Einige Menschen verfügen über sogenannte natürliche Schilde – angeborene mentale Schutzmechanismen, die ihren Geist vor fremdem Zugriff abschirmen. Diese Schilde sind selten und außerordentlich widerstandsfähig. Selbst hochrangige mediale Telepathen können sie nur unter extremem Kraftaufwand durchbrechen, da Träger natürlicher Schilde diese auch nicht bewusst senken können, wobei ein solcher Versuch meist schwere und irreversible Hirnschäden beim betroffenen Menschen zur Folge hat.
Natürliche Schilde verhindern, dass Gedanken, Erinnerungen oder geistige Konzepte unbefugt entwendet oder manipuliert werden. Gerade dieser Schutz ist für viele Menschen von existenzieller Bedeutung, denn die Angst vor geistigen Übergriffen ist tief im kollektiven Gedächtnis der Menschheit verankert.
Bereits lange vor Silentium kam es immer wieder vor, dass Mediale gezielt die Köpfe von Wissenschaftlern, Forschern oder Ingenieuren plünderten, um sich fremdes Wissen anzueignen. Während der Zeit von Silentium verschärfte sich dieses Problem massiv, da emotionale Hemmungen systematisch unterdrückt wurden. In dieser Phase mieden viele Menschen den Kontakt zu Medialen vollständig und beschränkten ihn auf das absolut Notwendige.
Heute stehen geistige Übergriffe unter strenger Strafandrohung durch die Regierungskoalition der Medialen. Bei nachgewiesenem Missbrauch drohen Medialen nicht nur empfindliche Geldstrafen, sondern auch langjährige Freiheitsstrafen. Dennoch gilt das Vertrauen vieler Menschen als nachhaltig erschüttert, da sich weiterhin einzelne Mediale bewusst über diese Gesetze hinwegsetzen und ihre Macht missbrauchen.
Aus diesem Grund waren Menschen schon immer bestrebt, ihre mentale Privatsphäre und Sicherheit zu schützen. Als erste Gegenmaßnahme entwickelte der Menschenbund einen implantierbaren Chip, der die Funktion natürlicher Schilde künstlich simulieren sollte. Dieses frühe Modell stellte einen technischen Durchbruch dar, war jedoch mit erheblichen Risiken verbunden. Die Implantation erforderte invasive Eingriffe am Gehirn, ging häufig mit neurologischen Nebenwirkungen einher und galt lange Zeit als Notlösung für besonders gefährdete Personen.
Die entscheidende Weiterentwicklung folgte mit dem sogenannten Ultrasonic. Dieses nicht-invasive Schutzsystem gründet auf der Erkenntnis, dass bestimmte auf Ultraschall basierende Frequenzen – inspiriert durch die Echoortung von Fledermäusen – mentale Strukturen stabilisieren können. Entwickelt wurde das Gerät von einer Falkengestaltwandlerin, nachdem man festgestellt hatte, dass diese Frequenzen nicht nur den menschlichen Verstand schützen, sondern auch degenerierte Schilde bestimmter Medialer stabilisieren konnten.
Der Ultrasonic machte hochriskante Operationen erstmals überflüssig. Stattdessen erzeugt das Gerät ein dauerhaftes, tragbares Schutzfeld, das einem natürlichen Schild nachempfunden ist. Voraussetzung für seine Wirksamkeit ist lediglich, dass es getragen wird – ein Umstand, der in der Praxis nicht immer gewährleistet ist.
Heute existieren zahlreiche Varianten dieser Technologie. Unterschiedliche Hersteller bieten Modelle in verschiedensten Leistungsstufen an – von einfachen, erschwinglichen Geräten bis hin zu hochpreisigen High-End-Ausführungen mit nahezu perfekter Abschirmung. Neben der technischen Weiterentwicklung hat sich auch die modische Integration dieser Schutzsysteme etabliert, sodass sie offen getragen oder bewusst in Alltagskleidung integriert werden können.
Ob implantierter Chip oder tragbares Schutzsystem – beide Technologien haben eines gemeinsam: Sie sind der Versuch der Menschheit, sich ihren Geist zurückzuholen und ihn in einer Welt zu schützen, in der Gedanken niemals vollständig privat waren.
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