Wie die Alphatiere nehmen auch Heiler eine enorm wichtige, wenn nicht gar zentrale Rolle innerhalb der Gemeinschaft ein, der sie angehören. Durch ihre angeborenen Fähigkeiten sind sie nicht nur dazu in der Lage, körperliche Verletzungen zu heilen, sondern halten auch das emotionale und mentale Gleichgewicht ihrer Clan- und Rudelgefährten aufrecht.
Das macht Heiler zu unverzichtbaren Mitgliedern der Gestaltwandlergemeinschaften. Sie bilden, neben dem Alpha, eine wichtige Säule für emotionale und mentale Stabilität und das Wohlbefinden der Gruppe. Sie verkörpern Fürsorge, Schutz und Heilung – Eigenschaften, die sie von klein auf entwickeln, während sie zu erfahrenen Heilern reifen, die das Leben ihrer Gemeinschaft tiefgreifend beeinflussen.
Eine absolute Besonderheit ist, dass Heiler, selbst in brutalen und blutigen Konflikten zwischen verfeindeten Gruppen niemals angegriffen werden. Kein Alpha, der etwas auf sich hält, würde zulassen, dass einem Heiler Leid zugefügt wird, da ihre angeborenen Fähigkeiten so selten und wertvoll sind. Selbst dann, wenn es sich nicht um einen Heiler der eigenen Gemeinschaft handelt.
Allen Heilern ist eine liebevolle, fürsorgliche und sanfte Seite zu eigen. Sie brauchen den Zusammenhalt der Gemeinschaft und nicht selten den Schutz dieser, da sie dazu neigen, sich zum Wohle anderer zu verausgaben. Aus diesem Grund müssen Heiler - von Kindesbeinen an - sanft an ihre Fähigkeiten und ihre Rolle innerhalb einer Gemeinschaft herangeführt werden, damit ein Bewusstsein für Gleichgewicht und Verantwortung entstehen kann.
Dafür werden junge Heiler schon sehr früh von ihren Mentoren – die entweder selbst Heiler oder aber Heilkundige sind – an die Hand genommen und auf spielerische Art an spätere Aufgaben herangeführt, während sie erlernen, wie sie ihre Sensibilität und Empathie in die richtigen Bahnen lenken können, die das Wesen eines Heilers maßgeblich prägt.
Anzeichen im Kindesalter
Heiler werden oftmals schon im Kindesalter erkannt, obwohl sich ihre heilenden Kräfte zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll entwickelt haben. Kinder mit heilenden Fähigkeiten zeigen oftmals eine außergewöhnliche Sensibilität gegenüber den Emotionen und physischen Zuständen anderer. Sie spüren instinktiv, wenn jemand leidet oder verletzt ist und versuchen oft, diesen Schmerz zu lindern, selbst wenn sie nicht verstehen, wie sie am besten vorgehen sollten.
Typische Verhaltensweisen, die zusätzlich auf eine Heiler-Begabung hinweisen, sind ein starkes Bedürfnis, für andere da zu sein und die Fähigkeit, auf natürliche Weise zu beruhigen. Diese Empathie und das Verlangen, anderen zu helfen, sind frühe Anzeichen für ein Heilerpotenzial. Bei Verdacht auf Heilfähigkeiten wird das Kind behutsam weiter beobachtet, um sicherzustellen, dass es die Unterstützung erhält, die es für die Entwicklung seiner Fähigkeiten benötigt.
Merkmale im Erwachsenenalter
Es ist schwer, einen Heiler zu übersehen. Sie strahlen eine beruhigende und schützende Aura aus, die nicht nur für andere Gestaltwandler, sondern für Vertreter aller Gattungen spürbar ist. Diese Aura sorgt bei den meisten für ein instinktives Vertrauen gegenüber Heilern, da diese sehr friedfertig sind und nur den Schutz und das Wohl anderer im Sinn haben. Selbst in blutigen Konflikten zwischen befeindeten Gemeinschaften sind es immer die Heiler, die sich, unabhängig von Zugehörigkeit, um alle Verletzten kümmern.
