzuteilen, dass etwas verletzt worden war, selbst wenn die Haut darunter vollkommen intakt blieb, und inzwischen konnte das System den dumpfen Schmerz eines Schlages ebenso simulieren wie den brennenden Einschlag eines Projektils, ohne dafür tatsächlich Gewebe zu zerstören.<br />
<br />
Adas hatte beides bereits ausprobiert und auf eine Wiederholung keinen besonderen Wert gelegt.<br />
<br />
Er schob die Schutzbrille vollständig nach oben und sah zu Rhett hinüber, während irgendwo außerhalb des Trainingsbereichs bereits die ersten Daten ihrer Sequenz ausgewertet wurden.<br />
<br />
Es war nicht seine Aufgabe zu entscheiden, ob der Falkenwandler künftig mit den operativen Einheiten der CrescentProwler hinausgeschickt wurde, und Adas hatte auch nicht vor, sich eine Autorität anzumaßen, die ihm nicht zustand.<br />
<br />
Aber irgendwann würde jemand ihn fragen, ob er Rhett bei einem echten Einsatz neben sich haben wollte.<br />
Bis dahin hatten sie noch einige Simulationen vor sich.<br />
<br />
<ina>"Willst du eine Pause, oder gleich die nächste? Diesmal vielleicht was mit Feindkontakt?"</ina>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[in wood we trust - no bears were harmed in the making]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=588</link>
			<pubDate>Sun, 30 Aug 2026 20:39:33 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=22">Malachi Sloan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=588</guid>
			<description><![CDATA[Wenn man Malachi gefragt hätte, wann genau aus einer vergleichsweise simplen Renovierung eine militärisch organisierte Großoperation geworden war, hätte er vermutlich keine vernünftige Antwort darauf geben können.<br />
<br />
Vielleicht in dem Moment, in dem Neela begonnen hatte, Aufgabenlisten zu verteilen.<br />
<br />
Vielleicht auch erst, als Alaya eben jene Aufgabenlisten kommentarlos an sich genommen, an einigen Stellen durchgestrichen, ergänzt und anschließend mit einer Selbstverständlichkeit zurückgegeben hatte, die keinen Zweifel daran ließ, dass selbst eine Stellvertreterin gut beraten war, einer dominanten Bärenmutter nicht zu widersprechen, wenn diese beschlossen hatte, dass sechs Bleche Gebäck für eine Horde körperlich arbeitender Gestaltwandler vollkommen unzureichend waren.<br />
<br />
Wahrscheinlich jedoch hatte das Schicksal der kleinen Hütte bereits lange vorher festgestanden.<br />
<br />
Spätestens in dem Augenblick, in dem irgendjemand im Clan erfahren hatte, welche Cree sich ausgesucht hatte.<br />
<br />
Sie lag - für einen Erwachsenen - nur wenige Minuten von der Höhle entfernt, eingebettet zwischen hohen Bäumen und weit genug vom Zentrum des Reviers entfernt, um tatsächlich so etwas wie Privatsphäre zu ermöglichen. Ein nicht vollkommen unwesentlicher Faktor, wenn man bedachte, dass vor allem die jüngeren Clanmitglieder dazu neigten, die Nähe ihres Alphas zu suchen, sobald sie wussten, wo sie ihn finden konnten.<br />
<br />
Cree liebte den Clan.<br />
<br />
Aber wahrscheinlich liebte er ihn erheblich mehr, wenn nicht jeden Morgen drei Kinder, zwei Jugendliche und irgendein erwachsener Bär mit einer vollkommen fadenscheinigen Begründung vor seiner Haustür standen.<br />
<br />
Malachi konnte es ihm nicht verübeln. Sein eigener Bär hätte wahrscheinlich spätestens am dritten Tag angefangen, Besucher mit gezielten Blicken vom Grundstück zu vertreiben. Und Steinen.<br />
<br />
Allerdings hatte die gewünschte Abgeschiedenheit ihren Preis gehabt. <br />
<br />
Die Hütte war nicht heruntergekommen. Zumindest nicht, wenn man den Begriff großzügig auslegte. Sie war nur...<br />
<br />
Malachi ließ den Blick über die offene Küche gleiten, deren alte Fronten mittlerweile vollständig verschwunden waren ... vernachlässigt gewesen.<br />
<br />
<i>Sehr</i> vernachlässigt.<br />
<br />
Jahrelang hatte hier niemand gewohnt, der mehr getan hatte, als notwendige Reparaturen durchführen zu lassen. Das Holz war grundsätzlich gesund gewesen, die Konstruktion stabil, das Dach dicht. Doch die Veranda hatte bessere Jahrzehnte gesehen, einzelne Dielen hatten ausgetauscht werden müssen und Teile des Geländers waren so mürbe gewesen, dass selbst ein menschliches Kind vermutlich ausreichend Kraft besessen hätte, sie aus ihrer Verankerung zu reißen.<br />
<br />
Die Elektrik war funktionstüchtig gewesen. Wenn man unter funktionstüchtig verstand, dass noch niemand daran gestorben war.<br />
<br />
Das Wassersystem war empfindlich. <br />
Die Küche alt.<br />
Einige Fenster mussten neu abgedichtet werden.<br />
<br />
Und irgendwo draußen fluchte seit mindestens fünf Minuten jemand in derart kreativen Wortkombinationen, dass Malachi langsam neugierig wurde, was dort eigentlich schiefging.<br />
<br />
Er schob die letzte Schublade der neuen Küchenzeile zurück.<br />
<br />
Sie glitt geräuschlos in ihre Führung.<br />
<br />
Noch einmal.<br />
Raus.<br />
Rein.<br />
Perfekt.<br />
<br />
Zufrieden trat er einen halben Schritt zurück.<br />
<br />
Die ursprünglichen Küchenschränke waren nicht vollständig ersetzt worden. Das hätte dem Charakter der Hütte widersprochen, und irgendwie hatte niemand gewollt, dass Cree anschließend in einem Heim lebte, das aussah, als wäre es gestern aus irgendeinem Einrichtungskatalog gefallen.<br />
<br />
Also hatte man erhalten, was erhaltenswert gewesen war.<br />
<br />
Massive Holzkorpusse waren abgeschliffen, beschädigte Stellen ersetzt und die Fronten überarbeitet worden. Moderne Auszüge, neue Scharniere und eine deutlich sinnvollere Innenaufteilung hatten dafür gesorgt, dass die Küche mittlerweile technisch kaum noch etwas mit ihrem ursprünglichen Zustand gemeinsam hatte, äußerlich jedoch noch immer zu der rustikalen Hütte passte.<br />
<br />
Malachi legte die Hand auf die Arbeitsplatte und überprüfte mit leichtem Druck noch einmal ihren Sitz.<br />
<br />
<i>"Wenn du das Ding noch einmal kontrollierst, wächst es davon auch nicht fester."</i><br />
Er hob den Kopf und blickte in große braune Augen, vor die sich eine widerspenstige Locke schob. Eine der Mütter, deren Namen ihm gerade entfallen war, balancierte zwei Körbe voller sauberer Geschirrtücher durch den Raum und grinste ihn an.<br />
<br />
Malachi sah zurück auf die Platte.<br />
Dann wieder zu ihr.<br />
<br />
<ina>"Du weißt nicht, wie motivierend Kontrolle wirken kann."</ina>, gab er zurück und beschloss sich der nächsten Aufgabe zuzuwenden.<br />
Ihr Lachen folgte ihm noch, als er sich von der Küchenzeile abwandte.<br />
<br />
Die Küche war ohnehin nicht mehr sein Problem.<br />
Zumindest offiziell.<br />
<br />
Was in diesem Haus wenig bedeutete.<br />
<br />
Überall arbeiteten Menschen, Mediale und Gestaltwandler gleichzeitig an Dingen, die irgendwann auf einer Liste gestanden hatten und inzwischen längst in eine Vielzahl kleinerer Aufgaben zerfallen waren.<br />
<br />
Zwei Männer knieten vor einer Wand und verschwanden bis zu den Schultern hinter einer geöffneten Verkleidung, während eine Frau neben ihnen irgendeinen Messwert vorlas. Im Wohnzimmer stand ein halb aufgebautes Regal, dessen Einzelteile sich über einen erstaunlich großen Bereich des Fußbodens verteilten. Dazwischen bewegten sich Clanmitglieder mit Werkzeugen, Kartons, Kabeln, Stoffen, Lebensmitteln und Dingen, deren Zweck Malachi nicht auf den ersten Blick bestimmen konnte.<br />
<br />
Ein junger Soldat lief mit einem zusammengerollten Teppich vorbei.<br />
Hinter ihm folgte ein Mädchen mit einem Akkuschrauber.<br />
<br />
<i>"Der gehört nicht dir!"</i><br />
"Jetzt schon!"<br />
<i>"NADIA!"</i><br />
<br />
Malachi schnaubte leise.<br />
Niemand reagierte darauf.<br />
<br />
Vermutlich, weil ungefähr gleichzeitig draußen ein lautes Krachen erklang.<br />
<br />
Für einen kurzen Moment wurde es still.<br />
Nicht vollkommen.<br />
Aber ausreichend, um zu wissen, dass etwas nicht nach Plan lief.<br />
<br />
Mehrere Köpfe drehten sich in Richtung der geöffneten Haustür.<br />
<br />
<i>"Alles gut!"</i><br />
Eine männliche Stimme.<br />
Pause.<br />
Stille.<br />
<br />
<i>"Der Balken war sowieso kaputt!"</i><br />
<br />
Malachi verzog das Gesicht.<br />
Von irgendwo weiter hinten kam trocken: "Jetzt auf jeden Fall."<br />
<br />
Gelächter brandete durch die Hütte, bevor der Lärm beinahe genauso schnell wieder anschwoll wie zuvor.<br />
<br />
Es war Chaos.<br />
Kein wirkliches Chaos.<br />
Aber irgendwie doch Chaos.<br />
<br />
An der Seitenwand hing mittlerweile Neelas dritte überarbeitete Aufgabenübersicht. Farbliche Markierungen zeigten, welche Bereiche erledigt waren, wo Material fehlte und welche Gruppen einander zuarbeiteten. Werkzeuge hatten feste Ablageplätze bekommen, damit nicht permanent gesucht wurde. Zwei Clanmitglieder hielten den Materialbestand im Auge und irgendwo existierte sogar ein Plan darüber, wer wann Pause machen sollte.<br />
<br />
Dass sich trotzdem niemand vollständig daran hielt, war wahrscheinlich unvermeidlich.<br />
Bären waren gut darin, gemeinsam zu arbeiten.<br />
<br />
Sie waren nur nicht besonders gut darin, dabei leise zu sein.<br />
Malachi trat durch die offene Haustür hinaus auf die Veranda und sofort schlug ihm ein Gemisch aus Gerüchen entgegen.<br />
<br />
Frisch geschliffenes Holz.<br />
Lasur.<br />
Erde.<br />
Schweiß.<br />
Sonnenwarmes Laub.<br />
Gegrilltes Fleisch.<br />
Kaffee.<br />
<br />
Und darunter die unzähligen individuellen Witterungen der Clanmitglieder, die sich zu etwas verbanden, das sein Bär sofort erkannte.<br />
<br />
<i>Zuhause.</i><br />
<br />
Das Tier in seinem Inneren wurde für einen Augenblick vollkommen ruhig und Malachi ignorierte es nicht.<br />
Früher hätte er es vielleicht getan, aber mittlerweile wusste er es besser.<br />
<br />
Vor der Hütte erstreckte sich ein Bild, das wahrscheinlich jeden Außenstehenden vollkommen überfordert hätte.<br />
<br />
Auf der linken Seite arbeiteten mehrere Clanmitglieder an der Veranda. Ein Teil der alten Bretter war bereits ausgetauscht worden, während andere gerade abgeschliffen wurden. Zwei Männer kümmerten sich um einen der tragenden Balken. Weiter hinten strich eine Gruppe bereits die fertig bearbeiteten Bereiche mit einer Lasur, die das Holz gegen Feuchtigkeit, Schädlinge und die nächsten Jahrzehnte schützen sollte.<br />
<br />
Auf der rechten Seite des Grundstücks stand ein langer improvisierter Tisch unter mehreren Sonnensegeln.<br />
Oder vielmehr mehrere Tische.<br />
<br />
Darauf türmten sich Getränke, belegte Brote, Salate, Obst, Fleisch, Kuchen und eine Menge anderer Dinge, die Alaya vermutlich unter dem harmlosen Begriff kleine Verpflegung zusammengefasst hatte.<br />
<br />
Malachi wusste inzwischen, dass man solche Aussagen niemals wörtlich nehmen durfte.<br />
Vor allem nicht von Müttern.<br />
<br />
Die Frauen, die dort das Kommando übernommen hatten, kümmerten sich jedoch nicht ausschließlich um Essen.<br />
Sie beobachteten.<br />
<br />
<b>Alles. Und. Jeden.</b><br />
<br />
Malachi hatte keine Ahnung, wie sie das machten.<br />
<br />
Einige unterhielten sich, eine schnitt Gemüse, eine andere füllte Getränkebehälter auf und gleichzeitig schien jede einzelne von ihnen exakt zu wissen, wann irgendwo jemand drohte, eine fragwürdige Entscheidung zu treffen.<br />
<br />
<i>"Nicht auf die Lehne!"</i>, erklang die rauchige Frauenstimme mit dem schweren, russischen Akzent.<br />
<br />
Ein Jugendlicher, der gerade einen Fuß auf einen Stuhl gestellt hatte, erstarrte.<br />
Langsam setzte er ihn wieder ab.<br />
<br />
Alaya sah nicht einmal zu ihm. Dennoch kam ein <i>"Danke."</i> und der Junge nickte nur knapp. Und irritiert.<br />
<br />
Malachi musste grinsen.<br />
<br />
Es gab Formen von Dominanz, gegen die selbst extrem dominante Bären klug genug waren, nicht anzukämpfen.<br />
<br />
Mütter gehörten dazu.<br />
Noch durften sie sich überwiegend draußen aufhalten.<br />
<br />
Malachi vermutete, dass Neela diesen Teil der Planung bewusst nach hinten geschoben hatte.<br />
<br />
<ul><li>Zuerst Bauarbeiten.<br />
<li>Dann Grundreinigung.<br />
<li>Dann Einrichtung.</ul>
<br />
Und erst ganz am Ende würden Alaya und ihre kleine Armee losgelassen werden, um der Hütte den letzten Schliff zu verpassen. Dabei hatte man mehrfach und sehr ausdrücklich betont, dass der letzte Schliff den beiden Männern entsprechen sollte, die hier wohnen würden.<br />
<br />
Kein Tüll.<br />
Keine dekorativen Rüschen.<br />
Keine absurden Mengen an Kissen.<br />
Kein Rosa.<br />
<br />
Alaya hatte daraufhin mit leicht beleidigter Miene erklärt, sie verfüge durchaus über Geschmack.<br />
Niemand hatte gewagt, darauf zu antworten.<br />
Wahrscheinlich aus Selbsterhaltungstrieb.<br />
<br />
Malachi ließ seinen Blick über das Grundstück wandern.<br />
Das hier war mehr als irgendeine Renovierung.<br />
<br />
Es war auch kein Arbeitseinsatz, obwohl es sich organisatorisch problemlos mit einem solchen messen konnte.<br />
<br />
Es war ein Geburtstagsgeschenk.<br />
Für Cree.<br />
<br />
Und gleichzeitig etwas anderes.<br />
Etwas, das niemand offiziell ausgesprochen hatte, weil es vollkommen überflüssig gewesen wäre.<br />
<br />
Kade gehörte hierher.<br />
<br />
Ob der Mediale selbst bereits bereit war, diesen Umstand anzuerkennen, interessierte offensichtlich niemanden besonders.<br />
Das Paarungsband mochte noch offen sein.<br />
Kade mochte noch nicht offiziell eingewilligt haben.<br />
Der Clan hatte seine Entscheidung offenbar längst getroffen.<br />
<br />
Es war nicht Crees Hütte.<br />
Es war ihre.<br />
<br />
Die Möbel wurden für zwei Männer ausgesucht.<br />
Die Vorräte für zwei Bewohner aufgefüllt.<br />
<br />
Bei den Umbauten war darauf geachtet worden, dass sowohl Cree als auch Kade sich hier wohlfühlen konnten.<br />
<br />
Niemand behandelte den Medialen wie einen vorübergehenden Gast.<br />
Niemand richtete ihm irgendeine symbolische Ecke ein, die man später wieder entfernen konnte.<br />
<br />
<br />
Malachi spürte, wie sich etwas Warmes in seiner Brust ausbreitete und sein Bär brummte zufrieden. So funktionierte Familie.<br />
Man konnte sich gegen vieles wehren.<br />
<br />
Aber gegen einen Clan voller Bären, der beschlossen hatte, jemanden zu adoptieren? Viel Glück.<br />
<br />
<i>"Mal!"</i> Er drehte den Kopf in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war und suchte nach demjenigen, der ihn gerufen hatte.<br />
Jake stand einige Meter entfernt bei einer geöffneten Versorgungsklappe und hatte drei jüngere Soldaten um sich versammelt. Der Eisbär deutete mit einer Hand auf irgendein Bauteil, während er mit der anderen eine schematische Darstellung auf einem Tablet vergrößerte.<br />
Malachi hob fragend die Brauen.<br />
<br />
Jake deutete nur mit zwei Fingern auf seine eigenen Augen und anschließend auf die jungen Männer, als wolle er sagen: Die hier hab ich im Blick.<br />
Malachi nickte.<br />
<br />
Das war vermutlich auch notwendig.<br />
<br />
Das Wassersystem der Hütte war eine kleine Besonderheit. Alt genug, um empfindlich zu sein, aber auf eine Weise konstruiert, die eine komplette Erneuerung unnötig gemacht hatte. Stattdessen hatte man es modernisiert, mehrere Komponenten ersetzt und mit einem effizienteren Aufbereitungs- und Kreislaufsystem verbunden.<br />
<br />
Was wiederum bedeutete, dass man wissen sollte, was man tat. <br />
<!-- start: charactertagger_tag_link -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=65" id="tag-18" class="tag" title="Jake Bressett" data-uid="65">Jake</a>
<!-- end: charactertagger_tag_link --> wusste es.<br />
<br />
Ob seine drei Schüler es wussten, würde sich vermutlich noch zeigen.<br />
Einer von ihnen griff nach einem Ventil.<br />
Jake schlug ihm leicht auf die Finger.<br />
<br />
"Ich wollte nur—"<br />
<i>"Nein."</i><br />
<br />
Malachi grinste.<br />
<br />
Er würde später nachsehen, ob Jake noch Hilfe brauchte.<br />
Im Moment sah es jedoch so aus, als hätte der Eisbär die Situation unter Kontrolle.<br />
<br />
Sein Blick wanderte weiter.<br />
<br />
Nur wenige Meter entfernt erkannte er Romeo. Der Schwarzbär stand etwas abseits vom unmittelbaren Arbeitsbereich und unterhielt sich mit Jericho. <br />
<br />
Malachi kannte den Wapiti nicht besonders gut.<br />
Doch er wusste genug über ihn.<br />
Wildhüter und - wenn er es recht im Kopf hatte - Soldat im mittleren Rang.<br />
<br />
Ein Mann, der große Teile seiner Zeit damit verbrachte, die Tierwelt des Reviers zu überwachen und gleichzeitig bei den Arbeiten rund um Aufforstung und Erhaltung der Wälder mitzuwirken. Zusammen mit Crees Vater Eamon.<br />
<br />
Ein wichtiges Mitglied des Clans.<br />
<br />
Und vermutlich gerade deshalb fiel Malachi sofort auf, wie sorgfältig Romeo seine eigene Dominanz zurückhielt.<br />
Nicht vollständig, denn das wäre kaum möglich gewesen. Aber genug, um den Bullen nicht in Bedrängnis zu bringen und den immensen Unterschied zwischen Raub- und Fluchttier herauszufordern.<br />
<br />
Jericho stand entspannt.<br />
<br />
Naja ... Nicht vollkommen, dafür waren dann doch zu viele dominante Raubtiere auf engem Raum versammelt. Mann und Bär konnten die unterschwellige Aufmerksamkeit in seiner Haltung erkennen, das instinktive Bewusstsein eines Herdentiers, das von Wesen umgeben war, deren animalischer Instinkt vollkommen anders funktionierte als der eigene.<br />
<br />
Doch niemand drängte ihn und niemand kam ihm unnötig nahe.<br />
Selbst die Laufwege um die beiden Männer herum wirkten einen Hauch großzügiger.<br />
<br />
Wobei er nicht mit Sicherheit sagen konnte, ob es aus Rücksicht vor Jericho geschah, oder weil man Romeo nicht auf die Pelle rücken wollte, der trotz seiner umgänglichen Art ein 'No-Bullshit-Taker' war. <br />
<br />
Malachi mochte das.<br />
<br />
Vielleicht gerade deshalb, weil es kaum auffiel.<br />
<br />
Er war jahrelang durch die Welt gereist. Hatte Rudel kennengelernt, Clans besucht, mit Gemeinschaften verhandelt, deren Zusammenleben auf vollkommen unterschiedlichen Hierarchien und Traditionen basierte.<br />
<br />
Überall hatte man von Loyalität gesprochen.<br />
<br />
Von Stärke.<br />
Von Zusammenhalt.<br />
Doch am Ende zeigte sich die Qualität einer Gemeinschaft selten in großen Reden.<br />
<br />
Sie zeigte sich darin, ob jemand bemerkte, dass einer ihrer Soldaten zwischen dreißig Raubtieren stand und vielleicht einen halben Meter mehr Raum gebrauchen konnte.<br />
<br />
Darin, dass jemand frisches Essen in einen Kühlschrank stellte, wenn ein Clanmitglied nach Jahren nach Hause kam.<br />
<br />
Oder darin, dass dutzende Menschen einen freien Tag opferten, um innerhalb weniger Stunden eine alte Hütte in ein Zuhause zu verwandeln, nur damit ihr Alpha am Abend vor seiner Tür stand und begriff, dass er verdammt noch mal nicht alles alleine tragen musste.<br />
<br />
Malachi atmete langsam aus, dann setzte er sich in Bewegung.<br />
<br />
Er wich einem jungen Mann aus, der zwei lange Bretter auf der Schulter trug, fing im Vorbeigehen eine Wasserflasche auf, die ihm jemand ohne Vorwarnung zuwarf, und duckte sich unter einem Stromkabel hinweg, das gerade von einer Seite des Grundstücks zur anderen getragen wurde.<br />
<br />
<i>"Malachi! Hast du gegessen?"</i>, wandte sich die rauchige Stimme nun an ihn.<br />
Er blieb nicht stehen, sondern antwortete der Mutter im Laufen: <ina>"Ja!"</ina><br />
Eine Sekunde Stille. Als würde sie abwägen und das Kollektivhirn der Mütter anzapfen. Dann: <i>"Wann?"</i><br />
<br />
Verdammt.<br />
<br />
Er sah über seine Schulter.<br />
Alaya stand mit verschränkten Armen hinter dem Tisch.<br />
Malachi hob die Wasserflasche ein wenig an. <ina>Ich arbeite daran.“</ina><br />
Ihr Blick wurde schmal. <i>"Das ist Wasser."</i><br />
