Allgemeines zu den Medialen
Die Medialen gehören zu einer der drei spielbaren Gattungen auf unserem Board. Im Gegensatz zu Menschen und Gestaltwandlern, die als körperlich und leidenschaftlich gelten, werden Mediale als geistige Wesen beschrieben. Sie verlassen sich primär auf ihre mentalen Fähigkeiten, betrachten die Welt rational, analytisch und oft mit einer distanzierten, beinahe klinischen Klarheit.
Ihre gesellschaftlichen und familiären Strukturen sind stark leistungsorientiert. Der Wert eines Individuums bemisst sich weniger an emotionalen Bindungen als an seiner Nützlichkeit für die Familie, seinen geistigen Fähigkeiten und dem Beitrag, den er zur Macht, Stabilität und zum Status des eigenen Familienverbands leisten kann.
LEBENSRAUM & GESELLSCHAFT
- Mediale leben bevorzugt in Großstädten und urbanen Zentren. Ländliche Gebiete werden von ihnen vermehrt gemieden.
- Familiäre Strukturen gleichen zum Teil wirtschaftlich geführten Unternehmen. Emotionale Bindungen treten hinter Effizienz, Nutzen und strategische Vorteile zurück.
- Andererseits gibt es zahlreiche Mediale, die sich bewusst von diesen Strukturen lösen und in Menschen- oder Gestaltwandlergebiete ziehen, um ein freieres, gefühlsbetonteres Leben zu führen. Diese leben nicht selten in engen Familienverbänden und haben längst gelernt, den Wert des einzelnen Individuums zu schätzen.
PARTNERSCHAFT, FORTPFLANZUNG & BINDUNG
- Während Partnerschaften und Ehen früher auf wirtschaftlichen oder politischen Erwägungen basierten, wenden sich die Medialen seit dem Fall Silentiums vor über vier Jahrzehnten emotional geprägten Partnerschaften zu. In einigen Familien ist jedoch weiterhin Macht und Einfluss das entscheidende Kriterium bei der Partnerwahl.
- Mediale können mit allen drei Gattungen Nachkommen zeugen. Gerade in alteingesessenen, medialen Familien werden jedoch bis heute Fortpflanzungsverträge mit anderen Medialen bevorzugt, da diese die Wahrscheinlichkeit hoher Skalenwerte erhöhen.
- In diesen Fällen erfolgt Fortpflanzung nahezu ausschließlich über künstliche Befruchtung. Dadurch werden genetische Defekte und Krankheiten systematisch minimiert.
- Kinder gelten in diesen Familien bis heute als finanzielle Investitionen. Ihr Wert bemisst sich anhand ihrer Fähigkeiten und Skalenwerte und entfaltet sich gesellschaftlich erst im Erwachsenenalter.
- Außerhalb solcher Familien, nehmen Kinder einen zunehmend emotionalen Wert an, genauso wie familiäre Bindungen. Die Gemeinschaft der Medialen hat sich nach dem Fall von Silentium sehr unterschiedlich entwickelt. Während die einen noch an dem Programm und seinen Nachfolgern festhalten, haben sich andere vollständig von der Kälte losgesagt und leben ihre Emotionen vollständig aus.
ÄUSSERE MERKMALE & ERSCHEINUNGSBILD
- Mediale besitzen in der Regel einen zierlicheren, feineren Körperbau als Menschen. Im direkten Vergleich zu Gestaltwandlern wirken sie oft fragil, beinahe schon zerbrechlich. Diese körperliche Konstitution ist das Resultat jahrzehntelanger Priorisierung geistiger Stärke über physischer Belastbarkeit.
- Innerhalb der medialen Gattung wurde Perfektion schon immer hoch geschätzt. Optische Makel wie Narben, Muttermale oder körperliche Abweichungen galten über ein ganzes Jahrhundert als unerwünscht und werden bis heute häufig durch chirurgische Eingriffe korrigiert oder entfernt.
- Auch genetisch wurde über Generationen hinweg selektiert. Neben hohen Skalenwerten spielten attraktive äußere Merkmale stets eine zentrale Rolle. Dadurch verfügen Mediale über einen ästhetisch geprägten Genpool, der jedoch viele ethnischen Merkmale umfasst.
- Tätowierungen sind selten und gesellschaftlich stigmatisiert, da sie dem Ideal von Makellosigkeit widersprechen.
- Kleidung dient vielen Medialen als Rüstung. Klassische Businesskleidung, gedeckte Farben und funktionale Schnitte dominieren in der Geschäftswelt. Erst seit dem Fall von Silentium beginnen einige, Individualität über Mode auszudrücken, wenngleich unifarbene Kleidung weiterhin vorherrscht.
- Bei einer intensiven Anwendung ihrer Fähigkeiten oder einer großen Anstrengung im Medialnet, werden die Augen von Medialen komplett schwarz. Dies lässt keine Rückschlüsse auf ihre Skalenwerte zu oder ob sie kardinale Skalenwerte erreichen, sondern zeigt nur eine akute, kurzzeitige Anstrengung an.
- Wie alle drei Gattungen altern Mediale in normalem Tempo und erreichen eine maximale Lebenserwartung von etwa 120 Jahren.
MEDIALE FÄHIGKEITEN
- Alle Medialen verfügen über psychische Fähigkeiten, die in Kategorien eingeteilt und mittels Skalenwerten erfasst werden. Diese Bewertung beginnt bereits im frühen Kindesalter.