Das ist der Hauptgrund, wieso ihnen ein Sonderstatus innerhalb der Gestaltwandlergemeinschaften sicher ist und sie auch das absolute Vertrauen fremder Gestaltwandler genießen.
Ähnlich den medialen Empathen, haben auch Heiler ein sehr großes Bedürfnis nach Körperkontakt und vereinsamen schnell, wenn sie diesen nicht gewährt kriegen. Mehr noch als alle anderen Gestaltwandler, brauchen sie diese Nähe zu anderen. Ohne heilenden Körperkontakt werden Heiler unruhig, unausgeglichen und leiden fürchterliche Schmerzen.
Beruhigende Präsenz
Heiler besitzen die natürliche Fähigkeit, ihre Umgebung mit ihrer bloßen Anwesenheit zu beruhigen und eine Atmosphäre von Trost und Sicherheit zu schaffen.
Instinktive Empathie
Heiler spüren auf natürliche und unaufdringliche Weise die Emotionen anderer und reagieren intuitiv darauf. Sie sind oft die Ersten, die merken, wenn jemand körperliche Schmerzen oder emotionalen Stress hat und bieten Hilfe an, bevor sie darum gebeten werden.
Schützender Instinkt
Ähnlich wie Alphas, haben auch Heiler einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, der sich jedoch anders äußert. Sie fühlen sich verantwortlich für das emotionale und körperliche Wohl ihrer Gefährten und handeln stets im Sinne des Schutzes und der Heilung.
Stille Dominanz
Heiler sind niemals überdurchschnittlich dominant. Außerdem ist ihre Dominanz anderer Natur als bei Alphas oder anderen dominanten Gestaltwandlern. Ihre Dominanz zeigt sich eher in einem unerschütterlichen Willen, anderen zu helfen.
Obwohl sie sich nicht zwingend durch Stärke oder körperliche Überlegenheit auszeichnen, wird ihre Autorität von Gestaltwandlern respektiert und geschätzt. Das führt dazu, dass ein Heiler selbst einen Alpha ‘herumkommandieren’ darf, wenn dieser sich überlastet und einem heilenden Prozess zuwiderhandelt.
Es braucht lange, um die Geduld und Ruhe eines Heilers zu erschöpfen, doch wenn man es schafft, können selbst diese friedliebenden und sanftmütigen Gestaltwandler ihre Krallen und Klauen ausfahren und Zähne zeigen.
Mentale Verbindung zum Netzwerk
Sobald ein Heiler seinem Alphatier die Treue geschworen hat, wird er durch den Blutbund – ähnlich dem der direkten Stellvertreter des Alphas – ins Netzwerk der Gemeinschaft integriert.
Durch diese Verbindung, die Alpha und Heiler direkt miteinander verknüpft, kann der Alpha, wenn benötigt, den Energiefluss manipulieren und den Heiler der Gemeinschaft mit zusätzlicher Energie versorgen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn es viele Verletzte oder sogar lebensbedrohlich Verletzte gibt, die der Heiler allein mit eigenen Ressourcen nicht heilen könnte. Vor allem, weil es dem Alpha auch die Möglichkeit gibt, sofort Anzeichen einer Überlastung des Heilers zu erkennen und schützend einzugreifen, selbst, wenn er sich physisch nicht am gleichen Ort befindet.
Durch den Zugang zu diesem Netzwerk verstärkt sich die intuitive Empathie der Heiler und sie reagieren sensibler und aufmerksamer auf die anderen Mitglieder der Gemeinschaft.
Förderung der Entwicklung eines Heilers
Die Ausbildung junger Heiler erfordert einen sanften und einfühlsamen Ansatz, der sowohl die Entwicklung ihrer Fähigkeiten unterstützt, als auch ihre emotionale Reife fördert.