<ina>"Ich sehe, dass dir nichts entgeht."</ina><br />
<i>"Malachi."</i><br />
Er grinste und versprach: <ina>"Gleich."</ina><br />
<br />
Sie zeigte auf ihn.<br />
Dann auf den Tisch.<br />
Eine vollkommen unmissverständliche Drohung.<br />
<br />
Malachi hob beschwichtigend die freie Hand und setzte seinen Weg fort.<br />
<br />
Romeo hatte ihn inzwischen bemerkt.<br />
Jericho ebenfalls.<br />
<br />
Je näher Malachi kam, desto deutlicher konnte er einzelne Gesprächsfetzen aus dem allgemeinen Lärm herausfiltern, verstand jedoch nicht genug, um zu wissen, worüber die beiden gesprochen hatten. Also versuchte er es auch gar nicht erst. Er blieb in angenehmem Abstand vor den beiden Männern stehen und ließ seinen Blick kurz zwischen Romeo und Jericho wandern.<br />
<br />
Hinter ihnen erklang erneut ein lautes Krachen.<br />
Diesmal folgte unmittelbar: "Fuck!"<br />
Dann: "Alles okay!"<br />
<br />
Malachi wartete einen Moment, ehe er fragte: <ina>"Sollten wir nachsehen?"</ina><br />
Romeo blickte in die entsprechende Richtung.<br />
Jericho ebenfalls.<br />
<br />
Ein weiterer Ruf erklang: "Hat jemand einen zweiten Hammer?!"<br />
<br />
<ina>"Dann offenbar nicht."</ina>, schnaubte Malachi leise und konzentrierte sich wieder auf die beiden Männer.<br />
<ina>"Küche steht."</ina> Er hob kurz die Wasserflasche an, bevor er sie öffnete. <ina>"Jake hält da hinten gerade einen Einführungskurs darüber, wie man Cree nicht versehentlich die Wasserversorgung sprengt, und solange keiner seiner Schüler besonders kreativ wird, sieht es aus, als hätte er das unter Kontrolle."</ina><br />
<br />
Er nahm einen Schluck aus der Wasserflasche.<br />
Hinter Romeo bewegten zwei Frauen eine große Zimmerpflanze quer über das Grundstück.<br />
<br />
Eine Zimmerpflanze. <br />
Natürlich.<br />
Die Mütter infiltrierten bereits das Gebäude.<br />
Verdammte Profis.<br />
<br />
Seine Aufmerksamkeit kehrte zu Romeo und Jericho zurück.<br />
<br />
<ina>"Also."</ina> Er schraubte den Deckel wieder auf die Flasche. <ina>"Braucht ihr noch irgendwo zwei Hände?"</ina><br />
Eine kurze Pause. Dann verzog sich sein Mundwinkel. <ina>"Bevor Alaya mich zum Essen zwingt und ich für die nächsten zwanzig Minuten als Arbeitskraft ausfalle."</ina>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Wenn man Malachi gefragt hätte, wann genau aus einer vergleichsweise simplen Renovierung eine militärisch organisierte Großoperation geworden war, hätte er vermutlich keine vernünftige Antwort darauf geben können.<br />
<br />
Vielleicht in dem Moment, in dem Neela begonnen hatte, Aufgabenlisten zu verteilen.<br />
<br />
Vielleicht auch erst, als Alaya eben jene Aufgabenlisten kommentarlos an sich genommen, an einigen Stellen durchgestrichen, ergänzt und anschließend mit einer Selbstverständlichkeit zurückgegeben hatte, die keinen Zweifel daran ließ, dass selbst eine Stellvertreterin gut beraten war, einer dominanten Bärenmutter nicht zu widersprechen, wenn diese beschlossen hatte, dass sechs Bleche Gebäck für eine Horde körperlich arbeitender Gestaltwandler vollkommen unzureichend waren.<br />
<br />
Wahrscheinlich jedoch hatte das Schicksal der kleinen Hütte bereits lange vorher festgestanden.<br />
<br />
Spätestens in dem Augenblick, in dem irgendjemand im Clan erfahren hatte, welche Cree sich ausgesucht hatte.<br />
<br />
Sie lag - für einen Erwachsenen - nur wenige Minuten von der Höhle entfernt, eingebettet zwischen hohen Bäumen und weit genug vom Zentrum des Reviers entfernt, um tatsächlich so etwas wie Privatsphäre zu ermöglichen. Ein nicht vollkommen unwesentlicher Faktor, wenn man bedachte, dass vor allem die jüngeren Clanmitglieder dazu neigten, die Nähe ihres Alphas zu suchen, sobald sie wussten, wo sie ihn finden konnten.<br />
<br />
Cree liebte den Clan.<br />
<br />
Aber wahrscheinlich liebte er ihn erheblich mehr, wenn nicht jeden Morgen drei Kinder, zwei Jugendliche und irgendein erwachsener Bär mit einer vollkommen fadenscheinigen Begründung vor seiner Haustür standen.<br />
<br />
Malachi konnte es ihm nicht verübeln. Sein eigener Bär hätte wahrscheinlich spätestens am dritten Tag angefangen, Besucher mit gezielten Blicken vom Grundstück zu vertreiben. Und Steinen.<br />
<br />
Allerdings hatte die gewünschte Abgeschiedenheit ihren Preis gehabt. <br />
<br />
Die Hütte war nicht heruntergekommen. Zumindest nicht, wenn man den Begriff großzügig auslegte. Sie war nur...<br />
<br />
Malachi ließ den Blick über die offene Küche gleiten, deren alte Fronten mittlerweile vollständig verschwunden waren ... vernachlässigt gewesen.<br />
<br />
<i>Sehr</i> vernachlässigt.<br />
<br />
Jahrelang hatte hier niemand gewohnt, der mehr getan hatte, als notwendige Reparaturen durchführen zu lassen. Das Holz war grundsätzlich gesund gewesen, die Konstruktion stabil, das Dach dicht. Doch die Veranda hatte bessere Jahrzehnte gesehen, einzelne Dielen hatten ausgetauscht werden müssen und Teile des Geländers waren so mürbe gewesen, dass selbst ein menschliches Kind vermutlich ausreichend Kraft besessen hätte, sie aus ihrer Verankerung zu reißen.<br />
<br />
Die Elektrik war funktionstüchtig gewesen. Wenn man unter funktionstüchtig verstand, dass noch niemand daran gestorben war.<br />
<br />
Das Wassersystem war empfindlich. <br />
Die Küche alt.<br />
Einige Fenster mussten neu abgedichtet werden.<br />
<br />
Und irgendwo draußen fluchte seit mindestens fünf Minuten jemand in derart kreativen Wortkombinationen, dass Malachi langsam neugierig wurde, was dort eigentlich schiefging.<br />
<br />
Er schob die letzte Schublade der neuen Küchenzeile zurück.<br />
<br />
Sie glitt geräuschlos in ihre Führung.<br />
<br />
Noch einmal.<br />
Raus.<br />
Rein.<br />
Perfekt.<br />
<br />
Zufrieden trat er einen halben Schritt zurück.<br />
<br />
Die ursprünglichen Küchenschränke waren nicht vollständig ersetzt worden. Das hätte dem Charakter der Hütte widersprochen, und irgendwie hatte niemand gewollt, dass Cree anschließend in einem Heim lebte, das aussah, als wäre es gestern aus irgendeinem Einrichtungskatalog gefallen.<br />
<br />
Also hatte man erhalten, was erhaltenswert gewesen war.<br />
<br />
Massive Holzkorpusse waren abgeschliffen, beschädigte Stellen ersetzt und die Fronten überarbeitet worden. Moderne Auszüge, neue Scharniere und eine deutlich sinnvollere Innenaufteilung hatten dafür gesorgt, dass die Küche mittlerweile technisch kaum noch etwas mit ihrem ursprünglichen Zustand gemeinsam hatte, äußerlich jedoch noch immer zu der rustikalen Hütte passte.<br />
<br />
Malachi legte die Hand auf die Arbeitsplatte und überprüfte mit leichtem Druck noch einmal ihren Sitz.<br />
<br />
<i>"Wenn du das Ding noch einmal kontrollierst, wächst es davon auch nicht fester."</i><br />
Er hob den Kopf und blickte in große braune Augen, vor die sich eine widerspenstige Locke schob. Eine der Mütter, deren Namen ihm gerade entfallen war, balancierte zwei Körbe voller sauberer Geschirrtücher durch den Raum und grinste ihn an.<br />
<br />
Malachi sah zurück auf die Platte.<br />
Dann wieder zu ihr.<br />
<br />
<ina>"Du weißt nicht, wie motivierend Kontrolle wirken kann."</ina>, gab er zurück und beschloss sich der nächsten Aufgabe zuzuwenden.<br />
Ihr Lachen folgte ihm noch, als er sich von der Küchenzeile abwandte.<br />
<br />
Die Küche war ohnehin nicht mehr sein Problem.<br />
Zumindest offiziell.<br />
<br />
Was in diesem Haus wenig bedeutete.<br />
<br />
Überall arbeiteten Menschen, Mediale und Gestaltwandler gleichzeitig an Dingen, die irgendwann auf einer Liste gestanden hatten und inzwischen längst in eine Vielzahl kleinerer Aufgaben zerfallen waren.<br />
<br />
Zwei Männer knieten vor einer Wand und verschwanden bis zu den Schultern hinter einer geöffneten Verkleidung, während eine Frau neben ihnen irgendeinen Messwert vorlas. Im Wohnzimmer stand ein halb aufgebautes Regal, dessen Einzelteile sich über einen erstaunlich großen Bereich des Fußbodens verteilten. Dazwischen bewegten sich Clanmitglieder mit Werkzeugen, Kartons, Kabeln, Stoffen, Lebensmitteln und Dingen, deren Zweck Malachi nicht auf den ersten Blick bestimmen konnte.<br />
<br />
Ein junger Soldat lief mit einem zusammengerollten Teppich vorbei.<br />
Hinter ihm folgte ein Mädchen mit einem Akkuschrauber.<br />
<br />
<i>"Der gehört nicht dir!"</i><br />
"Jetzt schon!"<br />
<i>"NADIA!"</i><br />
<br />
Malachi schnaubte leise.<br />
Niemand reagierte darauf.<br />
<br />
Vermutlich, weil ungefähr gleichzeitig draußen ein lautes Krachen erklang.<br />
<br />
Für einen kurzen Moment wurde es still.<br />
Nicht vollkommen.<br />
Aber ausreichend, um zu wissen, dass etwas nicht nach Plan lief.<br />
<br />
Mehrere Köpfe drehten sich in Richtung der geöffneten Haustür.<br />
<br />
<i>"Alles gut!"</i><br />
Eine männliche Stimme.<br />
Pause.<br />
Stille.<br />
<br />
<i>"Der Balken war sowieso kaputt!"</i><br />
<br />
Malachi verzog das Gesicht.<br />
Von irgendwo weiter hinten kam trocken: "Jetzt auf jeden Fall."<br />
<br />
Gelächter brandete durch die Hütte, bevor der Lärm beinahe genauso schnell wieder anschwoll wie zuvor.<br />
<br />
Es war Chaos.<br />
Kein wirkliches Chaos.<br />
Aber irgendwie doch Chaos.<br />
<br />
An der Seitenwand hing mittlerweile Neelas dritte überarbeitete Aufgabenübersicht. Farbliche Markierungen zeigten, welche Bereiche erledigt waren, wo Material fehlte und welche Gruppen einander zuarbeiteten. Werkzeuge hatten feste Ablageplätze bekommen, damit nicht permanent gesucht wurde. Zwei Clanmitglieder hielten den Materialbestand im Auge und irgendwo existierte sogar ein Plan darüber, wer wann Pause machen sollte.<br />
<br />
Dass sich trotzdem niemand vollständig daran hielt, war wahrscheinlich unvermeidlich.<br />
Bären waren gut darin, gemeinsam zu arbeiten.<br />
<br />
Sie waren nur nicht besonders gut darin, dabei leise zu sein.<br />
Malachi trat durch die offene Haustür hinaus auf die Veranda und sofort schlug ihm ein Gemisch aus Gerüchen entgegen.<br />
<br />
Frisch geschliffenes Holz.<br />
Lasur.<br />
Erde.<br />
Schweiß.<br />
Sonnenwarmes Laub.<br />
Gegrilltes Fleisch.<br />
Kaffee.<br />
<br />
Und darunter die unzähligen individuellen Witterungen der Clanmitglieder, die sich zu etwas verbanden, das sein Bär sofort erkannte.<br />
<br />
<i>Zuhause.</i><br />
<br />
Das Tier in seinem Inneren wurde für einen Augenblick vollkommen ruhig und Malachi ignorierte es nicht.<br />
Früher hätte er es vielleicht getan, aber mittlerweile wusste er es besser.<br />
<br />
Vor der Hütte erstreckte sich ein Bild, das wahrscheinlich jeden Außenstehenden vollkommen überfordert hätte.<br />
<br />
Auf der linken Seite arbeiteten mehrere Clanmitglieder an der Veranda. Ein Teil der alten Bretter war bereits ausgetauscht worden, während andere gerade abgeschliffen wurden. Zwei Männer kümmerten sich um einen der tragenden Balken. Weiter hinten strich eine Gruppe bereits die fertig bearbeiteten Bereiche mit einer Lasur, die das Holz gegen Feuchtigkeit, Schädlinge und die nächsten Jahrzehnte schützen sollte.<br />
<br />
Auf der rechten Seite des Grundstücks stand ein langer improvisierter Tisch unter mehreren Sonnensegeln.<br />
Oder vielmehr mehrere Tische.<br />
<br />
Darauf türmten sich Getränke, belegte Brote, Salate, Obst, Fleisch, Kuchen und eine Menge anderer Dinge, die Alaya vermutlich unter dem harmlosen Begriff kleine Verpflegung zusammengefasst hatte.<br />
<br />
Malachi wusste inzwischen, dass man solche Aussagen niemals wörtlich nehmen durfte.<br />
Vor allem nicht von Müttern.<br />
<br />
Die Frauen, die dort das Kommando übernommen hatten, kümmerten sich jedoch nicht ausschließlich um Essen.<br />
Sie beobachteten.<br />
<br />
<b>Alles. Und. Jeden.</b><br />
<br />
Malachi hatte keine Ahnung, wie sie das machten.<br />
<br />
Einige unterhielten sich, eine schnitt Gemüse, eine andere füllte Getränkebehälter auf und gleichzeitig schien jede einzelne von ihnen exakt zu wissen, wann irgendwo jemand drohte, eine fragwürdige Entscheidung zu treffen.<br />
<br />
<i>"Nicht auf die Lehne!"</i>, erklang die rauchige Frauenstimme mit dem schweren, russischen Akzent.<br />
<br />
Ein Jugendlicher, der gerade einen Fuß auf einen Stuhl gestellt hatte, erstarrte.<br />
Langsam setzte er ihn wieder ab.<br />
<br />
Alaya sah nicht einmal zu ihm. Dennoch kam ein <i>"Danke."</i> und der Junge nickte nur knapp. Und irritiert.<br />
<br />
Malachi musste grinsen.<br />
<br />
Es gab Formen von Dominanz, gegen die selbst extrem dominante Bären klug genug waren, nicht anzukämpfen.<br />
<br />
Mütter gehörten dazu.<br />
Noch durften sie sich überwiegend draußen aufhalten.<br />
<br />
Malachi vermutete, dass Neela diesen Teil der Planung bewusst nach hinten geschoben hatte.<br />
<br />
<ul><li>Zuerst Bauarbeiten.<br />
<li>Dann Grundreinigung.<br />
<li>Dann Einrichtung.</ul>
<br />
Und erst ganz am Ende würden Alaya und ihre kleine Armee losgelassen werden, um der Hütte den letzten Schliff zu verpassen. Dabei hatte man mehrfach und sehr ausdrücklich betont, dass der letzte Schliff den beiden Männern entsprechen sollte, die hier wohnen würden.<br />
<br />
Kein Tüll.<br />
Keine dekorativen Rüschen.<br />
Keine absurden Mengen an Kissen.<br />
Kein Rosa.<br />
<br />
Alaya hatte daraufhin mit leicht beleidigter Miene erklärt, sie verfüge durchaus über Geschmack.<br />
Niemand hatte gewagt, darauf zu antworten.<br />
Wahrscheinlich aus Selbsterhaltungstrieb.<br />
<br />
Malachi ließ seinen Blick über das Grundstück wandern.<br />
Das hier war mehr als irgendeine Renovierung.<br />
<br />
Es war auch kein Arbeitseinsatz, obwohl es sich organisatorisch problemlos mit einem solchen messen konnte.<br />
<br />
Es war ein Geburtstagsgeschenk.<br />
Für Cree.<br />
<br />
Und gleichzeitig etwas anderes.<br />
Etwas, das niemand offiziell ausgesprochen hatte, weil es vollkommen überflüssig gewesen wäre.<br />
<br />
Kade gehörte hierher.<br />
<br />
Ob der Mediale selbst bereits bereit war, diesen Umstand anzuerkennen, interessierte offensichtlich niemanden besonders.<br />
Das Paarungsband mochte noch offen sein.<br />
Kade mochte noch nicht offiziell eingewilligt haben.<br />
Der Clan hatte seine Entscheidung offenbar längst getroffen.<br />
<br />
Es war nicht Crees Hütte.<br />
Es war ihre.<br />
<br />
Die Möbel wurden für zwei Männer ausgesucht.<br />
Die Vorräte für zwei Bewohner aufgefüllt.<br />
<br />
Bei den Umbauten war darauf geachtet worden, dass sowohl Cree als auch Kade sich hier wohlfühlen konnten.<br />
<br />
Niemand behandelte den Medialen wie einen vorübergehenden Gast.<br />
Niemand richtete ihm irgendeine symbolische Ecke ein, die man später wieder entfernen konnte.<br />
<br />
<br />
Malachi spürte, wie sich etwas Warmes in seiner Brust ausbreitete und sein Bär brummte zufrieden. So funktionierte Familie.<br />
Man konnte sich gegen vieles wehren.<br />
<br />
Aber gegen einen Clan voller Bären, der beschlossen hatte, jemanden zu adoptieren? Viel Glück.<br />
<br />
<i>"Mal!"</i> Er drehte den Kopf in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war und suchte nach demjenigen, der ihn gerufen hatte.<br />
Jake stand einige Meter entfernt bei einer geöffneten Versorgungsklappe und hatte drei jüngere Soldaten um sich versammelt. Der Eisbär deutete mit einer Hand auf irgendein Bauteil, während er mit der anderen eine schematische Darstellung auf einem Tablet vergrößerte.<br />
Malachi hob fragend die Brauen.<br />
<br />
Jake deutete nur mit zwei Fingern auf seine eigenen Augen und anschließend auf die jungen Männer, als wolle er sagen: Die hier hab ich im Blick.<br />
Malachi nickte.<br />
<br />
Das war vermutlich auch notwendig.<br />
<br />
Das Wassersystem der Hütte war eine kleine Besonderheit. Alt genug, um empfindlich zu sein, aber auf eine Weise konstruiert, die eine komplette Erneuerung unnötig gemacht hatte. Stattdessen hatte man es modernisiert, mehrere Komponenten ersetzt und mit einem effizienteren Aufbereitungs- und Kreislaufsystem verbunden.<br />
<br />
Was wiederum bedeutete, dass man wissen sollte, was man tat. <br />
<!-- start: charactertagger_tag_link -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=65" id="tag-18" class="tag" title="Jake Bressett" data-uid="65">Jake</a>
<!-- end: charactertagger_tag_link --> wusste es.<br />
<br />
Ob seine drei Schüler es wussten, würde sich vermutlich noch zeigen.<br />
Einer von ihnen griff nach einem Ventil.<br />
Jake schlug ihm leicht auf die Finger.<br />
<br />
"Ich wollte nur—"<br />
<i>"Nein."</i><br />
<br />
Malachi grinste.<br />
<br />
Er würde später nachsehen, ob Jake noch Hilfe brauchte.<br />
Im Moment sah es jedoch so aus, als hätte der Eisbär die Situation unter Kontrolle.<br />
<br />
Sein Blick wanderte weiter.<br />
<br />
Nur wenige Meter entfernt erkannte er Romeo. Der Schwarzbär stand etwas abseits vom unmittelbaren Arbeitsbereich und unterhielt sich mit Jericho. <br />
<br />
Malachi kannte den Wapiti nicht besonders gut.<br />
Doch er wusste genug über ihn.<br />
Wildhüter und - wenn er es recht im Kopf hatte - Soldat im mittleren Rang.<br />
<br />
Ein Mann, der große Teile seiner Zeit damit verbrachte, die Tierwelt des Reviers zu überwachen und gleichzeitig bei den Arbeiten rund um Aufforstung und Erhaltung der Wälder mitzuwirken. Zusammen mit Crees Vater Eamon.<br />
<br />
Ein wichtiges Mitglied des Clans.<br />
<br />
Und vermutlich gerade deshalb fiel Malachi sofort auf, wie sorgfältig Romeo seine eigene Dominanz zurückhielt.<br />
Nicht vollständig, denn das wäre kaum möglich gewesen. Aber genug, um den Bullen nicht in Bedrängnis zu bringen und den immensen Unterschied zwischen Raub- und Fluchttier herauszufordern.<br />
<br />
Jericho stand entspannt.<br />
<br />
Naja ... Nicht vollkommen, dafür waren dann doch zu viele dominante Raubtiere auf engem Raum versammelt. Mann und Bär konnten die unterschwellige Aufmerksamkeit in seiner Haltung erkennen, das instinktive Bewusstsein eines Herdentiers, das von Wesen umgeben war, deren animalischer Instinkt vollkommen anders funktionierte als der eigene.<br />
<br />
Doch niemand drängte ihn und niemand kam ihm unnötig nahe.<br />
Selbst die Laufwege um die beiden Männer herum wirkten einen Hauch großzügiger.<br />
<br />
Wobei er nicht mit Sicherheit sagen konnte, ob es aus Rücksicht vor Jericho geschah, oder weil man Romeo nicht auf die Pelle rücken wollte, der trotz seiner umgänglichen Art ein 'No-Bullshit-Taker' war. <br />
<br />
Malachi mochte das.<br />
<br />
Vielleicht gerade deshalb, weil es kaum auffiel.<br />
<br />
Er war jahrelang durch die Welt gereist. Hatte Rudel kennengelernt, Clans besucht, mit Gemeinschaften verhandelt, deren Zusammenleben auf vollkommen unterschiedlichen Hierarchien und Traditionen basierte.<br />
<br />
Überall hatte man von Loyalität gesprochen.<br />
<br />
Von Stärke.<br />
Von Zusammenhalt.<br />
Doch am Ende zeigte sich die Qualität einer Gemeinschaft selten in großen Reden.<br />
<br />
Sie zeigte sich darin, ob jemand bemerkte, dass einer ihrer Soldaten zwischen dreißig Raubtieren stand und vielleicht einen halben Meter mehr Raum gebrauchen konnte.<br />
<br />
Darin, dass jemand frisches Essen in einen Kühlschrank stellte, wenn ein Clanmitglied nach Jahren nach Hause kam.<br />
<br />
Oder darin, dass dutzende Menschen einen freien Tag opferten, um innerhalb weniger Stunden eine alte Hütte in ein Zuhause zu verwandeln, nur damit ihr Alpha am Abend vor seiner Tür stand und begriff, dass er verdammt noch mal nicht alles alleine tragen musste.<br />
<br />
Malachi atmete langsam aus, dann setzte er sich in Bewegung.<br />
