Biofeedback
Jeder Mediale ist von Geburt an in ein geistiges Netzwerk eingebunden. Diese Anbindung ist keine soziale oder kommunikative Verbindung, sondern eine biologische Notwendigkeit: Das im Netzwerk entstehende Biofeedback wird zum Überleben des medialen Verstandes benötigt.
Biofeedback bezeichnet die grundlegende energetische Rückkopplung, die einen medialen Verstand funktionsfähig macht und am Leben hält. Es ist keine Fähigkeit, kein Talent und kein bewusst steuerbares Werkzeug, sondern eine lebensnotwendige Versorgungsebene für Mediale.
Der mediale Geist existiert nicht isoliert. Er ist dauerhaft auf Energiezufuhr angewiesen, die über das mentale Netzwerk bereitgestellt und verteilt wird. Dieses kontinuierliche „Feedback“ stabilisiert kognitive Prozesse, emotionale Regulation sowie die mentale Integrität eines Medialen. Wird der Zugang zum Biofeedback eingeschränkt, beginnt der Verstand zu degenerieren: Konzentrationsstörungen, mentale Instabilität und Kontrollverlust sind die unmittelbaren Folgen.
Wird der Zugang zum Biofeedback vollständig unterbrochen, hat dies binnen weniger Sekunden gravierende Konsequenzen. Die Auswirkungen reichen von akutem mentalem Schock bis hin zum Tod des Betroffenen. Genau deshalb ist eine dauerhafte Trennung vom mentalen Netzwerk ohne einen geeigneten Ersatz für Mediale nicht überlebensfähig.
Wichtig: Biofeedback ist keine Informationsübertragung und auch keine Form der Kommunikation. Es liefert keine Daten, Gedanken oder Bilder. Es versorgt den medialen Verstand ausschließlich mit der Energie, die er benötigt, um überhaupt existieren zu können – vergleichbar mit Sauerstoff für das Gehirn oder Strom für ein System, das ohne externe Energiequelle nicht autark funktioniert.
Medialnet
Das Medialnet ist ein globales, telepathisches Netzwerk, das die mediale Gattung miteinander verbindet. Jeder Mediale ist von Geburt an dieses mentale Netzwerk angeschlossen – wenn er nicht Teil eines anderen geistigen Netzwerks ist – und bezieht daraus das lebensnotwendige Biofeedback. Die Verbindung erfolgt rein mental und erfordert weder technische Hilfsmittel noch bewusste Aktivierung. Das Medialnet existiert permanent und bildet eine grundlegende Struktur der medialen Gesellschaft.
Seine primäre Funktion liegt in der Kommunikation zwischen Medialen. Über das Medialnet können Gedanken ausgetauscht, Informationen übermittelt und eingeholt werden. Diese Übertragung erfolgt nahezu verzögerungsfrei und ist nicht an geografische Distanzen gebunden, sondern nur an die telepathische Stärke der einzelnen Medialen. Einzelkontakte sind ebenso möglich wie der Austausch innerhalb größerer Gruppen.
Darüber hinaus dient das Medialnet als zentrales Informations- und Archivsystem. Öffentliche Bekanntmachungen, Beschlüsse der Regierungskoalition sowie gesellschaftlich relevante Informationen werden über das Netz zugänglich gemacht. Historische Daten sind ebenfalls im Medialnet verankert, sofern sie nicht durch frühere Ratsentscheidungen eingeschränkt, verändert oder gelöscht wurden. Persönliche Gedanken oder individuelle mentale Inhalte sind jedoch nicht automatisch frei zugänglich und unterliegen je nach Fähigkeit und Abschirmung des jeweiligen Medialen klaren Grenzen.