Gezielte Förderung der Empathie
Da Heiler von Natur aus sehr empathisch veranlagt sind, ist es wichtig, ihnen frühzeitig beizubringen, wie sie ihre Empathie kontrollieren und nutzen können, ohne dabei von den Gefühlen anderer überwältigt zu werden. Sie müssen lernen, sich von Schmerz, Angst und Bedürftigkeit abzugrenzen. Dies soll sie selbst davor bewahren, sich restlos zu verausgaben.
Sicherheit im Umgang mit Heilfähigkeiten
Nicht jeder Heiler verfügt über das gleiche Maß an angeborener Heilkraft. Aus diesem Grund gibt es Hauptheiler, die ein großes, rohes Potenzial mitbringen, wie auch Nebenheiler, die zwar über angeborene Fähigkeiten verfügen, die jedoch nicht so stark ausgeprägt sind.
Deshalb ist es für junge Heiler enorm wichtig, die eigenen Grenzen kennenzulernen und schrittweise an ihre Fähigkeiten herangeführt zu werden. Kleine Verletzungen und emotionale Belastungen können als Übungsfelder dienen, um ihnen zu zeigen, wie sie ihre Fähigkeiten einsetzen können, ohne für sich selbst eine Gefahr darzustellen.
Unterstützung der emotionalen Stabilität
Heiler müssen eine hohe emotionale Stabilität entwickeln, um den Belastungen ihrer Arbeit gerecht zu werden und diese bewältigen zu können. Mentoren oder erfahrene Heiler helfen ihnen dabei, Techniken für Selbstfürsorge zu erlernen und die Grenzen ihrer eigenen Fähigkeiten zu erkennen.
Einbindung in die Gemeinschaft
Angehende Heiler bringen sich selbst schon früh in die Gemeinschaft ein. Dies kann zusätzlich verstärkt werden, indem sie bewusst in Bereichen eingesetzt werden, die ihnen guttun. Beispielsweise bei der Betreuung jüngerer Kinder oder der Älteren der Gemeinschaft oder auch, indem man sie als Unterstützung zu einfachen Verletzungen hinzunimmt. Dies stärkt ihr Gemeinschaftsgefühl und bietet auch Sicherheit im Umgang mit ihrer Rolle und ihren Kräften.
Fähigkeiten eines Heilers
Heiler zeichnen sich durch eine Reihe einzigartiger Fähigkeiten aus, die nur ihnen zur Verfügung stehen und sie von anderen Mitgliedern der Gemeinschaft unterscheiden.
Physische Heilung
Zu den bekanntesten Fähigkeiten eines Heilers gehört die körperliche Heilung. Er kann den natürlichen Heilungsprozess des Körpers beschleunigen, indem er bewusst Energien lenkt und manipuliert. Dies ermöglicht es Heilern, Wunden zu schließen, Knochenbrüche zu heilen, Entzündungen zu lindern und selbst schwere Organschäden zu regenerieren.
Schmerzlinderung
Dazu gehört auch, dass sie dazu in der Lage sind, Schmerzrezeptoren zu beeinflussen, was eine Schmerzlinderung ermöglicht. Besonders wertvoll wird diese Fähigkeit, wenn es sich um die Versorgung schwerer Verletzungen oder chronischer Schmerzen handelt.
Mentale Widerstandskraft
Trotz ihrer hohen Sensibilität haben sie eine starke und mentale Widerstandskraft, die ihnen ermöglicht, die Schmerzen und Emotionen anderer zu verarbeiten, ohne selbst daran zu zerbrechen.
Grenzen der Heilerfähigkeiten
Obwohl Heiler bemerkenswerte Kräfte besitzen, haben auch diese klare Grenzen, die sie nicht überschreiten können.
Energiebedarf
Heilungen erfordern eine erhebliche Menge an Energie. Dabei gilt: je größer die Verletzung, desto mehr Energie brauchen Heiler. Versucht ein Heiler also, viele Verletzte nacheinander zu behandeln oder besonders schwere Wunden zu heilen, kann das zu extremer Erschöpfung führen. Vor allem, wenn der Heiler von sich aus bereits über geringe Energiereserven verfügt oder nicht mit einem Alpha verbunden ist, der als Einziger - durch den aktiven Zugriff auf das Netzwerk der Gemeinschaft - das Energielevel des Heilers über gewisse Zeit steigern kann.