<br />
Er wich einem jungen Mann aus, der zwei lange Bretter auf der Schulter trug, fing im Vorbeigehen eine Wasserflasche auf, die ihm jemand ohne Vorwarnung zuwarf, und duckte sich unter einem Stromkabel hinweg, das gerade von einer Seite des Grundstücks zur anderen getragen wurde.<br />
<br />
<i>"Malachi! Hast du gegessen?"</i>, wandte sich die rauchige Stimme nun an ihn.<br />
Er blieb nicht stehen, sondern antwortete der Mutter im Laufen: <ina>"Ja!"</ina><br />
Eine Sekunde Stille. Als würde sie abwägen und das Kollektivhirn der Mütter anzapfen. Dann: <i>"Wann?"</i><br />
<br />
Verdammt.<br />
<br />
Er sah über seine Schulter.<br />
Alaya stand mit verschränkten Armen hinter dem Tisch.<br />
Malachi hob die Wasserflasche ein wenig an. <ina>Ich arbeite daran.“</ina><br />
Ihr Blick wurde schmal. <i>"Das ist Wasser."</i><br />
<ina>"Ich sehe, dass dir nichts entgeht."</ina><br />
<i>"Malachi."</i><br />
Er grinste und versprach: <ina>"Gleich."</ina><br />
<br />
Sie zeigte auf ihn.<br />
Dann auf den Tisch.<br />
Eine vollkommen unmissverständliche Drohung.<br />
<br />
Malachi hob beschwichtigend die freie Hand und setzte seinen Weg fort.<br />
<br />
Romeo hatte ihn inzwischen bemerkt.<br />
Jericho ebenfalls.<br />
<br />
Je näher Malachi kam, desto deutlicher konnte er einzelne Gesprächsfetzen aus dem allgemeinen Lärm herausfiltern, verstand jedoch nicht genug, um zu wissen, worüber die beiden gesprochen hatten. Also versuchte er es auch gar nicht erst. Er blieb in angenehmem Abstand vor den beiden Männern stehen und ließ seinen Blick kurz zwischen Romeo und Jericho wandern.<br />
<br />
Hinter ihnen erklang erneut ein lautes Krachen.<br />
Diesmal folgte unmittelbar: "Fuck!"<br />
Dann: "Alles okay!"<br />
<br />
Malachi wartete einen Moment, ehe er fragte: <ina>"Sollten wir nachsehen?"</ina><br />
Romeo blickte in die entsprechende Richtung.<br />
Jericho ebenfalls.<br />
<br />
Ein weiterer Ruf erklang: "Hat jemand einen zweiten Hammer?!"<br />
<br />
<ina>"Dann offenbar nicht."</ina>, schnaubte Malachi leise und konzentrierte sich wieder auf die beiden Männer.<br />
<ina>"Küche steht."</ina> Er hob kurz die Wasserflasche an, bevor er sie öffnete. <ina>"Jake hält da hinten gerade einen Einführungskurs darüber, wie man Cree nicht versehentlich die Wasserversorgung sprengt, und solange keiner seiner Schüler besonders kreativ wird, sieht es aus, als hätte er das unter Kontrolle."</ina><br />
<br />
Er nahm einen Schluck aus der Wasserflasche.<br />
Hinter Romeo bewegten zwei Frauen eine große Zimmerpflanze quer über das Grundstück.<br />
<br />
Eine Zimmerpflanze. <br />
Natürlich.<br />
Die Mütter infiltrierten bereits das Gebäude.<br />
Verdammte Profis.<br />
<br />
Seine Aufmerksamkeit kehrte zu Romeo und Jericho zurück.<br />
<br />
<ina>"Also."</ina> Er schraubte den Deckel wieder auf die Flasche. <ina>"Braucht ihr noch irgendwo zwei Hände?"</ina><br />
Eine kurze Pause. Dann verzog sich sein Mundwinkel. <ina>"Bevor Alaya mich zum Essen zwingt und ich für die nächsten zwanzig Minuten als Arbeitskraft ausfalle."</ina>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[The earth has music for those who listen]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=584</link>
			<pubDate>Sat, 25 Jul 2026 19:02:05 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=126">Morrigan Leveux</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=584</guid>
			<description><![CDATA[Langsam lief sie die Straße entlang. Es war ruhig, doch der anscheint rügte. Die Wärme stand bereits in den Straßen und der Samstag versprach vieles vom Tag. Vor allem in der Stadt, wenn sie herkamen zum Eis essen, sich am Stadtbrunnen abzukühlen. Zwangsläufig kamen die meisten auch am Cauldron's Secrets vorbei. Es würde ein voller Tag werden. Ein guter, aber anstrengender. Vielleicht würde sie morgen nach Kräutern suchen, ihre Energietanks auffüllen in der Natur, weit weg von all dem hektischen. Doch heute, heute würde sie sich ganz hineinstürzen. In den Laden, in die Kunden, in ihre Aufgabe. <br />
Da es warm werden würde, hatte sich Morrigan für einen <a href="https://assets.pinterest.com/ext/embed.html?id=911134568436731554">braunen luftigen Rock</a> entschieden. Dazu ein dunkles Oberteil, Bauchfrei, nur über die Brust gehend, am Hals zugeschnürt. Ihre Ohrringe waren von Jaemin, den Armreif am Oberarm hatte sie von einem kleinen Flohmarkt vor vielen Jahren entstanden, genau wie die Armreifen fürs Handgelenk, die im dunklen Braun glänzen. Ihre Schuhe waren nicht so hoch, wie sie von außen aussah und tatsächlich super bequem. <br />
Perfekt für einen Tag auf den Beinen. Gegen die Hitze des Tages würde sie gewappnet sein. Im Laden war es eh immer sehr angenehm, die dicken Mauern hielten die Wärme draußen. <br />
<br />
Sie schulterte ihre Tasche und schloss die Tür auf. <br />
Ein ganz typischer Geruch empfing sie bei der Ankunft, von Holz, altem Papier und ganz dezent, Erde. <br />
Nicht die Erde für Pflanzen, sondern ein erdiger Geruch, nach diversen Kräutern die jedoch absolut nicht penetrant als erste Note hing, sondern warm und schmeichelnd daran erinnerte, dass es abseits der Straßen eine wunderschöne Gegend gab, die von alten Bäumen und sanften Wiesen erzählte. Morrigan schloss die Augen und atmete einmal tief ein. <i>„Guten Morgen“</i>, flüsterte sie dem Laden mit einem sanften Lächeln zu und tat dann ihre routinierten Schritte. Schloss die Türen zum Lager, zur Werkstatt und zur Kasse auf, öffnete die Programme und sammelte die Dinge in kleinen rustikalen Kisten, die nach draußen konnten. Hier wurde nichts geklaut, jedenfalls nicht in den vier Jahren, in denen Morrigan Rory unterstütze.<br />
<br />
Einige Zettel verlangten ihre Aufmerksamkeit und die Nachrichten auf ihrem Kommunikator blinkten auch bereits eine Zeitlang. Es war noch früh genug, denn die ersten Kunden würden mit Sicherheit erst gegen zehn, oder später kommen. Dann, wenn sie alle ausgeschlafen hatten. Also nahm sie ihren Weg zur kleinen Küche und stellte sich das Wasser für einen Tee ein. Dann erst begann sie die Zettel zu sortieren und die Nachrichten von Rory und Jaemin, die sie über den Heutigen Tag informierten und über die Abholungen. Außerdem waren ein paar Teemischungen zur Neige gegangen und Frau Helswig benötigte ihre Salben. Wobei Morrigan den Zettel für die Salben einsteckte. Vermutlich hatte sie dazu eh keine Zeit heute. Als der Kocher das Zeichen gab, trat Mori zur Küche, holte die spezielle Teemischung für den Morgen heraus – Sunshine Morning – und öffnete das Teeei. Ihre Tasse war groß und als das heiße – nicht mehr kochende – Wasser darin eintauchte, erfüllte die Mischung die kleine Küche mit ihrem Geruch. Sanddorn, Hagebutten, Holunder. Rosmarin, Fenchel und Ringelblumen rundeten das ganze ab. Natürlich würde sie mit dem Tee nicht in dem Laden herum marschieren. Zudem musste dieser eh erst einmal ziehen, sodass sie selber einmal ihre Runde drehen konnte. Sachen an ihren Platz stellen konnte und schauen, was leer war, was es für neue Dinge gab.<br />
<br />
Rory war unglaublich in ihrer Führung für den Laden und der Auswahl an Dingen, die man hier fand. Vor allem aber war sie für ihre exquisiten Düfte gefeiert und gefragt. Jaemin und Rory waren ein unschlagbares Team, was dies betraf.<br />
<br />
Als ihre zweite Runde beendet war, trat sie wieder in die kleine Küche und hob das Sieb auf dem Wasser um an ihrem Tee zu nippen. Dann trat sie wieder nach vorne, öffnete die Programme und begann mit dem täglichen Geschäft. Dinge die bestellt werden mussten, Dinge die für die heißen Tage geordert werden mussten. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass es gerade einmal neun Uhr dreißig war, um neun Uhr hatte der Laden offiziell geöffnet. Natürlich war die derzeitige leicht rothaarige früher da gewesen. Sie genoss die Ruhe am morgen. Auch wenn sie die Hektik des Tages manches Mal gerne hatte. <br />
Noch einmal blickte sie auf, als die Ladentür aufging. Noch vor zehn Uhr. Es würde wohl ein Kunde reicher Tag werden. <br />
Zumindest der Vormittag, bis die Nachmittagshitze die meisten wieder zurück in ihre Wohnungen schickten. Morrigan sah auf. <br />
<b>"Guten Morgen!"</b> grüße sie automatisch, ein warmes Lächeln auf den Lippen, nicht aufdringlich, aber aufmerksam.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Langsam lief sie die Straße entlang. Es war ruhig, doch der anscheint rügte. Die Wärme stand bereits in den Straßen und der Samstag versprach vieles vom Tag. Vor allem in der Stadt, wenn sie herkamen zum Eis essen, sich am Stadtbrunnen abzukühlen. Zwangsläufig kamen die meisten auch am Cauldron's Secrets vorbei. Es würde ein voller Tag werden. Ein guter, aber anstrengender. Vielleicht würde sie morgen nach Kräutern suchen, ihre Energietanks auffüllen in der Natur, weit weg von all dem hektischen. Doch heute, heute würde sie sich ganz hineinstürzen. In den Laden, in die Kunden, in ihre Aufgabe. <br />
Da es warm werden würde, hatte sich Morrigan für einen <a href="https://assets.pinterest.com/ext/embed.html?id=911134568436731554">braunen luftigen Rock</a> entschieden. Dazu ein dunkles Oberteil, Bauchfrei, nur über die Brust gehend, am Hals zugeschnürt. Ihre Ohrringe waren von Jaemin, den Armreif am Oberarm hatte sie von einem kleinen Flohmarkt vor vielen Jahren entstanden, genau wie die Armreifen fürs Handgelenk, die im dunklen Braun glänzen. Ihre Schuhe waren nicht so hoch, wie sie von außen aussah und tatsächlich super bequem. <br />
Perfekt für einen Tag auf den Beinen. Gegen die Hitze des Tages würde sie gewappnet sein. Im Laden war es eh immer sehr angenehm, die dicken Mauern hielten die Wärme draußen. <br />
<br />
Sie schulterte ihre Tasche und schloss die Tür auf. <br />
Ein ganz typischer Geruch empfing sie bei der Ankunft, von Holz, altem Papier und ganz dezent, Erde. <br />
Nicht die Erde für Pflanzen, sondern ein erdiger Geruch, nach diversen Kräutern die jedoch absolut nicht penetrant als erste Note hing, sondern warm und schmeichelnd daran erinnerte, dass es abseits der Straßen eine wunderschöne Gegend gab, die von alten Bäumen und sanften Wiesen erzählte. Morrigan schloss die Augen und atmete einmal tief ein. <i>„Guten Morgen“</i>, flüsterte sie dem Laden mit einem sanften Lächeln zu und tat dann ihre routinierten Schritte. Schloss die Türen zum Lager, zur Werkstatt und zur Kasse auf, öffnete die Programme und sammelte die Dinge in kleinen rustikalen Kisten, die nach draußen konnten. Hier wurde nichts geklaut, jedenfalls nicht in den vier Jahren, in denen Morrigan Rory unterstütze.<br />
<br />
Einige Zettel verlangten ihre Aufmerksamkeit und die Nachrichten auf ihrem Kommunikator blinkten auch bereits eine Zeitlang. Es war noch früh genug, denn die ersten Kunden würden mit Sicherheit erst gegen zehn, oder später kommen. Dann, wenn sie alle ausgeschlafen hatten. Also nahm sie ihren Weg zur kleinen Küche und stellte sich das Wasser für einen Tee ein. Dann erst begann sie die Zettel zu sortieren und die Nachrichten von Rory und Jaemin, die sie über den Heutigen Tag informierten und über die Abholungen. Außerdem waren ein paar Teemischungen zur Neige gegangen und Frau Helswig benötigte ihre Salben. Wobei Morrigan den Zettel für die Salben einsteckte. Vermutlich hatte sie dazu eh keine Zeit heute. Als der Kocher das Zeichen gab, trat Mori zur Küche, holte die spezielle Teemischung für den Morgen heraus – Sunshine Morning – und öffnete das Teeei. Ihre Tasse war groß und als das heiße – nicht mehr kochende – Wasser darin eintauchte, erfüllte die Mischung die kleine Küche mit ihrem Geruch. Sanddorn, Hagebutten, Holunder. Rosmarin, Fenchel und Ringelblumen rundeten das ganze ab. Natürlich würde sie mit dem Tee nicht in dem Laden herum marschieren. Zudem musste dieser eh erst einmal ziehen, sodass sie selber einmal ihre Runde drehen konnte. Sachen an ihren Platz stellen konnte und schauen, was leer war, was es für neue Dinge gab.<br />
<br />
Rory war unglaublich in ihrer Führung für den Laden und der Auswahl an Dingen, die man hier fand. Vor allem aber war sie für ihre exquisiten Düfte gefeiert und gefragt. Jaemin und Rory waren ein unschlagbares Team, was dies betraf.<br />
<br />
Als ihre zweite Runde beendet war, trat sie wieder in die kleine Küche und hob das Sieb auf dem Wasser um an ihrem Tee zu nippen. Dann trat sie wieder nach vorne, öffnete die Programme und begann mit dem täglichen Geschäft. Dinge die bestellt werden mussten, Dinge die für die heißen Tage geordert werden mussten. Ein Blick auf die Uhr verriet, dass es gerade einmal neun Uhr dreißig war, um neun Uhr hatte der Laden offiziell geöffnet. Natürlich war die derzeitige leicht rothaarige früher da gewesen. Sie genoss die Ruhe am morgen. Auch wenn sie die Hektik des Tages manches Mal gerne hatte. <br />
Noch einmal blickte sie auf, als die Ladentür aufging. Noch vor zehn Uhr. Es würde wohl ein Kunde reicher Tag werden. <br />
Zumindest der Vormittag, bis die Nachmittagshitze die meisten wieder zurück in ihre Wohnungen schickten. Morrigan sah auf. <br />
<b>"Guten Morgen!"</b> grüße sie automatisch, ein warmes Lächeln auf den Lippen, nicht aufdringlich, aber aufmerksam.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[when i’m hungry, nothing’s funny and everyone’s ugly]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=583</link>
			<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 18:40:48 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=44">Morgan Sullivan</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=583</guid>
			<description><![CDATA[Die Pizzaschachtel, getoppt mit einer Box glasierter Donuts, zwei extraheißen Apfeltaschen und zwei Portionen Süßkartoffelfritten, balancierend und in der anderen Hand einen Sechserträger Bier tragend, ging Morgan mit einem breiten Grinsen durch die Hallen der Höhle und allein dieses perfide, leicht süffisante Grinsen reichte dem ein oder anderen bereits aus, um den Blickkontakt mit ihm zu vermeiden oder auf den Fersen Kehrt zu machen und sich schnellstmöglich in die entgegengesetzte Richtung zu verpissen. Selbst, wenn sie gerade erst aus dieser gekommen waren. <br />
<br />
Frech, wenn man ihn fragte, denn er war nicht nur immer ein mieser Diktator, der sich am Schmerz und den Tränen anderer erfreute. Also … eigentlich erfreute er sich immer daran, aber er hatte auch andere Hobbies. So, wie heute, hatte er beschlossen einen gemütlichen Abend mit Kee zu verbringen. Nächstes Mal würde er vielleicht den <!-- start: charactertagger_tag_link -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=123" id="tag-16" class="tag" title="Rhett Kavanagh" data-uid="123">Flattermann </a>
<!-- end: charactertagger_tag_link -->ebenfalls dazu einladen, aber heute wollte er sich lieber mit dem unterwürfigen Wolf unterhalten und schauen, ob dieser vielleicht noch ein wenig was aufzuarbeiten hatte. <br />
<br />
Morgan hatte nicht so recht im Sinn, ob es der erste Feldeinsatz des Unterwürfigen gewesen war, oder ob er sich bereits die Hörner abgestoßen hatte, doch es war sein erster Einsatz mit Morgan gewesen und auch wenn er in den Tagen nach seiner Ankunft einiges zu erledigen gehabt hatte, so hatte er es doch nicht vergessen. <br />
<br />
Also stand er schließlich vollbelanden vor Kees Tür und ließ seine Fußspitze einige Male gegen die solide Tür poltern, sodass es sich drinnen anhören musste, als würde man gewaltsam versuchen, sie aufzubrechen. <br />
<br />
<ina> “Mach auf Keenan. Ich bringe Geschenke!”</ina><br />
<br />
Sie würden Pizza essen, Bier trinken, sich ein Spiel anschauen. Irgendeins. Es war nicht wichtig, welches lief. Man brauchte nur irgendetwas, das im Hintergrund blabberte, damit man kurzzeitig so tun konnte, man wäre ganz gefesselt, obwohl man gerade die Gedanken sortierte. Oder sie würden es wirklich schauen und die Zeit genießen. <br />
<br />
So oder so. Morgan war auf alles vorbereitet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Pizzaschachtel, getoppt mit einer Box glasierter Donuts, zwei extraheißen Apfeltaschen und zwei Portionen Süßkartoffelfritten, balancierend und in der anderen Hand einen Sechserträger Bier tragend, ging Morgan mit einem breiten Grinsen durch die Hallen der Höhle und allein dieses perfide, leicht süffisante Grinsen reichte dem ein oder anderen bereits aus, um den Blickkontakt mit ihm zu vermeiden oder auf den Fersen Kehrt zu machen und sich schnellstmöglich in die entgegengesetzte Richtung zu verpissen. Selbst, wenn sie gerade erst aus dieser gekommen waren. <br />
<br />
Frech, wenn man ihn fragte, denn er war nicht nur immer ein mieser Diktator, der sich am Schmerz und den Tränen anderer erfreute. Also … eigentlich erfreute er sich immer daran, aber er hatte auch andere Hobbies. So, wie heute, hatte er beschlossen einen gemütlichen Abend mit Kee zu verbringen. Nächstes Mal würde er vielleicht den <!-- start: charactertagger_tag_link -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=123" id="tag-16" class="tag" title="Rhett Kavanagh" data-uid="123">Flattermann </a>
<!-- end: charactertagger_tag_link -->ebenfalls dazu einladen, aber heute wollte er sich lieber mit dem unterwürfigen Wolf unterhalten und schauen, ob dieser vielleicht noch ein wenig was aufzuarbeiten hatte. <br />
<br />
Morgan hatte nicht so recht im Sinn, ob es der erste Feldeinsatz des Unterwürfigen gewesen war, oder ob er sich bereits die Hörner abgestoßen hatte, doch es war sein erster Einsatz mit Morgan gewesen und auch wenn er in den Tagen nach seiner Ankunft einiges zu erledigen gehabt hatte, so hatte er es doch nicht vergessen. <br />
<br />
Also stand er schließlich vollbelanden vor Kees Tür und ließ seine Fußspitze einige Male gegen die solide Tür poltern, sodass es sich drinnen anhören musste, als würde man gewaltsam versuchen, sie aufzubrechen. <br />
<br />
<ina> “Mach auf Keenan. Ich bringe Geschenke!”</ina><br />
<br />
Sie würden Pizza essen, Bier trinken, sich ein Spiel anschauen. Irgendeins. Es war nicht wichtig, welches lief. Man brauchte nur irgendetwas, das im Hintergrund blabberte, damit man kurzzeitig so tun konnte, man wäre ganz gefesselt, obwohl man gerade die Gedanken sortierte. Oder sie würden es wirklich schauen und die Zeit genießen. <br />
<br />
So oder so. Morgan war auf alles vorbereitet.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[i'm on top of the world]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=582</link>
			<pubDate>Fri, 26 Jun 2026 22:45:35 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=113">Kunao Degaiza</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=582</guid>
			<description><![CDATA[Kunaos Blick war konzentriert auf sein Gegenüber gerichtet. Der große, breitschultrige Mann mit den dunklen Augen schien ein perfektes Ebenbild des Wächters zu sein. Die Brauen zusammengezogen und den Blick auf seine Kieferpartie gelenkt, kopierte er jede noch so winzige Bewegung des anderen bis ins kleinste Detail. Ohne Verzögerung. Selbst die Tropfen, die von den noch nassen Haaren perlten und sich in einer kleinen Pfütze auf dem Boden sammelten, fielen im gleichen Takt.<br />
<br />
Kurz senkte Kunao den Blick auf die weiße Emaille, die inzwischen über und über von kurzen, schwarzen Bartstoppeln gesprenkelt war. Dann betrachtete er ein letztes Mal seinen kritischen Beobachter. Der Mann im Spiegel sah gut aus. Jetzt noch mehr, da der Bart frisch gestutzt war. <br />
<br />