Während Silentium nahm das Medialnet eine zusätzliche, stark regulierende Rolle ein. Es fungierte nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern auch als Instrument zur Überwachung und Stabilitätskontrolle. Emotionale Abweichungen, instabile mentale Zustände oder Regelverstöße konnten über das Netz wahrgenommen und verfolgt werden. Das Medialnet war in dieser Zeit bewusst gedämpft, emotionsarm gehalten und eng durch den Rat der Medialen überwacht, um die Grundprinzipien Silentiums aufrechtzuerhalten.
Mit der Abschaffung von Silentium veränderte sich das Medialnet, nach über 100 Jahren, spürbar. Emotionen sind wieder präsent und deutlich wahrnehmbar, was zu einer erhöhten mentalen Belastung vieler Medialer führt. Das Netz ist seither weniger kontrolliert, instabiler und für einige Nutzer überwältigend oder sogar schmerzhaft. Schutzmechanismen, die während des Silentium zuverlässig funktionierten, greifen nicht mehr in gleicher Weise, wodurch mentale Instabilitäten häufiger auftreten.
Trotz seiner Reichweite ist das Medialnet kein grenzenloser Zugriff auf fremde Gedanken. Mediale können ihren Verstand mittels mentaler Schilde abschirmen, wobei die Effektivität dieser Abschirmung von der individuellen Stärke und Konstruktionsfähigkeit abhängt. Besonders starke Mediale verfügen über mehr Kontrolle über ihre Verbindung zum Netz, während schwächere Mediale stärker von dessen Einflüssen betroffen sein können.
Insgesamt ist das Medialnet eine zentrale Säule der medialen Gesellschaft. Es verbindet den lebensnotwendigen Zugang zum Biofeedback, Kommunikation, Ordnung, Archivierung und Kontrolle in einem einzigen System.
AUFENTHALT IM MEDIALNET
Der Eintritt eines Medialen in das Medialnet ist kein einheitlicher Zustand, sondern kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Abhängig von Art, Komplexität und Dauer der Tätigkeit teilt sich die Aufmerksamkeit des medialen Verstandes entweder zwischen den Ebenen auf oder verlagert sich vollständig in die Existenzebene des Netzes.
- Geteilte Aufmerksamkeit: Bei schlichten Prozessen im Medialnet, einfachen Suchen oder rein kommunikativen Tätigkeiten bleibt der Mediale zugleich in der physischen Welt präsent. Der Geist ist teilweise im Medialnet verankert, während der Körper weiterhin handlungsfähig bleibt. Motorik, Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit sind dabei nur geringfügig eingeschränkt.
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Vollständige Verlagerung: Erfordern Aufgaben ein hohes Maß an Konzentration, etwa komplexe Analysen, spezialisierte Suchen oder tiefgehende Arbeiten im Netz, zieht sich der mediale Verstand vollständig aus der physischen Ebene zurück. Der Geist existiert in diesem Zustand ausschließlich im Medialnet.
Während der vollständigen Verlagerung bleibt der physische Körper als eine Art leere Hülle zurück. Er ist ungeschützt, reagiert nicht aktiv auf äußere Reize und wird ausschließlich durch die bestehenden Körperfunktionen aufrechterhalten, die weiterhin aktiv bleiben.
Kehrt der mediale Verstand nicht innerhalb einiger Stunden in den eigenen Körper zurück, beginnt der physische Verfall. Die Vitalparameter sinken schrittweise, bis der Körper schließlich versagt. Ein dauerhaftes Verbleiben im Medialnet führt unweigerlich zum Tod des physischen Körpers.
Der Netkopf
Der Netkopf ist kein Individuum im klassischen Sinn, sondern eine Wesenheit innerhalb des geistigen Netzwerks. Er entsteht nicht durch Wahl, Rang oder Talent, sondern durch strukturelle Notwendigkeit. Sobald das Netzwerk eine bestimmte Komplexität, Dichte und Eigenständigkeit erreicht, bildet sich ein zentraler koordinierender Fokuspunkt. Dieser Fokuspunkt wird als Netkopf bezeichnet.