- Jeder Mediale benötigt das Biofeedback eines mentalen Netzwerks. Aus diesem Grund sind die meisten Angehörigen dieser Gattung mit dem Medialnet verbunden. Mediale außerhalb dieses Netzes benötigen stabile Ersatznetzwerke, da das Biofeedback für sie überlebensnotwendig ist. Wird die Verbindung zu diesem gekappt, tritt binnen weniger Sekunden ein qualvoller Tod ein.
- Das Medialnet ist eine mentale Existenzebene, beschrieben als nachtschwarzer Sternenhimmel. Jeder Mediale erscheint darin als Stern, dabei gilt: Je mächtiger der Mediale, desto heller und strahlender ist sein Stern.
- Während der 100 Jahre Silentium war das Medialnet kalt, farblos und fragmentiert. Erst nach dem Fall des Programms begann es langsam, wieder an Farbe, Tiefe und Stabilität zu gewinnen. So manifestierten sich beispielsweise enge Bindungen als farbige Stränge zwischen den betroffenen Sternen.
- Die Erweckung der Empathen, neue Bindungen zu anderen Gattungen und die Rückkehr emotionaler Verbindungen stärken das Medialnet zunehmend. Menschen und Gestaltwandler, die Teil des Netzes werden, tragen aktiv zu dessen Stabilisierung bei.
- Trotz allem können Gestaltwandler – insbesondere bei älteren Medialen oder überzeugten Silentium-Anhängern – einen leicht metallischen Geruch wahrnehmen, der auf emotionale Abstumpfung oder Kälte hinweist.
ÜBERLASTUNG & BURNOUT
- Überansprucht ein Medialer seine Fähigkeiten, reagiert der mediale Verstand zunächst mit Erschöpfung, Schmerzen oder verzerrter Wahrnehmung. Die Kräfte werden instabil und unzuverlässig. Dieser Zustand wird als Überlastung bezeichnet. Bei ausreichender Energiezufuhr ist er in der Regel innerhalb weniger Stunden reversibel. Im Medialnet äußert sich eine Überlastung als kurzes, rotes Aufblinken des geistigen Sterns, das nur für wenige Sekunden wahrnehmbar ist.
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Das Fadeout beschreibt eine vollständige Erschöpfung der medialen Fähigkeiten. In dessen Folge ist der Mediale für einen Zeitraum von etwa zwölf bis vierundzwanzig Stunden vollständig von seinen geistigen Kräften abgeschnitten. Ein begleitender Nebeneffekt ist das deutliche Abstumpfen der Sinne.
Betroffene beschreiben diesen Zustand häufig als ein Gefühl, in Watte gehüllt zu sein, fern von klarer Wahrnehmung oder emotionaler Tiefe. Erst mit dem allmählichen Wiederauffüllen der geistigen Reserven beginnt sich dieser Zustand zu lösen.
Im Medialnet zeigt sich ein Fadeout zunächst durch ein unruhiges, blutrotes Flackern des medialen Sterns, bis dieser schließlich für die Dauer des Fadeouts vollständig aus dem Netz verschwindet. -
Bei extremer Kraftaufwendung kann es zu einer vollständigen Erschöpfung der physischen und medialen Kräfte kommen. Dieser Zustand wird als Burnout bezeichnet.
Mediale, die ihre eigenen Grenzen gut einschätzen können, sind sich meist bewusst, wie lange sie noch funktionsfähig bleiben, bevor ein Burnout einsetzt. Tritt dieser ein, fällt der Mediale in einen komatösen Zustand, der ausschließlich durch ausgiebige Regeneration überwunden werden kann.
Während eines Burnouts sind Mediale vollkommen schutzlos und angreifbar. Aus diesem Grund ziehen sie sich frühzeitig an sichere Orte zurück. Der Zustand hält in der Regel zwischen vierundzwanzig und achtundvierzig Stunden an. In dieser Zeit ist der mediale Stern ungeschützt und muss von einem anderen Individuum bewacht werden, da der Mediale selbst keinerlei Schutzmechanismen aufrechterhalten kann. - Um einer Überbeanspruchung geistiger Kräfte vorzubeugen, ist es sinnvoll, in arbeitsintensiven Phasen für eine erhöhte Energiezufuhr zu sorgen. Wird jedoch der Zustand der Überlastung, des Fadeouts oder des Burnouts erreicht, lässt sich dieser ausschließlich durch ausreichend Ruhe und Erholung regenerieren.
SILENTIUM & SEINE FOLGEN
- Die enormen geistigen Kräfte der Medialen gehen mit einem erhöhten Risiko für Kontrollverlust und psychopathische Episoden einher. Dies war der ursprüngliche Grund für die Einführung von Silentium.
- Silentium versuchte über schmerzhafte Konditionierung sämtliche Emotionen der medialen Gattung auszulöschen. Nach über 100 Jahren wurde das Programm vor rund 40 Jahren als gescheitert erklärt, da es das Medialnet beinahe zum Kollaps brachte.
- Viele Mediale nahmen den Fall des Programms gut auf und konnten die emotionale Kälte mühelos abstreifen, dennoch halten viele bis heute an erlernten und gewohnten Verhaltensweisen fest, da sie Sicherheit und Stabilität suggerieren.
- Das Netzwerk erholt sich nur langsam von diesen Schäden, zeigt jedoch in den letzten Jahren deutliche Fortschritte.