Kunao drehte den Wasserhahn auf und ließ die Stoppel in den Abfluss laufen, ehe er sich ein Handtuch um die Hüften band und ins Wohnzimmer ging. Der Raum wirkte in seinem jetzigen Zustand alles andere als einladend. Überall standen Kartons und Kisten. Einige, die er seit seiner Ankunft im Rudel noch nicht ausgepackt hatte und andere, die er bereits wieder eingepackt hatte. In einer Ecke standen einige Möbel, bei denen er sich noch nicht entschieden hatte, ob er sie mitnehmen, oder zurücklassen würde.<br />
<br />
<i>Fue un placer breve</i>, konnte er sich in Gedanken sagen hören. Es war ein kurzes Vergnügen. Nun blickte er doch ein wenig reumütig auf sein Zuhause der letzten Wochen zurück. Dieser Ort hätte viel Potential gehabt.<br />
<br />
Aber – und nun sich endlich ein schmales Grinsen auf seinen Lippen – nicht so viel Potential, wie sein neues Zuhause! Als Wächter stand es ihm nicht nur zu, sondern es wurde von ihm erwartet, eine Hütte in der fünften Ebene zu beziehen. In der letzten Woche hatte er einige besichtigt und schließlich den perfekten Kandidaten gefunden. Tief im Wald gelegen, umringt von Laubbäumen und üppig grünen Pflanzen, die ihn an den wilden Dschungel erinnerten, war die ebenerdige Hütte von außen so gut wie nicht einsehbar. Bodentiefe Fenster und große Schiebetüren gaben einem das Gefühl, sich nicht in einem Gebäude, sondern direkt in der Natur zu befinden. Und mit nur einem Schritt von der Veranda war man das auch. <br />
<br />
Das Beste und zugleich der entscheidende Punkt, der seine Wahl besiegelt hatte, war aber ein kleiner Bachlauf, der sich direkt an der Hütte entlang schlängelte und ein wahres Geschenk für ihn offenhielt: Nur ein paar Gehminuten flussaufwärts sammelte sich das Wasser in einem Tümpel – nicht groß aber ausreichend für ein paar Schwimmzüge – der von einem niedrigen, natürlichen Wasserfall gespeist wurde. Sein eigener Schwimmteich!<br />
<br />
Ein wenig musste er sich noch gedulden. Die Hütte wurde gerade noch renoviert und nach seinen Vorstellungen umgebaut. Er bekam eine neue Küche – dunkles Holz und Anthrazit – im Schlafzimmer würde endlich das herbeigefieberte Wasserbett stehen und das Bad wurde mit Natursteinen gefliest und mit einer Wasserfalldusche ausgestattet, die es wie eine kleine Dschungelhöhle aussehen lassen würde. Nach hinten hinaus wurden Dach und Veranda erweitert, sodass er im Sommer ein paar Trainingsgeräte draußen aufstellen konnte.<br />
<br />
Wächter zu sein war eine Verpflichtung, die mit sehr viel Arbeit einherging, wie er in den letzten Tagen mehr als eindrücklich am eigenen Leib gespürt hatte. Aber die Rolle kam offenbar auch mit gewissen Vorzügen. <br />
<br />
Doch nicht nur er selbst sollte im Rang aufsteigen – sondern auch die Soldaten, die er trainierte. Bisher hatte er sich immer auf die Ausbildung der Soldaten im unteren in mittleren Rang konzentriert. In Zukunft würde er Coen auch im Training der hochrangigen Soldaten unterstützen. Zunächst als Co-Trainier. Später sollte er ein bis zwei Einheiten in der Woche alleine übernehmen. Es war eine ehrenvolle Aufgabe, die jedoch auch viel Verantwortungsbewusstsein erforderte. Darum hatte Kunao sich am frühen Morgen besonders angestrengt und bereitwillig einige blaue Flecken kassiert, als er gehorsam den Uke gegeben hatte. <br />
<br />
Für den Rest des Tages aber hatte er frei. Und das war die Gelegenheit gewesen, endlich die lange verabredete Klettertour mit Eli zu bestreiten. Passende Klamotten hatte er sich bereits herausgelegt. Jetzt musste er nur noch herausfinden, in welchem Karton er sein Talkumpuder verstaut hatte.<br />
<br />
Etwa eine Stunde später – das Puder hatte er dann doch recht schnell gefunden – traf er schließlich am Chimney Tops Trail ein. Ausreichend Wasser, zwei Proteinshakes und natürlich der Beutel mit dem Talkum waren in seinem Rucksack verstaut. Der Trail führte über einen kurzen Wanderpfad direkt zum Fuß des Chimney Tops – einem der Lieblingsorte der Mutter, die das Klettern liebte. Kunao war darauf vorbereitet, sich neben ihr lächerlich zu machen. Doch solange er oben ankam und ihr dabei nicht zu einem Klotz am Bein wurde, war er mit allem zufrieden. <br />
<br />
Er hatte zuletzt nicht viel Zeit für persönliche Annehmlichkeiten gehabt. Und für eine Unterhaltung mit Eli hatte es seit Taqas Vereidigung kaum Gelegenheiten gegeben. Umso mehr freute er sich nun auf den bevorstehenden Nachmittag. Sein Kater schnurrte bereits bei dem Gedanken – und plante vermutlich schon jetzt, sich bei der ersten Gelegenheit innerlich auf den Rücken zu schmeißen. Aber solange er das nicht während des Aufstiegs machte, konnte der Wächter damit leben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Kunaos Blick war konzentriert auf sein Gegenüber gerichtet. Der große, breitschultrige Mann mit den dunklen Augen schien ein perfektes Ebenbild des Wächters zu sein. Die Brauen zusammengezogen und den Blick auf seine Kieferpartie gelenkt, kopierte er jede noch so winzige Bewegung des anderen bis ins kleinste Detail. Ohne Verzögerung. Selbst die Tropfen, die von den noch nassen Haaren perlten und sich in einer kleinen Pfütze auf dem Boden sammelten, fielen im gleichen Takt.<br />
<br />
Kurz senkte Kunao den Blick auf die weiße Emaille, die inzwischen über und über von kurzen, schwarzen Bartstoppeln gesprenkelt war. Dann betrachtete er ein letztes Mal seinen kritischen Beobachter. Der Mann im Spiegel sah gut aus. Jetzt noch mehr, da der Bart frisch gestutzt war. <br />
<br />
Kunao drehte den Wasserhahn auf und ließ die Stoppel in den Abfluss laufen, ehe er sich ein Handtuch um die Hüften band und ins Wohnzimmer ging. Der Raum wirkte in seinem jetzigen Zustand alles andere als einladend. Überall standen Kartons und Kisten. Einige, die er seit seiner Ankunft im Rudel noch nicht ausgepackt hatte und andere, die er bereits wieder eingepackt hatte. In einer Ecke standen einige Möbel, bei denen er sich noch nicht entschieden hatte, ob er sie mitnehmen, oder zurücklassen würde.<br />
<br />
<i>Fue un placer breve</i>, konnte er sich in Gedanken sagen hören. Es war ein kurzes Vergnügen. Nun blickte er doch ein wenig reumütig auf sein Zuhause der letzten Wochen zurück. Dieser Ort hätte viel Potential gehabt.<br />
<br />
Aber – und nun sich endlich ein schmales Grinsen auf seinen Lippen – nicht so viel Potential, wie sein neues Zuhause! Als Wächter stand es ihm nicht nur zu, sondern es wurde von ihm erwartet, eine Hütte in der fünften Ebene zu beziehen. In der letzten Woche hatte er einige besichtigt und schließlich den perfekten Kandidaten gefunden. Tief im Wald gelegen, umringt von Laubbäumen und üppig grünen Pflanzen, die ihn an den wilden Dschungel erinnerten, war die ebenerdige Hütte von außen so gut wie nicht einsehbar. Bodentiefe Fenster und große Schiebetüren gaben einem das Gefühl, sich nicht in einem Gebäude, sondern direkt in der Natur zu befinden. Und mit nur einem Schritt von der Veranda war man das auch. <br />
<br />
Das Beste und zugleich der entscheidende Punkt, der seine Wahl besiegelt hatte, war aber ein kleiner Bachlauf, der sich direkt an der Hütte entlang schlängelte und ein wahres Geschenk für ihn offenhielt: Nur ein paar Gehminuten flussaufwärts sammelte sich das Wasser in einem Tümpel – nicht groß aber ausreichend für ein paar Schwimmzüge – der von einem niedrigen, natürlichen Wasserfall gespeist wurde. Sein eigener Schwimmteich!<br />
<br />
Ein wenig musste er sich noch gedulden. Die Hütte wurde gerade noch renoviert und nach seinen Vorstellungen umgebaut. Er bekam eine neue Küche – dunkles Holz und Anthrazit – im Schlafzimmer würde endlich das herbeigefieberte Wasserbett stehen und das Bad wurde mit Natursteinen gefliest und mit einer Wasserfalldusche ausgestattet, die es wie eine kleine Dschungelhöhle aussehen lassen würde. Nach hinten hinaus wurden Dach und Veranda erweitert, sodass er im Sommer ein paar Trainingsgeräte draußen aufstellen konnte.<br />
<br />
Wächter zu sein war eine Verpflichtung, die mit sehr viel Arbeit einherging, wie er in den letzten Tagen mehr als eindrücklich am eigenen Leib gespürt hatte. Aber die Rolle kam offenbar auch mit gewissen Vorzügen. <br />
<br />
Doch nicht nur er selbst sollte im Rang aufsteigen – sondern auch die Soldaten, die er trainierte. Bisher hatte er sich immer auf die Ausbildung der Soldaten im unteren in mittleren Rang konzentriert. In Zukunft würde er Coen auch im Training der hochrangigen Soldaten unterstützen. Zunächst als Co-Trainier. Später sollte er ein bis zwei Einheiten in der Woche alleine übernehmen. Es war eine ehrenvolle Aufgabe, die jedoch auch viel Verantwortungsbewusstsein erforderte. Darum hatte Kunao sich am frühen Morgen besonders angestrengt und bereitwillig einige blaue Flecken kassiert, als er gehorsam den Uke gegeben hatte. <br />
<br />
Für den Rest des Tages aber hatte er frei. Und das war die Gelegenheit gewesen, endlich die lange verabredete Klettertour mit Eli zu bestreiten. Passende Klamotten hatte er sich bereits herausgelegt. Jetzt musste er nur noch herausfinden, in welchem Karton er sein Talkumpuder verstaut hatte.<br />
<br />
Etwa eine Stunde später – das Puder hatte er dann doch recht schnell gefunden – traf er schließlich am Chimney Tops Trail ein. Ausreichend Wasser, zwei Proteinshakes und natürlich der Beutel mit dem Talkum waren in seinem Rucksack verstaut. Der Trail führte über einen kurzen Wanderpfad direkt zum Fuß des Chimney Tops – einem der Lieblingsorte der Mutter, die das Klettern liebte. Kunao war darauf vorbereitet, sich neben ihr lächerlich zu machen. Doch solange er oben ankam und ihr dabei nicht zu einem Klotz am Bein wurde, war er mit allem zufrieden. <br />
<br />
Er hatte zuletzt nicht viel Zeit für persönliche Annehmlichkeiten gehabt. Und für eine Unterhaltung mit Eli hatte es seit Taqas Vereidigung kaum Gelegenheiten gegeben. Umso mehr freute er sich nun auf den bevorstehenden Nachmittag. Sein Kater schnurrte bereits bei dem Gedanken – und plante vermutlich schon jetzt, sich bei der ersten Gelegenheit innerlich auf den Rücken zu schmeißen. Aber solange er das nicht während des Aufstiegs machte, konnte der Wächter damit leben.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[but the heart has it's own memory and i have forgotten nothing]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=578</link>
			<pubDate>Thu, 28 May 2026 14:21:44 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=132">Greer Whitmore</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=578</guid>
			<description><![CDATA[Die Hitze lag schwer über Bryson City und hüllte die kleine Stadt in jenes träge Flimmern, das Asphalt und Häuserkanten weichzeichnete, bis alles ein wenig langsamer wirkte als gewöhnlich. Dennoch herrschte überall Bewegung. Stimmen vermischten sich mit Musik, die irgendwo zwischen den Straßenzügen gespielt wurde, Kinder liefen kreischend über die Gehwege und zwischen den dicht gedrängten Marktständen herrschte jenes kontrollierte Chaos, das nur entstehen konnte, wenn eine Gemeinschaft nicht bloß nebeneinander existierte, sondern tatsächlich miteinander lebte.<br />
<br />
Das Flea Fest hatte die Innenstadt vollständig vereinnahmt.<br />
<br />
Zwischen den Gebäuden spannten sich Stoffbahnen als Sonnenschutz, Lichterketten waren über den Straßen aufgehängt worden und beinahe jeder freie Platz war von Tischen, improvisierten Auslagen oder kleinen Essensständen besetzt. Der Geruch von Gegrilltem, Zucker, heißem Metall und Sonnencreme hing in der Luft, vermischte sich mit warmer Sommererde und dem harzigen Duft der Wälder, die Bryson City wie ein schützender Ring umgaben.<br />
<br />
Greers Finger schlossen sich etwas fester um den kühlen Plastikbecher ihres Schokoladenmilchshakes, während sie langsam zwischen den Menschen hindurchlief und die Umgebung beobachtete.<br />
<br />
Die Kälte des Getränks war angenehm gegen die dünnen schwarzen Lederhandschuhe, die ihre Hände trotz der Hitze vollständig verhüllten. Ebenso wie die leichte Stoffhose, die locker um ihre Beine fiel, die geschlossenen Schuhe und die Tunika mit dem hohen Kragen gehörten sie mittlerweile so selbstverständlich zu ihrer Rüstung, dass sie sich beinahe nackt fühlte, wenn sie fehlten. Das eingesetzte Spitzenmuster lockerte den ansonsten schlichten Schnitt etwas auf und verlieh dem Ganzen genug Eleganz, um nicht wie reine Zweckmäßigkeit zu wirken. Genau das war beabsichtigt.<br />
<br />
Denn eine Rüstung ließ sich deutlich angenehmer tragen, wenn niemand sie als solche erkannte.<br />
<br />
Das Sonnenlicht fing sich in ihrem glatten Haar, das sie heute nur leicht frisiert hatte, sodass es weich über ihre Schultern fiel, ohne übermäßig geschniegelt zu wirken. Der Sommer hatte außerdem feine Sommersprossen auf Nasenbein und Wangen hervorgebracht, die ihr Gesicht weicher wirken ließen als während der kalten Monate, in denen sie fast vollständig verblassten.<br />
<br />
Greer bemerkte die Blicke einzelner Menschen durchaus. Nicht aufdringlich. Eher beiläufig interessiert. Bryson City war klein genug, dass neue Gesichter auffielen, selbst wenn niemand unhöflich genug war, das offen zu zeigen. Und Greer wiederum beobachtete ebenso aufmerksam zurück.<br />
<br />
Nicht misstrauisch.<br />
Einfach… vorsichtig.<br />
<br />
Es war seltsam angenehm, durch eine Stadt zu laufen, die nicht von permanenter Hektik zerfressen wurde. Die Emotionen um sie herum wirkten anders als in den großen Metropolen, an die sie gewöhnt war. Weniger aggressiv. Weniger chaotisch. Selbst die Unruhe einer dicht gedrängten Menschenmenge traf ihre mentalen Schilde nicht wie ein Sturm, sondern eher wie einzelne Windböen, die gegen Fensterläden klopften.<br />
<br />
Trotzdem bemerkte sie inzwischen jede davon.<br />
<br />
Freude streifte ihre Wahrnehmung wie Sonnenlicht auf warmer Haut. Gereiztheit kratzte scharf über ihre Schilde. Aufregung vibrierte beinahe körperlich durch die Menge. Vor allem Kinder waren schwer auszublenden, weil ihre Emotionen selten gefiltert oder kontrolliert genug waren, um leise zu bleiben.<br />
<br />
Es wurde schlimmer.<br />
<br />
Nicht drastisch genug, dass Außenstehende etwas bemerkt hätten, doch Greer selbst spürte die Veränderung mit unangenehmer Deutlichkeit. Menschenmengen erschöpften sie schneller als früher. Emotionen blieben länger an ihren Schilden haften. Fremde Gedankenfragmente verschwanden nicht mehr sofort aus ihrem Kopf, sondern zogen sich wie Nachbilder durch ihren Geist.<br />
<br />
Vielleicht war genau das der Grund, weshalb Bryson City sich bislang als die richtige Entscheidung erwiesen hatte.<br />
<br />
Die Stadt war langsamer.<br />
<br />
Weicher.<br />
<br />
Hier existierte Raum zwischen den Menschen. Raum zum Atmen.<br />
<br />
Sie nahm einen weiteren Schluck ihres Milchshakes, während ihr Blick über die nächsten Marktstände glitt.<br />
<br />
Keramik.<br />
Alte Bücher.<br />
Vintage-Schilder.<br />
Werkzeug.<br />
Schmuck.<br />
Handgeschnitzte Figuren.<br />
<br />
Und schließlich:<br />
Metall.<br />
<br />
Ihr Schritt verlangsamte sich beinahe automatisch.<br />
<br />
Der Stand wirkte wie das kontrollierte Explosionsgebiet eines Dachbodens, den seit mehreren Jahrzehnten niemand mehr aufgeräumt hatte. Alte Gartenwerkzeuge lehnten gegen Holzkisten, Metallwannen waren ineinander gestapelt worden und zwischen rostigen Laternen, Emailleeimern und antiken Pflanzhaltern entdeckte Greer genau das, wonach sie gesucht hatte.<br />
<br />
Gießkannen.<br />
Gleich mehrere davon.<br />
<br />
Ihr Blick glitt aufmerksam über die unterschiedlichen Modelle. Einige waren zu beschädigt, andere wiederum zu modern. Doch eine größere Kanne aus Zink fiel ihr sofort ins Auge. Kleine Dellen zeichneten den unteren Bereich, der Griff war irgendwann nachträglich repariert worden und die Oberfläche hatte jene matte Patina entwickelt, die Metall nur bekam, wenn es über viele Jahre tatsächlich benutzt worden war.<br />
<br />
Perfekt.<br />
<br />
Sie trat näher und stellte den Milchshake vorsichtig auf dem Tisch ab.<br />
<br />
Der ältere Wapitibesitzer des Standes bemerkte sofort ihr Interesse. Seine Kleidung roch nach Holzstaub, Erde und Motoröl, während seine Emotionen eine ruhige Zufriedenheit ausstrahlten, die sich angenehm stumpf gegen ihre Wahrnehmung legte.<br />
<br />
"Die da ist stabil", erklärte er und deutete auf genau jene Kanne, die Greer bereits ins Auge gefasst hatte. "Hat meiner Frau fast dreißig Jahre gehört."<br />
<br />
Dreißig Jahre.<br />
<br />
Die Zahl blieb für einen Moment in ihrem Kopf hängen.<br />
<br />
Dreißig Jahre bedeuteten Beständigkeit. Gewohnheit. Wiederkehrende Rituale. Gemeinsame Morgen. Menschen, die blieben.<br />
<br />
Etwas zog sich unangenehm in ihrer Brust zusammen.<br />
<br />
Greer ignorierte es routiniert.<br />
<ina>"Ich nehme sie."</ina><br />
<br />
“Die hier?”, wollte er wissen und deutete auf das angepriesene Stück. Greer blickte auf und schüttelte den Kopf. <ina> “Alle.”</ina>, gab sie zurück und versuchte nicht einmal den Preis zu verhandeln oder dergleichen. <br />
<br />
Der ältere Mann lächelte zufrieden und begann sofort damit, die Gießkanne vorsichtig in Papier einzuschlagen, während Greer ihren Organizer hervorzog und eine Lieferung am Folgetag ausmachte. Der Wandler rief seinen eifrigen Helfer herbei - ein schlaksiger Teenager - der sich sofort daran, machte die, Gießkannen wegzupacken und mit einem roten Punkt zu markieren. <br />
<br />
Währenddessen nahm sie die Menschenmenge um sich herum weiterhin wahr. Nicht bewusst fokussiert, eher wie ein permanentes Hintergrundrauschen, das sich nicht vollständig abschalten ließ. Eine junge Frau lachte einige Meter weiter viel zu laut über einen Witz ihres Partners. Zwei Kinder stritten über ein Stofftier. Irgendwo entstand kurz Gereiztheit, weil jemand im Gedränge angerempelt worden war.<br />
<br />
Und mitten durch all das bewegte sich plötzlich ein riesiger Gestaltwandlerbär.<br />
<br />
Greers Aufmerksamkeit glitt beinahe automatisch zu ihm.<br />
<br />
Das Tier trottete vollkommen entspannt über die Straße, als würde es nicht mehrere hundert Kilogramm reine Muskelmasse darstellen, sondern lediglich einen etwas übergewichtigen Familienhund. Auf seinem Rücken saß ein kleines Mädchen mit halb geschmolzenem Eis in der Hand und winkte fröhlich jedem zu, der zurückwinkte.<br />
<br />
Mehrere Menschen grüßten den Bären beim Namen.<br />
Niemand wirkte beunruhigt.<br />
Niemand wich erschrocken zurück.<br />
<br />
Das Kind lachte hell auf, als der Wandler den Kopf leicht bewegte, damit sie ihr Gleichgewicht nicht verlor.<br />
<br />
Greer blieb einen Moment zu lange stehen.<br />
Der Anblick war gleichzeitig absurd und vollkommen selbstverständlich für diese Stadt.<br />
<br />
Familie.<br />
Zugehörigkeit.<br />
Nähe.<br />
<br />
Und noch bevor sie den Gedanken bewusst verhindern konnte, schlug die Erinnerung zu.<br />
<br />
Regenwasser auf Leder.<br />
Das dumpfe Brummen eines alten Trucks.<br />
Warme Hände.<br />
Dunkle Augen.<br />
Milchshakes.<br />
<br />
Ein schmerzhafter Stich zog durch ihren Brustkorb.<br />
Greers Finger spannten sich fester um den Plastikbecher.<br />
<br />
Nein.<br />
Nicht jetzt.<br />
Nicht hier.<br />
<br />
Sie zwang sich weiterzugehen, während ihr Verstand die aufkommende Erinnerung sofort mit Rationalität erstickte. Es war Jahre her. Menschen verloren einander ständig aus den Augen. Beziehungen scheiterten, Leben entwickelten sich auseinander und nicht jede intensive Begegnung musste irgendeine tiefere Bedeutung besitzen.<br />
<br />
Und trotzdem hatte sie Romeo nie vollständig vergessen.<br />
Das war vermutlich der unerquicklichste Teil der gesamten Angelegenheit.<br />
<br />
Greer war intelligent genug, um zu wissen, dass sie damals jung gewesen waren. Emotional überfordert. Hormonell vermutlich ohnehin nicht zurechnungsfähig. Hinzu kam die völlig absurde Intensität jener ersten Begegnung, die ihr Nervensystem beinahe überrollt hatte.<br />