Dies ist der Grund, wieso zahlreiche Heiler auch ein Medizinstudium absolvieren, um ihre vorhandenen Kräfte mit medizinischem Fachwissen zu unterstützen. Die Schwere von Verletzungen kann so viel besser eingeschätzt werden und auch die Reihenfolge in denen diese geheilt werden müssen. Somit können sie ihre Energie zielgerichtet an den Ort des größten Schadens lenken und mit minimalem Energieaufwand maximale Ergebnisse erzielen.
Endgültige Schäden
Verletzungen wie Amputationen oder irreversible Organschäden können von Heilern behandelt, aber nicht vollständig repariert werden. Sie können den Heilungsprozess zwar unterstützen, doch sie können keine Organe oder neue Gliedmaßen nachwachsen lassen.
Psychische (Über-)Belastung
Heiler sind oftmals vielen negativen Gefühlen wie Schmerz und Angst ausgesetzt, sodass sie selbst stark belastet werden. Hin und wieder führt dies zu einer Überlastung, vor allem wenn ihr Einsatz oft und ohne ausreichende Pausen benötigt wird.
Keine Wiederbelebung von Toten
Nicht einmal der beste Heiler ist dazu in der Lage, die Grenze zwischen Leben und Tod verschwimmen zu lassen und Verstorbene zurück ins Leben zu holen.
FUnktionsweise der Heilung
Da Heiler ihre Fähigkeiten oftmals intuitiv einsetzen und lediglich Wirkungsbereich und Intensität bewusst steuern können, ist der eigentliche Prozess der Heilung bis heute nicht restlos erklärt und es gibt immer wieder Überraschungen. Im Grunde ist nur bekannt, dass Heiler die angeborene Fähigkeit besitzen, Energie bewusst zu lenken und dadurch dazu in der Lage sind, den Selbstheilungsprozess von Verletzten zu beschleunigen und, durch ihre eigene Energie, heilend von außen einzuwirken.
Dieser Prozess beginnt schon mit der ersten Berührung des Heilers, da dieser schon bei geringem Hautkontakt dazu in der Lage ist, die Energie eines Gefährten anzuzapfen und gezielt zu lenken.
Erfassen der Verletzung
Nach dem ersten Hautkontakt ‘scannen’ Heiler instinktiv den Körper des Verletzten, sowohl auf psychischer, als auch auf physischer Ebene, da Panik als auch starke Schmerzen für die Heilung hinderlich sind.
Freisetzen der Heilenergie
Sind die Verletzungen erfasst, kann der Heiler die Energien gezielt einsetzen und in die betroffenen Bereiche senden. Diese Heilenergie fördert die Regeneration von Gewebe, reduziert Entzündungen und Schmerzen und beschleunigt den anschließenden Heilungsprozess.
An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass besonders versierte und geübte Heiler auch dazu in der Lage sind, die Freisetzung ihrer Heilkräfte wieder rückgängig zu machen, sodass der Verletzte nur auf die eigenen Heilkräfte zurückgreifen kann.
Dies passiert nicht oft und meist als Strafe, wenn sich uneinsichtige Patienten zu schnell zu viel zumuten, weil sie darauf vertrauen, dass der Heiler es schon wieder in Ordnung bringen wird.
Erschöpfung und Grenzen der Heilung
Der Heilungsprozess ist ein sehr anstrengender und kräftezehrender. Schwere oder großflächige Verletzungen können sich auf mehrere Sitzungen ausweiten und selbst dann ist eine vollständige Genesung nicht immer garantiert. Auch dann nicht, wenn der Heiler selbst große Kräfte besitzt und die Gemeinschaft stark und stabil ist, sodass viel zusätzliche Energie in die Heilung fließen kann. Doch es ist für Heiler immer wichtig, diese Grenzen nicht nur zu kennen, sondern auch zu achten, da sie sich ansonsten selbst erheblichen Schaden zufügen könnten.



