Bindeglied
Menschen werden sehr gerne unterschätzt, da sie über keine offensichtlichen Fähigkeiten verfügen wie die Medialen oder Gestaltwandler. Jedoch stellen die Menschen ein sensibles Gleichgewicht innerhalb der Gattungen her, das gerne einmal übersehen und ignoriert wird. Denn sie bilden einen maßgeblichen Mittelpunkt zwischen den körperlichen und aggressiven Gestaltwandlern, die sehr territorial und instinktgesteuert agieren und den kalten, rationalen Medialen, die nur nach wirtschaftlicher und finanzieller Macht streben.
Immer wieder wird vergessen, dass es Menschen waren, die die Territorialkriege beendeten, indem sie zwischen den unterschiedlichen Rudeln und Clans vermittelten und Vorgehensweisen ausarbeiteten, die alle Betroffenen zufriedenstellten.
Ebenso sind Menschen die treibende Kraft, wenn es um technische Entwicklungen und wissenschaftliche Erfindungen geht, genauso wie sie bis heute an der Spitze schaffender Kunst stehen, da sie einen Hang zu den schönen Künsten haben.
Es ist also offensichtlich, dass die Wichtigkeit der Menschen oftmals vergessen wird. Und das, obwohl sie diejenigen sind, die die Welt in Balance halten.
notwendige Energielieferanten
Eine weitere tiefgreifende Verschiebung in der Rollenverteilung der Gattungen trat ein, als bekannt wurde, dass die geistige Energie der Menschen essenziell für die Stabilität des Medialnets ist.
Anfangs versuchten Mediale, dieses Problem durch Kontrolle und Zwang zu lösen, indem sie Gedankenkontrolle als Mittel einsetzten, um möglichst viele Menschen an das Netzwerk zu binden. Schnell zeigte sich jedoch, dass erzwungene Verbindungen instabil waren und das Netz nur weiter schwächten, sodass von diesen Versuchen abgelassen und sie sogar verboten wurden.
Was folgte, war ein langsamer Annäherungsprozess zwischen zwei Gattungen, die über ein Jahrhundert voneinander getrennt gewesen waren und ein tiefes gegenseitiges Misstrauen hegten. Über vierzig Jahre nach dem Fall von Silentium sind inzwischen zahlreiche Menschen Teil des Medialnets geworden – nicht etwa durch Zwang, sondern durch Freundschaften, familiäre Bindungen und romantische Beziehungen.
Einen maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatten die Empathen, die sich nicht nur mit Menschen, sondern auch mit Gestaltwandlern verbanden und dem Netzwerk eine bislang fehlende emotionale und energetische Vielfalt zuführten. Während Gestaltwandler dem Medialnet lediglich einen geringen energetischen Mehrwert bieten, sind Menschen für dessen langfristiges Überleben von zentraler Bedeutung.
Man geht heute davon aus, dass dies der Grund ist, weshalb das menschliche Bewusstsein innerhalb des Medialnets durch das Netz selbst besonders stark geschützt wird. Das Netzwerk – das auf eine Weise lebendig ist, die niemand zu erklären vermag – erkennt die Bedeutung der Menschen und bewahrt ihren Verstand mit außergewöhnlicher Sorgfalt vor Schaden. Unter anderem bedeutet es für Menschen, dass sie in undurchdringliche Schilde gehüllt werden, sobald sie Teil des geistigen Netzwerks werden.
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