<br />
Alles ließ sich erklären.<br />
Musste sich erklären lassen.<br />
Denn die Alternative war lächerlich.<br />
<br />
Sie war keine naive Jugendliche mehr, die an Schicksal oder kosmische Vorherbestimmung glaubte.<br />
Und doch erinnerte sie sich noch immer erschreckend genau an seine Stimme.<br />
<br />
Das war das Problem eines eidetischen Gedächtnisses. Menschen romantisierten perfekte Erinnerung gern, als wäre sie ein Geschenk. In Wahrheit bedeutete sie nur, dass manche Dinge niemals wirklich verblassten.<br />
<br />
Greer wusste noch exakt, wie sich seine Jacke angefühlt hatte.<br />
Wie seine Stimme geklungen hatte.<br />
Wie der Regen gegen die Scheiben seines Trucks geschlagen hatte.<br />
Wie sicher sie sich damals gefühlt hatte.<br />
<br />
Was irrational gewesen war.<br />
<br />
Und gefährlich.<br />
<br />
Sie nahm einen langen Schluck ihres Milchshakes und zwang sich dazu, den Gedanken loszulassen, bevor er sich weiter festsetzen konnte.<br />
<br />
Die sommerliche Hitze drückte schwer gegen ihre Haut, während sie sich erneut zwischen den Marktständen hindurchbewegte. Immer wieder blieb sie kurz stehen, betrachtete alte Pflanzgefäße, verwitterte Gartenornamente oder kleine Metallarbeiten, die <!-- start: charactertagger_tag_link -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=84" id="tag-5" class="tag" title="Ian Hilberger" data-uid="84">Ian</a>
<!-- end: charactertagger_tag_link --> mit ziemlicher Sicherheit entweder lieben oder als völligen Schrott bezeichnen würde. Wahrscheinlich beides gleichzeitig.<br />
<br />
Der Gedanke daran ließ ihre Mundwinkel minimal zucken.<br />
Es war angenehm, dass er hier war.<br />
<br />
Nicht nur wegen der familiären Nähe, sondern weil Ian etwas verkörperte, das Greer selbst nie wirklich beherrscht hatte. Er schuf Dinge, die blieben. Pflanzen. Gärten. Räume, in denen Menschen sich zu Hause fühlten.<br />
<br />
Und vielleicht war genau das der Grund, weshalb sie plötzlich das Bedürfnis verspürt hatte, einen eigenen Garten anzulegen.<br />
<br />
Nicht bloß irgendeinen Außenbereich.<br />
Sondern einen Ort, der lebendig war.<br />
Einen Ort, der nach Zuhause aussah.<br />
<br />
Greers Blick glitt über die Menschen um sie herum. Familien saßen vor kleinen Cafés, Kinder liefen mit überteuerten Süßigkeiten durch die Gegend und mehrere Gestaltwandler diskutierten lautstark darüber, welcher Grillstand der beste war. Selbst die kleinen Spannungen wirkten hier seltsam ungefährlich. Organisch. Nicht wie die scharfkantige Gereiztheit großer Städte, die sich permanent anfühlte, als würde jemand kurz vor einer Explosion stehen.<br />
<br />
Bryson City wirkte … verwurzelt.<br />
<br />
Und genau das machte die Stadt unheimlich angenehm.<br />
<br />
Denn Greer hatte den Großteil ihres Lebens in Übergängen verbracht. Hotels. Gerichtsgebäude. Temporäre Unterkünfte. Fälle, die sie für einige Wochen oder Monate an einen Ort banden, bevor der nächste Auftrag sie weitertrieb.<br />
<br />
Hier jedoch hatte sie ein Haus gekauft.<br />
<br />
Ein echtes Haus.<br />
<br />
Mit Garten.<br />
Mit Veranda.<br />
Mit Platz für Pflanzen.<br />
<br />
Allein dieser Gedanke fühlte sich manchmal noch surreal an.<br />
<br />
Ein Windstoß bewegte die aufgehängten Stoffbahnen über den Straßen und brachte kurzzeitig Erleichterung gegen die Hitze. Gleichzeitig trug er den Geruch von feuchter Erde heran, obwohl der Himmel wolkenlos war.<br />
<br />
Wieder Regen.<br />
Wieder Erinnerung.<br />
Greer schloss für einen kurzen Moment die Augen.<br />
<br />
Es war lächerlich, wie hartnäckig bestimmte Dinge im menschlichen Gehirn verankert blieben.<br />
Oder medialen Gehirn.<br />
<br />
Wahrscheinlich spielte das keine Rolle.<br />
<br />
Denn egal wie rational sie die Situation analysierte, irgendwo tief in ihrem Inneren existierte noch immer jener schmerzhafte, nie ganz verheilte Teil, der sich fragte, was passiert wäre, wenn das Leben damals anders verlaufen wäre.<br />
<br />
Sie hasste diese Frage.<br />
<br />
Vor allem, weil sie keine Antwort darauf wollte.<br />
<br />
Ein Kind rannte beinahe in sie hinein und riss sie abrupt zurück in die Gegenwart. Greer wich automatisch einen halben Schritt aus, noch bevor der kleine Junge sie tatsächlich berührte, während seine Mutter erschrocken hinterhereilte.<br />
<br />
"Sorry!"<br />
<br />
Greer schüttelte leicht den Kopf.<br />
<br />
<ina>"Alles gut."</ina><br />
<br />
Der Junge war bereits weitergerannt, kaum dass die Worte gefallen waren.<br />
<br />
Sie sah ihm einen Moment hinterher und bemerkte dabei, wie ihre Umgebung erneut gegen ihre Wahrnehmung brandete. Freude. Wärme. Sommerträgheit. Menschen, die miteinander lachten und lebten und blieben.<br />
<br />
Vielleicht war genau das der Grund, weshalb Bryson City sich zunehmend wie ein Zuhause anfühlte.<br />
<br />
Nicht, weil die Stadt perfekt war.<br />
<br />
Sondern, weil sie echt war.<br />
<br />
Und während Greer mit einem halb geschmolzenen Milchshake und einem Herzen, das offensichtlich deutlich weniger kontrolliert funktionierte, als ihr restlicher Verstand, weiter über das Flea Fest lief, wurde ihr unangenehm bewusst, dass manche Erinnerungen nicht deshalb gefährlich waren, weil sie schmerzten.<br />
<br />
Sondern weil ein Teil von einem niemals aufgehört hatte, sie festzuhalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Die Hitze lag schwer über Bryson City und hüllte die kleine Stadt in jenes träge Flimmern, das Asphalt und Häuserkanten weichzeichnete, bis alles ein wenig langsamer wirkte als gewöhnlich. Dennoch herrschte überall Bewegung. Stimmen vermischten sich mit Musik, die irgendwo zwischen den Straßenzügen gespielt wurde, Kinder liefen kreischend über die Gehwege und zwischen den dicht gedrängten Marktständen herrschte jenes kontrollierte Chaos, das nur entstehen konnte, wenn eine Gemeinschaft nicht bloß nebeneinander existierte, sondern tatsächlich miteinander lebte.<br />
<br />
Das Flea Fest hatte die Innenstadt vollständig vereinnahmt.<br />
<br />
Zwischen den Gebäuden spannten sich Stoffbahnen als Sonnenschutz, Lichterketten waren über den Straßen aufgehängt worden und beinahe jeder freie Platz war von Tischen, improvisierten Auslagen oder kleinen Essensständen besetzt. Der Geruch von Gegrilltem, Zucker, heißem Metall und Sonnencreme hing in der Luft, vermischte sich mit warmer Sommererde und dem harzigen Duft der Wälder, die Bryson City wie ein schützender Ring umgaben.<br />
<br />
Greers Finger schlossen sich etwas fester um den kühlen Plastikbecher ihres Schokoladenmilchshakes, während sie langsam zwischen den Menschen hindurchlief und die Umgebung beobachtete.<br />
<br />
Die Kälte des Getränks war angenehm gegen die dünnen schwarzen Lederhandschuhe, die ihre Hände trotz der Hitze vollständig verhüllten. Ebenso wie die leichte Stoffhose, die locker um ihre Beine fiel, die geschlossenen Schuhe und die Tunika mit dem hohen Kragen gehörten sie mittlerweile so selbstverständlich zu ihrer Rüstung, dass sie sich beinahe nackt fühlte, wenn sie fehlten. Das eingesetzte Spitzenmuster lockerte den ansonsten schlichten Schnitt etwas auf und verlieh dem Ganzen genug Eleganz, um nicht wie reine Zweckmäßigkeit zu wirken. Genau das war beabsichtigt.<br />
<br />
Denn eine Rüstung ließ sich deutlich angenehmer tragen, wenn niemand sie als solche erkannte.<br />
<br />
Das Sonnenlicht fing sich in ihrem glatten Haar, das sie heute nur leicht frisiert hatte, sodass es weich über ihre Schultern fiel, ohne übermäßig geschniegelt zu wirken. Der Sommer hatte außerdem feine Sommersprossen auf Nasenbein und Wangen hervorgebracht, die ihr Gesicht weicher wirken ließen als während der kalten Monate, in denen sie fast vollständig verblassten.<br />
<br />
Greer bemerkte die Blicke einzelner Menschen durchaus. Nicht aufdringlich. Eher beiläufig interessiert. Bryson City war klein genug, dass neue Gesichter auffielen, selbst wenn niemand unhöflich genug war, das offen zu zeigen. Und Greer wiederum beobachtete ebenso aufmerksam zurück.<br />
<br />
Nicht misstrauisch.<br />
Einfach… vorsichtig.<br />
<br />
Es war seltsam angenehm, durch eine Stadt zu laufen, die nicht von permanenter Hektik zerfressen wurde. Die Emotionen um sie herum wirkten anders als in den großen Metropolen, an die sie gewöhnt war. Weniger aggressiv. Weniger chaotisch. Selbst die Unruhe einer dicht gedrängten Menschenmenge traf ihre mentalen Schilde nicht wie ein Sturm, sondern eher wie einzelne Windböen, die gegen Fensterläden klopften.<br />
<br />
Trotzdem bemerkte sie inzwischen jede davon.<br />
<br />
Freude streifte ihre Wahrnehmung wie Sonnenlicht auf warmer Haut. Gereiztheit kratzte scharf über ihre Schilde. Aufregung vibrierte beinahe körperlich durch die Menge. Vor allem Kinder waren schwer auszublenden, weil ihre Emotionen selten gefiltert oder kontrolliert genug waren, um leise zu bleiben.<br />
<br />
Es wurde schlimmer.<br />
<br />
Nicht drastisch genug, dass Außenstehende etwas bemerkt hätten, doch Greer selbst spürte die Veränderung mit unangenehmer Deutlichkeit. Menschenmengen erschöpften sie schneller als früher. Emotionen blieben länger an ihren Schilden haften. Fremde Gedankenfragmente verschwanden nicht mehr sofort aus ihrem Kopf, sondern zogen sich wie Nachbilder durch ihren Geist.<br />
<br />
Vielleicht war genau das der Grund, weshalb Bryson City sich bislang als die richtige Entscheidung erwiesen hatte.<br />
<br />
Die Stadt war langsamer.<br />
<br />
Weicher.<br />
<br />
Hier existierte Raum zwischen den Menschen. Raum zum Atmen.<br />
<br />
Sie nahm einen weiteren Schluck ihres Milchshakes, während ihr Blick über die nächsten Marktstände glitt.<br />
<br />
Keramik.<br />
Alte Bücher.<br />
Vintage-Schilder.<br />
Werkzeug.<br />
Schmuck.<br />
Handgeschnitzte Figuren.<br />
<br />
Und schließlich:<br />
Metall.<br />
<br />
Ihr Schritt verlangsamte sich beinahe automatisch.<br />
<br />
Der Stand wirkte wie das kontrollierte Explosionsgebiet eines Dachbodens, den seit mehreren Jahrzehnten niemand mehr aufgeräumt hatte. Alte Gartenwerkzeuge lehnten gegen Holzkisten, Metallwannen waren ineinander gestapelt worden und zwischen rostigen Laternen, Emailleeimern und antiken Pflanzhaltern entdeckte Greer genau das, wonach sie gesucht hatte.<br />
<br />
Gießkannen.<br />
Gleich mehrere davon.<br />
<br />
Ihr Blick glitt aufmerksam über die unterschiedlichen Modelle. Einige waren zu beschädigt, andere wiederum zu modern. Doch eine größere Kanne aus Zink fiel ihr sofort ins Auge. Kleine Dellen zeichneten den unteren Bereich, der Griff war irgendwann nachträglich repariert worden und die Oberfläche hatte jene matte Patina entwickelt, die Metall nur bekam, wenn es über viele Jahre tatsächlich benutzt worden war.<br />
<br />
Perfekt.<br />
<br />
Sie trat näher und stellte den Milchshake vorsichtig auf dem Tisch ab.<br />
<br />
Der ältere Wapitibesitzer des Standes bemerkte sofort ihr Interesse. Seine Kleidung roch nach Holzstaub, Erde und Motoröl, während seine Emotionen eine ruhige Zufriedenheit ausstrahlten, die sich angenehm stumpf gegen ihre Wahrnehmung legte.<br />
<br />
"Die da ist stabil", erklärte er und deutete auf genau jene Kanne, die Greer bereits ins Auge gefasst hatte. "Hat meiner Frau fast dreißig Jahre gehört."<br />
<br />
Dreißig Jahre.<br />
<br />
Die Zahl blieb für einen Moment in ihrem Kopf hängen.<br />
<br />
Dreißig Jahre bedeuteten Beständigkeit. Gewohnheit. Wiederkehrende Rituale. Gemeinsame Morgen. Menschen, die blieben.<br />
<br />
Etwas zog sich unangenehm in ihrer Brust zusammen.<br />
<br />
Greer ignorierte es routiniert.<br />
<ina>"Ich nehme sie."</ina><br />
<br />
“Die hier?”, wollte er wissen und deutete auf das angepriesene Stück. Greer blickte auf und schüttelte den Kopf. <ina> “Alle.”</ina>, gab sie zurück und versuchte nicht einmal den Preis zu verhandeln oder dergleichen. <br />
<br />
Der ältere Mann lächelte zufrieden und begann sofort damit, die Gießkanne vorsichtig in Papier einzuschlagen, während Greer ihren Organizer hervorzog und eine Lieferung am Folgetag ausmachte. Der Wandler rief seinen eifrigen Helfer herbei - ein schlaksiger Teenager - der sich sofort daran, machte die, Gießkannen wegzupacken und mit einem roten Punkt zu markieren. <br />
<br />
Währenddessen nahm sie die Menschenmenge um sich herum weiterhin wahr. Nicht bewusst fokussiert, eher wie ein permanentes Hintergrundrauschen, das sich nicht vollständig abschalten ließ. Eine junge Frau lachte einige Meter weiter viel zu laut über einen Witz ihres Partners. Zwei Kinder stritten über ein Stofftier. Irgendwo entstand kurz Gereiztheit, weil jemand im Gedränge angerempelt worden war.<br />
<br />
Und mitten durch all das bewegte sich plötzlich ein riesiger Gestaltwandlerbär.<br />
<br />
Greers Aufmerksamkeit glitt beinahe automatisch zu ihm.<br />
<br />
Das Tier trottete vollkommen entspannt über die Straße, als würde es nicht mehrere hundert Kilogramm reine Muskelmasse darstellen, sondern lediglich einen etwas übergewichtigen Familienhund. Auf seinem Rücken saß ein kleines Mädchen mit halb geschmolzenem Eis in der Hand und winkte fröhlich jedem zu, der zurückwinkte.<br />
<br />
Mehrere Menschen grüßten den Bären beim Namen.<br />
Niemand wirkte beunruhigt.<br />
Niemand wich erschrocken zurück.<br />
<br />
Das Kind lachte hell auf, als der Wandler den Kopf leicht bewegte, damit sie ihr Gleichgewicht nicht verlor.<br />
<br />
Greer blieb einen Moment zu lange stehen.<br />
Der Anblick war gleichzeitig absurd und vollkommen selbstverständlich für diese Stadt.<br />
<br />
Familie.<br />
Zugehörigkeit.<br />
Nähe.<br />
<br />
Und noch bevor sie den Gedanken bewusst verhindern konnte, schlug die Erinnerung zu.<br />
<br />
Regenwasser auf Leder.<br />
Das dumpfe Brummen eines alten Trucks.<br />
Warme Hände.<br />
Dunkle Augen.<br />
Milchshakes.<br />
<br />
Ein schmerzhafter Stich zog durch ihren Brustkorb.<br />
Greers Finger spannten sich fester um den Plastikbecher.<br />
<br />
Nein.<br />
Nicht jetzt.<br />
Nicht hier.<br />
<br />
Sie zwang sich weiterzugehen, während ihr Verstand die aufkommende Erinnerung sofort mit Rationalität erstickte. Es war Jahre her. Menschen verloren einander ständig aus den Augen. Beziehungen scheiterten, Leben entwickelten sich auseinander und nicht jede intensive Begegnung musste irgendeine tiefere Bedeutung besitzen.<br />
<br />
Und trotzdem hatte sie Romeo nie vollständig vergessen.<br />
Das war vermutlich der unerquicklichste Teil der gesamten Angelegenheit.<br />
<br />
Greer war intelligent genug, um zu wissen, dass sie damals jung gewesen waren. Emotional überfordert. Hormonell vermutlich ohnehin nicht zurechnungsfähig. Hinzu kam die völlig absurde Intensität jener ersten Begegnung, die ihr Nervensystem beinahe überrollt hatte.<br />
<br />
Alles ließ sich erklären.<br />
Musste sich erklären lassen.<br />
Denn die Alternative war lächerlich.<br />
<br />
Sie war keine naive Jugendliche mehr, die an Schicksal oder kosmische Vorherbestimmung glaubte.<br />
Und doch erinnerte sie sich noch immer erschreckend genau an seine Stimme.<br />
<br />
Das war das Problem eines eidetischen Gedächtnisses. Menschen romantisierten perfekte Erinnerung gern, als wäre sie ein Geschenk. In Wahrheit bedeutete sie nur, dass manche Dinge niemals wirklich verblassten.<br />
<br />
Greer wusste noch exakt, wie sich seine Jacke angefühlt hatte.<br />
Wie seine Stimme geklungen hatte.<br />
Wie der Regen gegen die Scheiben seines Trucks geschlagen hatte.<br />
Wie sicher sie sich damals gefühlt hatte.<br />
<br />
Was irrational gewesen war.<br />
<br />
Und gefährlich.<br />
<br />
Sie nahm einen langen Schluck ihres Milchshakes und zwang sich dazu, den Gedanken loszulassen, bevor er sich weiter festsetzen konnte.<br />
<br />
Die sommerliche Hitze drückte schwer gegen ihre Haut, während sie sich erneut zwischen den Marktständen hindurchbewegte. Immer wieder blieb sie kurz stehen, betrachtete alte Pflanzgefäße, verwitterte Gartenornamente oder kleine Metallarbeiten, die <!-- start: charactertagger_tag_link -->
<a href="member.php?action=profile&amp;uid=84" id="tag-5" class="tag" title="Ian Hilberger" data-uid="84">Ian</a>
<!-- end: charactertagger_tag_link --> mit ziemlicher Sicherheit entweder lieben oder als völligen Schrott bezeichnen würde. Wahrscheinlich beides gleichzeitig.<br />
<br />
Der Gedanke daran ließ ihre Mundwinkel minimal zucken.<br />
Es war angenehm, dass er hier war.<br />
<br />
Nicht nur wegen der familiären Nähe, sondern weil Ian etwas verkörperte, das Greer selbst nie wirklich beherrscht hatte. Er schuf Dinge, die blieben. Pflanzen. Gärten. Räume, in denen Menschen sich zu Hause fühlten.<br />
<br />
Und vielleicht war genau das der Grund, weshalb sie plötzlich das Bedürfnis verspürt hatte, einen eigenen Garten anzulegen.<br />
<br />
Nicht bloß irgendeinen Außenbereich.<br />
Sondern einen Ort, der lebendig war.<br />
Einen Ort, der nach Zuhause aussah.<br />
<br />
Greers Blick glitt über die Menschen um sie herum. Familien saßen vor kleinen Cafés, Kinder liefen mit überteuerten Süßigkeiten durch die Gegend und mehrere Gestaltwandler diskutierten lautstark darüber, welcher Grillstand der beste war. Selbst die kleinen Spannungen wirkten hier seltsam ungefährlich. Organisch. Nicht wie die scharfkantige Gereiztheit großer Städte, die sich permanent anfühlte, als würde jemand kurz vor einer Explosion stehen.<br />
<br />
Bryson City wirkte … verwurzelt.<br />
<br />
Und genau das machte die Stadt unheimlich angenehm.<br />
<br />
Denn Greer hatte den Großteil ihres Lebens in Übergängen verbracht. Hotels. Gerichtsgebäude. Temporäre Unterkünfte. Fälle, die sie für einige Wochen oder Monate an einen Ort banden, bevor der nächste Auftrag sie weitertrieb.<br />
<br />
Hier jedoch hatte sie ein Haus gekauft.<br />
<br />
Ein echtes Haus.<br />
<br />
Mit Garten.<br />
Mit Veranda.<br />
Mit Platz für Pflanzen.<br />
<br />
Allein dieser Gedanke fühlte sich manchmal noch surreal an.<br />
<br />
Ein Windstoß bewegte die aufgehängten Stoffbahnen über den Straßen und brachte kurzzeitig Erleichterung gegen die Hitze. Gleichzeitig trug er den Geruch von feuchter Erde heran, obwohl der Himmel wolkenlos war.<br />
<br />
Wieder Regen.<br />
Wieder Erinnerung.<br />
Greer schloss für einen kurzen Moment die Augen.<br />
<br />
Es war lächerlich, wie hartnäckig bestimmte Dinge im menschlichen Gehirn verankert blieben.<br />
Oder medialen Gehirn.<br />
<br />
Wahrscheinlich spielte das keine Rolle.<br />
<br />
Denn egal wie rational sie die Situation analysierte, irgendwo tief in ihrem Inneren existierte noch immer jener schmerzhafte, nie ganz verheilte Teil, der sich fragte, was passiert wäre, wenn das Leben damals anders verlaufen wäre.<br />
<br />
Sie hasste diese Frage.<br />
<br />
Vor allem, weil sie keine Antwort darauf wollte.<br />
<br />
Ein Kind rannte beinahe in sie hinein und riss sie abrupt zurück in die Gegenwart. Greer wich automatisch einen halben Schritt aus, noch bevor der kleine Junge sie tatsächlich berührte, während seine Mutter erschrocken hinterhereilte.<br />
<br />
"Sorry!"<br />
<br />
Greer schüttelte leicht den Kopf.<br />
<br />
<ina>"Alles gut."</ina><br />
<br />
Der Junge war bereits weitergerannt, kaum dass die Worte gefallen waren.<br />
<br />
Sie sah ihm einen Moment hinterher und bemerkte dabei, wie ihre Umgebung erneut gegen ihre Wahrnehmung brandete. Freude. Wärme. Sommerträgheit. Menschen, die miteinander lachten und lebten und blieben.<br />