Seine Hauptaufgabe ist Stabilisierung und Steuerung. Der Netkopf überwacht die strukturelle Integrität des Netzwerks, reguliert den Energiefluss und sorgt dafür, dass das es als Ganzes funktionsfähig bleibt. Er ist kein Herrscher, Alpha oder bewusster Lenker mit persönlichen Motiven, sondern handelt systemisch für den optimalen Erhalt des Netzwerks.
Wichtig ist dabei:
Der Netkopf ist nicht identisch mit dem jeweiligen Netzwerk, sondern aus ihm hervorgegangen. Er existiert nur, solange das Netz existiert, und ist vollständig von dessen Zustand abhängig. Gleichzeitig ist das System auf ihn angewiesen, um nicht chaotisch, instabil oder fragmentiert zu werden. Es handelt sich um eine wechselseitige Abhängigkeit.
Der Netkopf besitzt Zugriff auf das gesamte Netzwerk, jedoch nicht im Sinne von Gedankenlesen oder individueller Überwachung. Sein „Wissen“ ist struktureller Natur, nicht persönlicher. Er erkennt Belastungen, Instabilitäten, Ausfälle oder kritische Knotenpunkte, weil sie das Netz als System betreffen – nicht, weil ihn einzelne Individuen interessieren.
Alles, was der Netkopf tut, dient einem einzigen Zweck: dem Erhalt des Netzwerks.
Derzeit genießt der Netkopf im Medialnet eine absolute Sonderstellung. Durch das lange Bestehen des Medialnets, ist dieser spezielle Fokuspunkt so weit entwickelt, dass sogar eine Kommunikation mit ihm möglich ist. Diese ist jedoch hochgradig limitiert. Sie erfolgt nicht dialogisch, sondern funktional und zumeist über Bilder. Antworten sind selten eindeutig, oft fragmentarisch und immer an den Fortbestand des Netzes gebunden.
Gestaltwandler Netzwerke
Gestaltwandlernetzwerke unterscheiden sich in ihrem Ursprung, ihrem Aufbau und ihrer Funktion grundlegend vom Medialnet, das seit Jahrtausenden existiert und sich kontinuierlich weiterentwickelt hat. Während das Medialnet eine globale, geistige Infrastruktur darstellt, sind Gestaltwandlernetzwerke lokal, bindungsbasiert und hierarchisch organisiert.
Ein Gestaltwandlernetzwerk entsteht in dem Moment, in dem ein Alpha seine Vertreter um sich sammelt und diese ihm den Blutschwur leisten. Dieser Schwur ist nicht nur symbolischer Natur, sondern wirkt als verbindender Akt, der die beteiligten Individuen energetisch miteinander verknüpft. Der Alpha bildet dabei den zentralen Knotenpunkt des Netzwerks, über den Bindung, Loyalität und Energiefluss zusammenlaufen.
Auch Gestaltwandlernetzwerke verfügen über einen eigenen Energiefluss. Dieser ist nicht mit dem Medialnet identisch, jedoch stark genug, um Medialen ein stabiles Biofeedback zu ermöglichen. Aus diesem Grund haben Gestaltwandlergemeinschaften Mediale, insbesondere Gefährten oder enge Bindungspersonen von Rudel- oder Clanmitgliedern, traditionell in ihr eigenes Netzwerk integriert. Die Einbindung sichert Stabilität, schützt vor Isolation und reduziert die Abhängigkeit vom Medialnet.
Netzwerkübergreifende Verbindungen zwischen Gestaltwandlernetzwerken und dem Medialnet existieren nur selten und unter sehr spezifischen Umständen. Sie entstehen in der Regel dann, wenn das Medialnet auf das betreffende Individuum angewiesen ist oder dessen Funktion nicht ersetzt werden kann.
Gestaltwandlernetzwerke sind gemeinschaftsgebunden, alpha-zentriert und relational, während das Medialnet global, strukturell und systemisch funktioniert.
Beide können Biofeedback ermöglichen – aber auf völlig unterschiedliche Weise.
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