<br />
Vielleicht war genau das der Grund, weshalb Bryson City sich zunehmend wie ein Zuhause anfühlte.<br />
<br />
Nicht, weil die Stadt perfekt war.<br />
<br />
Sondern, weil sie echt war.<br />
<br />
Und während Greer mit einem halb geschmolzenen Milchshake und einem Herzen, das offensichtlich deutlich weniger kontrolliert funktionierte, als ihr restlicher Verstand, weiter über das Flea Fest lief, wurde ihr unangenehm bewusst, dass manche Erinnerungen nicht deshalb gefährlich waren, weil sie schmerzten.<br />
<br />
Sondern weil ein Teil von einem niemals aufgehört hatte, sie festzuhalten.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[you're crazy until you're successful. then you're genius!]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=577</link>
			<pubDate>Thu, 28 May 2026 12:47:42 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=78">Briar Blackbeak</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=577</guid>
			<description><![CDATA[Das Labor lag tief im Herzen des Komplexes wie ein sterilisiertes Nervenzentrum aus Glas, Licht und summender Präzision. Keine Fenster nach draußen. Keine direkte Verbindung zur Außenwelt. Nur Schichten aus Sicherheitsprotokollen, schalldämpfenden Wänden und intelligenten Zugangssystemen, die jede Bewegung registrierten, analysierten und katalogisierten. Der einzige Hinweis darauf, dass hier tatsächlich jemand arbeitete und nicht bloß Maschinen autonom Prozesse abwickelten, war das unregelmäßige Flackern zahlloser Hologrammoberflächen und das gelegentliche, metallische Klacken feinmechanischer Werkzeuge.<br />
<br />
Briar liebte diesen Ort.<br />
<br />
Vielleicht ein wenig zu sehr.<br />
<br />
Das Labor war nicht einfach nur ein Arbeitsplatz. Es war eine Erweiterung ihres Verstandes. Ein physischer Ausdruck ihres Chaos, kanalisiert durch Genialität und einen beinahe krankhaften Perfektionismus, wenn es um Dinge ging, die ihr tatsächlich wichtig waren. Und dieses Projekt… dieses verdammte Projekt war nicht einfach wichtig.<br />
<br />
Es war heilig.<br />
<br />
Der Raum erstreckte sich weitläufig über mehrere Ebenen und war in unterschiedliche Sektionen unterteilt, die durch hohe Glaswände voneinander getrennt wurden. Kristallklar im inaktiven Zustand, doch mit einem simplen Sprachbefehl konnten sie milchig und undurchsichtig werden, jede Station vollständig isolieren oder sensible Arbeitsbereiche vor neugierigen Blicken abschirmen. In den Glasflächen liefen ununterbrochen feine Linien aus Daten entlang. Sicherheitscodes. Temperaturanzeigen. Luftreinheitswerte. Biometrische Parameter.<br />
<br />
Alles kontrolliert.<br />
Alles überwacht.<br />
Alles unter ihrer Hand.<br />
<br />
Im vorderen Bereich des Labors befanden sich mehrere modulare Werkbänke aus dunklem Verbundmetall, über denen holografische Interfaces schwebten. Zerlegte Waffen lagen dort nicht wie gewöhnlicher Schrott herum, sondern wie geöffnete Körper auf einem Operationstisch. Präzisionsgewehre mit freigelegten Energiekanälen. Modifizierte Magazine. Prototypische Klingen mit vibrierenden Schneiden, deren Energiekerne in transparenten Schächten pulsierten. Über einigen Arbeitsflächen rotierten dreidimensionale Blaupausen in blassem Cyanlicht, während Algorithmen Materialbelastungen simulierten und Schwachstellen berechneten.<br />
<br />
Weiter hinten befand sich die biotechnische Sektion.<br />
<br />
Ihr neuster Lieblingsbereich.<br />
<br />
Dort war die Atmosphäre eine andere als im restlichen Labor.<br />
<br />
Kühler.<br />
Leiser.<br />
Fast ehrfürchtig.<br />
<br />
Die Beleuchtung war heller und klinischer gehalten, reflektierte sich in makellosen Oberflächen und warf sterile Schatten über die makellos gereinigten Instrumententische. Die Luft roch nach Desinfektionsmitteln, Metall und diesem charakteristischen, beinahe elektrischen Geruch hochentwickelter Technologie, die ununterbrochen lief.<br />
<br />
Zylindrische Analysebehälter standen entlang der Wände wie ruhende Maschinenwesen, gefüllt mit schimmernden Flüssigkeiten und mikroskopischen Nanoscans biologischer Strukturen. Mehrere vertikale Bildschirme projizierten DNA-Stränge in die Luft, deren Sequenzen sich unablässig bewegten und neu sortierten. Zellverhalten. Gewebeadaption. Belastungsanalysen unter Wandlungsstress.<br />
<br />
Alles drehte sich um denselben Kern.<br />
<br />
<i>Den Chip</i>.<br />
<br />
Briars Blick hob sich zu dem holografischen Modell, das über der zentralen Arbeitsstation schwebte.<br />
<br />
Kaum größer als der Fingernagel ihres kleinen Fingers.<br />
<br />
Unspektakulär für jeden, der nicht verstand, was er dort eigentlich sah.<br />
<br />
Ein winziges Stück Technologie, das Jahre ihres Lebens verschlungen hatte. Jahre voller Fehlschläge. Zerstörter Prototypen. Implodierter Nanostrukturen. Verlorener Testreihen. Materialversagen während der Wandlungsimulationen. Signalstörungen. Abstoßungsreaktionen.<br />
<br />
Und trotzdem hatte sie nie aufgehört.<br />
Nicht nach der ersten Sackgasse.<br />
Nicht nach der zehnten.<br />
<br />
Nicht einmal nach jener Nacht, in der sie stundenlang reglos vor den Daten gesessen hatte, weil die letzte Simulation exakt denselben Fehler zeigte wie die fünf davor und sie ernsthaft darüber nachgedacht hatte, alles gegen die Wand zu werfen.<br />
<br />
Doch das hatte sie nicht. Und sie hatte nicht aufgegeben. Jetzt wurde sie endlich dafür belohnt.<br />
<br />
Der Chip rotierte langsam im Hologramm, während verschiedene Schichten transparent dargestellt wurden. Außenhülle. Adaptive Verankerungskomponenten. Biokompatible Nanofasern. Der eigentliche Senderkern tief im Inneren, geschützt durch mehrere Abschirmungsebenen, die moderne Ortungssysteme täuschen und gleichzeitig verhindern sollten, dass die Wandlung eines Gestaltwandlers das Ding schlicht zerfetzte.<br />
<br />
Ihr Lebenswerk.<br />
<br />
Ein Ortungschip, der selbst nach einer vollständigen Wandlung stabil blieb.<br />
<br />
Unsichtbar.<br />
Nicht zurückverfolgbar.<br />
Nicht störanfällig.<br />
Und vor allem: zuverlässig.<br />
<br />
Briars Hände bewegten sich routiniert über die holografischen Bedienfelder. Mehrere Fenster verschoben sich gleichzeitig, Daten wurden geöffnet, minimiert, neu angeordnet. Ihr Gehirn arbeitete schneller als die meisten Systeme, mit denen sie interagierte. Sie überprüfte ein letztes Mal die Vitalparameter der bisherigen Testreihen, ließ Materialanalysen durchlaufen und kontrollierte die Sterilisationswerte des Operationsbereiches.<br />
<br />
Perfekt.<br />
Es musste perfekt sein.<br />
<br />
Denn irgendwo tief unter all der Rationalität und den mathematischen Gleichungen existierte noch immer dieses eine Bild, das sie nie ganz losgeworden war.<br />
<br />
Ein Trupp, der ohne ihren Vater zurückgekehrt war.<br />
Zu spät.<br />
Immer zu spät.<br />
<br />
Sie erinnerte sich nicht mehr an jedes Detail dieses Tages. Erinnerungen zerfransten mit der Zeit, wurden weich an den Kanten. Aber das Gefühl war geblieben. Dieses kalte, hohle Wissen, dass irgendwo da draußen jemand gelegen hatte, verletzt, allein, möglicherweise noch am Leben … und niemand hatte ihn rechtzeitig gefunden.<br />
<br />
Weil niemand wusste, wo er war.<br />
<br />
Briar hatte damals beschlossen, dass sie dieses Problem irgendwann lösen würde.<br />
<br />
Menschen trafen ständig große emotionale Schwüre und vergaßen sie dann nach zwei Wochen wieder. Wie Neujahrsvorsätze mit mehr Traumaanteil. Sie nicht.<br />
<br />
Sie machte aus Dingen Obsessionen.<br />
<br />
Und jetzt stand sie kurz davor.<br />
<br />
Ihr Blick glitt zur abgeschirmten Sektion am hinteren Ende des Labors. Der sterile Eingriffsbereich war bereits vorbereitet. Transparente Instrumententische standen ordentlich sortiert bereit, jede Klinge, jedes Werkzeug exakt ausgerichtet. Darüber schwebten mehrere medizinische Interfaces, die Vitaldaten in Echtzeit erfassen würden. Ein autonomer Assistenzarm ruhte bewegungslos in seiner Halterung an der Decke, bereit, auf Sprachbefehle zu reagieren.<br />
<br />
In der Mitte stand der Stuhl.<br />
<br />
Übergroß. Gepolstert. Komfortabler als vieles, worin Soldaten vermutlich freiwillig schliefen.<br />
<br />
Briar verlangsamte ihre Schritte, als sie daran vorbeiging.<br />
<br />
Nur minimal.<br />
Kaum sichtbar.<br />
Aber genug.<br />
<br />
Ihr Mund verzog sich leicht, als sie an die letzte Person dachte, die in diesem Stuhl gesessen hatte, um ihr bei ihrem Projekt zu helfen.<br />
<br />
Letitia.<br />
<br />
Vor wenigen Wochen hatte die Soldatin noch genau dort gesessen. Beine locker überschlagen. Eine ihrer trockenen Bemerkungen auf den Lippen, während Briar Gewebeproben entnommen und parallel drei andere Dinge gleichzeitig erklärt hatte, die absolut niemand außer ihr interessant fand.<br />
<br />
Jetzt war sie tot.<br />
Der Platz leer.<br />
<br />
Und obwohl Briar nicht zu denen gehörte, die sich in Trauer verloren oder stundenlang sentimental vor sich hin zerfielen, zog sich für einen kurzen Augenblick etwas dumpf in ihrer Brust zusammen.<br />
<br />
Frisch genug, um noch weh zu tun.<br />
<br />
Sie blieb einen Herzschlag länger stehen, ließ den Blick über die Lehne des Sessels wandern und atmete langsam durch das transparente Visier aus.<br />
<br />
<ina> "Verdammt beschissener Zeitpunkt zum Sterben"</ina>, murmelte sie leise in den Raum hinein.<br />
<br />
Trocken.<br />
Fast genervt.<br />
Und gerade deshalb ehrlich.<br />
<br />
Dann richtete sie die Schultern wieder auf und machte weiter. So funktionierte das Leben nun einmal. Vor allem in diesem Rudel.<br />
<br />
Menschen starben.<br />
Soldaten verschwanden.<br />
Und genau deswegen stand sie hier.<br />
<br />
Nicht für Ruhm. Nicht für wissenschaftliche Anerkennung. Nicht für irgendwelche idiotischen Medialen-Auszeichnungen, die am Ende sowieso nur aus selbstgefälligen Leuten bestanden, die sich gegenseitig Preise dafür verliehen, besonders effizient mit Zahlen jonglieren zu können.<br />
<br />
Sie tat das hier, damit niemand ihres Rudels jemals einfach spurlos verschwand.<br />
Damit jemand gefunden werden konnte, bevor es zu spät war.<br />
Bevor wieder nur Stille zurückblieb.<br />
<br />
Ein leises Signal erklang an der Außenschleuse des Labors.<br />
<br />
Cyrel.<br />
<br />
Briar hob den Blick zu den Sicherheitsanzeigen, die seine Identität bestätigten. Für den Bruchteil einer Sekunde musterte sie ihr eigenes Spiegelbild in der Glasfläche daneben.<br />
<br />
Kaum wiederzuerkennen.<br />
<br />
Ihre wilde rote Lockenmähne war vollständig gebändigt und ordentlich hochgesteckt. Kein einziges widerspenstiges Knäuel sprang in alle Richtungen wie sonst. Die klinische Kleidung saß ungewohnt ordentlich an ihr, der dunkle Kasack sauber und faltenfrei. Handschuhe bedeckten ihre Hände, während das transparente Visier vor ihrem Mund ihr Gesicht leicht verzerrte.<br />
<br />
Keine Bandshirts.<br />
Keine Snackkrümel auf dem Stoff, keine ölverschmierten Finger.<br />
Keine zerschlissenen Jeans.<br />
<br />
<br />
Heute war sie nicht der chaotische Wirbelwind, den das Rudel gewohnt war.<br />
Heute war sie Wissenschaftlerin.<br />
<br />
Und ihr verdammtes Meisterwerk würde funktionieren!<br />
<br />
<ina> "Komm rein, zieh dich aus. Ich muss dich dekontaminieren und anschließend deinen Rücken desinfizieren, ehe ich dich nach hinten bringe."</ina> Einen Moment lang stockte sie. Sah zu dem Soldaten auf, der vor ihr stand. Erinnerte sich an das, was man ihr immer wieder riet. Erinnerte sich an ihre Erziehung. Die 'gute Kinderstube'. Und weil sie nicht im Wald bei wilden Tieren aufgewachsen war, wusste sie auch genau, womit sie eigentlich hätte anfangen sollen. <ina> "Hallo. Danke, dass du dich gemeldet hast."</ina><br />
<br />
Sie musste ihre Versuchskaninchen ... personen, Versuchspersonen! bei Laune halten. Immerhin war ihre eigene Genialität nur eine Seite der Medaille und sie brauchte die Wandler, um die Funktionalität ihres Prototyps sicherzustellen. Die Alphaversion war vielversprechend gewesen doch Fehleranfällig, sie hoffte sehr darauf, dass sie in der Betaversion alles ausgemerzt hatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Das Labor lag tief im Herzen des Komplexes wie ein sterilisiertes Nervenzentrum aus Glas, Licht und summender Präzision. Keine Fenster nach draußen. Keine direkte Verbindung zur Außenwelt. Nur Schichten aus Sicherheitsprotokollen, schalldämpfenden Wänden und intelligenten Zugangssystemen, die jede Bewegung registrierten, analysierten und katalogisierten. Der einzige Hinweis darauf, dass hier tatsächlich jemand arbeitete und nicht bloß Maschinen autonom Prozesse abwickelten, war das unregelmäßige Flackern zahlloser Hologrammoberflächen und das gelegentliche, metallische Klacken feinmechanischer Werkzeuge.<br />
<br />
Briar liebte diesen Ort.<br />
<br />
Vielleicht ein wenig zu sehr.<br />
<br />
Das Labor war nicht einfach nur ein Arbeitsplatz. Es war eine Erweiterung ihres Verstandes. Ein physischer Ausdruck ihres Chaos, kanalisiert durch Genialität und einen beinahe krankhaften Perfektionismus, wenn es um Dinge ging, die ihr tatsächlich wichtig waren. Und dieses Projekt… dieses verdammte Projekt war nicht einfach wichtig.<br />
<br />
Es war heilig.<br />
<br />
Der Raum erstreckte sich weitläufig über mehrere Ebenen und war in unterschiedliche Sektionen unterteilt, die durch hohe Glaswände voneinander getrennt wurden. Kristallklar im inaktiven Zustand, doch mit einem simplen Sprachbefehl konnten sie milchig und undurchsichtig werden, jede Station vollständig isolieren oder sensible Arbeitsbereiche vor neugierigen Blicken abschirmen. In den Glasflächen liefen ununterbrochen feine Linien aus Daten entlang. Sicherheitscodes. Temperaturanzeigen. Luftreinheitswerte. Biometrische Parameter.<br />
<br />
Alles kontrolliert.<br />
Alles überwacht.<br />
Alles unter ihrer Hand.<br />
<br />
Im vorderen Bereich des Labors befanden sich mehrere modulare Werkbänke aus dunklem Verbundmetall, über denen holografische Interfaces schwebten. Zerlegte Waffen lagen dort nicht wie gewöhnlicher Schrott herum, sondern wie geöffnete Körper auf einem Operationstisch. Präzisionsgewehre mit freigelegten Energiekanälen. Modifizierte Magazine. Prototypische Klingen mit vibrierenden Schneiden, deren Energiekerne in transparenten Schächten pulsierten. Über einigen Arbeitsflächen rotierten dreidimensionale Blaupausen in blassem Cyanlicht, während Algorithmen Materialbelastungen simulierten und Schwachstellen berechneten.<br />
<br />
Weiter hinten befand sich die biotechnische Sektion.<br />
<br />
Ihr neuster Lieblingsbereich.<br />
<br />
Dort war die Atmosphäre eine andere als im restlichen Labor.<br />
<br />
Kühler.<br />
Leiser.<br />
Fast ehrfürchtig.<br />
<br />
Die Beleuchtung war heller und klinischer gehalten, reflektierte sich in makellosen Oberflächen und warf sterile Schatten über die makellos gereinigten Instrumententische. Die Luft roch nach Desinfektionsmitteln, Metall und diesem charakteristischen, beinahe elektrischen Geruch hochentwickelter Technologie, die ununterbrochen lief.<br />
<br />
Zylindrische Analysebehälter standen entlang der Wände wie ruhende Maschinenwesen, gefüllt mit schimmernden Flüssigkeiten und mikroskopischen Nanoscans biologischer Strukturen. Mehrere vertikale Bildschirme projizierten DNA-Stränge in die Luft, deren Sequenzen sich unablässig bewegten und neu sortierten. Zellverhalten. Gewebeadaption. Belastungsanalysen unter Wandlungsstress.<br />
<br />
Alles drehte sich um denselben Kern.<br />
<br />
<i>Den Chip</i>.<br />
<br />
Briars Blick hob sich zu dem holografischen Modell, das über der zentralen Arbeitsstation schwebte.<br />
<br />
Kaum größer als der Fingernagel ihres kleinen Fingers.<br />
<br />
Unspektakulär für jeden, der nicht verstand, was er dort eigentlich sah.<br />
<br />
Ein winziges Stück Technologie, das Jahre ihres Lebens verschlungen hatte. Jahre voller Fehlschläge. Zerstörter Prototypen. Implodierter Nanostrukturen. Verlorener Testreihen. Materialversagen während der Wandlungsimulationen. Signalstörungen. Abstoßungsreaktionen.<br />
<br />
Und trotzdem hatte sie nie aufgehört.<br />
Nicht nach der ersten Sackgasse.<br />
Nicht nach der zehnten.<br />
<br />
Nicht einmal nach jener Nacht, in der sie stundenlang reglos vor den Daten gesessen hatte, weil die letzte Simulation exakt denselben Fehler zeigte wie die fünf davor und sie ernsthaft darüber nachgedacht hatte, alles gegen die Wand zu werfen.<br />
<br />
Doch das hatte sie nicht. Und sie hatte nicht aufgegeben. Jetzt wurde sie endlich dafür belohnt.<br />
<br />
Der Chip rotierte langsam im Hologramm, während verschiedene Schichten transparent dargestellt wurden. Außenhülle. Adaptive Verankerungskomponenten. Biokompatible Nanofasern. Der eigentliche Senderkern tief im Inneren, geschützt durch mehrere Abschirmungsebenen, die moderne Ortungssysteme täuschen und gleichzeitig verhindern sollten, dass die Wandlung eines Gestaltwandlers das Ding schlicht zerfetzte.<br />
<br />
Ihr Lebenswerk.<br />
<br />
Ein Ortungschip, der selbst nach einer vollständigen Wandlung stabil blieb.<br />
<br />
Unsichtbar.<br />
Nicht zurückverfolgbar.<br />
Nicht störanfällig.<br />
Und vor allem: zuverlässig.<br />
<br />
Briars Hände bewegten sich routiniert über die holografischen Bedienfelder. Mehrere Fenster verschoben sich gleichzeitig, Daten wurden geöffnet, minimiert, neu angeordnet. Ihr Gehirn arbeitete schneller als die meisten Systeme, mit denen sie interagierte. Sie überprüfte ein letztes Mal die Vitalparameter der bisherigen Testreihen, ließ Materialanalysen durchlaufen und kontrollierte die Sterilisationswerte des Operationsbereiches.<br />
<br />
Perfekt.<br />
Es musste perfekt sein.<br />
<br />
Denn irgendwo tief unter all der Rationalität und den mathematischen Gleichungen existierte noch immer dieses eine Bild, das sie nie ganz losgeworden war.<br />
<br />
Ein Trupp, der ohne ihren Vater zurückgekehrt war.<br />
Zu spät.<br />
Immer zu spät.<br />
<br />
Sie erinnerte sich nicht mehr an jedes Detail dieses Tages. Erinnerungen zerfransten mit der Zeit, wurden weich an den Kanten. Aber das Gefühl war geblieben. Dieses kalte, hohle Wissen, dass irgendwo da draußen jemand gelegen hatte, verletzt, allein, möglicherweise noch am Leben … und niemand hatte ihn rechtzeitig gefunden.<br />
<br />
Weil niemand wusste, wo er war.<br />
<br />
Briar hatte damals beschlossen, dass sie dieses Problem irgendwann lösen würde.<br />
<br />
Menschen trafen ständig große emotionale Schwüre und vergaßen sie dann nach zwei Wochen wieder. Wie Neujahrsvorsätze mit mehr Traumaanteil. Sie nicht.<br />
<br />
Sie machte aus Dingen Obsessionen.<br />
<br />
Und jetzt stand sie kurz davor.<br />
<br />
Ihr Blick glitt zur abgeschirmten Sektion am hinteren Ende des Labors. Der sterile Eingriffsbereich war bereits vorbereitet. Transparente Instrumententische standen ordentlich sortiert bereit, jede Klinge, jedes Werkzeug exakt ausgerichtet. Darüber schwebten mehrere medizinische Interfaces, die Vitaldaten in Echtzeit erfassen würden. Ein autonomer Assistenzarm ruhte bewegungslos in seiner Halterung an der Decke, bereit, auf Sprachbefehle zu reagieren.<br />
<br />
In der Mitte stand der Stuhl.<br />
<br />
Übergroß. Gepolstert. Komfortabler als vieles, worin Soldaten vermutlich freiwillig schliefen.<br />
<br />
Briar verlangsamte ihre Schritte, als sie daran vorbeiging.<br />
<br />
Nur minimal.<br />
Kaum sichtbar.<br />
Aber genug.<br />
<br />
Ihr Mund verzog sich leicht, als sie an die letzte Person dachte, die in diesem Stuhl gesessen hatte, um ihr bei ihrem Projekt zu helfen.<br />
<br />
Letitia.<br />
<br />
Vor wenigen Wochen hatte die Soldatin noch genau dort gesessen. Beine locker überschlagen. Eine ihrer trockenen Bemerkungen auf den Lippen, während Briar Gewebeproben entnommen und parallel drei andere Dinge gleichzeitig erklärt hatte, die absolut niemand außer ihr interessant fand.<br />
<br />
Jetzt war sie tot.<br />
Der Platz leer.<br />
<br />
Und obwohl Briar nicht zu denen gehörte, die sich in Trauer verloren oder stundenlang sentimental vor sich hin zerfielen, zog sich für einen kurzen Augenblick etwas dumpf in ihrer Brust zusammen.<br />
<br />
Frisch genug, um noch weh zu tun.<br />
<br />
Sie blieb einen Herzschlag länger stehen, ließ den Blick über die Lehne des Sessels wandern und atmete langsam durch das transparente Visier aus.<br />
<br />
<ina> "Verdammt beschissener Zeitpunkt zum Sterben"</ina>, murmelte sie leise in den Raum hinein.<br />
<br />
Trocken.<br />
Fast genervt.<br />
Und gerade deshalb ehrlich.<br />
<br />
Dann richtete sie die Schultern wieder auf und machte weiter. So funktionierte das Leben nun einmal. Vor allem in diesem Rudel.<br />
<br />
Menschen starben.<br />
Soldaten verschwanden.<br />
Und genau deswegen stand sie hier.<br />
<br />
Nicht für Ruhm. Nicht für wissenschaftliche Anerkennung. Nicht für irgendwelche idiotischen Medialen-Auszeichnungen, die am Ende sowieso nur aus selbstgefälligen Leuten bestanden, die sich gegenseitig Preise dafür verliehen, besonders effizient mit Zahlen jonglieren zu können.<br />
<br />
Sie tat das hier, damit niemand ihres Rudels jemals einfach spurlos verschwand.<br />
Damit jemand gefunden werden konnte, bevor es zu spät war.<br />
Bevor wieder nur Stille zurückblieb.<br />
<br />
Ein leises Signal erklang an der Außenschleuse des Labors.<br />
<br />
Cyrel.<br />
<br />
Briar hob den Blick zu den Sicherheitsanzeigen, die seine Identität bestätigten. Für den Bruchteil einer Sekunde musterte sie ihr eigenes Spiegelbild in der Glasfläche daneben.<br />
<br />
Kaum wiederzuerkennen.<br />
<br />
Ihre wilde rote Lockenmähne war vollständig gebändigt und ordentlich hochgesteckt. Kein einziges widerspenstiges Knäuel sprang in alle Richtungen wie sonst. Die klinische Kleidung saß ungewohnt ordentlich an ihr, der dunkle Kasack sauber und faltenfrei. Handschuhe bedeckten ihre Hände, während das transparente Visier vor ihrem Mund ihr Gesicht leicht verzerrte.<br />
<br />
Keine Bandshirts.<br />
Keine Snackkrümel auf dem Stoff, keine ölverschmierten Finger.<br />
Keine zerschlissenen Jeans.<br />
<br />
<br />
Heute war sie nicht der chaotische Wirbelwind, den das Rudel gewohnt war.<br />
Heute war sie Wissenschaftlerin.<br />
<br />
Und ihr verdammtes Meisterwerk würde funktionieren!<br />
<br />
<ina> "Komm rein, zieh dich aus. Ich muss dich dekontaminieren und anschließend deinen Rücken desinfizieren, ehe ich dich nach hinten bringe."</ina> Einen Moment lang stockte sie. Sah zu dem Soldaten auf, der vor ihr stand. Erinnerte sich an das, was man ihr immer wieder riet. Erinnerte sich an ihre Erziehung. Die 'gute Kinderstube'. Und weil sie nicht im Wald bei wilden Tieren aufgewachsen war, wusste sie auch genau, womit sie eigentlich hätte anfangen sollen. <ina> "Hallo. Danke, dass du dich gemeldet hast."</ina><br />
<br />
Sie musste ihre Versuchskaninchen ... personen, Versuchspersonen! bei Laune halten. Immerhin war ihre eigene Genialität nur eine Seite der Medaille und sie brauchte die Wandler, um die Funktionalität ihres Prototyps sicherzustellen. Die Alphaversion war vielversprechend gewesen doch Fehleranfällig, sie hoffte sehr darauf, dass sie in der Betaversion alles ausgemerzt hatte.]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Shadow of Hawkins]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=574</link>
			<pubDate>Fri, 22 May 2026 18:25:00 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=4">Alpha</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=574</guid>
			<description><![CDATA[<link href="https://shadowofhawkins.de/cache/themes/theme3/storyline.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<center><br />
<div class="sohbox1"><div class="sohbox2"><div class="sohhead1">Shadow of Hawkins</div>
<div class="sohtext">Was wäre, wenn das Upside Down nie verschwunden ist?<br />
Was, wenn es damals nur so wirkte, als sei es geschlossen – eine Illusion, von Kali geschaffen, um Elfis Freunde – und auch die übrigen Bewohner von Hawkins – zu beruhigen? Was, wenn die Tore lediglich versiegelt wurden, das Upside Down und der Abyss im Verborgenen jedoch weiterexistieren?<br />
<br />
Und was, wenn das Hawkins National Laboratory niemals mit seinen Experimenten aufgehört hat? Was, wenn es nicht das einzige Labor war, das mit Kindern experimentierte, sondern Labore auf der ganzen Welt Teil dieser Geschichte sind – und es immer noch sind? Was, wenn sogar die NATO ihre Finger im Spiel hat?<br />
<br />
<b><i>Willkommen in Hawkins, 1991.</i></b><br />
Die Welt wirkt ruhig. Niemand vermutet, dass das Upside Down oder der Abyss noch existieren. Doch an einigen Orten beginnt die Grenze zwischen den Welten erneut zu bröckeln. Hier brechen Durchbrüche durch, an denen die Luft flimmert, schwebende Partikel sichtbar werden und Ranken oder Pflanzen aus der anderen Dimension zu wachsen beginnen.<br />
<br />
Das Hawkins National Laboratory arbeitet weiter, unterstützt von geheimen Labors weltweit. Neue Versuche an Kindern und Jugendlichen werden durchgeführt – diese Subjekte besitzen besondere Fähigkeiten und tragen zugleich einen unbewussten Einfluss in sich: Sie sind Marionetten des Mindflayers. Im Alltag merkt man kaum etwas von dieser Präsenz, doch in der Nähe eines Durchbruchs oder in emotional aufgeladenen Momenten kann der Mindflayer durch sie wirken – Gedanken, Gefühle und Entscheidungen subtil lenken, besonders wenn mehrere Subjekte zusammenkommen.<br />
<br />
Die Bewohner Hawkins gehen scheinbar normalen Berufen nach, die Stadt wirkt lebendig und friedlich. Doch der Schein trügt. Immer wieder zeigen sich unerklärliche Phänomene. Kinder oder Erwachsene mit übernatürlichen Fähigkeiten tauchen auf – die Medien schweigen, der Staat vertuscht die Wahrheit.<br />
<br />
Werde Teil dieser besonderen Welt.<br />
Ob als ganz gewöhnlicher Mensch, Gesetzeshüter, Soldat, Subjekt oder Wissenschaftler in einem der Labore weltweit.<br />
Oder vielleicht als Mike, Dustin oder Max – inzwischen junge Erwachsene – die erneut einer Wahrheit gegenüberstehen, die niemals wirklich verschwunden war.</div>
<div class="sohhead2">Shortfacts</div>
<div class="sohbox3"><div class="sohfacts1">Stranger Things</div><div class="sohfacts1">L3S3V3</div><div class="sohfacts1">KEINE MPL</div><div class="sohfacts1">1991</div><div class="sohfacts2">Gruppen: Einwohner, Subjekte, Militär, Gesetzeshüter, Wissenschaftler</div><div class="sohfacts3"><a href="https://shadowofhawkins.de/" target="blank">Forum</a></div><div class="sohfacts3"><a href="https://shadowofhawkins.de/forumdisplay.php?fid=12" target="blank">Gesuch</a></div><div class="sohfacts3"><a href="https://shadowofhawkins.de/showthread.php?tid=5&pid=6#pid6" target="blank">Regelwerk</a></div><div class="sohfacts3"><a href="https://shadowofhawkins.de/lists.php" target="blank">Listen</a></div></div>
</div></div>
</center>]]></description>
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<div class="sohbox1"><div class="sohbox2"><div class="sohhead1">Shadow of Hawkins</div>
<div class="sohtext">Was wäre, wenn das Upside Down nie verschwunden ist?<br />
Was, wenn es damals nur so wirkte, als sei es geschlossen – eine Illusion, von Kali geschaffen, um Elfis Freunde – und auch die übrigen Bewohner von Hawkins – zu beruhigen? Was, wenn die Tore lediglich versiegelt wurden, das Upside Down und der Abyss im Verborgenen jedoch weiterexistieren?<br />
<br />
Und was, wenn das Hawkins National Laboratory niemals mit seinen Experimenten aufgehört hat? Was, wenn es nicht das einzige Labor war, das mit Kindern experimentierte, sondern Labore auf der ganzen Welt Teil dieser Geschichte sind – und es immer noch sind? Was, wenn sogar die NATO ihre Finger im Spiel hat?<br />
<br />
<b><i>Willkommen in Hawkins, 1991.</i></b><br />
Die Welt wirkt ruhig. Niemand vermutet, dass das Upside Down oder der Abyss noch existieren. Doch an einigen Orten beginnt die Grenze zwischen den Welten erneut zu bröckeln. Hier brechen Durchbrüche durch, an denen die Luft flimmert, schwebende Partikel sichtbar werden und Ranken oder Pflanzen aus der anderen Dimension zu wachsen beginnen.<br />
<br />
Das Hawkins National Laboratory arbeitet weiter, unterstützt von geheimen Labors weltweit. Neue Versuche an Kindern und Jugendlichen werden durchgeführt – diese Subjekte besitzen besondere Fähigkeiten und tragen zugleich einen unbewussten Einfluss in sich: Sie sind Marionetten des Mindflayers. Im Alltag merkt man kaum etwas von dieser Präsenz, doch in der Nähe eines Durchbruchs oder in emotional aufgeladenen Momenten kann der Mindflayer durch sie wirken – Gedanken, Gefühle und Entscheidungen subtil lenken, besonders wenn mehrere Subjekte zusammenkommen.<br />
<br />
Die Bewohner Hawkins gehen scheinbar normalen Berufen nach, die Stadt wirkt lebendig und friedlich. Doch der Schein trügt. Immer wieder zeigen sich unerklärliche Phänomene. Kinder oder Erwachsene mit übernatürlichen Fähigkeiten tauchen auf – die Medien schweigen, der Staat vertuscht die Wahrheit.<br />
<br />
Werde Teil dieser besonderen Welt.<br />
Ob als ganz gewöhnlicher Mensch, Gesetzeshüter, Soldat, Subjekt oder Wissenschaftler in einem der Labore weltweit.<br />
Oder vielleicht als Mike, Dustin oder Max – inzwischen junge Erwachsene – die erneut einer Wahrheit gegenüberstehen, die niemals wirklich verschwunden war.</div>
<div class="sohhead2">Shortfacts</div>
<div class="sohbox3"><div class="sohfacts1">Stranger Things</div><div class="sohfacts1">L3S3V3</div><div class="sohfacts1">KEINE MPL</div><div class="sohfacts1">1991</div><div class="sohfacts2">Gruppen: Einwohner, Subjekte, Militär, Gesetzeshüter, Wissenschaftler</div><div class="sohfacts3"><a href="https://shadowofhawkins.de/" target="blank">Forum</a></div><div class="sohfacts3"><a href="https://shadowofhawkins.de/forumdisplay.php?fid=12" target="blank">Gesuch</a></div><div class="sohfacts3"><a href="https://shadowofhawkins.de/showthread.php?tid=5&pid=6#pid6" target="blank">Regelwerk</a></div><div class="sohfacts3"><a href="https://shadowofhawkins.de/lists.php" target="blank">Listen</a></div></div>
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[No Way Back]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=572</link>
			<pubDate>Sat, 25 Apr 2026 10:01:29 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=4">Alpha</a>]]></dc:creator>
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			<description><![CDATA[<link href="https://www.nowayback-rpg.de/cache/themes/theme5/vorlagen.css" rel="stylesheet" type="text/css">
<br />
<div class="GW_story GW_story_corners">
  <div class="GW_story_hero">
<img class="GW_story_hero_img" src="https://www.nowayback-rpg.de/images/GW/Headerdark2.png"><br />
    <div class="GW_story_hero_overlay"></div>
    <div class="GW_story_hero_fade"></div>
<br />
    <div class="GW_story_hero_title">
      <div class="eyebrow">Ein Wizarding World RPG · Marauders Era </div>
    </div>
  </div>
  <div class="GW_story_divider">
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    <div class="line r"></div>
  </div>
  <div class="GW_story_body">
    <div>
      <p>Der Erste Zaubererkrieg tobt, Voldemort gewinnt immer mehr Macht und die magische Gesellschaft wird von Angst, Misstrauen und Gewalt geprägt. Während Todesser und ihre Sympathisant:innen muggelstämmige Hexen und Zauberer verfolgen, geraten besonders Werwölfe ins Visier: Mit brutalen Gesetzen, Spreng-Ohrmarken und den grausamen Kämpfen in der Werwolf-Arena wird ihr Leben zur Hölle. Gleichzeitig wächst Fenrir Greybacks Rudel zu einer gefährlichen, sektenähnlichen Bewegung heran. Er schart nicht nur die Ausgestoßenen der Gesellschaft um sich, sondern schreckt nicht davor zurück, seine Gruppe durch weitere Infizierungen zu vergrößern. Als wäre das nicht bereits schlimm genug, sind die Werwölfe längst nicht nur in Vollmondnächten eine Bedrohung, denn das Rudel sorgt auch in Menschenform mit grausamen Angriffen für Angst und Schrecken.<br />
Der Orden des Phönix leistet Widerstand, doch seine Anhänger:innen stehen einer scheinbar überlegenen dunklen Seite gegenüber und geraten zunehmend an ihre Grenzen. Tag für Tag riskieren sie ihr Leben, um sich Voldemorts Schergen entgegenzustellen. Am Ende bleiben sie stille Held:innen. Unerkannt von der Gesellschaft, deren Zukunft sie sichern, ohne dass jemand ihre Namen oder die Opfer kennt, die sie dafür bringen.</p>
    </div>
    <div>
      <p>Voldemort lockt die Menschen mit dem Versprechen einer besseren Gesellschaft zu sich, und diese lassen sich von seinen Worten einlullen und sind bereit, die Opfer in Kauf zu nehmen. Was einfach ist, denn <i>sie</i> sind es nicht, die in Voldemorts Welt keinen Platz mehr haben.<br />
In dieser Zeit voller Verfolgung und Repression erhebt sich eine Stimme aus dem Radiosender: Die 7. Farbe. Eine queere, ministeriumskritische Untergrundbewegung aus muggelstämmigen Hexen und Zauberern, die für Sichtbarkeit, Solidarität und Freiheit kämpft. Sie setzen sich für all jene ein, die an den Rand gedrängt oder vergessen werden, obwohl sie auf keiner Seite Unterstützung haben. Ihr Mut rückt sie nicht nur ins Visier der Todesser, sondern auch das Ministerium ist ihnen dicht auf den Fersen, um ihnen ihre Stimme zu rauben.<br />
<br />
Ein Kampf zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkelheit – und jede:r muss früher oder später eine Seite wählen. Ob als mutige:r Kämpfer:in im Orden, überzeugte:r Todesser, verzweifelte:r Werwolf oder rebellische Stimme der 7. Farbe. Die Zeit des Wegsehens ist vorbei. Nach Jahren der Angst steht der Erste Zaubererkrieg in Großbritannien kurz vor der Eskalation.<br />
<br />
<b>Im “No Way Back” entscheidest du, auf welcher Seite du stehst. Schreibe mit uns Geschichten voller Spannung, Intrigen, Hoffnung und Dunkelheit im Jahr 1978.</b></p>
<br />
    </div>
  </div>
<br />
  <div class="GW_story_divider" style="margin-top: 24px;">
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  </div>
<a href="https://www.nowayback-rpg.de/index.php" target="_blank" class="GW_story_link">No Way Back RPG</a><br />
  <div class="GW_story_bullets">
    <div class="bullets-title">Was macht uns aus</div>
    <div class="bullets-grid">
      <div class="GW_story_bullet"><div class="dot"></div>Bespielter Voldemort</div>
      <div class="GW_story_bullet"><div class="dot"></div>Aktives Werwolf-Rudel</div>
      <div class="GW_story_bullet"><div class="dot"></div>Queere Bewegung</div>
      <div class="GW_story_bullet"><div class="dot"></div>Hohe Aktivität</div>
      <div class="GW_story_bullet"><div class="dot"></div>Plotlastiges Board</div>
      <div class="GW_story_bullet"><div class="dot"></div>Magisch & nicht-magisch</div>
      <div class="GW_story_bullet"><div class="dot"></div>Plot-driven</div>
      <div class="GW_story_bullet"><div class="dot"></div>70s Vibes</div>
      <div class="GW_story_bullet"><div class="dot"></div>Keine MPL</div>
    </div>
  </div>
  <div class="GW_story_footer">
    <div class="tag"><b>Setting</b> <br>Marauders Era</div>
    <div class="dot-sep"></div>
    <div class="tag"><b>Spieljahr</b> <br>1978</div>
    <div class="dot-sep"></div>
    <div class="tag"><b>Sprache</b> <br>Deutsch</div>
    <div class="dot-sep"></div>
    <div class="tag"><b>Aktivität</b> <br>2 Posts/Monat</div>
  </div>
<br />
  <div class="GW_story_bottom_pad"></div>
</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<link href="https://www.nowayback-rpg.de/cache/themes/theme5/vorlagen.css" rel="stylesheet" type="text/css">
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    <div class="GW_story_hero_title">
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Der Orden des Phönix leistet Widerstand, doch seine Anhänger:innen stehen einer scheinbar überlegenen dunklen Seite gegenüber und geraten zunehmend an ihre Grenzen. Tag für Tag riskieren sie ihr Leben, um sich Voldemorts Schergen entgegenzustellen. Am Ende bleiben sie stille Held:innen. Unerkannt von der Gesellschaft, deren Zukunft sie sichern, ohne dass jemand ihre Namen oder die Opfer kennt, die sie dafür bringen.</p>
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      <p>Voldemort lockt die Menschen mit dem Versprechen einer besseren Gesellschaft zu sich, und diese lassen sich von seinen Worten einlullen und sind bereit, die Opfer in Kauf zu nehmen. Was einfach ist, denn <i>sie</i> sind es nicht, die in Voldemorts Welt keinen Platz mehr haben.<br />
In dieser Zeit voller Verfolgung und Repression erhebt sich eine Stimme aus dem Radiosender: Die 7. Farbe. Eine queere, ministeriumskritische Untergrundbewegung aus muggelstämmigen Hexen und Zauberern, die für Sichtbarkeit, Solidarität und Freiheit kämpft. Sie setzen sich für all jene ein, die an den Rand gedrängt oder vergessen werden, obwohl sie auf keiner Seite Unterstützung haben. Ihr Mut rückt sie nicht nur ins Visier der Todesser, sondern auch das Ministerium ist ihnen dicht auf den Fersen, um ihnen ihre Stimme zu rauben.<br />
<br />
Ein Kampf zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkelheit – und jede:r muss früher oder später eine Seite wählen. Ob als mutige:r Kämpfer:in im Orden, überzeugte:r Todesser, verzweifelte:r Werwolf oder rebellische Stimme der 7. Farbe. Die Zeit des Wegsehens ist vorbei. Nach Jahren der Angst steht der Erste Zaubererkrieg in Großbritannien kurz vor der Eskalation.<br />
<br />
<b>Im “No Way Back” entscheidest du, auf welcher Seite du stehst. Schreibe mit uns Geschichten voller Spannung, Intrigen, Hoffnung und Dunkelheit im Jahr 1978.</b></p>
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<a href="https://www.nowayback-rpg.de/index.php" target="_blank" class="GW_story_link">No Way Back RPG</a><br />
  <div class="GW_story_bullets">
    <div class="bullets-title">Was macht uns aus</div>
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<br />
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		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[sometimes words aren't enough and that's why we have middle fingers]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=571</link>
			<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 08:03:08 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=119">Katerine Gauthier</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=571</guid>
			<description><![CDATA[Ihre nackten Füße gruben sich in den Waldboden, der hier und dort weich von Moos und Laub war, und anderenorts mit scharfkantigen fiesen Kieselsteinchen und Stöckchen gespickt. Kit registrierte es zwar, doch sie war so sehr daran gewöhnt barfuß in der Natur zu laufen, dass es ihr kaum etwas ausmachte. <br />
<br />
Das Tempo war schnell genug, dass sie sich ohnehin nicht sonderlich damit befassen konnte, zumal Ravyn wesentlich spannender war und ihre Reaktionen hier wesentlich mehr Aufschluss boten. Wie zum Beispiel, als sie sich erstaunt nach einem Mentor erkundigte. Ihre Antwort war schwammig und nicht wirklich greifbar, doch sie verglich immerhin Remi und seine Beziehung zu Lou und Taqa damit. <br />
<br />
Ja, das war wohl so ziemlich das, was sie gemeint hatte, auch wenn es bei Remi, Lou und Taqa wohl ein wenig anders geartet war. Sie waren immerhin allesamt Alphas gewesen. Genauso, wie es bei Heilern der Fall war. Da war es vollkommen selbstverständlich, dass sie von älteren und erfahreneren Mitgliedern an die Hand genommen wurden. <br />
<br />
Bei den Soldaten hingegen war das nicht gang und gäbe. Zumindest nicht bei RainFire, wie ihr schien. <br />
<br />
<ina> “Nicht jedes Rudel hat das, aber während meiner Reisen habe ich immer wieder kleine Rudel erlebt, die bestimmte Mentoren festsetzen, damit sich vor allem die dominanten Mitglieder an erfahrene Gefährten wenden können.”</ina>, erklärte sie nur knapp. Und nach allem, was sie dem Buschfunk entnommen hatte, war Ravyn vielleicht diejenige, die es am dringendsten nötig hatte jemanden an ihrer Seite zu haben, der ihr Unterstützung bot, doch es gab noch den ein oder anderen, der es zumindest ebenfalls nötig hatte. <br />
<br />
Wenn Kuni endlich aufhörte den Müttern schöne Augen zu machen, würde sie ihn mal auf ein paar junge Erwachsene ansetzen. <br />
<br />
<ina> “Ungeduld ist der Katze Tod, Kitten.”</ina>, murmelte Kit noch, ehe sie ihr Tempo ebenfalls anzog, Ravyn jedoch nicht überholte, sondern an ihrer Seite lief, um sie noch in Richtung ihres Baumhauses zu lotsen. Eigentlich hätte sie eine Hütte bevorzugt, da so weit draußen jedoch nur wenige zur Verfügung standen und man erst eine neue hätte errichten müssen, hatte die Jägerin einfach umgesattelt und sich mit einem Baumhaus zufriedengegeben. Ihre Katze konnte gut klettern und machte sich nichts aus Höhen. Und jetzt war es nun mal so. Sie würde ihr zu Hause nicht mehr eintauschen. <br />
<br />
Etwa zwanzig Minuten später, Kit hatte ihr Tempo immer wieder mal angezogen oder gedrosselt - und die Soldatin hatte immer mitgehalten - erreichten sie das Baumhaus, das in luftiger Höhe, in den Kronen eines stattlichen Baums mit riesigem Stamm angebracht war. Es hätte sechs Männer mit Kunis Statur gebraucht, um den Stamm vollständig zu umfassen. <br />
Die Krallenspuren am Stamm, einige älter und längst verwittert, andere neuer, machten deutlich, dass an diesem Baum oftmals Personen hoch und runterkletterten. Die Strickleiter - für all jene, die sich nicht so meisterlich aufs Klettern verstanden - war eingezogen, da Kit ohnehin nicht zu Hause war. <br />
<br />
<ina> “Komm mit hoch. Ich muss mich kurz umziehen. Und wir können was trinken, ehe wir weiterziehen.”</ina>, lud sie ihre Begleitung ein und sprang bereits den Baum hoch, kletterte geschickt und behände hoch, ehe sie sich oben über die Brüstung schwang. Und das ganz ohne ihre hübschen Kleider schmutzig oder kaputtzumachen. Ihre Maman wäre stolz auf sie. Auch wenn sie es bestimmt nicht begrüßt hätte, dass sich ihre kleine Prinzessin wie eine Barbarin verhielt. <br />
<br />
In ihrem Baumhaus angekommen, presste sie ihre Hand auf das versteckte Panel, das alle Sicherheitssysteme entriegelte und trat ein. Überall standen noch Kisten herum. das Deckenlicht funktionierte noch nicht, sodass nur das Umgebungslicht des Baumhauses das Innere beleuchtete. Kit lebte überwiegend noch aus Kisten, Koffern und Kleiderstapeln. Davon zog sie sich jetzt auch eine Hautenge Jeans, die sie jedoch nicht in ihrer Bewegungsfreiheit einschränkte und ein Tanktop mit einer Kunstlederjacke. Beides war wesentlich funktionaler, für eine Patrouille an der Reviergrenze als die schicken Klamotten, die sie zu Taqas Vereidigung getragen hatte. Und als Schuhwerk wählte sie solide Stiefel, die bequem aber robust waren. <br />
<br />
Ihre Umziehaktion hatte keine fünf Minuten gedauert, als sie auch schon am Kühlschrank stand und sich und Ravyn eine Trinkflasche mit Wasser rausholte. <br />
<br />
<ina> “Na los, trink was. Dann machen wir uns los.”</ina>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[Ihre nackten Füße gruben sich in den Waldboden, der hier und dort weich von Moos und Laub war, und anderenorts mit scharfkantigen fiesen Kieselsteinchen und Stöckchen gespickt. Kit registrierte es zwar, doch sie war so sehr daran gewöhnt barfuß in der Natur zu laufen, dass es ihr kaum etwas ausmachte. <br />
<br />
Das Tempo war schnell genug, dass sie sich ohnehin nicht sonderlich damit befassen konnte, zumal Ravyn wesentlich spannender war und ihre Reaktionen hier wesentlich mehr Aufschluss boten. Wie zum Beispiel, als sie sich erstaunt nach einem Mentor erkundigte. Ihre Antwort war schwammig und nicht wirklich greifbar, doch sie verglich immerhin Remi und seine Beziehung zu Lou und Taqa damit. <br />
<br />
Ja, das war wohl so ziemlich das, was sie gemeint hatte, auch wenn es bei Remi, Lou und Taqa wohl ein wenig anders geartet war. Sie waren immerhin allesamt Alphas gewesen. Genauso, wie es bei Heilern der Fall war. Da war es vollkommen selbstverständlich, dass sie von älteren und erfahreneren Mitgliedern an die Hand genommen wurden. <br />
<br />
Bei den Soldaten hingegen war das nicht gang und gäbe. Zumindest nicht bei RainFire, wie ihr schien. <br />
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<ina> “Nicht jedes Rudel hat das, aber während meiner Reisen habe ich immer wieder kleine Rudel erlebt, die bestimmte Mentoren festsetzen, damit sich vor allem die dominanten Mitglieder an erfahrene Gefährten wenden können.”</ina>, erklärte sie nur knapp. Und nach allem, was sie dem Buschfunk entnommen hatte, war Ravyn vielleicht diejenige, die es am dringendsten nötig hatte jemanden an ihrer Seite zu haben, der ihr Unterstützung bot, doch es gab noch den ein oder anderen, der es zumindest ebenfalls nötig hatte. <br />
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Wenn Kuni endlich aufhörte den Müttern schöne Augen zu machen, würde sie ihn mal auf ein paar junge Erwachsene ansetzen. <br />
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<ina> “Ungeduld ist der Katze Tod, Kitten.”</ina>, murmelte Kit noch, ehe sie ihr Tempo ebenfalls anzog, Ravyn jedoch nicht überholte, sondern an ihrer Seite lief, um sie noch in Richtung ihres Baumhauses zu lotsen. Eigentlich hätte sie eine Hütte bevorzugt, da so weit draußen jedoch nur wenige zur Verfügung standen und man erst eine neue hätte errichten müssen, hatte die Jägerin einfach umgesattelt und sich mit einem Baumhaus zufriedengegeben. Ihre Katze konnte gut klettern und machte sich nichts aus Höhen. Und jetzt war es nun mal so. Sie würde ihr zu Hause nicht mehr eintauschen. <br />
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Etwa zwanzig Minuten später, Kit hatte ihr Tempo immer wieder mal angezogen oder gedrosselt - und die Soldatin hatte immer mitgehalten - erreichten sie das Baumhaus, das in luftiger Höhe, in den Kronen eines stattlichen Baums mit riesigem Stamm angebracht war. Es hätte sechs Männer mit Kunis Statur gebraucht, um den Stamm vollständig zu umfassen. <br />
Die Krallenspuren am Stamm, einige älter und längst verwittert, andere neuer, machten deutlich, dass an diesem Baum oftmals Personen hoch und runterkletterten. Die Strickleiter - für all jene, die sich nicht so meisterlich aufs Klettern verstanden - war eingezogen, da Kit ohnehin nicht zu Hause war. <br />
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<ina> “Komm mit hoch. Ich muss mich kurz umziehen. Und wir können was trinken, ehe wir weiterziehen.”</ina>, lud sie ihre Begleitung ein und sprang bereits den Baum hoch, kletterte geschickt und behände hoch, ehe sie sich oben über die Brüstung schwang. Und das ganz ohne ihre hübschen Kleider schmutzig oder kaputtzumachen. Ihre Maman wäre stolz auf sie. Auch wenn sie es bestimmt nicht begrüßt hätte, dass sich ihre kleine Prinzessin wie eine Barbarin verhielt. <br />
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In ihrem Baumhaus angekommen, presste sie ihre Hand auf das versteckte Panel, das alle Sicherheitssysteme entriegelte und trat ein. Überall standen noch Kisten herum. das Deckenlicht funktionierte noch nicht, sodass nur das Umgebungslicht des Baumhauses das Innere beleuchtete. Kit lebte überwiegend noch aus Kisten, Koffern und Kleiderstapeln. Davon zog sie sich jetzt auch eine Hautenge Jeans, die sie jedoch nicht in ihrer Bewegungsfreiheit einschränkte und ein Tanktop mit einer Kunstlederjacke. Beides war wesentlich funktionaler, für eine Patrouille an der Reviergrenze als die schicken Klamotten, die sie zu Taqas Vereidigung getragen hatte. Und als Schuhwerk wählte sie solide Stiefel, die bequem aber robust waren. <br />
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Ihre Umziehaktion hatte keine fünf Minuten gedauert, als sie auch schon am Kühlschrank stand und sich und Ravyn eine Trinkflasche mit Wasser rausholte. <br />
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<ina> “Na los, trink was. Dann machen wir uns los.”</ina>]]></content:encoded>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[welcome to the dog house. help yourself to our chew toys]]></title>
			<link>https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=568</link>
			<pubDate>Sun, 12 Apr 2026 22:49:20 +0000</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://claws.stories-untold.de/member.php?action=profile&uid=121">Kieran Darcy</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://claws.stories-untold.de/showthread.php?tid=568</guid>
			<description><![CDATA[<i>If you got Jack in your cup, go raise it up</i><br />
<br />
Kieran hatte die Kopfhörer bereits vor einer Stunde abgelegt, doch die Musik schallerte so klar und lebendig durch seinen Kopf, als würde hinter ihm eine Liveband spielen. Sein Gang war federnd, während er die Füße im Takt des Beats aufsetzte, den nur er hören konnte. In seinem Kopf! Das war nicht einfach nur ein Ohrwurm, das war ein telepathisches Radio in seinem Hirn. Vielleicht hatte er ja mediale Superkräfte… oder einen Bluetoothempfänger im Schädel.<br />
<br />
<i>If you ain’t got enough, go fill it up</i><br />
<br />
Eine sachter Luftzug strich über seine Haut. Das Belüftungssystem der Höhle war so gut, dass man selbst in den tiefsten Gängen noch spürte, wenn draußen der Wind wehte. Nicht so sehr, dass es einem die Frisur durcheinander brachte, aber dennoch so, dass man fühlte, wie sich die frische Luft ihren Weg durch die Gänge bahnte.<br />
<br />
Kieran trug eine einfache, tiefsitzende Jeans und bequeme Turnschuhe. Dazu ein beigefarbenes T-Shirt das mit Sicherheit schon bessere Tage erlebt hatte, offensichtlich aber pfleglich behandelt wurde. Allein die Tatsache, dass er dieses Shirt nicht längst als Sport- oder Schlafbekleidung aussortiert hatte, verriet einem wissenden Rudelmitglied, dass er es sehr schätzte. Es stammte – und auch das war unter Rudelmitgliedern kein Geheimnis – aus seiner mittlerweile bemerkenswerten Kollektion aus Fotomotiv-Shirts. Schnappschüsse aus dem Leben des Rudels auf T-Shirts bedruckt. – Gab es überhaupt etwas Besseres? Und dieses Exemplar gehörte zu seinen Lieblingen, denn es zeigte seinen Lieblingsmenschen: Ruben, sein Rübli, mit einer Gabel in der Hand, mit der er soeben ein riesiges Stück einer ausgeblichenen Geburtstagstorte zum weit aufgerissenen Mund führte. Das Bild war nicht unbedingt schmeichelhaft, aber ehrlich. Und für Kieran war der Soldat so oder so die allerschönste Person der Welt (no homo), ganz gleich wie verrückt sein Blick war, während er mit leicht schielenden Augen auf den Kuchen starrte. <br />
<br />
<b>„If you had too much, don't throw it up“</b><br />
<br />
Inzwischen sang Kieran die Zielen leise und deutlich schräger, als sie in seinem Kopf erklangen. Was an sich schon eine Leistung war, denn besagte Zeile hatte nicht einmal einen wirklichen Melodiebogen. Inzwischen hatte er das Zentrum des östlichen Sektors erreicht. Seine Hand hob sich zum Gruß, als bekannte Gesichter seinen Weg kreuzten. Mit einem <b>„Yo, was geht?“</b> klatschte er im Vorbeigehen einen Jugendlichen ab, der offensichtlich gerade vom Training kam, ehe er um die Ecke bog und den Gang zu den Unterkünften betrat.<br />
<br />
<b>„And if you ain't got shit, throw your hands–“</b> <br />
<br />
Kieran verstummte, als er die Person fand, nach der er gesucht hatte. Es war wirklich nicht schwierig gewesen, Kenjiro ausfindig zu machen. Ganz einfach, weil er die einzige Person im Rudel war, die Kieran nicht kannte. Noch nicht. Ebenso war seine Witterung unbekannt, sodass der Soldat sich nicht einmal die Zimmernummer hatte merken müssen. Er war einfach seiner Nase gefolgt und hätte auf diese Weise auch die richtige Tür gefunden, wäre der Gesuchte ihm nicht zufällig zuvorgekommen.<br />
<br />
<b>„Ey, Kenjiro,</b> rief Kieran mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte er den Jungen schon tausendmal begrüßt. Für ihn war es natürlich einfach. Aber er vergaß auch nicht, dass es auf der Gegenseite vermutlich ganz anders aussah. Kenjiro war wann in die Höhle gezogen? Gestern? <b>„Ich bin Kieran. Ich führ dich heute mal ein wenig herum.“</b><br />
<br />
Im Näherkommen betrachtete er den Asiaten. Ohne ihm das Gefühl zu geben, ihn anzustarren, analysierte sein Wolf in Sekundenbruchteilen, was er sah: Einen jungen Gestaltwandler, der eigentlich an der Schwelle des Erwachsenwerdens kratzen sollte, jedoch als Rekrut zu ihnen gekommen war. Er strahlte eine gewisse Dominanz aus und doch war da etwas an ihm, das noch nicht ganz rund wirkte. Ein Schnitt in der Luft, die ihn umgab, der Kierans Tier aufmerksam werden ließ. Wie er gehört hatte, hatte Kenjiro bisher kaum Erfahrung mit anderen Gestaltwandlern gesammelt, geschweige denn mit einem Rudel. In den Augen des Soldaten war CrescentProwler der beste Ort, um das nachzuholen. Doch ein dominanter Gestaltwandler, der in diesem Alter erst seine Rekrutenzeit startete, bot ein nicht zu unterschätzendes Potential für Konflikte. Es würde jedenfalls nicht langweilig mit ihm werden.<br />
<br />
Inzwischen hatte Kieran die kurze Distanz zwischen ihnen überbrückt. Sein Blick war offen, während ein schelmisches Grinsen seine Lippen umspielte.<br />
<b>„Was geht? Welcome to the hood, baby!“</b><br />
Er hob seine, zu einer lockeren Faust geschlossene, rechte Hand und streckte sie dem Neuling entgegen. Körperkontakt unter Gestaltwandlern war keine Selbstverständlichkeit. Nicht einmal, wenn es um eine flüchtige Berührung ging. Aber sie waren jetzt ein Rudel und mal ehrlich: Eine Brofist konnte doch niemand ausschlagen, oder?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<i>If you got Jack in your cup, go raise it up</i><br />
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Kieran hatte die Kopfhörer bereits vor einer Stunde abgelegt, doch die Musik schallerte so klar und lebendig durch seinen Kopf, als würde hinter ihm eine Liveband spielen. Sein Gang war federnd, während er die Füße im Takt des Beats aufsetzte, den nur er hören konnte. In seinem Kopf! Das war nicht einfach nur ein Ohrwurm, das war ein telepathisches Radio in seinem Hirn. Vielleicht hatte er ja mediale Superkräfte… oder einen Bluetoothempfänger im Schädel.<br />
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<i>If you ain’t got enough, go fill it up</i><br />
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Eine sachter Luftzug strich über seine Haut. Das Belüftungssystem der Höhle war so gut, dass man selbst in den tiefsten Gängen noch spürte, wenn draußen der Wind wehte. Nicht so sehr, dass es einem die Frisur durcheinander brachte, aber dennoch so, dass man fühlte, wie sich die frische Luft ihren Weg durch die Gänge bahnte.<br />
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Kieran trug eine einfache, tiefsitzende Jeans und bequeme Turnschuhe. Dazu ein beigefarbenes T-Shirt das mit Sicherheit schon bessere Tage erlebt hatte, offensichtlich aber pfleglich behandelt wurde. Allein die Tatsache, dass er dieses Shirt nicht längst als Sport- oder Schlafbekleidung aussortiert hatte, verriet einem wissenden Rudelmitglied, dass er es sehr schätzte. Es stammte – und auch das war unter Rudelmitgliedern kein Geheimnis – aus seiner mittlerweile bemerkenswerten Kollektion aus Fotomotiv-Shirts. Schnappschüsse aus dem Leben des Rudels auf T-Shirts bedruckt. – Gab es überhaupt etwas Besseres? Und dieses Exemplar gehörte zu seinen Lieblingen, denn es zeigte seinen Lieblingsmenschen: Ruben, sein Rübli, mit einer Gabel in der Hand, mit der er soeben ein riesiges Stück einer ausgeblichenen Geburtstagstorte zum weit aufgerissenen Mund führte. Das Bild war nicht unbedingt schmeichelhaft, aber ehrlich. Und für Kieran war der Soldat so oder so die allerschönste Person der Welt (no homo), ganz gleich wie verrückt sein Blick war, während er mit leicht schielenden Augen auf den Kuchen starrte. <br />
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<b>„If you had too much, don't throw it up“</b><br />
<br />
Inzwischen sang Kieran die Zielen leise und deutlich schräger, als sie in seinem Kopf erklangen. Was an sich schon eine Leistung war, denn besagte Zeile hatte nicht einmal einen wirklichen Melodiebogen. Inzwischen hatte er das Zentrum des östlichen Sektors erreicht. Seine Hand hob sich zum Gruß, als bekannte Gesichter seinen Weg kreuzten. Mit einem <b>„Yo, was geht?“</b> klatschte er im Vorbeigehen einen Jugendlichen ab, der offensichtlich gerade vom Training kam, ehe er um die Ecke bog und den Gang zu den Unterkünften betrat.<br />
<br />
<b>„And if you ain't got shit, throw your hands–“</b> <br />
<br />
Kieran verstummte, als er die Person fand, nach der er gesucht hatte. Es war wirklich nicht schwierig gewesen, Kenjiro ausfindig zu machen. Ganz einfach, weil er die einzige Person im Rudel war, die Kieran nicht kannte. Noch nicht. Ebenso war seine Witterung unbekannt, sodass der Soldat sich nicht einmal die Zimmernummer hatte merken müssen. Er war einfach seiner Nase gefolgt und hätte auf diese Weise auch die richtige Tür gefunden, wäre der Gesuchte ihm nicht zufällig zuvorgekommen.<br />
<br />
<b>„Ey, Kenjiro,</b> rief Kieran mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte er den Jungen schon tausendmal begrüßt. Für ihn war es natürlich einfach. Aber er vergaß auch nicht, dass es auf der Gegenseite vermutlich ganz anders aussah. Kenjiro war wann in die Höhle gezogen? Gestern? <b>„Ich bin Kieran. Ich führ dich heute mal ein wenig herum.“</b><br />
<br />
Im Näherkommen betrachtete er den Asiaten. Ohne ihm das Gefühl zu geben, ihn anzustarren, analysierte sein Wolf in Sekundenbruchteilen, was er sah: Einen jungen Gestaltwandler, der eigentlich an der Schwelle des Erwachsenwerdens kratzen sollte, jedoch als Rekrut zu ihnen gekommen war. Er strahlte eine gewisse Dominanz aus und doch war da etwas an ihm, das noch nicht ganz rund wirkte. Ein Schnitt in der Luft, die ihn umgab, der Kierans Tier aufmerksam werden ließ. Wie er gehört hatte, hatte Kenjiro bisher kaum Erfahrung mit anderen Gestaltwandlern gesammelt, geschweige denn mit einem Rudel. In den Augen des Soldaten war CrescentProwler der beste Ort, um das nachzuholen. Doch ein dominanter Gestaltwandler, der in diesem Alter erst seine Rekrutenzeit startete, bot ein nicht zu unterschätzendes Potential für Konflikte. Es würde jedenfalls nicht langweilig mit ihm werden.<br />
<br />
Inzwischen hatte Kieran die kurze Distanz zwischen ihnen überbrückt. Sein Blick war offen, während ein schelmisches Grinsen seine Lippen umspielte.<br />
<b>„Was geht? Welcome to the hood, baby!“</b><br />
Er hob seine, zu einer lockeren Faust geschlossene, rechte Hand und streckte sie dem Neuling entgegen. Körperkontakt unter Gestaltwandlern war keine Selbstverständlichkeit. Nicht einmal, wenn es um eine flüchtige Berührung ging. Aber sie waren jetzt ein Rudel und mal ehrlich: Eine Brofist konnte doch niemand ausschlagen, oder?]]></content:encoded>
		</item>
	</channel>
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